Geomungo

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Bild: Miinam / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Geomungo, auch Komungo genannt, ist ein traditionelles koreanisches Saiteninstrument aus der Familie der Halbröhrenzithern. Er entstand im Königreich Goguryeo, also bereits im 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus, und zählt damit zu den ältesten noch gespielten Instrumenten Koreas.

Der Geomungo, auch Komungo genannt, ist ein traditionelles koreanisches Saiteninstrument aus der Familie der Halbröhrenzithern. Er entstand im Königreich Goguryeo, also bereits im 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus, und zählt damit zu den ältesten noch gespielten Instrumenten Koreas. Der Legende nach geht er auf den Gelehrten Wang San-ak zurück, der am Hof von Goguryeo ein aus China stammendes Saiteninstrument umbaute; als er zum ersten Mal darauf spielte, soll ein schwarzer Kranich zur Musik getanzt haben - daher der ursprüngliche Name Hyeongeum, "Zither des schwarzen Kranichs". Der Geomungo besteht aus einem langen, rechteckigen Holzkasten, dessen Decke traditionell aus dem leichten Holz des Paulownia-Baums gefertigt ist, und ist mit sechs Saiten aus gedrehter Seide bespannt. Anders als viele andere Zithern wird er nicht mit den bloßen Fingern gezupft, sondern mit einem kurzen Stab aus Bambus, dem sogenannten Suldae, angeschlagen und gestoßen. Der Geomungo hat einen tiefen, warmen Klang, der sich gut für langsame, meditative Musik eignet, wird aber ebenso in der höfischen Ensemblemusik und im virtuosen Solospiel eingesetzt. Er gilt bis heute als eines der angesehensten Instrumente der koreanischen Musiktradition.

Wie klingt der Geomungo?

Der Klang des Geomungo ist tief, resonant und komplex. Seine sechs Seidensaiten erzeugen im Zusammenspiel mit dem Anschlag des Bambusstabs Suldae eine sehr eigene, zugleich perkussive und gesangliche Klangfarbe: Der Stab schlägt oder stößt die Saiten an, wodurch neben dem eigentlichen Ton auch ein charakteristisches, trockenes Anschlaggeräusch mitschwingt. Der Klang ist reichhaltig und besitzt eine starke Präsenz, bleibt dabei aber warm und erdig. In der koreanischen Tradition galt der Geomungo lange als das Instrument des Gelehrten, dessen ruhiger, in sich gekehrter Klang der Selbstkultivierung und Meditation dienen sollte. Gerade deshalb wird sein Klang oft als würdevoll und introspektiv beschrieben, ganz im Gegensatz zu lauten, virtuosen Unterhaltungsinstrumenten.

Woraus besteht der Geomungo?

Der Geomungo besteht aus einem langen, rechteckigen Holzkasten. Die Decke wird traditionell aus dem leichten, resonanzstarken Holz des Paulownia-Baums gefertigt, der Boden dagegen meist aus härterem Kastanienholz. Über die Decke sind sechs Saiten aus gedrehter Seide gespannt. Drei dieser Saiten laufen über 16 feste, erhöhte Bünde, die fest in den Korpus eingelassen sind, die übrigen drei Saiten liegen auf drei beweglichen Holzstegen auf, die sich verschieben lassen, um die Stimmung anzupassen. Am unteren Ende des Instruments werden die Saiten mit Stimmwirbeln gespannt. Gespielt wird der Geomungo im Sitzen: Das Instrument liegt quer über dem Schoß des Musikers oder auf einem niedrigen Ständer vor ihm. Zum Spielen dient ein kurzer, fester Stab aus Bambus, der Suldae, den der Spieler in der rechten Hand hält, während die linke Hand die Saiten auf den Bünden greift.

Wie spielt man den Geomungo?

Um den Geomungo zu spielen, hält der Musiker mit der rechten Hand den Bambusstab Suldae und schlägt oder stößt damit auf die Saiten, während die linke Hand auf den bebundeten Saiten die Tonhöhen greift, ähnlich wie bei einer Bundzither. Durch Drücken und Ziehen der Saiten mit der linken Hand lassen sich Tonhöhe und Klangfarbe fein modulieren, etwa für die charakteristischen Gleitbewegungen und Vibrati, die für koreanische Musik typisch sind. Die drei unbebundeten Saiten, die über die beweglichen Stege laufen, werden ebenfalls mit dem Suldae angeschlagen und dienen häufig als Bordunsaiten, die einen gleichbleibenden Grundton liefern. Der Anschlag mit dem Stab kann kraftvoll und perkussiv sein oder sehr leise und zurückhaltend, wodurch der Geomungo ein ungewöhnlich breites dynamisches Spektrum besitzt. Ein Bogen kommt beim Geomungo nicht zum Einsatz - das Instrument wird ausschließlich geschlagen beziehungsweise angerissen, niemals gestrichen.

Typische Musikstile mit dem Geomungo

Der Geomungo ist fester Bestandteil mehrerer koreanischer Musiktraditionen. In der höfischen und aristokratischen Ensemblemusik, dem sogenannten Jeongak, nimmt er traditionell eine tragende, oft führende Rolle ein und wurde historisch vor allem von gebildeten Gelehrten gespielt, die ihn als Ausdruck von Zurückhaltung und innerer Ruhe schätzten. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich außerdem eine virtuose Sologattung namens Sanjo für den Geomungo, mit schnellen, rhythmisch komplexen Passagen, die die perkussiven Möglichkeiten des Suldae-Anschlags voll ausschöpfen. Auch in der zeitgenössischen koreanischen Musik, etwa in Fusion-Ensembles, die traditionelle Instrumente mit Jazz oder westlicher Klassik verbinden, wird der Geomungo zunehmend eingesetzt und erschließt sich so ein neues Publikum, ohne seine traditionellen Wurzeln zu verlieren.

Bekannte Lieder mit dem Geomungo

Da der Geomungo über Jahrhunderte vor allem in der höfischen Ensemblemusik und in mündlich überlieferten Sanjo-Traditionen eine Rolle spielte, existieren für ihn - anders als in der westlichen Popmusik - keine "Hits" mit festen Werktiteln und Komponistennamen im modernen Sinn. Bekannt sind stattdessen ganze Gattungen und Stücke: Im höfischen Ensemblestück "Yeongsan Hoesang" führt der Geomungo eine zentrale Stimme, und in den verschiedenen Schulen des Geomungo-Sanjo, die auf bedeutende Meister des 20. Jahrhunderts zurückgehen, wird das Instrument bis heute von Musikern individuell interpretiert und weitergegeben. Diese mündliche, von Meister zu Schüler weitergereichte Überlieferung ist bis heute ein zentrales Merkmal der koreanischen Geomungo-Tradition.

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