Die Celesta ist ein Tasteninstrument mit Stahlplatten. Ein Tastendruck wirft über eine Klaviermechanik einen filzbezogenen Hammer gegen eine gestimmte Stahlplatte, unter der ein hölzerner Resonanzkasten steht. Die Platte liefert den hellen Anschlag, der Kasten hebt den Grundton heraus und nimmt den hohen Teiltönen die Schärfe. Nach der Art der Tonerzeugung zählt die Celesta zu den Schlaginstrumenten, nach der Bedienung zu den Tasteninstrumenten.
Was ist eine Celesta?
Die Celesta ist ein Metallophon mit Klaviatur. Sie sieht aus wie ein kleines Klavier mit Klappdeckel, enthält aber keine Saiten, sondern Reihen gestimmter Stahlplatten über offenen Holzkästen. Der Spieler bedient sie wie ein Klavier, denn Tastengröße, Mechanik und Pedal stammen aus dem Klavierbau.
| Merkmal | Celesta |
|---|---|
| Familie | Schlaginstrument mit Klaviatur, Metallophon |
| Tonerzeugung | Filzhammer schlägt auf eine gestimmte Stahlplatte |
| Verstärkung | offener Holzkasten als Resonator unter jeder Platte |
| Klaviatur | vier bis fünf Oktaven, Mechanik wie beim Klavier |
| Pedal | ein Dämpferpedal |
| Notation | zwei Systeme, klingt eine Oktave höher als notiert |
| Bauform | aufrechtes Holzgehäuse mit Klappdeckel |
| Herkunft | Paris, 1886, gebaut von Auguste Mustel |
Wie erzeugt die Celesta ihren Ton?
Ein Filzhammer schlägt gegen eine gestimmte Stahlplatte. Die Tonhöhe steckt in der Platte selbst: Je kürzer und dicker sie ist, desto höher klingt sie. Unter jeder Platte steht ein offener Holzkasten, dessen Luftsäule auf den Grundton der Platte abgestimmt ist. Er verstärkt diesen Grundton und lässt die hohen Teiltöne schneller abklingen. Der Filz auf dem Hammerkopf tut das Übrige und nimmt dem Anschlag die Härte.
Ein Dämpferpedal arbeitet wie am Klavier. Getreten hebt es die Filzdämpfer von allen Platten, sodass die Töne stehen bleiben und ineinander klingen.
Weil Stahl seine Maße behält, hält die Celesta ihre Stimmung über Jahrzehnte. Gestimmt wird sie beim Bau, indem der Hersteller Material von der Platte abträgt. Stimmwirbel wie ein Klavier hat sie nicht.
Die Celesta ist ein Schlaginstrument, das man wie ein Klavier bedient. Zwischen Finger und Klangkörper liegt eine vollständige Klaviermechanik. Deshalb spielt eine Celesta Akkorde, Läufe und mehrere Stimmen gleichzeitig, was mit Schlägeln in dieser Dichte nicht möglich wäre.
Wie unterscheidet sich die Celesta vom Glockenspiel?
Die Celesta hat eine Klaviatur, das Glockenspiel nicht. Am Glockenspiel schlägt der Spieler die Stahlplatten mit harten Schlägeln unmittelbar an, meist zwei- bis vierstimmig, und der Klang bleibt hart, weil kein Resonator die hohen Teiltöne dämpft. Die Celesta legt zwischen Finger und Platte eine Mechanik und einen Filzhammer, gibt jeder Platte einen Holzresonator und spielt damit leiser, weicher und vielstimmiger.
Das Vibraphon steht dazwischen: Es hat Metallplatten über Röhrenresonatoren, wird aber mit Schlägeln gespielt und trägt einen Motor, der Klappen in den Röhren dreht.
Wie klingt die Celesta im Orchester?
Leise. Die Celesta setzt sich gegen ein volles Orchester nicht durch, deshalb schreiben Komponisten sie in dünn besetzte Stellen oder stützen sie mit Harfe und Flöten. Ihr Platz ist bei den Tasteninstrumenten neben Harfe und Klavier, gespielt wird sie meist von einem Pianisten des Orchesters.
Notiert wird die Celesta auf zwei Systemen wie ein Klavier, sie klingt jedoch eine Oktave höher als geschrieben. Der Grund ist praktisch: So bleibt das Notenbild lesbar, ohne dass sich Hilfslinien über dem System türmen.
Welche Werke prägen die Celesta?
Der Tanz der Zuckerfee aus Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker ist die bekannteste Stelle. Die Melodie liegt dort allein auf der Celesta, begleitet von gezupften Streichern, und zur Uraufführung 1892 war das Instrument in Russland noch unbekannt.
Béla Bartók nahm die Celesta in den Titel seiner Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta auf. John Williams stellte sie an den Anfang des Hauptthemas der Harry-Potter-Filme, wo sie die ersten Takte allein spielt.
Woher stammt die Celesta?
Die Celesta stammt aus Paris. Der Harmoniumbauer Auguste Mustel baute sie 1886 und ließ sie schützen; ihr Name geht auf das französische Wort für himmlisch zurück.
Tschaikowski lernte das Instrument auf einer Reise kennen und ließ es ohne Ankündigung nach Russland bringen, weil er den neuen Klang vor jedem Kollegen einsetzen wollte. Sechs Jahre nach dem Bau des ersten Instruments stand die Celesta damit im Nussknacker auf der Bühne.
Häufige Fragen zur Celesta
Was ist eine Celesta?
Die Celesta ist ein Tasteninstrument, bei dem Filzhämmer auf gestimmte Stahlplatten schlagen. Unter jeder Platte steht ein Holzkasten, der den Grundton verstärkt. Sie hat vier bis fünf Oktaven, ein Dämpferpedal und klingt eine Oktave höher als notiert.
Was ist der Unterschied zwischen Celesta und Glockenspiel?
Die Celesta wird über eine Klaviatur gespielt, das Glockenspiel mit Schlägeln. Beide nutzen gestimmte Stahlplatten, doch die Celesta schlägt sie mit Filzhämmern an und gibt jeder Platte einen Holzresonator. Dadurch klingt sie leiser und weicher, und sie spielt mit zehn Fingern mehrstimmig.
In welchem Stück ist die Celesta zu hören?
Am bekanntesten ist der Tanz der Zuckerfee aus Tschaikowskis Nussknacker von 1892, in dem die Celesta die Melodie allein trägt. Béla Bartók nennt sie im Titel seiner Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta. Auch das Hauptthema der Harry-Potter-Filme von John Williams beginnt auf der Celesta.
Ist die Celesta ein Schlaginstrument oder ein Tasteninstrument?
Beides, je nach Blickwinkel. Nach der Tonerzeugung ist die Celesta ein Schlaginstrument, genauer ein Metallophon, denn ein Hammer schlägt auf eine Stahlplatte. Nach der Bedienung ist sie ein Tasteninstrument mit Klaviatur, Klaviermechanik und Dämpferpedal. In der Partitur steht sie meist bei Harfe und Klavier.



