Bob Dylan

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Redaktion
Eine Akustikgitarre mit Mundharmonika-Halter auf einem Stuhl. Bild: KI generiert.
Eine Akustikgitarre mit Mundharmonika-Halter auf einem Stuhl. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Bob Dylan ist ein US-amerikanischer Songwriter, bei dem der Text die Musik bestimmt. Er begann 1961 in der Folkszene von Greenwich Village mit Gesang, Westerngitarre und einer Mundharmonika im Halter vor der Brust. 1965 stellte er auf eine elektrische Besetzung um und stieß damit einen Teil des Folkpublikums vor den Kopf. Seine Melodien folgen dem Sprachrhythmus, nicht umgekehrt. 2016 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Bob Dylan ist ein US-amerikanischer Songwriter, bei dem der Text die Musik bestimmt. Er begann 1961 in der Folkszene von Greenwich Village mit Gesang, Westerngitarre und einer Mundharmonika im Halter vor der Brust. 1965 stellte er auf eine elektrische Besetzung um und stieß damit einen Teil des Folkpublikums vor den Kopf. Seine Melodien folgen dem Sprachrhythmus, nicht umgekehrt. 2016 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

1941Geburtsjahr
1962Erstes Album
1965Wechsel zur Band
2016Nobelpreis für Literatur

Wer ist Bob Dylan?

Bob Dylan wurde 1941 als Robert Allen Zimmerman in Duluth im Bundesstaat Minnesota geboren und wuchs in der Bergbaustadt Hibbing auf. 1961 zog er nach New York und trat in den Klubs von Greenwich Village auf, wo damals die Folkbewegung ihr Zentrum hatte. Sein erstes Album erschien 1962 und bestand fast vollständig aus überliefertem Material; ab dem zweiten Album schrieb er sein Repertoire selbst.

MerkmalBob Dylan
Lebensdatengeboren 1941
HerkunftDuluth, Minnesota; aufgewachsen in Hibbing
Instrument und Stimmesprechnaher Gesang, Westerngitarre, E-Gitarre, Mundharmonika im Halter, Klavier
GenreFolk, Rock, Blues, Country
Prägende AlbenThe Freewheelin' Bob Dylan 1963, Highway 61 Revisited 1965, Blood on the Tracks 1975
BesonderheitNobelpreis für Literatur 2016

Warum steht bei Bob Dylan der Text im Zentrum?

Bei Dylan trägt der Text die Form, und die Musik richtet sich danach. Seine Stücke haben viele Strophen und wenig Refrain, die Melodie bewegt sich in engen Schritten und wiederholt sich Strophe für Strophe unverändert. Diese Bauform stammt aus der Ballade des Folk, die eine Geschichte in gleichbleibender Melodie erzählt, bis sie zu Ende ist.

In den ersten Jahren legte Dylan seine Zeilen auf überlieferte Melodien, was in der Folkbewegung übliche Praxis war. Die Länge der Stücke richtete sich dabei nach dem Inhalt und nicht nach dem Format des Radios: Like a Rolling Stone von 1965 dauert gut sechs Minuten und sprengte damit das gewohnte Maß einer Single.

Was änderte sich 1965 an der Besetzung von Bob Dylan?

1965 stellte Dylan von der akustischen Solobesetzung auf eine elektrische Band um. Das Album Bringing It All Back Home zeigt beide Zustände nebeneinander: eine Plattenseite mit Band, eine mit Gitarre und Mundharmonika allein. Im Juli desselben Jahres trat er beim Newport Folk Festival mit Musikern der Paul Butterfield Blues Band auf und spielte drei Stücke elektrisch verstärkt. Ein Teil des Publikums reagierte mit Pfiffen; über deren Ursache gehen die Berichte bis heute auseinander.

bis 1964: akustisch Stimme Westerngitarre Mundharmonika im Halter Klavier, gelegentlich ein Musiker, keine Trennung von Takt und Sprachrhythmus 1965 ab 1965: elektrisch Stimme E-Gitarre Orgel E-Bass Schlagzeug Mundharmonika, weiterhin Band gibt Takt und Lautstärke vor
Der Wechsel von 1965 betraf die Besetzung. Die Mundharmonika blieb, hinzu kamen Orgel, Bass und Schlagzeug, die dem Gesang ein festes Zeitmaß vorgeben.

Der Wechsel von 1965 änderte den Klang, nicht den Anspruch an den Text. Dylan schrieb mit Band genauso lange und dichte Texte wie zuvor allein mit Gitarre. Was sich änderte, war die Umgebung: Wo vorher ein Sänger das Tempo frei dehnen konnte, gab nun ein Schlagzeug den Takt vor.

Für die Aufnahme von Like a Rolling Stone saß Al Kooper an der Orgel, obwohl er nicht als Organist geladen war. Seine Figur, im Moment erfunden und einen Sekundenbruchteil hinter dem Beat, wurde zum Erkennungszeichen des Stücks. Auf der Tournee von 1966 begleiteten Dylan die Hawks, die später als The Band eigene Alben veröffentlichten.

Wie spielt Bob Dylan Mundharmonika und Gitarre gleichzeitig?

Dylan trägt die Mundharmonika in einem Halter, einem Drahtgestell um den Hals, das das Instrument vor dem Mund festhält. Damit bleiben beide Hände an der Gitarre. Er kann die Harmonika weder mit den Händen abdecken noch ihren Klang formen, sondern nur ziehen und blasen; entsprechend knapp und laut klingen seine Zwischenspiele.

Eine diatonische Mundharmonika trägt nur die Töne einer Tonleiter. Für jede Tonart braucht Dylan deshalb ein eigenes Instrument und wechselt es zwischen den Stücken. Die Harmonika übernimmt in seinen Liedern die Rolle, die im Bandstück ein Soloinstrument hätte: Sie füllt die Strecke zwischen zwei Strophen.

Wie klingt die Stimme von Bob Dylan?

Dylan singt sprechnah, mit deutlichem Nasalanteil und ohne den gerundeten Ton der Belcanto-Schulung. Er zieht Silben über den Taktstrich, setzt Zeilen zu früh oder zu spät ein und ändert die Melodie von Strophe zu Strophe, damit die Betonung auf das jeweils wichtige Wort fällt. Diese Freiheit funktioniert nur, weil er den Takt selbst mitführt.

Die Stimme veränderte sich über die Jahrzehnte hörbar. Auf Nashville Skyline von 1969 klingt sie weich und rund und damit anders als auf allen Alben davor. In den späteren Jahren wurde sie rauer und tiefer. Auf Konzerten seiner seit 1988 laufenden Dauertournee formt er Melodien seiner bekannten Stücke oft so weit um, dass sie erst nach mehreren Zeilen erkennbar sind.

Welche Alben von Bob Dylan gelten als prägend?

Dylan hat seit 1962 mehr als dreißig Studioalben veröffentlicht. Acht davon markieren Wendepunkte:

  • The Freewheelin' Bob Dylan (1963) ist das erste Album mit überwiegend eigenen Stücken.
  • The Times They Are a-Changin' (1964) versammelt Lieder zu Zeitfragen in karger Besetzung aus Gitarre und Stimme.
  • Bringing It All Back Home (1965) stellt eine elektrische und eine akustische Plattenseite nebeneinander.
  • Highway 61 Revisited (1965) ist überwiegend mit elektrischer Band eingespielt und rückt ihn in den Rock.
  • Blonde on Blonde (1966) entstand mit Studiomusikern in Nashville und gilt als Abschluss der elektrischen Phase der 1960er Jahre.
  • John Wesley Harding (1967) kehrt zu knapper Besetzung und kurzen Stücken zurück.
  • Blood on the Tracks (1975) ist sein am dichtesten erzähltes Album, überwiegend akustisch begleitet.
  • Time Out of Mind (1997) entstand mit dem Produzenten Daniel Lanois und legt die Stimme in einen halligen, entfernten Raum.

Häufige Fragen zu Bob Dylan

Was geschah 1965 beim Auftritt von Bob Dylan in Newport?

Bob Dylan trat im Juli 1965 beim Newport Folk Festival erstmals dort mit elektrisch verstärkter Band auf und spielte drei Stücke mit Musikern der Paul Butterfield Blues Band. Ein Teil des Publikums pfiff. Ob die Reaktion der Verstärkung, dem schlechten Saalklang oder der kurzen Spieldauer galt, ist bis heute strittig.

Wie hält Bob Dylan die Mundharmonika?

Bob Dylan trägt die Mundharmonika in einem Halter, einem Drahtgestell um den Hals. Es hält das Instrument vor dem Mund fest, sodass beide Hände die Gitarre spielen können. Weil eine diatonische Mundharmonika nur die Töne einer Tonleiter trägt, wechselt er für jede Tonart das Instrument.

Welchen Preis erhielt Bob Dylan 2016?

Bob Dylan erhielt 2016 den Nobelpreis für Literatur. Die Schwedische Akademie begründete die Wahl damit, dass er innerhalb der großen amerikanischen Liedtradition neue poetische Ausdrucksformen geschaffen habe. Er war der erste Songwriter, dem dieser Preis zugesprochen wurde.

Welche Instrumente spielt Bob Dylan?

Bob Dylan spielt Westerngitarre, E-Gitarre, Mundharmonika und Klavier. Die Mundharmonika trägt er dabei in einem Halter, um gleichzeitig Gitarre spielen zu können. In späteren Konzertjahren stand er überwiegend am Tasteninstrument statt an der Gitarre.

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