Keyboard

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Redaktion
Ein Keyboard mit Bedienfeld und Display, freigestellt von der Seite. Foto: jeanvdmeulen / Pixabay.
Ein Keyboard mit Bedienfeld und Display, freigestellt von der Seite. Foto: jeanvdmeulen / Pixabay.

Zusammenfassung

Ein Keyboard ist ein elektronisches Tasteninstrument mit meist 61 leichtgängigen Tasten, mehreren hundert Klangfarben und einer Begleitautomatik. Seine Tasten tragen kein Gewicht, weil keine Hammermechanik sie bremst. Ein Digitalpiano hat dagegen 88 gewichtete Tasten und bildet den Anschlag eines Klaviers nach. Diese eine Unterscheidung entscheidet den Kauf: das Keyboard für Klangvielfalt und Begleitung, das Digitalpiano für den Klavierunterricht.

Ein Keyboard ist ein elektronisches Tasteninstrument. Es erzeugt seinen Klang nicht mechanisch, sondern ruft gespeicherte Klangproben ab, sobald eine Taste einen Kontakt schließt. Die übliche Bauform trägt 61 Tasten ohne Gewichtung, mehrere hundert Klangfarben und eine Begleitautomatik, die Schlagzeug, Bass und Akkorde mitspielt. Genau darin unterscheidet es sich vom Digitalpiano, das 88 gewichtete Tasten und den Klavierklang in den Mittelpunkt stellt.

61Tasten im Regelfall
5Oktaven
16,5 cmBreite einer Oktave
elektronischTonerzeugung

Was ist ein Keyboard?

Ein Keyboard ist ein Tasteninstrument mit elektronischer Tonerzeugung und leichtgängiger Klaviatur. Unter jeder Taste sitzt kein Hammer, sondern ein Gummikontakt. Er meldet der Elektronik, welche Taste gedrückt wurde, bei anschlagdynamischen Modellen auch, wie schnell. Weil keine Mechanik bewegt werden muss, lässt sich die Tastatur ohne Kraft spielen, und ein Instrument mit 61 Tasten wiegt selten mehr als zehn Kilogramm.

MerkmalKeyboard
FamilieTasteninstrument, elektronisch
Tastenzahlmeist 61, daneben 49, 76 und 88
Tastaturleichtgängig, ohne Hammermechanik
TonerzeugungAbspielen gespeicherter Klangproben
Klangfarbenmehrere hundert bis über tausend
Begleitautomatikvorhanden, mit Schlagzeug, Bass und Akkorden
AnschlüsseKopfhörer, Sustain-Pedal, USB oder MIDI

Wie unterscheidet sich ein Keyboard von Digitalpiano und Klavier?

Der Unterschied liegt in der Tastatur, nicht in der Elektronik. Ein Keyboard hat leichte Tasten ohne Gegengewicht, ein Digitalpiano eine Hammermechanik, die das Gegengewicht eines akustischen Klaviers nachbildet. Alles Weitere folgt daraus: Das Keyboard bringt Klangvielfalt und Begleitung mit, das Digitalpiano konzentriert sich auf wenige, sorgfältig aufgenommene Klavierklänge.

MerkmalKeyboardDigitalpianoKlavier
Tastenmeist 618888
Tastengewichtleichtgängig, ohne Hammernachgebildete HammermechanikHammermechanik mit echten Hämmern
Anschlagdynamikje nach Modellimmerimmer
TonerzeugungelektronischelektronischSaite und Resonanzboden
Klangfarbenmehrere hundertwenige, auf Klavier ausgerichteteine
Begleitautomatikvorhandenseltenkeine
Lautstärkeam Regleram Reglernur über den Anschlag
Stimmen nötigneinneinja, ein bis zwei Mal im Jahr
Gewichtunter 10 Kilogramm10 bis 60 Kilogrammab etwa 200 Kilogramm

Der Begriff E-Piano meint umgangssprachlich das Digitalpiano, historisch dagegen das elektrische Klavier vom Typ Fender Rhodes, dessen Ton mechanisch entsteht und elektromagnetisch abgenommen wird. Die Abwägung zwischen Digitalpiano und akustischem Instrument führt der Artikel E-Piano oder Klavier im Einzelnen aus.

Ohne gewichtete Tasten bereitet ein Keyboard nicht auf das Klavier vor. Am Keyboard lernen die Finger, einen Kontakt auszulösen, am Klavier müssen sie einen Hammer werfen. Wer nach Jahren am Keyboard an ein Klavier wechselt, spielt zunächst zu leise und ungleichmäßig, weil Kraft und Feinabstufung fehlen.

Wie erzeugt ein Keyboard seinen Klang?

Ein Keyboard spielt gespeicherte Klangproben ab. Die Hersteller nehmen die Töne echter Instrumente auf, legen die Aufnahmen im Speicher ab und rufen sie beim Tastendruck in der passenden Tonhöhe auf. Anschlagdynamische Modelle halten je Ton mehrere Aufnahmen bereit, eine leise und eine laute, und blenden zwischen ihnen um. Deshalb wird ein hart angeschlagener Klavierton am Keyboard nicht nur lauter, sondern auch heller.

Die Stimmenzahl begrenzt, wie viele Töne gleichzeitig klingen dürfen. Sie wird schneller knapp als erwartet: Das getretene Sustain-Pedal lässt alte Töne weiterklingen, die Begleitautomatik belegt weitere Stimmen, und ein Klang aus zwei geschichteten Aufnahmen zählt doppelt. Ist die Stimmenzahl erschöpft, schneidet das Keyboard die ältesten Töne ab.

Was leistet die Begleitautomatik eines Keyboards?

Die Begleitautomatik spielt eine ganze Band mit. Der Spieler wählt einen Stil, greift mit der linken Hand einen Akkord, und das Keyboard setzt Schlagzeug, Bass und Begleitstimmen darauf. Ein Splitpunkt teilt die Tastatur: Links wertet das Instrument die Griffe als Akkordvorgabe, rechts bleibt die Klaviatur für die Melodie frei.

  • Stil legt Rhythmus und Besetzung fest, etwa Walzer, Bossa Nova oder Rock.
  • Intro und Ending spielen einen vorbereiteten Anfang und Schluss.
  • Variation wechselt zwischen einer schlichten und einer dichten Fassung derselben Begleitung.
  • Fill-in schiebt eine kurze Überleitung ein und führt in den nächsten Abschnitt.

Für das Spiel allein und für das Üben von Akkordfolgen ist das ein starkes Werkzeug. Im Klavierunterricht spielt es keine Rolle, weil dort beide Hände denselben Klang bedienen.

Wie viele Tasten braucht ein Keyboard?

61 Tasten reichen für die meisten Lieder mit Begleitautomatik, das Repertoire für Klavier und Flügel verlangt 88. Die Zahlen folgen der Oktave: 61 Tasten sind genau fünf Oktaven, 76 Tasten sechs Oktaven und eine kleine Terz, 88 Tasten sieben Oktaven und eine kleine Terz. Ein Keyboard mit 61 Tasten lässt gegenüber dem Klavier unten 15 und oben 12 Tasten weg.

mittleres C 88 Tasten A0 bis C8 76 Tasten E1 bis G7 61 Tasten C2 bis C7 tiefster Ton des Klaviers höchster Ton des Klaviers
Die drei Tastaturen auf derselben Skala. Die graue Fläche zeigt, was einem Keyboard mit 61 oder 76 Tasten gegenüber dem Klavier oben und unten fehlt.

Wichtiger als die Zahl ist die Breite der Tasten. Normtasten haben dasselbe Maß wie am Klavier, die sieben weißen Tasten einer Oktave messen zusammen rund 16,5 Zentimeter. Keyboards mit verkleinerten Tasten kosten weniger und passen in kleine Hände, gewöhnen die Finger aber an falsche Abstände.

Worauf kommt es beim Keyboard-Kauf an?

  • Anschlagdynamik ist die wichtigste Angabe. Fehlt sie, klingt jeder Ton gleich laut.
  • Tasten in Normbreite übertragen das Gelernte später auf jedes Klavier. Verkleinerte Tasten tun das nicht.
  • Buchse für ein Sustain-Pedal, sonst lassen sich Töne nicht über den Tastendruck hinaus halten.
  • Kopfhöreranschluss schaltet die Lautsprecher ab und macht das Üben zu jeder Uhrzeit möglich.
  • USB oder MIDI verbindet das Keyboard mit Lernprogrammen und Aufnahmesoftware.
  • Ständer und Hocker sollen die Unterarme waagerecht über die Tastatur bringen.

Häufige Fragen zum Keyboard

Was ist der Unterschied zwischen Keyboard und Digitalpiano?

Der Unterschied liegt in der Tastatur. Ein Keyboard hat meist 61 leichtgängige Tasten ohne Hammermechanik, dazu viele Klangfarben und eine Begleitautomatik. Ein Digitalpiano hat 88 gewichtete Tasten mit nachgebildeter Hammermechanik und konzentriert sich auf den Klavierklang. Für den Klavierunterricht führt der Weg zum Digitalpiano, für Klangvielfalt und Begleitung zum Keyboard.

Kann man auf einem Keyboard Klavier lernen?

Auf einem Keyboard lassen sich Noten, Rhythmus und Akkorde lernen, der Klavieranschlag jedoch nicht. Dafür fehlt den Tasten das Gegengewicht der Hammermechanik. Für das erste Jahr genügt ein Keyboard mit Anschlagdynamik und Tasten in Normbreite, danach führt der Weg auf 88 gewichtete Tasten.

Wie viele Tasten hat ein Keyboard?

Ein Keyboard hat im Regelfall 61 Tasten, also genau fünf Oktaven. Daneben sind Modelle mit 49, 76 und 88 Tasten verbreitet. Die meisten Lieder mit Begleitautomatik kommen mit 61 Tasten aus, das Klavierrepertoire braucht 88.

Was bedeutet Anschlagdynamik beim Keyboard?

Anschlagdynamik bedeutet, dass das Keyboard misst, wie schnell eine Taste heruntergedrückt wird, und den Ton entsprechend lauter oder leiser wiedergibt. Ohne Anschlagdynamik klingt jeder Ton gleich laut. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Stück Dynamik und Phrasierung bekommt, und damit das erste Merkmal, auf das ein Anfänger achten sollte.

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