Quintenzirkel

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Redaktion
Notenblätter mit den Vorzeichen mehrerer Tonarten nebeneinander. Bild: KI generiert.
Notenblätter mit den Vorzeichen mehrerer Tonarten nebeneinander. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Der Quintenzirkel ordnet die zwölf Tonarten im Abstand einer reinen Quinte an. Jede Quinte aufwärts fügt ein Kreuz hinzu, jede Quinte abwärts ein b. Die Kreuze treten in der Reihenfolge fis, cis, gis, dis, ais, eis, his auf, die b in der Reihenfolge b, es, as, des, ges, ces, fes. Im Innenkreis steht zu jeder Dur-Tonart die Paralleltonart in Moll.

Der Quintenzirkel ordnet alle Tonarten in einem Kreis mit zwölf Positionen an, wobei jede Position eine reine Quinte über der vorigen liegt. Im Uhrzeigersinn kommt mit jedem Schritt ein Kreuz hinzu, gegen den Uhrzeigersinn ein b. Nach zwölf Schritten ist der Ausgangston wieder erreicht, der Kreis schließt sich. Benachbarte Tonarten unterscheiden sich um genau ein Vorzeichen und sind deshalb eng verwandt.

12Positionen
7Vorzeichen höchstens
15notierte Dur-Tonarten
2Richtungen

Was ist der Quintenzirkel?

Der Quintenzirkel ist eine Darstellung aller Tonarten, geordnet nach dem Abstand einer reinen Quinte. Er beantwortet auf einen Blick zwei Fragen: wie viele Vorzeichen eine Tonart hat und welche Tonarten ihr am nächsten stehen. Die Reihenfolge ergibt sich nicht aus einer Setzung, sondern aus dem Aufbau der Dur-Tonleiter: Eine Quinte aufwärts verändert genau einen Ton des Tonvorrats.

MerkmalQuintenzirkel
Anordnungzwölf Positionen im Abstand einer reinen Quinte
Im Uhrzeigersinneine Quinte aufwärts, ein Kreuz mehr
Gegen den Uhrzeigersinneine Quinte abwärts, ein b mehr
Reihenfolge der Kreuzefis, cis, gis, dis, ais, eis, his
Reihenfolge der bb, es, as, des, ges, ces, fes
Innenkreisdie Paralleltonart in Moll, eine kleine Terz tiefer
Enharmonische Verwechslungunten im Kreis, etwa Fis-Dur mit sechs Kreuzen und Ges-Dur mit sechs b
Voraussetzunggleichstufige Stimmung, sonst schließt sich der Kreis nicht

Wie ist der Quintenzirkel aufgebaut?

Oben steht C-Dur ohne Vorzeichen. Im Uhrzeigersinn folgen G-Dur mit einem Kreuz, D-Dur mit zwei, A-Dur mit drei, E-Dur mit vier, H-Dur mit fünf und Fis-Dur mit sechs. Gegen den Uhrzeigersinn folgen F-Dur mit einem b, B-Dur mit zwei, Es-Dur mit drei, As-Dur mit vier, Des-Dur mit fünf und Ges-Dur mit sechs.

C a 0 G e 1 D h 2 A fis 3 E cis 4 H gis 5 Fis / Ges dis / es 6 Des b 5 As f 4 Es c 3 B g 2 F d 1 Quintenzirkel außen Dur, innen die Paralleltonart Zahl am Rand: Anzahl der Vorzeichen im Uhrzeigersinn eine Quinte aufwärts Kreuztonarten b-Tonarten
Der Quintenzirkel mit zwölf Positionen. Außen steht die Dur-Tonart, innen ihre Paralleltonart in Moll, am Rand die Anzahl der Vorzeichen.

Unten im Kreis treffen sich beide Richtungen. Fis-Dur mit sechs Kreuzen und Ges-Dur mit sechs b klingen auf einem gleichstufig gestimmten Instrument gleich und werden nur verschieden geschrieben. Dasselbe gilt für H-Dur mit fünf Kreuzen und Ces-Dur mit sieben b sowie für Des-Dur mit fünf b und Cis-Dur mit sieben Kreuzen. Deshalb ergeben zwölf Positionen 15 notierte Dur-Tonarten.

In welcher Reihenfolge treten die Vorzeichen im Quintenzirkel auf?

Die Kreuze treten in der Reihenfolge fis, cis, gis, dis, ais, eis, his auf, die b in der Reihenfolge b, es, as, des, ges, ces, fes. Beide Reihen sind selbst Quintketten: Die Kreuze folgen einander im Quintabstand aufwärts, die b im Quintabstand abwärts. Die eine Reihe ist die Umkehrung der anderen.

Eine Tonart übernimmt dabei stets alle Vorzeichen der vorherigen und fügt eines hinzu. E-Dur mit vier Kreuzen führt fis, cis, gis und dis, A-Dur mit drei Kreuzen führt fis, cis und gis. Auch der Notenschlüssel bestimmt die Position der Vorzeichen nicht neu: Ihre Reihenfolge bleibt in jeder Notenzeile gleich.

Wie liest man die Tonart aus den Vorzeichen ab?

Bei Kreuzen liegt der Grundton einen Halbton über dem letzten Kreuz. Stehen drei Kreuze, also fis, cis und gis, ist gis das letzte, und einen Halbton darüber liegt a. Die Tonart lautet A-Dur.

Bei b nennt das vorletzte b den Grundton. Stehen vier b, also b, es, as und des, ist as das vorletzte, und die Tonart lautet As-Dur. Diese Regel greift ab zwei b. Ein einzelnes b bedeutet F-Dur und muss auswendig gelernt werden.

Wo stehen die Paralleltonarten im Quintenzirkel?

Die Paralleltonart steht im Innenkreis auf derselben Position wie die zugehörige Dur-Tonart. Ihr Grundton liegt eine kleine Terz tiefer, ihre Vorzeichen sind identisch. Zu C-Dur gehört a-Moll, zu G-Dur gehört e-Moll, zu F-Dur gehört d-Moll.

Davon zu unterscheiden ist die Varianttonart mit demselben Grundton, aber anderen Vorzeichen. C-Dur hat keine Vorzeichen, c-Moll hat drei b, und die beiden stehen im Quintenzirkel drei Positionen auseinander. Wer den Unterschied zwischen beiden Beziehungen kennt, findet zu jeder Moll-Tonleiter sofort die passende Vorzeichenzahl.

Warum schließt sich der Quintenzirkel nur in gleichstufiger Stimmung?

Zwölf reine Quinten ergeben nicht genau sieben Oktaven. Eine reine Quinte hat das Frequenzverhältnis 3 zu 2. Türmt man zwölf davon übereinander, landet man rund 23 Cent über dem Ton, den sieben Oktaven ergeben, also knapp einen Viertelhalbton zu hoch. Diese Differenz heißt pythagoreisches Komma.

Der Quintenzirkel ist eine Spirale, die erst durch die Stimmung zum Kreis wird. Die gleichstufige Stimmung verteilt das pythagoreische Komma gleichmäßig auf alle zwölf Quinten und verkleinert jede um rund zwei Cent. Danach klingt Fis-Dur wie Ges-Dur, und der Kreis schließt sich. Auf Instrumenten mit anderer Stimmung tut er das nicht.

Für die Praxis heißt das: Auf einem gleichstufig gestimmten Klavier lassen sich alle Tonarten gleichermaßen benutzen, und keine klingt gegenüber einer anderen verstimmt. Diesen Preis zahlt die Stimmung damit, dass keine Quinte außer der Oktave vollkommen rein ist.

Häufige Fragen zum Quintenzirkel

Was zeigt der Quintenzirkel?

Der Quintenzirkel zeigt alle Tonarten, geordnet nach dem Abstand einer reinen Quinte, zusammen mit der Anzahl ihrer Vorzeichen. Außen stehen die Dur-Tonarten, innen die jeweilige Paralleltonart in Moll. Benachbarte Positionen unterscheiden sich um genau ein Vorzeichen.

In welcher Reihenfolge stehen die Kreuze im Quintenzirkel?

Die Kreuze treten in der Reihenfolge fis, cis, gis, dis, ais, eis, his auf. Jede Tonart übernimmt alle Kreuze der vorherigen und fügt eines hinzu, so führt D-Dur fis und cis, A-Dur zusätzlich gis. Die b treten in der umgekehrten Reihenfolge b, es, as, des, ges, ces, fes auf.

Wie erkennt man die Tonart an den Vorzeichen?

Bei Kreuzen liegt der Grundton einen Halbton über dem letzten Kreuz, bei zwei und mehr b nennt das vorletzte b den Grundton. Zwei Kreuze, fis und cis, ergeben D-Dur. Drei b, also b, es und as, ergeben Es-Dur. Ein einzelnes b bedeutet F-Dur, keine Vorzeichen bedeuten C-Dur oder a-Moll.

Wie viele Tonarten hat der Quintenzirkel?

Der Quintenzirkel hat zwölf Positionen, weil die Oktave zwölf Halbtöne enthält. Notiert werden 15 Dur-Tonarten, denn drei Positionen lassen sich sowohl mit Kreuzen als auch mit b schreiben, etwa Fis-Dur und Ges-Dur. Zu jeder Dur-Tonart kommt die Paralleltonart in Moll mit denselben Vorzeichen hinzu.

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