Die Rolling Stones

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Redaktion
Zwei glühende Elektronenröhren in einem Verstärker. Foto: robrobinette / Pixabay.
Zwei glühende Elektronenröhren in einem Verstärker. Foto: robrobinette / Pixabay.

Zusammenfassung

Die Rolling Stones sind eine britische Rockband, die 1962 in London entstand. Ihr Repertoire begann beim Chicago-Blues, aus dem die Band eigene Stücke entwickelte. Den Kern des Klangs bildet das Gitarrenspiel von Keith Richards, der eine fünfsaitige Gitarre in offener G-Stimmung spielt und Begleitung und Melodie in derselben Figur unterbringt. Zwischen 1968 und 1972 erschienen mit Beggars Banquet, Let It Bleed, Sticky Fingers und Exile on Main St. die vier Alben, an denen sich Rockbands seither orientieren.

Die Rolling Stones sind eine britische Rockband, die 1962 in London entstand. Ihr Repertoire begann beim Chicago-Blues, aus dem die Band eigene Stücke entwickelte. Den Kern des Klangs bildet das Gitarrenspiel von Keith Richards, der eine fünfsaitige Gitarre in offener G-Stimmung spielt und Begleitung und Melodie in derselben Figur unterbringt. Zwischen 1968 und 1972 legten vier Alben die Form fest, an der sich Rockbands seither orientieren.

1962Gründung
LondonHerkunft
Open GStimmung
5Saiten bei Richards

Wer sind die Rolling Stones?

Die Rolling Stones sind eine Rockband, die 1962 in London zusammenfand und ihren Namen nach einem Stück von Muddy Waters wählte. Mick Jagger singt, Keith Richards spielt Gitarre, Charlie Watts saß bis 2021 am Schlagzeug, Bill Wyman spielte bis 1993 Bass. Brian Jones gehörte bis 1969 zur Band und brachte neben der Gitarre eine Reihe weiterer Instrumente ein. Nach ihm übernahm Mick Taylor die zweite Gitarre, seit 1975 spielt sie Ronnie Wood.

MerkmalDie Rolling Stones
Gründung1962 in London, England
Besetzung der prägenden PhaseMick Jagger (Gesang), Keith Richards (Gitarre), Brian Jones (Gitarre, Sitar, Marimba) bis 1969, Mick Taylor (Gitarre) 1969 bis 1974, Bill Wyman (Bass) bis 1993, Charlie Watts (Schlagzeug) bis 2021
GenreRock, Bluesrock, Rhythm and Blues
Prägende AlbenBeggars Banquet (1968), Let It Bleed (1969), Sticky Fingers (1971), Exile on Main St. (1972)
Aktiver Zeitraumseit 1962
Besonderheitfünfsaitige Gitarre in offener G-Stimmung als Grundlage des Rhythmusspiels

Wie klingt die Musik der Rolling Stones?

Die Musik der Rolling Stones steht auf dem Blues. Das erste Programm der Band bestand aus Stücken von Chuck Berry, Muddy Waters, Willie Dixon und Bo Diddley, 1964 nahm sie in den Chess-Studios in Chicago auf, dem Haus, in dem ihre Vorbilder aufgenommen hatten. Aus dieser Schule stammen die Bausteine, die in den eigenen Stücken bleiben: kurze wiederkehrende Gitarrenfiguren, ein betonter zweiter und vierter Schlag und ein Gesang, der die Phrasen gegen den Takt verschiebt.

Ab Aftermath (1966) schrieben Jagger und Richards die Alben vollständig selbst. Brian Jones brachte dabei Instrumente ein, die der Blues nicht kennt: eine Sitar in Paint It Black, eine Marimba in Under My Thumb, ein appalachisches Hackbrett in Lady Jane. Der Blues bleibt das Gerüst, die Klangfarbe wechselt.

Welche Alben prägen die Rolling Stones?

Sieben Alben markieren den Weg der Band durch sechs Jahrzehnte.

  • Aftermath (1966) ist das erste Album, dessen Stücke sämtlich von Jagger und Richards stammen.
  • Beggars Banquet (1968) kehrt nach einer psychedelischen Phase zu akustischen Gitarren und Bluesformen zurück.
  • Let It Bleed (1969) setzt Chor, Klavier und Slidegitarre neben die Bandbesetzung.
  • Sticky Fingers (1971) bringt Bläser und Countryeinflüsse in den Klang.
  • Exile on Main St. (1972) entstand in großen Teilen im Keller eines Hauses in Südfrankreich und klingt entsprechend dicht und ungeschliffen.
  • Some Girls (1978) nimmt Anregungen aus Disco und Punk auf.
  • Tattoo You (1981) setzt sich aus überarbeiteten Aufnahmen früherer Sitzungen zusammen.

Was macht den Sound der Rolling Stones aus?

Der Sound der Rolling Stones beruht auf einer Umstimmung der Gitarre. In der Standardstimmung ergeben die leeren Saiten keinen Akkord, in der offenen G-Stimmung dagegen einen G-Dur-Akkord. Keith Richards senkt dafür drei Saiten ab und nimmt zusätzlich die tiefste Saite ganz vom Instrument. Übrig bleiben fünf Saiten, deren tiefster Ton der Grundton des Akkords ist.

tiefste Saite höchste Saite Standardstimmung sechs Saiten E A D G H E Offene G-Stimmung sechs Saiten D G D G H D Keith Richards fünf Saiten G D G H D
Blau markiert sind die Saiten, die gegenüber der Standardstimmung anders klingen. Der durchgestrichene Kreis steht für die abgenommene tiefste Saite, wodurch der Grundton G unten zu liegen kommt.

Diese Stimmung ändert die Spielweise. Ein einziger Finger quer über alle Saiten ergibt bereits einen vollständigen Durakkord, die restlichen Finger bleiben frei für Zusatztöne. Richards greift deshalb keine Akkordformen, sondern kurze Figuren, die Akkord und Melodie zugleich enthalten. Honky Tonk Women, Brown Sugar und Start Me Up stehen alle in dieser Stimmung.

Der zweite Baustein ist die Aufteilung zwischen den beiden Gitarren. In den meisten Rockbands spielt eine Gitarre Begleitung und die andere Soli. Bei den Rolling Stones wechseln beide Instrumente ständig die Rolle und greifen ineinander, ein Verfahren, das Richards selbst als Verweben beschreibt. Wer die Stücke nachspielt, kann die Stimmen deshalb oft nicht sauber trennen: Ein Ton fehlt, weil ihn die andere Gitarre liefert.

Die offene G-Stimmung ist kein Effekt, sondern die Voraussetzung für die Riffs der Rolling Stones. Weil die leeren Saiten bereits einen Akkord ergeben, klingen gegriffene Töne und offene Saiten gleichzeitig weiter. Genau daraus entsteht der breite, leicht schwebende Klang, den dieselben Figuren in Standardstimmung nicht haben.

Charlie Watts kam vom Jazz und spielte entsprechend leicht. Auf dem betonten Schlag nahm er die rechte Hand häufig vom Hi-Hat, sodass Trommel und Becken nicht zusammenfallen. Der Takt bekommt dadurch eine kleine Verzögerung, die dem Rock der Band ihre typische Trägheit gibt.

Welchen Einfluss hatten die Rolling Stones?

Die Rolling Stones übertrugen den amerikanischen Blues in eine Bandform, die ohne Bläser und ohne Orchester auskommt. Diese Besetzung aus zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug wurde zur Standardaufstellung der Rockmusik. Ihre Riffs dienen bis heute als Lehrmaterial für offene Stimmungen.

Zugleich prägte die Band das Konzertwesen. Ab den siebziger Jahren spielten die Rolling Stones in Stadien, mit eigener Bühne, eigener Anlage und einem Ablauf, der sich von Stadt zu Stadt wiederholt. Diese Tourneeform übernahmen später fast alle großen Rockbands.

Häufige Fragen zu den Rolling Stones

Wann gründeten sich die Rolling Stones?

Die Rolling Stones gründeten sich 1962 in London. Die Band spielte zunächst Stücke amerikanischer Bluesmusiker nach und veröffentlichte ab 1966 mit Aftermath Alben, deren Titel sämtlich von Mick Jagger und Keith Richards stammen.

Was ist die offene G-Stimmung der Rolling Stones?

Die offene G-Stimmung stimmt die Gitarre so, dass die leeren Saiten zusammen einen G-Dur-Akkord ergeben: D G D G H D statt E A D G H E. Keith Richards nimmt zusätzlich die tiefste Saite ab und spielt fünfsaitig, sodass der Grundton G unten liegt. Honky Tonk Women, Brown Sugar und Start Me Up beruhen auf dieser Stimmung.

Wer gehört zur Besetzung der Rolling Stones?

Zur Besetzung der Rolling Stones gehören Mick Jagger (Gesang), Keith Richards (Gitarre) und Ronnie Wood (Gitarre, seit 1975). Charlie Watts spielte von 1963 bis zu seinem Tod 2021 Schlagzeug, Bill Wyman bis 1993 Bass. Brian Jones gehörte der Band bis 1969 an und starb im selben Jahr.

Woher stammt der Name Rolling Stones?

Der Name stammt von dem Stück Rollin' Stone des Bluesmusikers Muddy Waters. Die Band griff damit offen auf ihre Vorbilder zurück, deren Titel auch das erste Konzertprogramm füllten.

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