AC/DC ist eine Hard-Rock-Band aus Sydney, die die Brüder Malcolm und Angus Young 1973 gegründet haben. Ihren Klang tragen zwei E-Gitarren mit fest getrennten Aufgaben: eine hält den Akkordpuls durch den ganzen Takt, die andere spielt die Figuren darüber. Beide laufen über weit aufgedrehte Röhrenverstärker, Effektgeräte kommen praktisch nicht vor. Seit 1980 singt Brian Johnson, davor sang Bon Scott.
Wer ist AC/DC?
AC/DC ist eine australische Hard-Rock-Band, die seit 1973 besteht. Angus Young spielt die Leadgitarre, sein älterer Bruder Malcolm Young spielte bis 2014 die Rhythmusgitarre. Der Bandname steht für Wechselstrom und Gleichstrom. Musikalisch bleibt die Band beim Rock der 1950er Jahre und seiner Bluesform, sie verlängert ihn nur um zwei laute E-Gitarren und ein Schlagzeug ohne Zierrat.
| Merkmal | AC/DC |
|---|---|
| Gründung | 1973 in Sydney, Australien |
| Prägende Besetzung | Angus Young (Leadgitarre), Malcolm Young (Rhythmusgitarre), Bon Scott (Gesang, 1974 bis 1980), Brian Johnson (Gesang, ab 1980), Cliff Williams (Bass, ab 1977), Phil Rudd (Schlagzeug) |
| Genre | Hard Rock, Rock 'n' Roll |
| Prägende Alben | Highway to Hell (1979), Back in Black (1980) |
| Aktiver Zeitraum | seit 1973 |
| Besonderheit | Zwei Gitarren mit fester Rollentrennung, wenig Verzerrung, keine Effektgeräte |
Warum klingt AC/DC nach zwei Gitarren und nicht nach einer?
Die beiden Gitarren von AC/DC übernehmen nie dieselbe Aufgabe. Malcolm Young hielt an der Rhythmusgitarre den Akkord durch den ganzen Takt, gleich laut und ohne Verzierung. Angus Young setzt darüber die Riff-Figur, die Antwortfiguren und die Soli. Weil die untere Ebene nie aussetzt, klingen die Lücken der oberen Ebene wie gesetzte Pausen und nicht wie Löcher.
Auf den Aufnahmen liegen die beiden Gitarren meist getrennt im Stereobild, die eine links, die andere rechts. Wer nur einen Kanal hört, erkennt sofort, welche Gitarre welche Aufgabe trägt. Malcolm Young spielte eine Gretsch, Angus Young spielt eine Gibson SG. Seit 2014 übernimmt Stevie Young, ein Neffe der beiden, die Rhythmusgitarre. Malcolm Young starb 2017.
Wie viel Verzerrung nutzt AC/DC?
AC/DC spielt mit deutlich weniger Verzerrung, als der Ruf der Band vermuten lässt. Angus und Malcolm Young drehen ihre Marshall-Verstärker weit auf, schalten aber keine Verzerrerpedale davor. Ein Röhrenverstärker, der knapp an der Verzerrungsgrenze arbeitet, lässt jeden Ton eines Akkords einzeln hörbar. Mit starker Verzerrung verschmelzen dieselben Töne zu einer Fläche, in der die Terz eines Dreiklangs kaum noch zu erkennen ist.
Genau darauf baut die Band. Malcolm Young griff überwiegend offene Akkorde in den Grundlagen A, D, G und E, also Akkorde mit leeren Saiten und vollem Dreiklang. Solche Griffe vertragen keine hohe Verzerrung, weil sie sonst matschen. Die Härte kommt stattdessen aus dem Schalldruck: laute Verstärker, große Boxen, kurzer Abstand.
AC/DC erzeugt Härte durch Lautstärke, nicht durch Verzerrung. Der Zerrgrad der beiden Gitarren liegt unter dem vieler Metal-Bands. Weil die Akkorde dadurch offen und klar bleiben, trägt der Klang auch in einer Halle, in der stärker verzerrte Gitarren nur noch als Rauschen ankommen.
Welche Rolle spielt das Timing bei AC/DC?
Das Tempo der meisten AC/DC-Stücke liegt im mittleren Bereich, nicht im schnellen. Die Wucht entsteht dadurch, dass alle Instrumente exakt zusammen anschlagen und danach gemeinsam schweigen. Das Schlagzeug hält einen geraden Backbeat mit der Snare auf den Zählzeiten zwei und vier und spielt auffallend wenige Wirbel.
Ein Fill, das die Lücke zwischen zwei Riff-Teilen füllt, würde die Wirkung aufheben, auf der die Stücke beruhen. Der Bass verdoppelt meist den Grundton der Gitarrenakkorde und weicht nur selten davon ab. Diese Beschränkung ist eine Entscheidung: Vier Instrumente, die dasselbe Raster treffen, klingen lauter als vier Instrumente, die verschiedene Muster spielen.
Wer singt bei AC/DC?
Bei AC/DC singt seit 1980 Brian Johnson. Vor ihm sang Bon Scott, der 1974 zur Band kam und 1980 starb. Das erste Album mit Brian Johnson erschien noch im selben Jahr und heißt Back in Black. Beide Sänger arbeiten in einer sehr hohen Lage mit rauem, gepresstem Klang. Diese Lage liegt über dem Frequenzbereich, den die beiden Gitarren füllen, weshalb die Stimme ohne zusätzliche Lautstärke durch den Bandklang kommt.
Welche Alben prägen AC/DC?
Acht Alben markieren die Stationen der Band:
- High Voltage (1976) fasst für den internationalen Markt Stücke der beiden ersten australischen Alben zusammen.
- Let There Be Rock (1977) entsteht wie die Vorgänger unter Harry Vanda und George Young, dem älteren Bruder von Malcolm und Angus.
- Powerage (1978) ist das letzte Album dieser Produzentenphase.
- Highway to Hell (1979) ist das erste Album, das Robert John Lange produziert.
- Back in Black (1980) ist das erste Album mit Brian Johnson am Gesang.
- For Those About to Rock We Salute You (1981) ist das dritte und letzte Album unter Lange.
- The Razors Edge (1990) entsteht unter dem Produzenten Bruce Fairbairn.
- Black Ice (2008) entsteht unter dem Produzenten Brendan O'Brien.
Häufige Fragen zu AC/DC
Wann wurde AC/DC gegründet?
AC/DC wurde 1973 in Sydney gegründet. Die Brüder Malcolm und Angus Young stellten die Band zusammen, Sänger Bon Scott kam 1974 dazu. Das erste international veröffentlichte Album High Voltage erschien 1976.
Warum hat AC/DC 1980 den Sänger gewechselt?
AC/DC wechselte 1980 den Sänger, weil Bon Scott in diesem Jahr starb. Die Band setzte die Arbeit mit Brian Johnson fort und veröffentlichte noch 1980 das Album Back in Black. Brian Johnson singt seitdem, mit einer Unterbrechung während der Tournee 2016.
Welche Gitarre spielt Angus Young von AC/DC?
Angus Young spielt eine Gibson SG. Malcolm Young spielte an der Rhythmusgitarre eine Gretsch. Beide gingen über Marshall-Verstärker, die sie laut, aber mit wenig Verzerrung fuhren, und beide verzichteten auf Effektgeräte im Signalweg.
Ist AC/DC Hard Rock oder Metal?
AC/DC gilt als Hard-Rock-Band, nicht als Metal-Band. Der Unterschied liegt hörbar im Material: AC/DC spielt Bluesformen mit offenen Dur-Akkorden in mittlerem Tempo und mit geringem Zerrgrad, während der Metal mit hohem Zerrgrad, abgedämpften Saiten und schnellen Abschlägen arbeitet.




