Moll-Tonleiter

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Redaktion
Eine Klaviatur in gedämpftem, blaugrauem Licht. Foto: cecigre / Pixabay.
Eine Klaviatur in gedämpftem, blaugrauem Licht. Foto: cecigre / Pixabay.

Zusammenfassung

Die Moll-Tonleiter ist eine siebenstufige Tonleiter mit einer kleinen Terz über dem Grundton. Das natürliche Moll folgt dem Muster Ganz, Halb, Ganz, Ganz, Halb, Ganz, Ganz, das harmonische Moll erhöht die siebte Stufe, das melodische Moll aufwärts zusätzlich die sechste. a-Moll kommt wie C-Dur ohne Vorzeichen aus und ist dessen Paralleltonart, eine kleine Terz tiefer.

Die Moll-Tonleiter ist eine Folge aus sieben verschiedenen Tönen mit einer kleinen Terz zwischen dem Grundton und der dritten Stufe. Diese Terz umfasst drei Halbtöne und unterscheidet Moll von Dur. Moll tritt in drei Formen auf, die sich nur in der sechsten und siebten Stufe unterscheiden: natürliches, harmonisches und melodisches Moll. Alle drei teilen denselben Grundton und dieselben ersten fünf Stufen.

3Formen
7Stufen
2Halbtonschritte
a-Mollohne Vorzeichen

Was ist eine Moll-Tonleiter?

Die Moll-Tonleiter ist eine siebenstufige Tonleiter, deren dritte Stufe eine kleine Terz über dem Grundton liegt. Genau dieses eine Intervall trennt sie von der Dur-Tonleiter, die dort eine große Terz trägt. Der Zusammenhang zwischen Moll und ernstem oder traurigem Ausdruck ist eine Hörgewohnheit der europäischen Musik und keine Eigenschaft des Intervalls selbst.

MerkmalMoll-Tonleiter
Stufensieben verschiedene Töne, der achte wiederholt den Grundton
Schrittmuster natürlichGanz, Halb, Ganz, Ganz, Halb, Ganz, Ganz
In Halbtönen2, 1, 2, 2, 1, 2, 2
Halbtonschrittezwischen Stufe 2 und 3 sowie zwischen Stufe 5 und 6
Kennintervallkleine Terz zwischen Stufe 1 und Stufe 3
Formennatürliches, harmonisches und melodisches Moll
Beispiel ohne Vorzeichena-Moll mit a, h, c, d, e, f, g, a
Paralleltonartdie Dur-Tonart eine kleine Terz höher, mit denselben Vorzeichen

Wie lautet das Schrittmuster der natürlichen Moll-Tonleiter?

Das natürliche Moll folgt dem Muster Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton. In Halbtönen gezählt ist das die Folge 2, 1, 2, 2, 1, 2, 2. Die beiden Halbtonschritte liegen zwischen der zweiten und dritten sowie zwischen der fünften und sechsten Stufe.

a-Moll zeigt das Muster ohne jedes Vorzeichen: a, h, c, d, e, f, g, a. Der Halbtonschritt von h nach c liegt zwischen Stufe 2 und 3, der von e nach f zwischen Stufe 5 und 6. Diese Form heißt auch äolisch und ist zugleich eine der Kirchentonarten.

Welche drei Formen der Moll-Tonleiter gibt es?

Es gibt natürliches, harmonisches und melodisches Moll. Sie unterscheiden sich ausschließlich in der sechsten und siebten Stufe, der Rest bleibt gleich.

  • Natürliches Moll lässt beide Stufen unverändert. In a-Moll heißen sie f und g.
  • Harmonisches Moll erhöht die siebte Stufe um einen Halbton. In a-Moll steht dort gis statt g.
  • Melodisches Moll erhöht aufwärts die sechste und die siebte Stufe. In a-Moll stehen dort fis und gis. Abwärts kehrt es zur natürlichen Form zurück.
Stufe 1 2 3 4 5 6 7 8 natürlich a h c d e f g a harmonisch a h c d e f gis a melodisch a h c d e fis gis a übermäßige Sekunde Abwärts kehrt das melodische Moll zur natürlichen Form zurück.
Die drei Formen am Beispiel a-Moll. Nur die sechste und siebte Stufe weichen ab, im harmonischen Moll entsteht dadurch die übermäßige Sekunde zwischen f und gis.

Warum erhöht das harmonische Moll die siebte Stufe?

Die erhöhte siebte Stufe schafft einen Leitton, der zum Grundton hin strebt. Im natürlichen Moll liegt die siebte Stufe einen Ganzton unter dem Grundton und zieht deshalb nicht zu ihm hin. Mit der Erhöhung schrumpft der Abstand auf einen Halbton, und der Schlusseffekt einer Kadenz wird deutlich.

Der Grund liegt in der Harmonik, daher der Name. Der Dreiklang auf der fünften Stufe heißt in a-Moll natürlich e, g, h und ist damit ein Moll-Dreiklang. Mit gis statt g wird daraus e, gis, h, ein Dur-Dreiklang, der als Dominante wirkt und den Schluss auf a-Moll trägt.

Das harmonische Moll erzeugt eine übermäßige Sekunde. Zwischen der sechsten und der erhöhten siebten Stufe liegen drei Halbtöne, in a-Moll zwischen f und gis. Dieser Schritt ist größer als ein Ganzton und lässt sich beim Singen schwer treffen. Das melodische Moll umgeht ihn, indem es aufwärts auch die sechste Stufe erhöht.

Was ist die Paralleltonart einer Moll-Tonleiter?

Die Paralleltonart einer Moll-Tonart ist die Dur-Tonart mit denselben Vorzeichen, deren Grundton eine kleine Terz höher liegt. a-Moll und C-Dur bilden ein solches Paar: Beide kommen ohne Vorzeichen aus und benutzen dieselben sieben Töne. Sie unterscheiden sich nur darin, welcher Ton als Grundton wirkt und auf welchem Ton eine Melodie zur Ruhe kommt.

Dasselbe gilt für jedes weitere Paar. e-Moll und G-Dur teilen ein Kreuz, d-Moll und F-Dur teilen ein b. Nicht zu verwechseln ist damit die Varianttonart: a-Moll und A-Dur teilen den Grundton, aber nicht die Vorzeichen. Der Quintenzirkel stellt beide Beziehungen nebeneinander dar.

Was unterscheidet die Moll-Tonleiter von der Dur-Tonleiter?

Der Unterschied besteht in drei Stufen. Die dritte, die sechste und die siebte Stufe liegen im natürlichen Moll jeweils einen Halbton tiefer als in Dur mit demselben Grundton. Aus C-Dur mit c, d, e, f, g, a, h, c wird so c-Moll mit c, d, es, f, g, as, b, c.

Praktisch entscheidet die dritte Stufe. Sie legt fest, ob der Dreiklang auf dem Grundton ein Dur- oder ein Moll-Dreiklang ist, und dieser Dreiklang prägt den Klang eines ganzen Stücks. Die sechste und siebte Stufe sind in Moll zusätzlich beweglich, wie die drei Formen zeigen.

Häufige Fragen zur Moll-Tonleiter

Wie lautet das Schrittmuster der Moll-Tonleiter?

Die natürliche Moll-Tonleiter folgt dem Muster Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton, in Halbtönen also 2, 1, 2, 2, 1, 2, 2. Die Halbtonschritte liegen zwischen der zweiten und dritten sowie zwischen der fünften und sechsten Stufe. Das harmonische und das melodische Moll verändern dieses Muster in der sechsten und siebten Stufe.

Welche Moll-Tonleiter kommt ohne Vorzeichen aus?

a-Moll kommt ohne Vorzeichen aus und lautet a, h, c, d, e, f, g, a. Sie benutzt nur die weißen Tasten des Klaviers und ist die Paralleltonart von C-Dur. In der harmonischen Form tritt gis hinzu, in der melodischen aufwärts zusätzlich fis.

Was ist harmonisches Moll?

Harmonisches Moll ist die Form der Moll-Tonleiter, deren siebte Stufe um einen Halbton erhöht ist. In a-Moll lautet sie a, h, c, d, e, f, gis, a. Die Erhöhung macht die siebte Stufe zum Leitton und den Dreiklang auf der fünften Stufe zu einem Dur-Dreiklang. Zwischen der sechsten und siebten Stufe entsteht dabei eine übermäßige Sekunde.

Was ist die Paralleltonart einer Moll-Tonart?

Die Paralleltonart einer Moll-Tonart ist die Dur-Tonart mit denselben Vorzeichen, deren Grundton eine kleine Terz höher liegt. Zu a-Moll gehört C-Dur, zu e-Moll gehört G-Dur, zu d-Moll gehört F-Dur. Beide Tonarten benutzen denselben Tonvorrat und unterscheiden sich nur im Grundton.

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