Die Chitarra battente ist ein gitarrenähnliches Zupfinstrument aus Süditalien mit Metallsaiten statt Nylon oder Darm. Ihr gewölbter Boden aus schmalen Holzstreifen erinnert an eine Laute, während der taillierte Korpus die Form einer Gitarre trägt. Der Name geht auf das italienische Verb battere zurück, schlagen: Der Spieler schlägt die Saiten kräftig mit Plektrum oder Fingern an, statt sie nur zu zupfen, und erzeugt so einen hellen, perkussiven Klang. Seit Jahrhunderten begleitet die Chitarra battente Tanz und Gesang in Kalabrien, Kampanien und den Nachbarregionen, allen voran die Tarantella.
Wie ist die Chitarra battente aufgebaut?
Mehrere schmale, gebogene Holzstreifen bilden den gewölbten Boden der Chitarra battente, ganz ähnlich wie bei einer Laute, statt der einteiligen flachen Zarge der klassischen Gitarre. Die Decke bleibt weitgehend flach und trägt einen niedrigen Steg. Anders als bei der klassischen Gitarre enden die Saiten dort nicht verknotet: Sie ziehen über den Steg zu einem Saitenhalter am unteren Korpusrand, ähnlich der Konstruktion einer Mandoline. Diese Führung nimmt den Zug der straff gespannten Metallsaiten von der Decke.
| Merkmal | Chitarra battente |
|---|---|
| Familie | Zupfinstrument, gitarrenähnlich |
| Saiten | 4 bis 5 Doppel- oder Dreifachchöre aus Metall, historisch Messing, heute meist Stahl |
| Boden | gewölbt, aus schmalen Holzstreifen wie bei einer Laute |
| Bünde | fest angebrachte Metallbünde statt umwickelter Darmbünde |
| Steg und Saitenhalter | niedriger Steg, Saiten enden an einem Saitenhalter am unteren Korpusrand |
| Anschlag | Plektrum oder Finger, kräftig schlagend statt gezupft |
| Verbreitungsschwerpunkt | Kalabrien, Kampanien, Basilikata, Apulien |
| Herstellungszentrum heute | Bisignano, Provinz Cosenza, Kalabrien |
Feste Metallbünde sitzen auf dem Griffbrett und lösten mit der Zeit die umwickelten Darmbünde der barocken Vorgängerinstrumente ab. Am Kopf stecken historisch hölzerne Wirbel im Reibungssitz, keine Zahnradmechanik wie bei klassischer Gitarre oder Mandoline. Wer die Chitarra battente stimmt, dreht die Wirbel deshalb direkt von Hand.
Warum hat die Chitarra battente Metallsaiten statt Nylon?
Vier bis fünf Saitenchöre aus Metall unterscheiden die Chitarra battente von der klassischen Gitarre, deren Decke Nylon- oder früher Darmsaiten trägt. Historisch bestanden die Chöre aus Messing, heute meist aus Stahl, jeweils doppelt oder dreifach nebeneinandergeführt. Rom entwickelte sich im 17. Jahrhundert zu einem Zentrum der Metallsaitenherstellung und lieferte damit die Grundlage für den hellen, durchdringenden Ton des Instruments. Metallsaiten stehen unter höherer Spannung als Nylonsaiten und dämpfen ihren Ton schneller, wodurch jeder Anschlag knapper und perkussiver klingt als bei einer Konzertgitarre. Genau diese Eigenschaft passt zur Spielweise: Ein kräftiger Schlag setzt den Rhythmus, kein lang austönender Einzelton trägt die Melodie.
Wie spielt man die Chitarra battente?
Der Name Chitarra battente beschreibt die Technik selbst: Der Spieler schlägt die Saitenchöre mit einem Plektrum oder mehreren Fingern gleichzeitig an, statt einzelne Saiten zu zupfen. Dieser Anschlag folgt einem festen Rhythmus und markiert damit selbst den Takt eines Tanzes, ähnlich einem Perkussionsinstrument. Zusätzliche Schläge auf Decke oder Korpusrand setzen zwischen den Akkorden ein trockenes Klopfgeräusch. Die linke Hand greift auf dem kurzen Griffbrett meist einfache Akkorde, denn die Chitarra battente lebt vom Rhythmus des Anschlags und nicht von schnellen Tonfolgen.
Battente heißt schlagend. Der Name beschreibt die Spielweise selbst: Ein kräftiger Anschlag mit Plektrum oder Fingern ersetzt das ruhige Zupfen der klassischen Gitarre und macht die Chitarra battente zu einem Rhythmusinstrument mit Saiten.
Woher stammt die Chitarra battente?
Die Chitarra battente reicht mindestens bis ins 17. Jahrhundert zurück und geht auf die fünfchörige Barockgitarre der italienischen Höfe zurück. Mit Metallsaiten statt Darm und einer robusteren, günstiger zu bauenden Konstruktion fand sie den Weg aus der höfischen Musik in die ländliche Musizierpraxis Süditaliens und entwickelte sich dort zum Volksinstrument. Einst verbreitete sie sich über die gesamte italienische Halbinsel, zeitweise bis ins norditalienische Lombardei; erhalten hat sie sich vor allem in Kalabrien, Kampanien, der Basilikata und Apulien. Bisignano in der kalabrischen Provinz Cosenza trägt bis heute den Ruf als wichtigstes Herstellungszentrum der Chitarra battente, mit einer durchgehenden Bautradition ansässiger Instrumentenbauer.
Welche Musik prägt die Chitarra battente?
Die Chitarra battente begleitet in Süditalien vor allem Tanz und Gesang, allen voran die Tarantella, den schnellen Rundtanz Kalabriens und Kampaniens. In Kampanien tritt sie zur Tammurriata an, benannt nach der Rahmentrommel Tamburello, die gemeinsam mit der Chitarra battente den Grundrhythmus trägt. Apulien kennt mit der Pizzica eine eigene, verwandte Tanzform. In allen drei Fällen liefert die Chitarra battente das harmonische Gerüst und zugleich den Takt, während Gesang und Tamburello Melodie und Verzierungen beisteuern. Mit dem Folk-Revival des 20. Jahrhunderts entdeckten Folk- und Weltmusik-Ensembles das Instrument auch außerhalb seiner Ursprungsregionen neu.
Häufige Fragen zur Chitarra battente
Was bedeutet der Name Chitarra battente?
Der Name Chitarra battente bedeutet schlagende Gitarre und geht auf das italienische Verb battere zurück, schlagen. Er beschreibt die Spielweise: Der Musiker schlägt die Metallsaitenchöre mit einem Plektrum oder mehreren Fingern rhythmisch an, statt einzelne Töne zu zupfen. Dieser perkussive Anschlag unterscheidet die Chitarra battente von der klassischen Gitarre und trägt ihren rhythmisch treibenden Klang.
Worin unterscheidet sich die Chitarra battente von der klassischen Gitarre?
Die Chitarra battente unterscheidet sich von der klassischen Gitarre vor allem durch Metallsaiten statt Nylon, einen gewölbten Boden aus Holzstreifen statt einer flachen Zarge und fest angebrachte Metallbünde. Ihre Saiten ziehen zudem über einen Steg zu einem Saitenhalter am unteren Korpusrand, statt direkt am Steg zu enden. Der Spieler schlägt sie an, statt sie zu zupfen.
Aus welcher Region Italiens stammt die Chitarra battente?
Die Chitarra battente stammt aus Süditalien und ist heute vor allem in Kalabrien, Kampanien, der Basilikata und Apulien verbreitet. Historisch reicht sie mindestens bis ins 17. Jahrhundert zurück und leitet sich von der Barockgitarre der italienischen Höfe ab. Bisignano in der kalabrischen Provinz Cosenza gilt heute als wichtigstes Zentrum ihres Instrumentenbaus.
Bei welcher Musik kommt die Chitarra battente zum Einsatz?
Die Chitarra battente kommt vor allem bei süditalienischer Tanzmusik zum Einsatz, insbesondere bei der Tarantella in Kalabrien und der Tammurriata in Kampanien. Sie liefert dabei den harmonischen Rahmen und den Grundrhythmus, während Gesang und die Rahmentrommel Tamburello Melodie und Verzierungen beisteuern. Seit dem Folk-Revival des 20. Jahrhunderts spielen sie auch Ensembles außerhalb Süditaliens.




