Singer-Songwriter

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Redaktion
Eine Akustikgitarre neben Notizbuch und Mikrofon auf einem Holztisch. Bild: KI generiert.
Eine Akustikgitarre neben Notizbuch und Mikrofon auf einem Holztisch. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Ein Singer-Songwriter schreibt, singt und begleitet seine Lieder selbst, meist auf Akustikgitarre oder Klavier. Der Text steht im Mittelpunkt, die Begleitung richtet sich nach ihm und bleibt schlank. Als eigene Kategorie entstand die Bezeichnung in den späten 1960er Jahren, als Musiker in den USA und in Großbritannien die Arbeitsteilung zwischen Autor und Interpret aufhoben. Vom Folk unterscheidet sich der Stil durch den persönlichen Blickwinkel, vom Pop durch die schlanke Begleitung.

Singer-Songwriter bezeichnet eine Person, die ihre Lieder selbst schreibt, selbst singt und sich dabei selbst begleitet, meist auf Gitarre oder Klavier. Der Text steht im Mittelpunkt, die Begleitung richtet sich nach ihm und bleibt schlank. Als eigene Kategorie entstand die Bezeichnung in den späten 1960er Jahren, als Musiker in den USA und in Großbritannien die bis dahin übliche Arbeitsteilung zwischen Autor und Interpret aufhoben. Damit war nicht ein neuer Klang gemeint, sondern eine neue Zuständigkeit.

1Person für alles
1960ereigene Kategorie
TextMittelpunkt
Gitarrehäufigste Begleitung

Was ist ein Singer-Songwriter?

Ein Singer-Songwriter ist ein Musiker, bei dem Verfasser, Sänger und Begleiter dieselbe Person sind. Diese Verbindung ist das einzige verbindliche Merkmal der Kategorie. Alles Weitere folgt daraus: Weil eine Person allein spielt, bleibt die Begleitung schlank, und weil sie ihren eigenen Text singt, richtet sich die Musik nach dessen Verlauf. Die Bezeichnung sagt also etwas über die Zuständigkeit aus, nicht über die Tonart, das Tempo oder die Besetzung.

MerkmalSinger-Songwriter
Entstehungszeitals eigene Kategorie seit den späten 1960er Jahren
EntstehungsortUSA und Großbritannien
Typische Besetzungeine Person mit Akustikgitarre oder Klavier, gelegentlich ergänzt um Bass, Schlagzeug und Streicher
Prägende MerkmaleAutor und Interpret sind dieselbe Person, Text im Mittelpunkt, schlanke Begleitung, Strophenform
Wichtige SubgenresFolk-Singer-Songwriter, Piano-Singer-Songwriter, Indie-Folk, Liedermacher im deutschen Sprachraum
Verwandte StileFolk, Country, Pop

Wie entstand die Kategorie Singer-Songwriter?

Die Kategorie Singer-Songwriter entstand in den späten 1960er Jahren, weil die Musikindustrie bis dahin anders arbeitete. Angestellte Autoren schrieben Lieder in Verlagshäusern, etwa im Brill Building in New York, und Interpreten sangen sie ein. Beides waren getrennte Berufe mit getrennten Verträgen. Wer schrieb, stand selten auf der Bühne, und wer sang, hatte auf den Text meist keinen Einfluss.

Carole King arbeitete in den 1960er Jahren zusammen mit Gerry Goffin als Autorin für andere Interpreten und veröffentlichte 1971 mit Tapestry ein Album mit eigenen Liedern, die sie selbst sang. Im selben Zeitraum ordnete die Presse Musiker wie Joni Mitchell, James Taylor und Leonard Cohen einer neuen Gruppe zu, weil bei ihnen Verfasser und Sänger dieselbe Person waren. Aus dieser Beobachtung wurde eine Kategorie, unter der Plattenfirmen und Zeitschriften seither einsortieren.

Wie ist ein Singer-Songwriter-Stück aufgebaut?

Ein Singer-Songwriter-Stück folgt meist der Strophenform mit Refrain, weil diese Form Erzählen und Wiedererkennen zugleich erlaubt. Die Strophen tragen die Handlung, der Refrain wiederholt einen Kernsatz im gleichen Wortlaut. Durch die Strophe davor bekommt dieser Satz jedes Mal eine andere Bedeutung, obwohl sich kein Wort ändert. Eine Bridge unterbricht die Folge einmal, wechselt die Akkorde und betrachtet das Erzählte von außen.

Begleitung Form Strophe 1 Refrain Strophe 2 Refrain Bridge Refrain Text führt Personen und Ort ein Kernsatz wörtlich gleich bringt die Wendung der Geschichte gleicher Satz, neue Bedeutung Blick von außen neue Akkorde letzte Wiederholung Die Höhe der oberen Balken zeigt, wie dicht die Begleitung im jeweiligen Teil gespielt wird.
Die Strophen erzählen, der Refrain fasst zusammen, die Bridge wechselt die Perspektive. Die Begleitung verdichtet sich nur dort, wo der Text es zulässt.

Beim Singer-Songwriter dient die Begleitung dem Text. Wer allein spielt, hat keine zweite Stimme, die eine Zeile überdecken könnte. Die Akkorde halten Tonart und Rhythmus und lassen die Silben hörbar. Ein langes Solo unterbricht den Erzählfluss und bleibt deshalb selten. Ändert sich der Text, ändert sich die Begleitung mit, nicht umgekehrt.

Welche Instrumente begleiten den Singer-Songwriter?

Den Singer-Songwriter begleiten zwei Instrumente häufiger als alle anderen, weil beide gleichzeitig Akkorde, Bass und Rhythmus liefern und dabei tragbar oder überall verfügbar sind.

  • Akustikgitarre: Die Westerngitarre mit Stahlsaiten ist die häufigste Wahl. Sie lässt sich mit wenigen Griffen spielen, ist leise genug, um die Stimme nicht zu decken, und lässt sich zum Auftritt mitnehmen.
  • Klavier: Das Klavier deckt einen weiteren Tonumfang ab und erlaubt Bass und Akkord in getrennten Händen. Es bindet den Musiker aber an das Instrument, das im Saal steht.
  • Ergänzungen: Bass, Schlagzeug und Streicher kommen auf Aufnahmen dazu, treten aber hinter die Stimme zurück. Live spielen viele Singer-Songwriter dieselben Stücke allein.

Was unterscheidet Singer-Songwriter von Folk?

Singer-Songwriter und Folk teilen die akustische Besetzung und die Strophenform, unterscheiden sich aber in der Herkunft des Materials und im Blickwinkel des Textes. Folk beruft sich auf überliefertes Liedgut oder bildet dessen Form nach, und viele Folksongs sind zum Mitsingen gedacht. Sie sprechen von einer Gemeinschaft und funktionieren auch dann, wenn jemand anderes sie singt.

Ein Singer-Songwriter-Stück geht dagegen von einer eigenen Beobachtung aus und ist an eine Stimme gebunden. Deshalb steht dort das Wort ich häufiger als das Wort wir, und deshalb gibt es seltener einen Refrain, den ein Saal nach einmaligem Hören mitsingt. Viele Singer-Songwriter kommen aus dem Folk, weil sie dort die Form gelernt haben.

Was unterscheidet Singer-Songwriter von Pop?

Der Unterschied liegt in der Reihenfolge der Arbeit. Ein Popstück entsteht meist im Team: mehrere Autoren, ein Produzent, getrennt aufgenommene Spuren. Das Arrangement trägt das Stück, der Text bleibt kurz und wiederholbar. Beim Singer-Songwriter kehrt sich das um. Der Text entsteht zuerst, die Begleitung wird für ihn gebaut, und die Aufnahme hält oft eine einzige zusammenhängende Darbietung fest.

Der Übergang ist fließend, weil viele Stücke beides sind. Ein Lied, das eine Person geschrieben und gesungen hat, kann im Studio ein Popmix bekommen. Die Kategorie sagt dann etwas über die Entstehung aus und wenig über den fertigen Klang, ähnlich wie beim Indie.

Häufige Fragen zum Singer-Songwriter

Was ist ein Singer-Songwriter?

Ein Singer-Songwriter ist ein Musiker, der seine Lieder selbst schreibt, selbst singt und sich dabei selbst begleitet, meist auf Akustikgitarre oder Klavier. Verfasser und Interpret sind dieselbe Person, und der Text steht im Mittelpunkt, während die Begleitung schlank bleibt. Als eigene Kategorie gibt es die Bezeichnung seit den späten 1960er Jahren.

Welche Instrumente spielt ein Singer-Songwriter?

Ein Singer-Songwriter spielt meist Akustikgitarre oder Klavier, weil beide Instrumente Akkorde, Bass und Rhythmus gleichzeitig liefern und eine Person damit allein auftreten kann. Auf Aufnahmen kommen Bass, Schlagzeug und Streicher dazu, treten aber hinter die Stimme zurück. Live spielen viele dieselben Stücke ohne Begleitband.

Was ist der Unterschied zwischen Singer-Songwriter und Folk?

Der Unterschied liegt in der Herkunft des Materials und im Blickwinkel. Folk beruft sich auf überliefertes Liedgut oder bildet dessen Form nach, spricht von einer Gemeinschaft und ist oft zum Mitsingen gedacht. Ein Singer-Songwriter-Stück geht von einer eigenen Beobachtung aus und ist an die Stimme seines Autors gebunden. Die Besetzung ist bei beiden ähnlich akustisch.

Seit wann gibt es die Bezeichnung Singer-Songwriter?

Als eigene Kategorie gibt es die Bezeichnung seit den späten 1960er Jahren. Zuvor trennte die Musikindustrie die Arbeit: Angestellte Autoren schrieben in Verlagshäusern wie dem Brill Building in New York, Interpreten sangen die Stücke ein. Als Musiker wie Joni Mitchell, James Taylor und Leonard Cohen eigene Lieder selbst vortrugen und Carole King 1971 vom Schreiben ins Singen wechselte, führten Presse und Plattenfirmen dafür einen eigenen Begriff ein.

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