Metal

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Redaktion
Der Tonabnehmer einer roten E-Gitarre in Nahaufnahme vor schwarzem Grund. Foto: CJMM / Pixabay.
Der Tonabnehmer einer roten E-Gitarre in Nahaufnahme vor schwarzem Grund. Foto: CJMM / Pixabay.

Zusammenfassung

Metal ist eine Musikrichtung, die auf stark verzerrten E-Gitarren, tiefen Gitarrenstimmungen und riffgetragenen Sätzen aufbaut. Sie entstand um 1970 in Großbritannien aus Hard Rock und Blues Rock. Die Gitarristen dämpfen die Saiten mit dem Handballen am Steg und erzeugen so kurze, perkussive Töne, der Schlagzeuger spielt mit zwei Bassdrum-Pedalen durchgehende Muster. Harmonisch nutzt Metal Moll, Kirchentonarten wie Phrygisch und den Tritonus.

Metal ist eine Musikrichtung, die auf stark verzerrten E-Gitarren, tiefen Gitarrenstimmungen und riffgetragenen Sätzen aufbaut. Sie entstand um 1970 in Großbritannien aus Hard Rock und Blues Rock. Die Gitarristen dämpfen die Saiten mit dem Handballen am Steg und erzeugen so kurze, perkussive Töne, der Schlagzeuger spielt mit zwei Bassdrum-Pedalen durchgehende Muster. Harmonisch greift Metal zu Moll, zu Kirchentonarten wie Phrygisch und zum Tritonus.

um 1970Entstehung
4/4Taktart
90 bis 200Tempo in bpm
2Bassdrum-Pedale

Was macht Metal aus?

Metal macht das Riff zum Hauptgegenstand. Wo Rock den Gesang mit Akkorden begleitet, läuft im Metal eine ausgeschriebene Tonfolge der Gitarren durch, und der Gesang legt sich darüber. Die Gitarren tragen dabei so viel Verzerrung, dass einzelne Töne lange stehen bleiben und Akkorde mit Terz unscharf klingen würden. Deshalb greifen Metalgitarristen fast ausschließlich Powerchords aus Grundton und Quinte.

Dazu kommt die Rhythmusarbeit. Im Metal übernimmt die Gitarre eine perkussive Aufgabe: Der Handballen dämpft die Saiten am Steg, der Ton wird kurz und trocken, und aus einer einzigen Tonhöhe entsteht ein rhythmisches Muster. Schlagzeug und Gitarren spielen diese Muster gemeinsam, oft Ton für Ton gleich.

MerkmalMetal
Entstehungszeitum 1970, aus Hard Rock und Blues Rock
EntstehungsortGroßbritannien, vor allem Birmingham und London
Typische Besetzungeine oder zwei E-Gitarren, E-Bass, Schlagzeug mit zwei Bassdrum-Pedalen, Gesang
Taktartüberwiegend 4/4, in mehreren Subgenres wechselnde Taktarten
Tempobereichmeist 90 bis 200 Schläge je Minute, im Doom Metal darunter, im Grindcore darüber
Prägende Merkmalehohes Gain, Palm Muting, tiefergestimmte Gitarren, Riff statt Akkordbegleitung, Moll, Phrygisch und Tritonus
Wichtige SubgenresThrash Metal, Death Metal, Black Metal, Doom Metal, Power Metal, Nu Metal

Woher stammt der Metal?

Metal stammt aus dem Hard Rock und dem Blues Rock der späten 1960er Jahre. Bands aus den englischen Industriestädten, allen voran aus Birmingham, verlangsamten die Tempi, erhöhten die Verzerrung und ersetzten die Bluestonleiter durch Moll und den Tritonus. Damit fiel der Rest Tanzmusik weg, der im Hard Rock noch steckte.

In den späten 1970er Jahren folgte in Großbritannien eine zweite Welle, die New Wave of British Heavy Metal. Sie hob das Tempo wieder an und führte zwei Gitarren gleichberechtigt. Aus ihr ging Anfang der 1980er Jahre der Thrash Metal hervor, der die Geschwindigkeit des Hardcore Punk mit der Riffarbeit des Metal verband.

Woran erkennt man Metal?

  • Hohes Gain begrenzt das Gitarrensignal so stark, dass der Ton lange steht und viele Obertöne trägt. Erst dadurch bleibt ein einzelner Ton über mehrere Takte hörbar.
  • Palm Muting heißt, dass der Handballen der Anschlagshand auf den Saiten direkt vor dem Steg aufliegt. Der Ton wird kurz und perkussiv, und schnelle Tonfolgen bleiben trennbar.
  • Tiefe Stimmung senkt den Grundton der Riffs. Je tiefer die Saite, desto dunkler das Riff und desto lockerer die Saitenspannung, weshalb Metalgitarristen dickere Saiten aufziehen.
  • Doublebass bezeichnet durchgehende Bassdrum-Schläge im Wechsel. Der Schlagzeuger spielt sie mit zwei Pedalen an einer Bassdrum oder mit zwei Bassdrums.
  • Tritonus und Phrygisch liefern die Spannung. Der Tritonus umfasst sechs Halbtöne und teilt die Oktave genau in der Mitte, phrygisch ist eine Molltonleiter mit kleiner Sekunde über dem Grundton.
Halbtöne unter Standard E 0 1 2 3 4 5 Standard E E Drop D D D-Standard D Drop C C 7-Saiter, Standard H
Die tiefste Saite im Vergleich. Jede Stufe entspricht einem Halbton. Drop-Stimmungen senken allein die tiefste Saite zusätzlich, die siebensaitige Gitarre ergänzt unter der Standardstimmung eine tiefe H-Saite.

Drop D senkt allein die tiefste Saite von E auf D. Drop C senkt zuerst alle sechs Saiten um einen Ganzton und die tiefste danach um einen weiteren, sie steht dann auf C. In beiden Fällen liegen die drei tiefsten Saiten im Abstand einer Quinte und einer Quarte, sodass der Spieler einen Powerchord mit einem einzigen Finger greift.

Welche Instrumente prägen den Metal?

  • E-Gitarre trägt das Riff, meist doppelt besetzt. Metalbands bevorzugen eine E-Gitarre mit Humbucker-Tonabnehmern, weil diese Bauform Brummen unterdrückt und ein höheres Signal liefert, das den Verstärker früher in die Verzerrung treibt.
  • E-Bass verdoppelt das Riff eine Oktave tiefer. Viele Bands verzerren ihn ebenfalls leicht, damit er neben den Gitarren durchkommt.
  • Schlagzeug arbeitet mit zwei Bassdrum-Pedalen. Ein Schlagzeug im Metal trägt mehr Toms und mehr Becken als im Rock, weil Übergänge über den gesamten Satz laufen.
  • Gesang reicht von hoher, klarer Stimme im Power Metal bis zu gepressten und geknurrten Techniken im Death und Black Metal.

Wie unterscheidet sich Metal vom Hard Rock?

Der Unterschied liegt im Verhältnis von Riff und Begleitung. Hard Rock begleitet den Gesang mit bluesnahen Akkordfiguren und lässt der Stimme den Vortritt. Metal stellt das Riff in die Mitte und ordnet den Gesang ihm zu. Dazu kommen beschreibbare Unterschiede: höheres Gain, tiefere Stimmungen, ein Schlagzeug mit zwei Bassdrum-Pedalen und eine Harmonik, die Moll und den Tritonus dem Blues vorzieht.

Metal löst sich vom Blues, Hard Rock bleibt darin. Der Hard Rock behält Bluestonleiter, Shuffle und Zwölftaktform als Grundlage. Metal ersetzt sie durch Moll, Kirchentonarten und den Tritonus und spielt gerade statt geswungen. Genau hier verläuft die Grenze, nicht bei der Lautstärke.

Welche Subgenres hat der Metal?

  • Thrash Metal verbindet hohes Tempo mit palmgedämpften Sechzehnteln im Abschlag und entstand Anfang der 1980er Jahre.
  • Death Metal nutzt tiefe Stimmungen, geknurrten Gesang, Blastbeats am Schlagzeug und wechselnde Taktarten.
  • Black Metal arbeitet mit hoher Geschwindigkeit, gepresstem Gesang, durchgehenden Tremoloschlägen der Gitarre und bewusst rauer Aufnahme.
  • Doom Metal senkt das Tempo weit unter das des Rock und dehnt Akkorde über ganze Takte.
  • Power Metal setzt auf hohe, klare Gesangslinien, schnelle Doublebass und eine Harmonik näher an Dur.
  • Nu Metal verbindet Metalriffs mit Elementen aus Hip-Hop und arbeitet mit siebensaitigen Gitarren und Sprechgesang.

Häufige Fragen zum Metal

Was ist Metal?

Metal ist eine Musikrichtung, die um 1970 in Großbritannien aus Hard Rock und Blues Rock entstand. Sie baut auf stark verzerrte E-Gitarren, tiefe Gitarrenstimmungen und ein Schlagzeug mit zwei Bassdrum-Pedalen. Das Riff steht im Mittelpunkt und trägt das Stück, der Gesang legt sich darüber. Harmonisch nutzt Metal Moll, Kirchentonarten wie Phrygisch und den Tritonus.

Was ist Palm Muting im Metal?

Palm Muting ist eine Spieltechnik der Gitarre, bei der der Handballen der Anschlagshand auf den Saiten direkt vor dem Steg aufliegt. Der Ton klingt dadurch kürzer und perkussiver, weil die Dämpfung den Nachklang wegnimmt. Im Metal macht diese Technik schnelle Tonfolgen trennbar und gibt der Gitarre eine rhythmische Aufgabe.

Warum stimmen Metal-Gitarristen ihre Gitarren tiefer?

Metal-Gitarristen stimmen tiefer, weil ein tieferer Grundton dunklere Riffs ergibt und weil sich Powerchords in Drop-Stimmungen mit einem Finger greifen lassen. Verbreitet sind Drop D mit einer abgesenkten Saite, D-Standard mit allen Saiten einen Ganzton tiefer und Drop C mit einer tiefsten Saite auf C. Die geringere Saitenspannung gleichen Spieler mit dickeren Saiten aus.

Was ist der Unterschied zwischen Metal und Hard Rock?

Hard Rock bleibt dem Blues verbunden und begleitet den Gesang mit Akkordfiguren, Metal löst sich vom Blues und stellt das Riff in den Mittelpunkt. Metal nutzt höheres Gain, tiefere Stimmungen, gerade statt geswungene Achtel und ein Schlagzeug mit zwei Bassdrum-Pedalen. Die Lautstärke unterscheidet beide dagegen nicht.

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