Rock ist eine Musikrichtung, die auf E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug und Gesang aufbaut. Ihren Puls bezieht sie aus dem Backbeat: Die Snaredrum betont die Zählzeiten zwei und vier, also die leichten Zeiten des Vierertakts. Die verzerrte Gitarre liefert die führende Klangfarbe, der Powerchord aus Grundton und Quinte die Harmonik. Rock entstand in den 1950er Jahren in den Vereinigten Staaten aus Blues und Country und löste sich in den 1960er Jahren als eigene Gattung vom Rock and Roll.
Was macht Rockmusik aus?
Rockmusik verbindet drei Merkmale: den Backbeat auf zwei und vier, die verzerrte E-Gitarre als führende Klangfarbe und eine feste Kernbesetzung aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. Jedes Merkmal für sich trägt auch andere Musik. Der Backbeat trägt ebenso Soul und Funk, die Verzerrung ebenso Metal und Punk. Erst das Zusammenspiel aller drei ergibt Rock.
Dazu kommt die Form. Rockstücke gliedern sich meist in Strophe und Refrain, oft mit einem Instrumentalteil in der Mitte. Die Harmonik bleibt schlank und kommt häufig mit drei bis vier Akkorden aus. Die Bewegung entsteht deshalb nicht aus Akkordwechseln, sondern aus dem Riff, einer kurzen Tonfolge, die sich über mehrere Takte wiederholt.
| Merkmal | Rock |
|---|---|
| Entstehungszeit | Mitte der 1950er Jahre als Rock and Roll, ab den 1960er Jahren als eigene Gattung |
| Entstehungsort | Vereinigte Staaten, ab den 1960er Jahren auch Großbritannien |
| Typische Besetzung | E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, Gesang, oft zweite Gitarre oder Orgel |
| Taktart | überwiegend 4/4 |
| Tempobereich | meist 110 bis 140 Schläge je Minute |
| Prägende Merkmale | Backbeat auf zwei und vier, verzerrte Gitarre, Powerchords, Riff, Strophe-Refrain-Form |
| Wichtige Subgenres | Hard Rock, Progressive Rock, Psychedelic Rock, Punk, Metal, Grunge, Alternative Rock |
Woher stammt die Rockmusik?
Rock stammt aus dem Rock and Roll der 1950er Jahre. Dieser verband den Rhythm and Blues mit der Country-Musik des amerikanischen Südens. Aus dem Blues kamen das Zwölftaktschema, die Bluestonleiter und die Betonung der leichten Zählzeiten, aus der Country-Musik die Gitarrenbegleitung und die Strophenform. In den 1960er Jahren lösten Bands in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien die Musik vom Tanzstück und schrieben längere, textlich eigenständige Nummern. Damit wurde aus dem Rock and Roll die Gattung Rock.
Die weitere Entwicklung von den 1950er bis in die 2000er Jahre steht Jahrzehnt für Jahrzehnt in der Geschichte der Rockmusik.
Woran erkennt man den Backbeat im Rock?
Am Schlagzeugmuster. Die Bassdrum schlägt auf eins und drei, die Snaredrum auf zwei und vier, die Hi-Hat läuft in Achteln durch. Die Betonung liegt damit auf den leichten Zählzeiten des Vierertakts. Marsch und Walzer betonen umgekehrt die schweren Zeiten, und genau diese Umkehrung unterscheidet den Rock hörbar von ihnen.
Der Bass verdoppelt meist die Bassdrum und hält die Grundtöne der Akkorde, die Gitarre füllt die Fläche dazwischen. Aus dieser Arbeitsteilung entsteht der Satz, mit dem fast jede Rockband arbeitet.
Welche Instrumente prägen die Rockmusik?
- E-Gitarre spielt Riff, Akkorde und Solo. Der Verstärker verzerrt ihr Signal und verlängert damit den Ton, weil er leise Anteile anhebt. Erst dadurch trägt eine E-Gitarre lange Töne ohne Nachschlagen.
- E-Bass spielt die Grundtöne und bindet Harmonie und Rhythmus zusammen. Er läuft meist mit der Bassdrum und bleibt dabei fast immer unverzerrt.
- Schlagzeug gibt das Metrum vor. Ein Schlagzeug im Rock besteht im Kern aus Bassdrum, Snaredrum, Hi-Hat, zwei bis drei Toms sowie einem Ride- und einem Crashbecken.
- Gesang trägt Text und Melodie und steht im Arrangement vorn. Chorstimmen im Refrain sind üblich, mehrstimmige Sätze eher die Ausnahme.
Häufig kommen eine zweite Gitarre, eine Hammondorgel oder ein Klavier dazu. Bläser und Streicher setzen Bands punktuell ein, zur Kernbesetzung gehören sie nicht.
Was ist ein Powerchord im Rock?
Ein Powerchord besteht aus Grundton und Quinte, oft ergänzt um die Oktave des Grundtons. Ihm fehlt die Terz. Gitarristen notieren ihn mit einer angehängten Fünf, also C5 statt C-Dur oder c-Moll.
Der Grund für diesen Griff liegt in der Verzerrung. Ein verzerrter Verstärker begrenzt die Signalspitzen und erzeugt dabei zusätzliche Frequenzen, darunter Summen- und Differenztöne der gespielten Töne. Grundton und Quinte stehen im Frequenzverhältnis zwei zu drei, ihre Zusatztöne fallen deshalb weitgehend auf Frequenzen, die ohnehin klingen. Eine Terz im Akkord erzeugt dagegen Zusatztöne neben den Akkordtönen, und der Klang wird unscharf. Je höher die Verzerrung, desto deutlicher tritt dieser Unterschied hervor.
Der Powerchord ist weder Dur noch Moll. Ihm fehlt die Terz, und die Terz entscheidet über das Tongeschlecht eines Akkords. Deshalb passt derselbe Griff in eine Dur- wie in eine Moll-Umgebung, und der Gitarrist verschiebt ihn unverändert über das gesamte Griffbrett.
Welche Subgenres hat die Rockmusik?
- Hard Rock erhöht Lautstärke und Verzerrung und stellt das Riff vor die Akkordbegleitung.
- Progressive Rock arbeitet mit langen Stücken, wechselnden Taktarten und Anleihen aus Klassik und Jazz.
- Psychedelic Rock nutzt Effekte wie Hall, Phaser und rückwärts abgespielte Aufnahmen als Gestaltungsmittel.
- Punk streicht Soli und Aufwand und setzt auf Tempo, drei Akkorde und kurze Stücke.
- Metal senkt die Gitarrenstimmung, erhöht das Gain und macht das Riff zum Hauptgegenstand. Wo Metal vom Hard Rock abbiegt, entscheidet vor allem das Verhältnis von Riff und Begleitung.
- Grunge verbindet die Punkhaltung mit langsameren Tempi und starken Lautstärkewechseln zwischen Strophe und Refrain.
Häufige Fragen zur Rockmusik
Was ist Rockmusik?
Rockmusik ist eine Musikrichtung mit einer Kernbesetzung aus E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug und Gesang. Sie steht überwiegend im Vierertakt, betont die Zählzeiten zwei und vier und nutzt die verzerrte Gitarre als führende Klangfarbe. Rock entstand in den 1950er Jahren in den Vereinigten Staaten aus Blues und Country und trennte sich in den 1960er Jahren vom Rock and Roll.
Was ist der Backbeat im Rock?
Der Backbeat ist die Betonung der Zählzeiten zwei und vier im Vierertakt. Im Rock übernimmt die Snaredrum diese Betonung, während die Bassdrum auf eins und drei schlägt und die Hi-Hat in Achteln durchläuft. Weil die leichten statt der schweren Zählzeiten den Akzent tragen, wirkt das Metrum vorwärtsgerichtet.
Was ist ein Powerchord in der Rockmusik?
Ein Powerchord ist ein Akkord aus Grundton und Quinte, meist mit der Oktave des Grundtons darüber. Weil ihm die Terz fehlt, ist er weder Dur noch Moll. Bei starker Verzerrung bleibt er klar, da Grundton und Quinte im Frequenzverhältnis zwei zu drei stehen und dabei kaum störende Zusatztöne entstehen.
Was ist der Unterschied zwischen Rock und Rock and Roll?
Rock and Roll bezeichnet die Tanzmusik der 1950er Jahre aus Rhythm and Blues und Country, meist im Zwölftaktschema, mit Klavier und Saxophon in der Besetzung und Stücken von zwei bis drei Minuten. Rock bezeichnet die Gattung, die daraus in den 1960er Jahren hervorging: längere Stücke, freiere Formen, verzerrte E-Gitarre statt Klavier und Saxophon, Texte ohne Tanzbezug.




