Bisernica

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Bisernica
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Zusammenfassung

Die Bisernica ist das kleinste und höchste Melodieinstrument der kroatischen Tamburica-Familie, auch als Samica oder Prim bekannt. Der Name stammt vom kroatischen Wort biser für Perle, eine Anspielung auf den hellen Klang. Sie trägt meist drei Doppelsaiten, gestimmt auf g-d-a, und übernimmt im Ensemble die erste oder höchste Stimme. Die erste belegte Tamburica-Besetzung geht auf das Jahr 1847 zurück, gegründet von Pajo Kolarić in Osijek.

Die Bisernica ist ein kroatisches Volksinstrument und das kleinste und höchste Melodieinstrument der Tamburica-Familie, der kroatischen Nationalinstrumente-Gruppe. Der Name stammt vom kroatischen Wort biser für Perle, eine Anspielung auf den hellen, feinen Klang des Instruments. Die Bisernica ist auch unter den Namen Samica und Prim bekannt und wird üblicherweise mit drei Doppelsaiten bespannt. Diese ergeben eine vierstimmige, zweistimmige oder sogar eine einstimmige Variante.

1847Erste Tamburica-Besetzung durch Pajo Kolarić in Osijek
3 DoppelsaitenStandardbesetzung der Bisernica, gestimmt g-d-a
2 bis 2,5 OktavenTonumfang des Instruments
Biser = Perlekroatische Herkunft des Namens

Wie ist die Bisernica aufgebaut?

Die Bisernica trägt üblicherweise drei Doppelsaiten, die eine vierstimmige, zweistimmige oder einstimmige Variante ergeben. Eine Ausnahme bildet die III. Bisernica: Sie wird anders gestimmt und ihre leeren Saiten liegen auf den Noten c-g-d, gespielt und notiert wird sie aber so, als wäre sie wie die übrigen Instrumente auf g-d-a gestimmt. Aus diesem Grund gilt die III. Bisernica als transponierendes Instrument: Der Ton c erklingt bei ihr eine Quarte höher, also als f.

Wie klingt die Bisernica und wie wird sie gespielt?

Die typische Spielweise heißt auf Kroatisch trzanje, ein schnelles Tremolo mit dem Plektrum. Diese Technik erzeugt die übliche weiche, helle Klangfarbe, die der einer Mandoline oder einer Balalaika ähnelt. Der Tonumfang der Bisernica liegt bei rund 2 bis 2,5 Oktaven; durch den kurzen Hals und die straff gespannten Saiten klingt sie dabei härter und direkter als die größeren Instrumente der Tamburica-Familie. Meistens übernimmt sie die erste oder höchste Stimme im Ensemble, daneben auch Verzierungen und melodische Übergänge.

Woher kommt die Bisernica?

Die erste belegte Tamburica-Besetzung geht auf den Musiker Pajo Kolarić (1821 bis 1876) zurück, der 1847 im kroatischen Osijek das erste Amateurorchester dieser Art gründete. Historische Aufzeichnungen aus dem Jahr 1880 zeigen, dass die Besetzung eines Ensembles damals aus 2 Bisernica, 3 Brač, 3 Bugarija und 1 Berde bestand, eine Zusammensetzung, die sich von der heutigen Praxis nicht grundlegend unterscheidet. Die Bisernica selbst gab es dabei schon in drei Ausführungen, benannt I., II. und III. Bisernica.

Welche Varianten der Bisernica gibt es?

Die Kutarevka und die Dangubica sind ländliche Unterarten der Bisernica. Beide werden vor allem in Kordun und Lika sowie in den westlichen Teilen Bosniens gebaut und sind dort weit verbreitet. Es handelt sich ebenfalls um Zupfinstrumente, allerdings mit einfacherer Bauweise: Sie tragen nur zwei Saitenpaare, gestimmt in Quarten. Im Klang können die Instrumente dieser Gruppe der Mandoline oder der Balalaika ähneln.

Wie ist die Bisernica im Tamburitza-Ensemble eingebunden?

Die Tamburitza, auch Tamburica genannt, ist die Familie der gezupften Langhalslauten, zu der die Bisernica gehört. Jedes Mitglied der Familie übernimmt eine eigene Tonlage und Rolle im Ensemble:

InstrumentTonlageRolle im Ensemble
Bisernica (Prim)höchste Stimme, 2 bis 2,5 OktavenMelodie und Verzierungen
Bračeine Oktave tiefer als die Bisernicazweite Melodiestimme, weicherer Klang
Bugarijamittlere LageAkkordbegleitung, Taktgeber
Čelotiefe Lageharmonisches Fundament, wie ein Cello im Streichorchester
Berda (Bas)tiefste StimmeBassfundament

Wo wird die Bisernica heute gespielt?

Die Tamburica-Musik stammt ursprünglich aus dem östlichen Kroatien, aus Slawonien, und ist dort bis heute fest verwurzelt. Außerhalb des Balkans erreichte sie unter anderem Österreich: Erste Kontakte entstanden 1888 im Rahmen der Wiener Weltausstellung, die ersten Tamburica-Gruppen im Burgenland wurden 1923 gegründet. Während der nationalsozialistischen Besatzung kam die Vereinstätigkeit 1938 zum Erliegen, nach 1945 belebte sich die Szene zunächst in Unterpullendorf neu. Seither trägt vor allem der Tamburica-Unterricht an Burgenländer Schulen zur Verbreitung des Instruments bei.

Häufige Fragen zur Bisernica

Was ist eine Bisernica?

Eine Bisernica ist das kleinste und höchste Melodieinstrument der kroatischen Tamburica-Familie, eine gezupfte Langhalslaute mit meist drei Doppelsaiten. Sie wird auch Samica oder Prim genannt und übernimmt im Ensemble meist die erste oder höchste Stimme.

Woher kommt der Name Bisernica?

Der Name Bisernica stammt vom kroatischen Wort biser für Perle, eine Anspielung auf den hellen, feinen Klang des Instruments.

Wie viele Saiten hat eine Bisernica?

Eine Bisernica hat meist drei Doppelsaiten, gestimmt auf g-d-a. Die seltenere III. Bisernica bildet eine Ausnahme: Ihre leeren Saiten liegen auf c-g-d, gespielt wird sie aber als transponierendes Instrument eine Quarte höher.

Worin unterscheidet sich die Bisernica vom Brač?

Die Bisernica klingt rund eine Oktave höher als der Brač und hat durch den kürzeren Hals und die straffer gespannten Saiten einen härteren, direkteren Ton. Beide übernehmen im Ensemble melodische Aufgaben, die Bisernica die höchste Stimme, der Brač eine tiefere zweite Stimme.

Wo kann ich eine Bisernica kaufen?

Eine Bisernica führt der übliche Musikfachhandel in Deutschland und Österreich nicht, da sie ein regionales Spezialinstrument ist. Interessenten finden sie über Instrumentenbauer auf dem Balkan oder über Tamburica-Vereine, etwa im Burgenland, die häufig auch den Kontakt zu Bauwerkstätten vermitteln.

Quellen

  1. Bisernica, Wikipedia, abgerufen am 5. Oktober 2026
  2. Tamburica, Wikipedia, abgerufen am 5. Oktober 2026
  3. Pajo Kolarić, Wikipedia, abgerufen am 5. Oktober 2026
  4. Instrumente der Tamburica, Tamburica Cindrof, abgerufen am 5. Oktober 2026
  5. Instrumente, Tamburica Uzlop, abgerufen am 5. Oktober 2026

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