Klassik

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Redaktion
Ein leerer Konzertsaal mit Orchesterstühlen und Notenpulten. Bild: KI generiert.
Ein leerer Konzertsaal mit Orchesterstühlen und Notenpulten. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Klassik meint im Alltag die gesamte europäische Kunstmusik, fachlich dagegen nur eine Epoche: die Wiener Klassik von etwa 1770 bis 1820 mit Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Ihr Satz stellt eine führende Melodie über eine Begleitung und gliedert die Musik in achttaktige Perioden. Sinfonie, Streichquartett, Klaviersonate und Solokonzert werden zu den Leitgattungen. Wer klassische Musik hört, hört meistens Barock, Romantik oder Moderne, nicht Klassik.

Klassik bezeichnet im Alltag die gesamte europäische Kunstmusik, von den einstimmigen Gesängen des Mittelalters bis in die Gegenwart. Die Musikwissenschaft benutzt das Wort enger: Die Wiener Klassik ist eine Epoche von etwa 1770 bis 1820, ihre Hauptvertreter heißen Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Wer klassische Musik hört, hört deshalb meistens keine Klassik im fachlichen Sinn, sondern Barock, Romantik oder Moderne.

1770Beginn der Wiener Klassik
1820Ende der Wiener Klassik
3Hauptvertreter
4Sätze der Sinfonie

Was ist Klassik?

Klassik trägt zwei Bedeutungen, und beide sind gebräuchlich. Umgangssprachlich ist Klassik ein Sammelname für die notierte europäische Kunstmusik, also für alles, was im Konzerthaus und in der Oper erklingt. Fachlich bezeichnet Klassik dagegen nur die Epoche zwischen Barock und Romantik. Weil deren Zentrum Wien war, sagt man genauer Wiener Klassik.

Der Name geht auf das lateinische classicus zurück, mustergültig. Musikhistoriker des 19. Jahrhunderts vergaben ihn im Rückblick: Sie sahen in den Werken Haydns, Mozarts und Beethovens ein Maß für alle spätere Musik.

MerkmalKlassik
Entstehungszeitetwa 1770 bis 1820, als Epochenabschnitt oft ab 1750 gerechnet
EntstehungsortWien und der süddeutsch-österreichische Raum
Typische BesetzungSinfonieorchester, Streichquartett, Klaviertrio, Solosonate
Prägende MerkmaleMelodie mit Begleitung, achttaktige Perioden, Sonatensatzform, stufenloses Anschwellen der Lautstärke
Wichtige UntergattungenSinfonie, Solokonzert, Streichquartett, Klaviersonate, Oper, Messe
HauptvertreterJoseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven
Nachbarepochendavor Barock bis etwa 1750, danach Romantik ab etwa 1820

Welche Epochen gehören zur klassischen Musik?

Die klassische Musik gliedert sich in sechs Epochen: Mittelalter, Renaissance, Barock, Klassik, Romantik und Moderne. Die Jahreszahlen sind Näherungen, weil kein Komponist an einem Stichtag den Stil wechselt. Der Zeitstrahl zeigt aber, wie kurz die Klassik neben ihren Nachbarn ausfällt.

Wiener Klassik, 1770 bis 1820 Mittelalter Renaissance Barock Klassik Romantik Moderne 1400 1600 1750 1820 1900
Die Klassik ist die kürzeste der sechs Epochen. Die Jahreszahlen sind Näherungen, Mittelalter und Moderne reichen über den gezeigten Ausschnitt hinaus.
  • Mittelalter bis etwa 1400: Der einstimmige gregorianische Choral trägt den Gottesdienst, ab dem 12. Jahrhundert kommt die erste Mehrstimmigkeit dazu.
  • Renaissance etwa 1400 bis 1600: Der Chorsatz wächst auf vier und mehr gleichberechtigte Stimmen. Josquin Desprez und Palestrina prägen ihn.
  • Barock etwa 1600 bis 1750: Die Oper entsteht, ein Generalbass stützt jede Besetzung. Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi bestimmen das Repertoire.
  • Klassik etwa 1750 bis 1820: Eine Melodie führt, die übrigen Stimmen begleiten sie. Sinfonie und Streichquartett werden zu den Leitgattungen.
  • Romantik etwa 1820 bis 1900: Das Orchester wächst, das Klavierlied blüht auf, Programmmusik erzählt außermusikalische Inhalte.
  • Moderne ab etwa 1900: Komponisten lösen die Dur-Moll-Tonalität auf, Arnold Schönberg entwickelt in den 1920er Jahren die Zwölftontechnik.

Klassik ist nicht dasselbe wie klassische Musik. Klassische Musik umfasst mehr als tausend Jahre, die Klassik als Epoche rund siebzig. Wer beides gleichsetzt, schiebt Komponisten in eine Epoche, in der sie gar nicht geschrieben haben: Bach starb 1750 und gehört zum Barock, Chopin kam 1810 zur Welt und komponierte romantisch.

Was kennzeichnet die Wiener Klassik?

Die Wiener Klassik ordnet den Satz nach Melodie und Begleitung. Eine Oberstimme trägt das Thema, die übrigen Stimmen stützen es mit Akkorden. Damit löst sie den barocken Satz ab, in dem mehrere gleichrangige Stimmen nebeneinander laufen und ein Generalbass das Fundament liefert.

Dazu kommt eine deutliche Gliederung in Perioden: Ein Vordersatz von vier Takten stellt einen Gedanken auf, ein Nachsatz von vier Takten schließt ihn ab. Diese Achttakter machen den Aufbau ohne Noten hörbar. Die Lautstärke schwillt außerdem stufenlos an und ab, während der Barock zwischen laut und leise umschaltete.

Wie ist ein klassischer Sonatensatz aufgebaut?

Der klassische Sonatensatz besteht aus drei Teilen: Exposition, Durchführung und Reprise. In der Exposition stellt der Komponist ein Hauptthema in der Grundtonart und ein Seitenthema in einer verwandten Tonart auf. Die Durchführung zerlegt dieses Material und führt es durch mehrere Tonarten. Die Reprise bringt beide Themen zurück, nun beide in der Grundtonart, oft gefolgt von einer Coda als Anhang.

Diese Form steht meist im ersten Satz von Sinfonie, Sonate, Streichquartett und Solokonzert. Eine viersätzige Sinfonie der Klassik folgt in der Regel dem Ablauf schneller Kopfsatz, langsamer Satz, Menuett und schnelles Finale.

Welche Besetzungen prägen die Klassik?

Das Streichquartett ist die kammermusikalische Leitbesetzung der Klassik: zwei Violinen, eine Viola und ein Violoncello. Die erste Geige führt darin meist die Melodie, die drei anderen Instrumente teilen sich Begleitung und Gegenstimmen. Haydn legte diese Anlage fest, Mozart und Beethoven bauten sie aus.

Im Orchester der späten Klassik sitzen die Streicher, dazu Holzbläser paarweise, also je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte, außerdem zwei Hörner, zwei Trompeten und ein Paar Pauken. Das Cembalo verschwindet aus dem Orchester, weil der Generalbass entfällt. Als Soloinstrument setzt sich das Hammerklavier durch, der direkte Vorläufer des heutigen Klaviers: Es lässt den Anschlag laut und leise spielen, was das Cembalo nicht kann.

Welche Werke prägen die Klassik?

Joseph Haydn schrieb über hundert Sinfonien und mehr als sechzig Streichquartette und legte damit die viersätzige Form fest. Wolfgang Amadeus Mozart verband Instrumentalmusik und Bühne; seine Opern Die Hochzeit des Figaro, Don Giovanni und Die Zauberflöte stehen bis heute im Kernrepertoire der Opernhäuser.

Ludwig van Beethoven weitete die Gattungen aus. Seine neunte Sinfonie schließt mit einem Satz für Soli, Orchester und Chor über Schillers Ode An die Freude und sprengt damit den Rahmen, den die Klassik der Sinfonie gesetzt hatte. Die Uraufführung fand 1824 statt, vier Jahre nach dem Ende der Epoche.

Häufige Fragen zur Klassik

Was ist der Unterschied zwischen Klassik und klassischer Musik?

Klassische Musik ist der Oberbegriff für die notierte europäische Kunstmusik vom Mittelalter bis heute. Die Klassik ist eine einzelne Epoche darin, sie reicht von etwa 1770 bis 1820 und heißt genauer Wiener Klassik. Bach gehört zum Barock, Chopin zur Romantik. Beide schrieben klassische Musik, aber keine Klassik.

Wann war die Epoche der Klassik?

Die Klassik dauerte von etwa 1770 bis 1820. Als Epochenabschnitt setzen viele Darstellungen sie schon ab 1750 an, dem Todesjahr Johann Sebastian Bachs; manche ziehen die Grenze erst bei Beethovens Tod 1827. Davor liegt der Barock, danach die Romantik.

Wer sind die Komponisten der Wiener Klassik?

Die drei Hauptvertreter der Wiener Klassik sind Joseph Haydn (1732 bis 1809), Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) und Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827). Alle drei lebten und arbeiteten zeitweise in Wien. Franz Schubert (1797 bis 1828) rechnen manche Darstellungen noch der Klassik zu, andere bereits der Romantik.

Welche Epochen gehören zur klassischen Musik?

Die klassische Musik gliedert sich üblicherweise in sechs Epochen: Mittelalter bis etwa 1400, Renaissance bis etwa 1600, Barock bis etwa 1750, Klassik bis etwa 1820, Romantik bis etwa 1900 und Moderne ab 1900. Die Grenzen sind Näherungen, weil sich die Stile überlappen.

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