Bob Marley

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Redaktion
Eine Akustikgitarre und Perkussion vor einer Holzwand. Bild: KI generiert.
Eine Akustikgitarre und Perkussion vor einer Holzwand. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Bob Marley war ein jamaikanischer Sänger und Gitarrist, der den Reggae außerhalb Jamaikas bekannt machte. 1963 gründete er in Kingston mit Bunny Wailer und Peter Tosh die Gruppe The Wailers, die zunächst Ska spielte, dann Rocksteady und ab Ende der 1960er Jahre Reggae. Sein Klang beruht auf zwei Bausteinen: einer Gitarre, die nur zwischen den Zählzeiten anschlägt, und einem Schlagzeugmuster, das die erste Zählzeit frei lässt. Bob Marley starb 1981.

Bob Marley war ein jamaikanischer Sänger und Gitarrist, der den Reggae außerhalb Jamaikas bekannt machte. 1963 gründete er in Kingston mit Bunny Wailer und Peter Tosh die Gruppe The Wailers, die zunächst Ska spielte, dann Rocksteady und ab Ende der 1960er Jahre Reggae. Sein Klang beruht auf zwei Bausteinen: einer Gitarre, die nur zwischen den Zählzeiten anschlägt, und einem Schlagzeugmuster, das die erste Zählzeit frei lässt. Bob Marley starb 1981.

1945geboren
1963The Wailers
One DropSchlagmuster
8Alben ab 1973

Wer war Bob Marley?

Bob Marley war ein 1945 in Nine Mile auf Jamaika geborener Sänger, Gitarrist und Autor. Er sang die Hauptstimme der Gruppe The Wailers, die er 1963 in Kingston mitgründete, und trat ab 1974 unter dem Namen Bob Marley and the Wailers auf. Er ist die bekannteste Figur des Reggae und der Grund dafür, dass diese jamaikanische Musik in Europa und Nordamerika ein festes Publikum fand.

MerkmalBob Marley
Gründung der Gruppe1963 in Kingston, Jamaika, als The Wailers
Prägende BesetzungBob Marley (Gesang, Gitarre), Bunny Wailer (Gesang), Peter Tosh (Gesang, Gitarre), Aston Barrett (Bass), Carlton Barrett (Schlagzeug), I Threes (Begleitgesang, ab 1974)
GenreSka, dann Rocksteady, ab Ende der 1960er Jahre Reggae
Prägende AlbenCatch a Fire (1973), Exodus (1977)
Aktiver Zeitraum1963 bis 1981
BesonderheitOffbeat-Gitarre und One-Drop-Schlagmuster, Bass als Melodiestimme

Wie entsteht der Reggae-Puls bei Bob Marley?

Der Reggae-Puls entsteht dadurch, dass die betonten Stellen des Taktes leer bleiben. Die Gitarre schlägt nicht auf die Zählzeiten an, sondern auf die Zwischenschläge dazwischen, also auf das gezählte und. Dieser kurze, trocken abgedämpfte Akkordschlag heißt Skank. Weil das Ohr die Zählzeit erwartet und dort nichts hört, verschiebt sich die empfundene Betonung, ähnlich wie bei einer Synkope.

Das Schlagzeug verstärkt diesen Effekt mit dem One Drop. Carlton Barrett spielte dabei weder Bassdrum noch Snare auf der Eins, sondern beide zusammen auf der Drei. Der Takt beginnt damit ohne Akzent. Ein Rockschlagzeuger setzt die Bassdrum auf eins und drei und die Snare auf zwei und vier, wodurch jede Zählzeit belegt ist. Der One Drop lässt genau diese Sicherheit weg.

1 und 2 und 3 und 4 und Gerader Rockbeat Bassdrum Snare One Drop Bassdrum Snare Eins bleibt frei Bassdrum und Snare zusammen Gefüllte Felder sind Schläge, leere Felder bleiben stumm.
Ein Takt in Achteln. Der Rockbeat belegt die Eins und wechselt zwischen Bassdrum und Snare. Der One Drop lässt die Eins leer und setzt beide Trommeln gemeinsam auf die Drei.

Im Reggae von Bob Marley trägt der Bass die Melodie, nicht die Gitarre. Weil die Gitarre nur kurze Zwischenschläge liefert und die Bassdrum die Eins auslässt, entsteht am Taktanfang Platz im tiefen Bereich. Aston Barrett füllte ihn mit knappen, wiederkehrenden Basslinien, die man mitsingen kann. In den meisten Rockstücken übernimmt diese Aufgabe die Gitarre.

Warum trägt der Bass bei Bob Marley die Melodie?

Der E-Bass übernimmt im Reggae die Rolle, die im Rock die Gitarre hat. Aston Barrett spielte kurze Figuren von wenigen Tönen, wiederholte sie über das ganze Stück und ließ zwischen den Tönen viel Platz. Der Klang ist dabei sehr dumpf eingestellt: wenig Höhen, viel Tiefe, kurze Töne.

Diese Einstellung hat einen Grund. Ein Bass mit Höhen würde sich mit dem Skank der Gitarre in denselben Frequenzbereich drängen. Nimmt man ihm die Höhen, sitzen beide Instrumente an verschiedenen Stellen des Klangbildes und stören einander nicht, obwohl sie im selben Takt arbeiten. Aston Barrett und sein Bruder Carlton Barrett am Schlagzeug bildeten die feste Rhythmusgruppe der Wailers.

Wie entwickelte sich die Musik von Bob Marley vom Ska zum Reggae?

Bob Marley durchlief mit den Wailers drei jamaikanische Stilstufen, die sich vor allem im Tempo unterscheiden. Der Ska der frühen 1960er Jahre läuft schnell, hat Bläsersätze und einen durchgehenden Offbeat auf allen Zwischenschlägen. Der Rocksteady ab 1966 senkt das Tempo deutlich und rückt den Bass nach vorn. Der Reggae ab etwa 1968 senkt es weiter und führt das One-Drop-Schlagmuster ein.

Bunny Wailer und Peter Tosh verließen die Gruppe 1974. Ab diesem Zeitpunkt trat sie als Bob Marley and the Wailers auf, mit den I Threes als Begleitgesang.

Wie kam der Reggae durch Bob Marley nach Europa und Nordamerika?

Der Weg führte über das britische Label Island Records und dessen Gründer Chris Blackwell. Er nahm die Wailers 1972 unter Vertrag und veröffentlichte 1973 Catch a Fire als reguläres Album mit Klapphülle, statt wie in Jamaika üblich einzelne Singles zu vertreiben. Für den europäischen und nordamerikanischen Markt ließ er zusätzliche Gitarren- und Keyboardspuren aufnehmen, die den Klang näher an das Rockpublikum rückten.

Ab da folgten regelmäßige Alben und Tourneen. Das 1977 in London aufgenommene Album Exodus verbreitete die Musik weiter, und der Reggae wurde von einer regionalen Musik zu einer Gattung, die weltweit gespielt und nachgeahmt wird. Bob Marley starb 1981.

Welche Alben prägen Bob Marley?

Acht Alben erschienen zwischen 1973 und 1980 bei Island Records:

  • Catch a Fire (1973) ist das erste international vertriebene Album der Wailers.
  • Burnin' (1973) ist das letzte Album mit Bunny Wailer und Peter Tosh.
  • Natty Dread (1974) erscheint erstmals unter dem Namen Bob Marley and the Wailers.
  • Rastaman Vibration (1976) bringt der Gruppe erstmals größere Aufmerksamkeit in den USA.
  • Exodus (1977) entsteht in London.
  • Kaya (1978) nimmt das Tempo zurück und stellt ruhigere Stücke in den Vordergrund.
  • Survival (1979) ist deutlich politischer angelegt als der Vorgänger.
  • Uprising (1980) ist das letzte zu Lebzeiten veröffentlichte Album.

Häufige Fragen zu Bob Marley

Was ist der One Drop bei Bob Marley?

Der One Drop ist das Schlagzeugmuster des Reggae, das Carlton Barrett bei Bob Marley spielte. Bassdrum und Snare schlagen gemeinsam auf der dritten Zählzeit, die erste Zählzeit bleibt frei. Dadurch fehlt dem Takt der übliche Akzent am Anfang, und der Puls wirkt schwebend statt marschierend.

Warum spielt die Gitarre im Reggae zwischen den Zählzeiten?

Die Gitarre im Reggae spielt auf den Zwischenschlägen, weil die Zählzeiten selbst weitgehend frei bleiben sollen. Der kurze, abgedämpfte Akkordschlag heißt Skank. Er markiert die Stellen, an denen das Ohr nichts erwartet, und verschiebt so die empfundene Betonung des ganzen Taktes.

Welche Instrumente spielte Bob Marley?

Bob Marley sang und spielte Gitarre, meist die Rhythmusgitarre mit dem Skank. Die tragenden Instrumente seiner Band waren der Bass von Aston Barrett und das Schlagzeug von Carlton Barrett. Dazu kamen Keyboard, Perkussion und ab 1974 der dreistimmige Begleitgesang der I Threes.

Wann starb Bob Marley?

Bob Marley starb 1981 im Alter von 36 Jahren. Sein letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Album Uprising war 1980 erschienen. Seine Aufnahmen aus den Jahren 1973 bis 1980 bilden bis heute den Bezugspunkt, an dem sich Reggae-Musiker orientieren.

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