Pfeifenorgel

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Bild: BAO-Images Bildagentur / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Pfeifenorgel ist ein Aerophon: Der Ton entsteht nicht durch die Atemluft der spielenden Person, sondern durch mechanisch erzeugten Wind, der durch eine Reihe abgestimmter Pfeifen geleitet wird. Sie zählt zu den Tasteninstrumenten, da sie über ein oder mehrere Manuale sowie meist ein Pedal bedient wird. Ihre Wurzeln reichen bis zur antiken griechischen Wasserorgel (Hydraulis) zurück, die der griechische Ingenieur Ktesibios im 3. Jahrhundert v. Chr.

Die Pfeifenorgel ist ein Aerophon: Der Ton entsteht nicht durch die Atemluft der spielenden Person, sondern durch mechanisch erzeugten Wind, der durch eine Reihe abgestimmter Pfeifen geleitet wird. Sie zählt zu den Tasteninstrumenten, da sie über ein oder mehrere Manuale sowie meist ein Pedal bedient wird. Ihre Wurzeln reichen bis zur antiken griechischen Wasserorgel (Hydraulis) zurück, die der griechische Ingenieur Ktesibios im 3. Jahrhundert v. Chr. in Alexandria entwickelt haben soll; im Mittelalter entwickelte sie sich in Europa zum zentralen Instrument der Kirchenmusik und ist seither aus Kathedralen, Konzertsälen und vielen Kirchen weltweit nicht wegzudenken. Wegen ihrer enormen klanglichen und dynamischen Bandbreite wird sie oft als "Königin der Instrumente" bezeichnet; große Konzertorgeln können mehrere zehntausend Pfeifen und über hundert Register umfassen.

Wie klingt die Pfeifenorgel?

Der Klang der Pfeifenorgel ist außergewöhnlich vielseitig, weil jedes Register eine eigene Pfeifenreihe mit eigener Klangfarbe ansteuert, von samtig-weichen, grundtönigen Registern über helle, obertonreiche Mixturen bis zu Zungenregistern mit schnarrendem, trompetenartigem Klang. Durch Kombination mehrerer Register lassen sich vom leisen Flüstern einzelner Pfeifen bis zum vollen, raumfüllenden "Tutti" enorme dynamische und klangfarbliche Kontraste erzeugen. Manche Register imitieren gezielt andere Instrumente, etwa Flöte, Oboe oder gar die menschliche Stimme (Vox humana) -, weshalb die Orgel oft mit einem ganzen Orchester verglichen wird, das eine einzelne Person allein bedienen kann.

Woraus besteht die Pfeifenorgel?

Eine Pfeifenorgel besteht im Kern aus einer Vielzahl von Pfeifen unterschiedlicher Größe, Form und Material (Holz oder verschiedene Metalllegierungen), die zu Reihen gleicher Klangfarbe, den Registern, zusammengefasst sind. Der nötige Winddruck wird heute meist elektrisch durch ein Gebläse erzeugt (früher durch von Hand oder Fuß betriebene Blasebälge) und in der Windlade zwischengespeichert, von wo er über Ventile gezielt zu den einzelnen Pfeifen geleitet wird.

Am Spieltisch steuert die Organistin oder der Organist über ein oder mehrere Manuale (Tastaturen für die Hände) sowie ein Pedal (für die Füße) aus, welche Töne erklingen, während Registerzüge festlegen, welche Pfeifenreihen dabei mitklingen. Diese Trennung von Windversorgung, Tonauswahl und Klangfarbenwahl macht die Orgel zum komplexesten mechanischen Musikinstrument überhaupt.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Pfeifenarten: Labialpfeifen (Lippenpfeifen), bei denen der Ton, ähnlich wie bei einer Blockflöte, an einer Kernspalte entsteht, und Zungenpfeifen, bei denen eine schwingende Metallzunge den charakteristischen, schnarrenden Klang von Trompeten- oder Oboenregistern erzeugt. Als Pfeifenmaterial dienen meist eine Zinn-Blei-Legierung für die Metallpfeifen sowie Eichen- oder Fichtenholz für die Holzpfeifen; die größten Pfeifen großer Konzertorgeln können mehrere Meter hoch werden, die kleinsten sind nur wenige Zentimeter groß.

Wie spielt man die Pfeifenorgel?

Beim Orgelspiel sitzt die spielende Person auf einer Orgelbank vor dem Spieltisch, die Füße auf dem Pedalboard, beide Hände auf einem der Manuale. Da der Wind mechanisch bzw. elektrisch erzeugt wird, ist, anders als bei Blasinstrumenten, keinerlei Atemtechnik der spielenden Person nötig; ihre gesamte Energie fließt in Fingersatz, Pedaltechnik und Registrierung.

Mit den Händen werden auf den Manualen Melodie und Harmonien gespielt, während die Füße auf dem Pedal eigenständige Bassstimmen ausführen, eine Koordination, die intensives Üben erfordert. Über die Registerzüge oder -knöpfe wählt die Organistin die passende Klangfarbe für ein Stück oder einen Abschnitt aus und kann während des Spiels durch Zu- oder Abschalten von Registern crescendieren oder decrescendieren.

Bis ins späte 19. Jahrhundert mussten die Blasebälge größerer Orgeln von eigens dafür angestellten Personen, den sogenannten Kalkanten, von Hand oder mit den Füßen betrieben werden, bevor elektrische Gebläse diese Aufgabe übernahmen. Diese historische Aufgabenteilung, Windversorgung durch Hilfskräfte, Tongebung durch die Organistin oder den Organisten, unterstreicht, dass das Orgelspiel selbst nie eine Atemtechnik im Sinne von Blasinstrumenten erforderte, sondern stets auf Tasten-, Pedal- und Registriertechnik beruhte. Das Repertoire reicht von schlichter liturgischer Begleitung bis zu hochvirtuosen Konzertwerken, die Fingersatz, Pedaltechnik und Registrierkunst gleichermaßen fordern.

Typische Musikstile mit der Pfeifenorgel

Die Pfeifenorgel ist seit dem Mittelalter das zentrale Instrument der abendländischen Kirchenmusik und begleitet bis heute Gottesdienste, Choräle und liturgische Gesänge. Gleichzeitig hat sie sich als eigenständiges Konzertinstrument etabliert, insbesondere in der Barockzeit, als Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Dieterich Buxtehude und später Romantiker wie César Franck oder Charles-Marie Widor umfangreiche solistische Orgelwerke schufen. Insbesondere in Frankreich entwickelte sich zudem eine lebendige Tradition der Orgelimprovisation, wie sie etwa an der Kathedrale Notre-Dame de Paris durch Organisten wie Pierre Cochereau gepflegt wurde.

Auch außerhalb der klassischen Tradition findet die Orgel Verwendung, etwa in der Kino- und Theaterbegleitung des frühen 20. Jahrhunderts (Kinoorgel) oder, in Form der elektronischen Hammondorgel, die eine eigenständige Weiterentwicklung darstellt, im Jazz, Gospel und Rock.

Bekannte Lieder mit der Pfeifenorgel

1. Johann Sebastian Bach, Toccata und Fuge d-Moll, BWV 565: das wohl bekannteste Orgelstück der Musikgeschichte überhaupt, so bekannt, dass es weit über die Kirchenmusik hinaus in Film, Fernsehen und Popkultur als musikalisches Kürzel für "Orgel" schlechthin verwendet wird. 2. Charles-Marie Widor, Toccata aus der Orgelsymphonie Nr. 5: ein virtuoses Bravourstück, das bis heute häufig als Auszugsmusik bei Hochzeiten erklingt und als Höhepunkt der französisch-romantischen Orgelsymphonik gilt. 3. Camille Saint-Saëns, Sinfonie Nr. 3 ("Orgelsymphonie"): bindet die Pfeifenorgel prominent in ein sinfonisches Orchesterwerk ein; im furiosen Schlusssatz setzt sie mit vollem Werk ein und verleiht dem Orchester eine zusätzliche, kathedralenhafte Klangdimension. 4. Dieterich Buxtehude, Präludien und Choralbearbeitungen, die J. S. Bach nachweislich beeinflussten; Bach reiste als junger Mann eigens nach Lübeck, um Buxtehudes Orgelspiel zu hören. 5. César Franck, "Pièce héroïque": ein Hauptwerk der französisch-romantischen Orgelliteratur; Franck selbst war jahrzehntelang Organist an der Pariser Kirche Sainte-Clotilde und gilt als Begründer der französischen Orgelsymphonik.

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