Cavaquinho

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Bild: Walace Fernando / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Cavaquinho ist ein kleines, viersaitiges Zupfinstrument aus der Minho-Region im Norden Portugals mit einem taillierten Korpus wie eine Miniaturgitarre. In Brasilien trägt er als Rhythmusinstrument Samba und Choro, in Portugal begleitet er die Melodie der Fado-Gitarre. Vier einzelne Stahlsaiten und eine hohe Stimmung geben ihm einen hellen, perkussiven Klang. Mit der Ukulele ist er eng verwandt, auch wenn nicht der Cavaquinho selbst, sondern seine Madeirenser Verwandten Braguinha und Rajão 1879 den Weg nach Hawaii antraten.

Der Cavaquinho ist ein kleines, viersaitiges Zupfinstrument aus Portugal mit einem taillierten Korpus wie eine Miniaturgitarre. Er stammt aus der Minho-Region im Norden Portugals und verbreitete sich von dort über Madeira und die Azoren bis nach Brasilien und auf die Kapverden. In Brasilien trägt er als Rhythmusinstrument Samba und Choro, in Portugal begleitet er die Melodie der Fado-Gitarre. Vier einzelne Stahlsaiten und eine hohe Stimmung geben ihm einen hellen, perkussiven Klang. Mit der Ukulele ist er eng verwandt, auch wenn nicht der Cavaquinho selbst, sondern seine Madeirenser Verwandten den Weg nach Hawaii antraten.

4Saiten
MinhoUrsprungsregion
D-G-B-DStimmung in Brasilien
C-G-A-DStimmung in Portugal

Was ist ein Cavaquinho?

Der Cavaquinho ist ein kleines Zupfinstrument mit vier Einzelsaiten und einem taillierten Holzkorpus, kleiner als eine klassische Gitarre. Er gehört zur Familie der kleinen portugiesischen Saiteninstrumente, zu der auch die Braguinha, auch Machete genannt, und der fünfsaitige Rajão aus Madeira zählen. Gespielt wird der Cavaquinho fast immer mit einem Plektrum, selten mit den Fingern.

Woher stammt der Cavaquinho?

Der Cavaquinho stammt aus der Minho-Region im Norden Portugals, die ersten Nachweise für seinen Bau kommen aus Braga und Guimarães. Von dort verbreitete er sich über den portugiesischen Seehandel nach Madeira, wo er als Machete oder Braguinha bekannt wurde, sowie in die Azoren. Nach Brasilien kam er mit portugiesischen Einwanderern und wuchs dort zu einem etwas größeren Instrument heran, das einer kleinen klassischen Gitarre ähnelt. Auf den Kapverden setzte sich der Cavaquinho erst in den 1930er Jahren durch, eingeführt aus Brasilien statt direkt aus Portugal.

Wie ist der Cavaquinho aufgebaut?

Der Korpus des Cavaquinho ist tailliert wie bei einer Gitarre, aber deutlich kleiner, die Decke besteht meist aus Fichte, Boden und Zargen aus Mahagoni oder einem vergleichbaren Hartholz. Der Hals trägt ein schmales Griffbrett mit Bünden aus Metall und endet in einem Wirbelkasten mit Stimmmechaniken. Bespannt ist das Instrument mit vier einzelnen Stahlsaiten, nicht mit paarigen Saitenchören wie bei einer Mandoline. Die brasilianische Bauform fällt etwas größer aus als die portugiesische und nähert sich in der Silhouette einer kleinen klassischen Gitarre an.

MerkmalCavaquinho
FamilieKleines Zupfinstrument, Lauten- und Gitarrenfamilie
Saiten4 Einzelsaiten aus Stahl
Stimmung BrasilienD-G-B-D, offener G-Dur-Akkord
Stimmung PortugalC-G-A-D
KorpusTailliert, kleiner als eine Gitarre
VerbreitungPortugal, Madeira, Kapverden, Brasilien

Welche Stimmung hat der Cavaquinho?

Die Stimmung des Cavaquinho unterscheidet sich zwischen Portugal und Brasilien. In Brasilien gilt D-G-B-D als Standard, sie ergibt einen offenen G-Dur-Akkord auf den leeren Saiten und passt zu den Akkordgriffen im Samba und Choro. In Portugal ist C-G-A-D die gebräuchliche Stimmung, daneben besteht eine ältere Stimmung mit D-A-B-E, bei der die Saiten nicht durchgehend von tief nach hoch geordnet sind. Welche Stimmung ein Spieler wählt, hängt also weniger vom Instrument als von der Musiktradition ab, in der er spielt.

Brasilien 4. Saite 3. Saite 2. Saite 1. Saite D G B D Portugal C G A D
Die Standardstimmung unterscheidet sich zwischen Brasilien (D-G-B-D) und Portugal (C-G-A-D), gezählt jeweils von der vierten bis zur ersten Saite.

Welche Musik prägt den Cavaquinho?

Im brasilianischen Samba übernimmt der Cavaquinho perkussive Akkordfiguren, die dem Ensemble seinen rhythmischen Puls geben, geschlagen mit einem Plektrum in schneller Folge. Im Choro liefert er gleichmäßige, oft synkopierte Begleitmuster unter melodieführenden Instrumenten wie Flöte oder Klarinette. In Portugal begleitet der Cavaquinho den Fado, wo er die rhythmische Grundlage neben der Melodie der Fado-Gitarre trägt, statt selbst die Melodie zu übernehmen. Auf den Kapverden prägt er seit den 1930er Jahren Morna und Coladeira, auch dort meist als Rhythmusinstrument.

Wie hängt der Cavaquinho mit der Ukulele zusammen?

Der Cavaquinho zählt zu den nächsten Verwandten der Ukulele, ist aber nicht ihr direkter Vorläufer. Im Jahr 1879 brachten portugiesische Einwanderer aus Madeira zwei kleine Saiteninstrumente mit nach Hawaii: die Braguinha, auch Machete genannt, mit vier Saiten, und den Rajão mit fünf Saiten. Die eingewanderten Schreiner Manuel Nunes, Augusto Dias und José do Espírito Santo bauten aus diesen Vorbildern in Honolulu die ersten Instrumente, aus denen später die Ukulele hervorging. Form und die vier Saiten stammen eher von der Braguinha, während die spätere Standardstimmung G-C-E-A eher der Stimmwelt des Rajão nahesteht. Der Cavaquinho selbst blieb auf dem portugiesischen Festland und in Brasilien; er ist mit Braguinha und Rajão eng verwandt, aber keines dieser Instrumente ist mit einem anderen identisch.

Nicht der Cavaquinho reiste 1879 nach Hawaii, sondern seine Madeirenser Verwandten. Braguinha und Rajão wurden dort zur Ukulele weiterentwickelt, der Cavaquinho selbst blieb in Portugal und Brasilien.

Häufige Fragen zum Cavaquinho

Ist der Cavaquinho eine kleine Gitarre?

Der Cavaquinho ist keine kleine Gitarre, sondern ein eigenständiges Zupfinstrument mit vier statt sechs Saiten und einem eigenen Stimmungssystem. Der Korpus ähnelt einer Miniaturgitarre in der Form, doch die vier Einzelsaiten aus Stahl und die hohe Stimmung erzeugen einen helleren, perkussiveren Klang als eine klassische Gitarre.

Wie viele Saiten hat ein Cavaquinho?

Ein Cavaquinho hat vier Einzelsaiten aus Stahl, keine Saitenpaare wie eine zwölfsaitige Gitarre. Die Stimmung dieser vier Saiten unterscheidet sich zwischen Portugal und Brasilien.

Ist der Cavaquinho der Vorläufer der Ukulele?

Der Cavaquinho ist nicht der direkte Vorläufer der Ukulele, sondern nur eng mit ihr verwandt. Die Ukulele entstand 1879 in Hawaii aus zwei anderen kleinen Saiteninstrumenten aus Madeira, der viersaitigen Braguinha und dem fünfsaitigen Rajão, die portugiesische Einwanderer mitbrachten. Der Cavaquinho selbst blieb in Portugal und Brasilien.

Welche Stimmung hat ein Cavaquinho?

Die Stimmung eines Cavaquinho hängt von der Region ab. In Brasilien gilt D-G-B-D als Standard, ein offener G-Dur-Akkord auf den leeren Saiten. In Portugal ist C-G-A-D gebräuchlich, daneben besteht eine ältere Stimmung mit D-A-B-E.

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