Jimi Hendrix

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Redaktion
Eine E-Gitarre mit geflammter Decke, davor aufsteigender Rauch. Foto: javoddc / Pixabay.
Eine E-Gitarre mit geflammter Decke, davor aufsteigender Rauch. Foto: javoddc / Pixabay.

Zusammenfassung

Jimi Hendrix war ein US-amerikanischer Gitarrist und Sänger, der Rückkopplung und Verzerrung als musikalisches Material behandelte statt als Störung. Er spielte als Linkshänder eine für Rechtshänder gebaute Stratocaster umgedreht und umgekehrt bespannt, was den Klang der einzelnen Saiten verändert. Seine Signalkette aus Wah-Wah, Fuzz und Univibe vor einem Stapel Marshall-Verstärker prägte den psychedelischen Rock. Zu Lebzeiten erschienen drei Studioalben und ein Livealbum.

Jimi Hendrix war ein US-amerikanischer Gitarrist und Sänger, der Rückkopplung und Verzerrung als musikalisches Material behandelte statt als Störung. Er spielte als Linkshänder eine für Rechtshänder gebaute Stratocaster umgedreht und umgekehrt bespannt, was den Klang der einzelnen Saiten verändert. Seine Signalkette aus Wah-Wah, Fuzz und Univibe vor einem Stapel Marshall-Verstärker prägte den psychedelischen Rock. Zu Lebzeiten erschienen drei Studioalben und ein Livealbum.

linksSpielhand
EsStimmung, ein Halbton tiefer
3Studioalben zu Lebzeiten
1966Gründung der Experience

Wer war Jimi Hendrix?

Jimi Hendrix wurde 1942 in Seattle geboren und arbeitete zunächst als Begleitgitarrist in Rhythm-and-Blues-Revuen, unter anderem für Little Richard und die Isley Brothers. 1966 holte ihn der Bassist Chas Chandler nach London und stellte dort mit Noel Redding am Bass und Mitch Mitchell am Schlagzeug die Jimi Hendrix Experience zusammen. 1970 folgte die Besetzung Band of Gypsys mit Billy Cox und Buddy Miles. Er starb 1970 in London.

MerkmalJimi Hendrix
Lebensdaten1942 bis 1970
HerkunftSeattle, Washington
Instrument und StimmeE-Gitarre als Linkshänder auf umgekehrt bespanntem Rechtshändermodell, Gesang im Bariton
GenrePsychedelic Rock, Blues Rock, Rhythm and Blues
Prägende AlbenAre You Experienced 1967, Electric Ladyland 1968, Band of Gypsys 1970
BesonderheitRückkopplung und Verzerrung als Gestaltungsmittel statt als Fehler

Warum spielte Jimi Hendrix die Gitarre umgedreht?

Hendrix war Linkshänder und griff zu Instrumenten, die für Rechtshänder gebaut waren. Er drehte den Korpus um und zog die Saiten in umgekehrter Reihenfolge auf, sodass die tiefe E-Saite wieder oben lag. Diese Umbespannung ist kein Detail für Sammler, sondern verändert den Klang, weil mehrere Bauteile der E-Gitarre schräg sitzen.

  • Der Steg-Tonabnehmer sitzt bei einer Stratocaster schräg: Auf der hohen Seite steht er näher am Steg und klingt dort heller. Beim Umdrehen kehrt sich das um, die tiefen Saiten rücken näher an den Steg und werden straffer, die hohen Saiten weiter weg und voller.
  • Die freie Saitenlänge zwischen Sattel und Mechanik kehrt sich ebenfalls um, was die Zugspannung hinter dem Sattel und damit das Spielgefühl beim Ziehen der Saiten ändert.
  • Regler und Vibratohebel liegen nach dem Umdrehen oberhalb der Saiten, wo die Schlaghand sie im Spiel erreicht.

Dazu stimmte Hendrix die Gitarre meist einen Halbton tiefer nach Es. Die Saiten stehen dann unter geringerer Spannung, lassen sich weiter ziehen und geben einen dickeren Ton. Weil er große Hände hatte, griff er Basstöne mit dem Daumen über den Hals und spielte mit den übrigen Fingern gleichzeitig Akkordteile und Melodie.

Wie entstand der Gitarrenklang von Jimi Hendrix?

Der Klang entstand in einer Kette, in der jedes Glied den Ton weiterverarbeitet. Hendrix stellte Effektgeräte zwischen Gitarre und Verstärker, und weil jedes Gerät das bereits veränderte Signal des vorigen bekommt, entscheidet die Reihenfolge über das Ergebnis. Ein Fuzz vor einem Wah-Wah klingt anders als ein Wah-Wah vor einem Fuzz.

E-Gitarre Saite und Tonabnehmer Wah-Wah verschiebt eine Filterspitze Fuzz kappt die Wellenform Univibe moduliert Phase und Tonhöhe Verstärker Röhren verzerren zusätzlich Lautsprecher Schall trifft die Saiten Rückkopplung: Der Schall bringt die Saite erneut zum Schwingen
Jedes Glied bearbeitet das Signal des vorigen, deshalb entscheidet die Reihenfolge über den Klang. Der gestrichelte Weg schließt den Kreis: Der Lautsprecher regt die Saite an, und die Kette beginnt von vorn.

Die Geräte hatten klar unterschiedliche Aufgaben. Das Wah-Wah ist ein Filter, dessen Spitze der Fuß über ein Pedal verschiebt. Der Fuzz kappt die Spitzen der Schwingung so hart, dass aus dem Sinuston nahezu ein Rechteck wird und zahlreiche Obertöne entstehen. Das Univibe verschiebt Phase und Tonhöhe langsam hin und her und erzeugt so eine kreisende Bewegung. Roger Mayer baute Hendrix zusätzlich das Gerät Octavia, das dem gespielten Ton eine Oktave darüber hinzufügt.

Bei Jimi Hendrix ist die Rückkopplung ein gespielter Ton. Der Lautsprecher bringt die Saiten der Gitarre erneut zum Schwingen, wodurch der Kreis sich schließt und der Ton stehen bleibt. Welche Tonhöhe dabei entsteht, hängt davon ab, welche Saite und welcher Oberton mitschwingen. Über Abstand und Winkel zum Verstärker wählt der Spieler den Ton aus, statt ihn hinzunehmen.

Was verbindet Jimi Hendrix mit dem Blues?

Hendrix kam aus dem Blues und behielt dessen Formen bei. Red House ist ein eigener Blues über zwölf Takte in der klassischen Anordnung, gespielt mit denselben Mitteln wie ein Stück aus Chicago: Saitenziehen zwischen den Tönen, Frage und Antwort zwischen Gesang und Gitarre, ein Solo über die wiederholte Form. In seinen Konzerten spielte er Stücke von Howlin' Wolf und Muddy Waters.

Neu war die Lautstärke und was sie ermöglicht. Verzerrung verlängert den Ton, weil sie leise Anteile anhebt; ein verzerrter Ton steht länger als ein sauberer. Damit lassen sich Blues-Phrasen dehnen, bis sie in Flächen übergehen. Aus dieser Verbindung von Bluesform und langem, verzerrtem Ton entstand der psychedelische Rock der späten 1960er Jahre.

Welche Alben von Jimi Hendrix gelten als prägend?

Hendrix veröffentlichte in nur vier Jahren, deshalb ist der gesicherte Bestand klein. Nach seinem Tod erschienen zahlreiche Zusammenstellungen, bei denen die Zuordnung von Aufnahmen oft strittig ist.

  • Are You Experienced (1967) ist das Debüt der Experience und führt Fuzz und Rückkopplung als reguläre Mittel ein.
  • Axis: Bold as Love (1967) arbeitet stärker mit Stereobewegung und Phasing im Studio.
  • Electric Ladyland (1968) ist ein Doppelalbum mit langen Stücken, rückwärts abgespielten Bändern und Gästen an Orgel und Bass.
  • Band of Gypsys (1970) ist ein Livealbum der gleichnamigen Besetzung und rückt Funk und Rhythm and Blues nach vorn.
  • The Cry of Love (1971) erschien nach seinem Tod und versammelt Aufnahmen für das unvollendete vierte Studioalbum.
  • First Rays of the New Rising Sun (1997) greift diese Aufnahmen wieder auf und ordnet sie nach den überlieferten Titellisten.

Auf den Festivals von Monterey 1967 und Woodstock 1969 spielte Hendrix Auftritte, die als Aufnahmen weiterwirkten. In Woodstock spielte er die amerikanische Nationalhymne allein auf der Gitarre und formte sie mit Rückkopplung und Vibratohebel um. 1970 eröffnete er in New York sein eigenes Studio, die Electric Lady Studios.

Häufige Fragen zu Jimi Hendrix

Warum spielte Jimi Hendrix eine umgekehrt bespannte Gitarre?

Jimi Hendrix war Linkshänder und drehte deshalb Gitarren um, die für Rechtshänder gebaut waren. Er zog die Saiten in umgekehrter Reihenfolge auf. Weil der Steg-Tonabnehmer einer Stratocaster schräg sitzt, kehrt sich dabei die Klangverteilung um: Die tiefen Saiten stehen näher am Steg und klingen straffer, die hohen weiter entfernt und voller.

Welche Effektgeräte nutzte Jimi Hendrix?

Jimi Hendrix nutzte vor allem ein Wah-Wah-Pedal, einen Fuzz und ein Univibe, dazu das von Roger Mayer gebaute Octavia. Das Wah-Wah verschiebt eine Filterspitze, der Fuzz kappt die Wellenform und erzeugt Obertöne, das Univibe moduliert Phase und Tonhöhe. Als Verstärker dienten gestapelte Marshall-Anlagen.

Wie viele Alben veröffentlichte Jimi Hendrix zu Lebzeiten?

Zu Lebzeiten von Jimi Hendrix erschienen vier Alben: die Studioalben Are You Experienced und Axis: Bold as Love von 1967, Electric Ladyland von 1968 und das Livealbum Band of Gypsys von 1970. Alle späteren Veröffentlichungen sind posthume Zusammenstellungen.

Was ist der Hendrix-Akkord?

Als Hendrix-Akkord gilt der Dominantseptakkord mit erhöhter None, notiert etwa als E7(#9). Er enthält gleichzeitig die große Terz und deren enharmonische Umdeutung als kleine Terz und klingt deshalb zugleich nach Dur und nach Blues. Bekannt wurde er durch das Stück Purple Haze von 1967.

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