David Bowie

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Redaktion
Die Klappenmechanik eines Saxophons in farbigem Bühnenlicht. Foto: xxx_Zephyr_xxx / Pixabay.
Die Klappenmechanik eines Saxophons in farbigem Bühnenlicht. Foto: xxx_Zephyr_xxx / Pixabay.

Zusammenfassung

David Bowie war ein britischer Sänger, Songwriter und Saxophonist, der seine Alben um wechselnde Kunstfiguren herum baute. Mit jeder Figur tauschte er Band, Produzent und Aufnahmeort, weshalb sich sein Werk in Phasen gliedert und nicht in einen durchgehenden Stil. Zwischen 1977 und 1979 erschienen drei Alben, die er mit Brian Eno und Tony Visconti aufnahm und die elektronische Klangflächen in die Rockmusik holten. Sein letztes Album Blackstar erschien im Januar 2016.

David Bowie war ein britischer Sänger, Songwriter und Saxophonist, der seine Alben um wechselnde Kunstfiguren herum baute. Mit jeder Figur tauschte er Band, Produzent und Aufnahmeort, weshalb sich sein Werk in Phasen gliedert und nicht in einen durchgehenden Stil. Zwischen 1977 und 1979 erschienen drei Alben, die er mit Brian Eno und Tony Visconti aufnahm und die elektronische Klangflächen und reine Instrumentalstücke in die Rockmusik holten. Sein letztes Album Blackstar erschien im Januar 2016, wenige Tage vor seinem Tod.

1972Ziggy Stardust
3Alben der Berliner Phase
SaxophonErstes eigenes Instrument
BaritonStimmlage

Wer war David Bowie?

David Bowie wurde 1947 als David Robert Jones in Brixton im Süden Londons geboren. Den Künstlernamen wählte er, um nicht mit Davy Jones von den Monkees verwechselt zu werden. Er sang im Bariton, spielte Saxophon, Gitarre und Tasteninstrumente und schrieb den größten Teil seines Repertoires selbst. Zwischen 1969 und 2016 veröffentlichte er über zwanzig Studioalben. Er starb 2016 in New York.

MerkmalDavid Bowie
Lebensdaten1947 bis 2016
HerkunftBrixton, London
Instrument und StimmeGesang im Bariton, dazu Saxophon, Gitarre und Tasteninstrumente
GenreGlam Rock, Soul, Art Pop, elektronische Musik
Prägende AlbenZiggy Stardust 1972, Low 1977, Let's Dance 1983
BesonderheitEr baute Alben um Kunstfiguren und wechselte dazu Besetzung und Produzent

Wie gliedert sich das Werk von David Bowie?

Das Werk gliedert sich in Phasen, die jeweils drei bis vier Jahre dauern. Jede Phase hat eine eigene Besetzung, einen eigenen Produzenten und ein eigenes Klangbild. Der Wechsel folgt keinem äußeren Anlass, sondern setzt ein, sobald eine Arbeitsweise fertig ausgeschöpft ist.

Zeit 1969 bis 1971 Folk und Songwriter Space Oddity 1969 1972 bis 1974 Glam Rock Ziggy Stardust 1972 1975 Soul und Funk Young Americans 1975 1976 bis 1979 Berlin und Elektronik Low 1977 1980 bis 1987 Pop und Stadionrock Let's Dance 1983 1993 bis 1999 Industrial und Drum and Bass Earthling 1997 2013 bis 2016 Späte Alben mit Jazzband Blackstar 2016
Sieben Phasen in zeitlicher Reihenfolge, nicht maßstäblich. Unter jedem Block steht ein Album, das die Phase kennzeichnet.

Warum wechselte David Bowie die Kunstfigur?

Bowie nutzte die Kunstfigur als Arbeitsmittel, nicht als Kostüm. Jede Figur legte fest, welche Musiker spielen, welcher Produzent aufnimmt und welche Klänge zugelassen sind. Ziggy Stardust von 1972 stand für harte Gitarren, die Mick Ronson spielte und arrangierte, aufgenommen mit dem Produzenten Ken Scott. Aladdin Sane folgte 1973, der Thin White Duke 1976 zum Album Station to Station mit kühlen Funkrhythmen.

Auch die Texte entstanden nach einem Verfahren, nicht nach Eingebung. Bowie zerschnitt geschriebene Zeilen in Wortgruppen und setzte sie neu zusammen, eine Technik, die er von der Literatur der Beat-Generation übernahm. Bei den Aufnahmen zu Low zogen er und Brian Eno Karten mit knappen Handlungsanweisungen, um festgefahrene Passagen zu lösen.

Bei David Bowie wechselte mit der Figur auch die Technik. Der Rollenwechsel blieb nicht bei Kleidung und Bühnenbild stehen: Zur Berliner Phase gehörten Synthesizer und ein Tonhöhenwandler auf der Snaredrum, zu Let's Dance ein Bläsersatz und ein Bluesgitarrist. Wer die Alben nacheinander hört, hört Besetzungswechsel, nicht Stimmungswechsel.

Wie klingt die Berliner Phase von David Bowie?

Die Berliner Phase umfasst die Alben Low, Heroes und Lodger aus den Jahren 1977 bis 1979. Bowie arbeitete dafür mit Brian Eno und dem Produzenten Tony Visconti. Von den drei Alben entstand nur Heroes vollständig im Hansa-Studio in Berlin; Low nahm er überwiegend in Frankreich auf, Lodger in der Schweiz und in New York.

Der Klang stammt aus wenigen, klar benennbaren Eingriffen. Ein Eventide Harmonizer verschob die Tonhöhe der Snaredrum in Echtzeit und gab dem Schlagzeug auf Low seinen kurzen, absackenden Ton. Eno brachte einen tragbaren Synthesizer vom Typ EMS Synthi mit, dessen Flächen ganze Stücke tragen. Die zweiten Hälften von Low und Heroes bestehen aus Instrumentalstücken ohne Gesang.

Für den Titel Heroes stellte Visconti drei Mikrofone in unterschiedlichem Abstand auf. Die entfernteren öffneten erst, als Bowie lauter sang, sodass mit der Lautstärke auch der Raumanteil wächst. Das Gitarrenfeedback auf demselben Stück steuerte Robert Fripp über seinen Abstand zum Verstärker.

Welches Instrument spielte David Bowie selbst?

Bowies erstes eigenes Instrument war das Altsaxophon. Als Jugendlicher bekam er ein Modell aus Kunststoff und nahm Unterricht bei dem britischen Baritonsaxophonisten Ronnie Ross. Ross spielte Jahre später das Saxophonsolo auf Walk on the Wild Side von Lou Reed, ein Stück von dem Album Transformer, das Bowie mitproduzierte.

Auf seinen eigenen Platten spielte Bowie das Saxophon selbst, etwa das Solo in Neuköln auf Heroes. Daneben griff er zu Gitarre und Tasteninstrumenten, überließ die Soli aber Spezialisten: Mick Ronson in der Glam-Phase, Carlos Alomar als Rhythmusgitarrist über viele Jahre, Stevie Ray Vaughan auf Let's Dance. Sein letztes Album Blackstar nahm er 2016 mit einem Jazzquartett um den Saxophonisten Donny McCaslin auf.

Welche Alben von David Bowie gelten als prägend?

Sieben Alben markieren die Wendepunkte seiner Arbeit:

  • Hunky Dory (1971) stellt Klavierlieder in den Mittelpunkt und zeigt Bowie als Songwriter vor der ersten Kunstfigur.
  • The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars (1972) verbindet Rock mit einer durchlaufenden Bühnenrolle.
  • Young Americans (1975) entstand in Philadelphia mit Musikern des dortigen Soul und bringt Bläser und Begleitchöre in sein Werk.
  • Station to Station (1976) steht zwischen Funk und Elektronik und gehört zur Figur des Thin White Duke.
  • Low (1977) teilt sich in kurze Lieder und eine instrumentale zweite Hälfte.
  • Let's Dance (1983) entstand mit Nile Rodgers und ist sein am breitesten angelegtes Popalbum.
  • Blackstar (2016) verbindet seine Lieder mit der Spielweise eines Jazzquartetts.

Häufige Fragen zu David Bowie

Welche Kunstfiguren erfand David Bowie?

David Bowie erfand mehrere Kunstfiguren, darunter Ziggy Stardust 1972, Aladdin Sane 1973 und den Thin White Duke 1976. Jede Figur brachte eine eigene Besetzung und ein eigenes Klangbild mit. Der Wechsel betraf also die Musik und nicht nur das Bühnenbild.

Was ist die Berliner Phase von David Bowie?

Als Berliner Phase von David Bowie gelten die Alben Low, Heroes und Lodger aus den Jahren 1977 bis 1979, entstanden mit Brian Eno und Tony Visconti. Kennzeichnend sind Synthesizerflächen, bearbeitete Schlagzeugklänge und Instrumentalstücke ohne Gesang. Vollständig in Berlin aufgenommen wurde nur Heroes.

Welches Instrument spielte David Bowie?

David Bowie spielte Saxophon, dazu Gitarre und Tasteninstrumente. Das Saxophon war sein erstes Instrument, gelernt als Jugendlicher bei Ronnie Ross. Auf seinen Alben spielte er es selbst, überließ die Gitarrensoli aber Musikern wie Mick Ronson oder Stevie Ray Vaughan.

Welches Album von David Bowie erschien zuletzt?

Das letzte Album von David Bowie ist Blackstar und erschien im Januar 2016. Er nahm es mit einem Jazzquartett um den Saxophonisten Donny McCaslin auf, produziert hat es Tony Visconti. Es erschien wenige Tage vor seinem Tod.

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