Akustische Gitarre

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Bild: Wanwalit Tongted / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Eine akustische Gitarre erzeugt ihren Ton allein über einen hohlen Resonanzkorpus, ganz ohne Strom und Verstärker. Der Begriff ist ein Oberbegriff: Die Westerngitarre mit Stahlsaiten und die klassische Gitarre mit Nylonsaiten gehören beide dazu, weil sie dieses Bauprinzip teilen. Davon grenzt sich die E-Gitarre ab, deren Korpus bei den meisten Modellen massiv ist und deren Ton erst ein Tonabnehmer und ein Verstärker hörbar machen. Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen akustischer und elektrischer Gitarre und zeigt, welche Bauformen zur akustischen Gitarre zählen.

Eine akustische Gitarre ist eine Gitarre, deren hohler Resonanzkorpus die Schwingung der Saiten ohne Strom in hörbaren Schall verwandelt. Der Begriff ist ein Oberbegriff: Die Westerngitarre mit Stahlsaiten und die klassische Gitarre mit Nylonsaiten gehören beide dazu, weil sie dieses Bauprinzip teilen. Davon grenzt sich die E-Gitarre ab, deren Korpus bei den meisten Modellen massiv ist und deren Ton erst ein Tonabnehmer und ein Verstärker hörbar machen. Dieser Artikel zeigt, worin sich akustische und elektrische Gitarre unterscheiden und welche weiteren Bauformen zur akustischen Gitarre zählen.

hohlResonanzkorpus macht den Ton akustisch hörbar
massivKorpus der meisten E-Gitarren
2Hauptbauformen: Western- und klassische Gitarre
optionalTonabnehmer für den Anschluss an einen Verstärker

Was unterscheidet eine akustische Gitarre von einer E-Gitarre?

Der Korpus entscheidet über den Unterschied. Bei einer akustischen Gitarre umschließt der Korpus einen Hohlraum, dessen Decke über den Steg mitschwingt und die eingeschlossene Luft in Bewegung setzt; dieser Schall tritt durch das Schallloch nach außen und macht die Gitarre auch ohne jede Elektronik im Raum hörbar. Bei einer E-Gitarre besteht der Korpus bei den meisten Modellen aus einem massiven Holzblock, der kaum mitschwingt. Ohne Tonabnehmer und Verstärker bleibt eine E-Gitarre deshalb selbst im ruhigen Zimmer nur leise zu hören, denn die Energie der angeschlagenen Saite bleibt fast vollständig in der Saite selbst gefangen. Damit bildet die akustische Gitarre neben der E-Gitarre eine der beiden großen Gruppen der Gitarre.

MerkmalAkustische GitarreE-Gitarre
Korpushohl, mit Resonanzraum und Schalllochbei den meisten Modellen massiv, ohne Hohlraum
TonerzeugungSaite schwingt über den Steg auf Decke und LuftvolumenTonabnehmer wandelt Saitenschwingung elektrisch um
Hörbar ohne Verstärkerja, im Raum deutlich hörbarkaum, nur ein leises Klopfen der Saite
SaitenStahl bei der Westerngitarre, Nylon bei der klassischen GitarreStahl, meist in dünnerer Stärke
HauptbauformenWesterngitarre, klassische Gitarre, Archtop-Gitarre, Resonator-GitarreSolidbody, Hollowbody, Semi-Hollowbody
Akustische Gitarre Hohlraum, Schallloch, hörbar ohne Strom E-Gitarre V Massiver Korpus, Tonabnehmer, Verstärker nötig
Der hohle Korpus der akustischen Gitarre gibt Schall über das Schallloch ab, der massive Korpus der E-Gitarre braucht dafür einen Tonabnehmer und einen Verstärker.

Nicht das Holz, sondern der Hohlraum macht den Unterschied. Eine akustische Gitarre braucht einen luftgefüllten Resonanzraum, um ohne Strom hörbar zu sein. Eine E-Gitarre kommt ohne ihn aus, weil ein Tonabnehmer diese Aufgabe übernimmt.

Welche Gitarren zählen zur akustischen Gitarre?

Zwei Bauformen bilden den Kern der akustischen Gitarre und unterscheiden sich vor allem im Saitenmaterial.

  • Westerngitarre: bespannt mit Stahlsaiten, meist mit größerem Korpus und einem helleren, lauteren Ton als die klassische Gitarre. Aufbau und Bauformen wie Dreadnought oder Jumbo beschreibt der Artikel zur Westerngitarre.
  • Klassische Gitarre: bespannt mit Nylonsaiten, mit breiterem, flachem Hals und einem weicheren, wärmeren Ton, meist mit den Fingern gezupft. Aufbau und Spieltechnik beschreibt der Artikel zur klassischen Gitarre.

Welche weiteren Bauformen der akustischen Gitarre gibt es?

Neben Western- und klassischer Gitarre gibt es weitere akustische Bauformen mit einer eigenen Lösung für Lautstärke und Klang.

  • Archtop-Gitarre: trägt eine gewölbte Decke nach dem Vorbild des Geigenbaus und zwei f-förmige Schalllöcher anstelle eines runden Schalllochs. Sie kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA auf und prägte den frühen Jazz, weil sich ihr fokussierter, perkussiver Ton im Bigband-Klang durchsetzte.
  • Resonator-Gitarre: verstärkt die Saitenschwingung mechanisch über ein oder mehrere Aluminiumkonen im Korpus, statt über eine große, frei schwingende Decke. Der Erfinder John Dopyera entwickelte sie in den 1920er Jahren in Kalifornien; sie prägt bis heute Blues und Bluegrass.

Kann man eine akustische Gitarre auch elektrisch verstärken?

Ja, eine akustische Gitarre lässt sich elektroakustisch nachrüsten oder bereits ab Werk damit ausstatten, ohne dass sie ihren akustischen Charakter verliert. Ein piezoelektrischer Tonabnehmer sitzt dabei meist unter dem Steg und wandelt den Druck der schwingenden Saiten zusätzlich in ein elektrisches Signal um, während der Korpus weiterhin akustisch hörbar bleibt. Damit lässt sich die Gitarre auf der Bühne an einen Verstärker oder ein Mischpult anschließen, ohne dass ein Mikrofon vor dem Schallloch stehen muss, was Rückkopplungen verringert. Ein rein akustisches Instrument bleibt sie trotzdem, denn ohne den eingebauten Tonabnehmer verändert sich am Korpus nichts.

Warum braucht eine akustische Gitarre mehr Kraft beim Spielen als eine E-Gitarre?

Eine akustische Gitarre muss über die Saiten genug Energie an die Decke abgeben, um von selbst hörbar zu sein, deshalb tragen Western- und klassische Gitarre vergleichsweise dicke Saiten und eine höhere Saitenlage über dem Griffbrett. Eine E-Gitarre braucht diese Energie nicht: Ihr Tonabnehmer registriert schon eine minimale Bewegung der Saite, weshalb Hersteller dünnere Saiten und eine niedrigere Saitenlage verbauen können. Dadurch lassen sich Töne auf der E-Gitarre mit weniger Kraft in den Fingerspitzen greifen, und auch das Biegen einer Saite (Bending) fällt leichter als auf einer akustischen Gitarre mit ihren dickeren Saiten.

Häufige Fragen zur akustischen Gitarre

Was ist der Unterschied zwischen einer akustischen Gitarre und einer E-Gitarre?

Der Unterschied zwischen einer akustischen Gitarre und einer E-Gitarre liegt im Korpus. Die akustische Gitarre besitzt einen hohlen Resonanzkorpus, der die Saitenschwingung über Decke, Luftvolumen und Schallloch ohne Strom hörbar macht. Die E-Gitarre hat bei den meisten Modellen einen massiven Korpus und braucht einen Tonabnehmer sowie einen Verstärker, um überhaupt in Zimmerlautstärke oder lauter hörbar zu sein.

Ist eine Westerngitarre eine akustische Gitarre?

Ja, eine Westerngitarre ist eine akustische Gitarre, denn sie besitzt wie die klassische Gitarre einen hohlen Resonanzkorpus. Sie unterscheidet sich von der klassischen Gitarre durch Stahlsaiten statt Nylonsaiten und meist einen größeren Korpus, der einen helleren und lauteren Ton erzeugt.

Reicht eine akustische Gitarre ohne Strom für die Bühne aus?

Eine akustische Gitarre allein reicht auf einer größeren Bühne meist nicht aus, weil der Korpus die Lautstärke physikalisch begrenzt. Für den Live-Einsatz kommt deshalb entweder ein Mikrofon vor dem Schallloch oder ein eingebauter Tonabnehmer zum Einsatz, der das Signal an einen Verstärker oder ein Mischpult weitergibt, ohne dass die Gitarre ihren akustischen Klang verliert.

Warum ist eine E-Gitarre ohne Verstärker kaum zu hören?

Eine E-Gitarre ist ohne Verstärker kaum zu hören, weil ihr Korpus bei den meisten Modellen massiv ist und deshalb kaum mitschwingt. Die Energie der angeschlagenen Saite bleibt so fast vollständig in der Saite selbst; eine akustische Gitarre gibt dieselbe Energie dagegen über eine schwingende Decke und ein Luftvolumen an den Raum ab. Erst der Tonabnehmer und der Verstärker machen den Ton auf Zimmerlautstärke oder lauter hörbar.

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