
141 Blasinstrumente
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Kontrabass-Klarinette
Die Kontrabass-Klarinette ist das tiefste Instrument der Klarinettenfamilie, das noch regelmäßig gebaut wird. Sie steht wie die meisten Klarinetten in B, klingt aber eine Oktave tiefer als die Bassklarinette und zwei Oktaven tiefer als die Standardklarinette. Ihr langes Rohr liegt mehrfach gefaltet im Korpus, meist aus Metall gefertigt, damit das Instrument trotz einer Rohrlänge von rund drei Metern noch zu halten bleibt. Ihr Haupteinsatzort ist der Klarinettenchor, im Sinfonieorchester bleibt sie ein seltener Gast.

Kontrabass-Oboe
Die Kontrabass-Oboe ist ein Doppelrohrblattinstrument, das historisch eine Oktave und eine Quinte oder zwei volle Oktaven tiefer klingt als die Oboe. Erste Bauformen entstanden im französischen Barock, setzten sich aber nie durch, weil sie in dieselbe Tonlage wie das Fagott fielen. Wer heute von Kontrabass-Oboe spricht, meint fast immer das Lupophon, das Guntram Wolf 2008 mit Benedikt Eppelsheim entwickelte. Das Lupophon klingt aber nur eine Oktave tiefer als die Oboe, genau wie die Bass-Bariton-Oboe, und reicht lediglich vier Halbtöne weiter nach unten.

Kontrabass-Sarrusophon
Das Kontrabass-Sarrusophon ist die tiefste gebräuchliche Baugröße der Sarrusophon-Familie, ein Doppelrohrblattinstrument mit Korpus aus Metall statt aus Holz. Pierre-Louis Gautrot patentierte es 1856 nach einer Idee des Militärkapellmeisters Pierre-Auguste Sarrus als lautere, robustere Alternative zum Kontrafagott für Militärmusik im Freien. Um die Wende zum 20. Jahrhundert schrieben Ravel, Dukas und Massenet das Instrument in ihre Partituren, meist wahlweise zum Kontrafagott. Aus der Musikpraxis ist es heute fast vollständig verschwunden, neue Exemplare entstehen nur noch als Einzelanfertigung.

Kontrabass-Saxophon
Das Kontrabass-Saxophon steht in Es, eine Oktave unter dem Baritonsaxophon, und zählt zu den seltensten Blasinstrumenten überhaupt. Adolphe Sax nahm es schon 1846 in sein Patent für die gesamte Saxophonfamilie auf, gebaut wurden davon zu jeder Zeit nur wenige Dutzend Exemplare. Mit knapp fünf Metern Rohrlänge, rund zwei Metern Standhöhe und etwa 20 Kilogramm Gewicht braucht es die doppelte Rohrlänge und Bohrungsweite des Baritonsaxophons. Heute bauen nur einzelne Werkstätten wie Benedikt Eppelsheim in München noch Kontrabass-Saxophone, gespielt wird es fast nur von Spezialisten im zeitgenössischen Jazz.

Kontrafagott
Das Kontrafagott ist das tiefste Holzblasinstrument im Sinfonieorchester und erzeugt seinen Ton wie das Fagott über ein Doppelrohrblatt. Es klingt eine Oktave tiefer als das reguläre Fagott und reicht in der tiefsten Lage bis zum Kontra-B oder darunter. Damit das Instrument trotz seiner enormen Rohrlänge spielbar bleibt, liegt die Luftsäule mehrfach gefaltet im Korpus. Im Orchester verstärkt es meist die Bassgruppe der Holzbläser und bildet zusammen mit den tiefen Streichern das klangliche Fundament.

Kornett
Das Kornett ist ein Blechblasinstrument in B mit drei Ventilen und derselben Rohrlänge wie die Trompete. Sein Rohr verläuft jedoch überwiegend konisch, und der Kessel seines Mundstücks sitzt tiefer. Beides zusammen ergibt einen weicheren, runderen Ton als bei der Trompete. In der britischen Brass Band bildet das Kornett die größte Instrumentengruppe und führt die Melodie. Vom historischen Zink, der ebenfalls Cornetto oder cornett heißt, ist es streng zu trennen.

Kornett und Zink
Unter den Namen Kornett, Cornett, Cornetto und Zink verbergen sich eigentlich zwei völlig unterschiedliche Instrumente, die nur ihren Namen gemeinsam haben. Der Zink (italienisch Cornetto, englisch cornett) ist ein historisches Blasinstrument der Renaissance und des Frühbarock, das um 1500 in Italien und im deutschsprachigen Raum entstand: eine leicht gebogene, meist achteckige Holzröhre mit Lederüberzug, Grifflöchern wie bei einer Blockflöte...

Koudi
Der Koudi (口笛, wörtlich "Mundpfeife") ist ein Aerophon aus der Familie der chinesischen Querflöten (Dizi). Er wurde nicht in Afrika, sondern 1971 in China vom Dizi-Meister Yu Xunfa (1946-2006) entwickelt, der sich dabei von prähistorischen Knochenpfeifen inspirieren ließ. Der Koudi ist das kleinste Mitglied der Dizi-Familie: ein winziges, meist offenes Rohr aus Bambus, Holz oder heute auch Kunststoff, das mittig, wie eine kleine Trillerpfeife, angeblasen wird.

Kroatische Dudelsäcke
Kroatische Dudelsäcke - im kroatischen Sprachraum vor allem als mih, mjesina oder diple bekannt - sind traditionelle Sackpfeifen, die besonders in Istrien und auf den Inseln Cres und Lošinj seit Jahrhunderten gespielt werden. Der Sack besteht meist aus der ganzen, gegerbten Haut einer Ziege oder eines Schafs, die dem Tier möglichst ohne große Schnitte abgezogen wird - daher rührt auch der Name mjesina ("Fell", "Balg").

Krug
Der Krug ist als Musikinstrument ein Blasinstrument (Aerophon): Ein leeres Ton- oder Glasgefäß wird nicht geschlagen oder mit Wasser gefüllt, sondern wie ein Blechblasinstrument angeblasen. Der Spieler summt beziehungsweise "buzzt" mit den Lippen in die Öffnung des Kruges, ganz ähnlich dem Ansatz auf einer Posaune oder Tuba; der Krug selbst dient dabei als Resonanzkörper, der den erzeugten Lippenton verstärkt und färbt. Diese Spieltechnik entstand Anfang des 20.

Krummhorn
Das Krummhorn ist ein altes, seltenes Musikinstrument, das aus dem 15. Jahrhundert stammt und vor allem im deutschsprachigen Raum der Renaissance verbreitet war. Es gehört zur Familie der Rohrblattinstrumente mit Windkapsel: Im Inneren sitzt ein Doppelrohrblatt, das jedoch von einer Holzkapsel umschlossen ist, sodass die Lippen des Spielers das Rohrblatt nie direkt berühren - anders als etwa bei Oboe oder Fagott.

Kulintang a kayo
Der Kulintang a kayo ("hölzerner Kulintang") ist ein philippinisches Stabxylophon der Maguindanao aus Mindanao, ein Idiophon, dessen Name bereits verrät, worin sein entscheidendes Merkmal liegt: Anders als der bekannte Kulintang aus Metallgongs besteht dieses Instrument vollständig aus Holz. Acht handgeschnitzte Holzstäbe liegen quer auf einem gepolsterten Holzgestell, dem sogenannten Antangan.

Lusheng
Der Lusheng ist eine Mundorgel mit freischwingenden Metallzungen, die die Miao (Hmong) und die Dong im Südwesten Chinas spielen, vor allem in den Provinzen Guizhou, Yunnan und Guangxi, sowie Hmong-Gemeinden in Laos, Vietnam und Thailand, wo dasselbe Instrument Qeej heißt. Mehrere Bambuspfeifen mit je einer Zunge und einem Griffloch stecken schräg in einem Windkasten aus Hartholz; erst ein geschlossenes Griffloch bringt die zugehörige Zunge zum Klingen. Die Größen reichen vom kurzen Sopran-Lusheng bis zu Bass-Ausführungen von über zwei Metern Länge. Bei den Miao ist der Lusheng eng mit eigenen Tanzformen und mit Dorffesten verbunden, die auch der Partnersuche junger Leute dienen; seit 2006 zählt seine Herstellungstechnik zum immateriellen Kulturerbe Chinas.

Melodica
Die Melodica ist ein Blasinstrument mit Klaviatur. Der Spieler bläst durch ein Mundstück in eine Windkammer, und jede gedrückte Taste öffnet nur ein Ventil, durch das die Luft eine Durchschlagzunge erreicht. Diese Tonerzeugung entspricht der von Akkordeon und Mundharmonika, die Bedienung dagegen der eines Tasteninstruments. Weil der Atem des Spielers die Zunge antreibt, zählt die Melodica zu den Blasinstrumenten.

Mundharmonika
Die Mundharmonika ist ein Blasinstrument mit durchschlagenden Zungen. Jeder Kanal trägt zwei Zungen, eine für den Blaston und eine für den Ziehton, deshalb liefert dieselbe Öffnung zwei verschiedene Tonhöhen. Gebräuchlich sind die diatonische Richter-Mundharmonika mit zehn Kanälen, die chromatische Mundharmonika mit Schieber und die Tremolomundharmonika mit doppelt belegten Tönen.
Mundorgel
Als Mundorgel bezeichnet man eine ganze Gruppe verschiedener Instrumente, die vorrangig aus dem asiatischen Raum stammen. Die bekanntesten Mundorgeln kommen dabei aus Japan und China . Obwohl sich die verschiedenen Instrumente dieser Gruppe in kleinen Details voneinander unterscheiden, ist die grundsätzliche Bauweise immer gleich. Charakteristisch an einer Mundorgel ist die Luftkammer, an der verschiedene Pfeifen befestigt sind.

Nasenflöte
Die Nasenflöte ist ein beliebtes Musikinstrument , das in Polynesien und den Ländern des Pazifischen Raumes gespielt wird. Andere Versionen sind in Afrika zu finden. Im Nordpazifik, auf den hawaiianischen Inseln, war die Nasenflöte ein häufiges Werbungsinstrument. Im Hawaiianischen wird sie mit dem spezifischeren Begriff "ohe hano ihu" (Bambusflöte für die Nase) oder "ohe hanu ihu" (Bambus für Nasenatmung) bezeichnet.

Naturtrompete
Grundsätzlich ist die Naturtrompete eines der einfachsten Instrumente überhaupt. Man bezeichnet damit alle Trompeten, die nicht mit einem Ventil- oder Klappensystem ausgerüstet sind. Eine solche Trompete kann daher nur die Töne der so genannten Naturreihe erzeugen , die sich durch den Spieler lediglich anhand der Art und Intensität des Atems variieren lassen. Man kennt Naturtrompeten seit Tausenden von Jahren, mit der Zeit haben sich daraus unzählige verschiedene Varianten entwickelt.

Nay
Der Nay ist eines der ältesten Blasinstrumente der Welt und ein zentrales Instrument der arabischen, persischen und türkischen Musik; Abbildungen ähnlicher Rohrflöten finden sich bereits im alten Ägypten. Der Nay ist eine einfache, offene Rohrflöte aus Schilfrohr, die traditionell aus neun Rohrsegmenten mit acht Knoten gefertigt wird.

Oboe
Die Oboe ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und steht in C. Ihren Ton erzeugen zwei gegeneinander schwingende Schilfblätter, die der Spieler zwischen die Lippen nimmt. Der Spalt zwischen ihnen ist so schmal, dass die Oboe den höchsten Blasdruck aller Blasinstrumente verlangt und dabei am wenigsten Luft verbraucht. Im Orchester gibt sie den Stimmton a, und die meisten Oboisten schaben ihre Rohre selbst.

Okarina
Die Okarina ist eine Gefäßflöte: Ihr Klangkörper ist kein Rohr, sondern ein geschlossener Hohlraum aus gebranntem Ton, Porzellan oder Kunststoff. Angeblasen wird sie über einen Windkanal wie eine Blockflöte. Die Tonhöhe hängt aber nicht davon ab, welches Loch offen ist, sondern nur davon, wie viel Lochfläche insgesamt offen ist. Weil ein Gefäß keine Obertonreihe hat, lässt sich die Okarina nicht überblasen und deckt rund anderthalb Oktaven ab.

Panflöte
Die Panflöte (auch Syrinx genannt) ist ein Musikinstrument nach dem Prinzip des geschlossenen Rohres , das aus mehreren Rohren mit allmählich zunehmender Länge (teilweise auch zunehmendem Umfang) besteht. Die Rohre bestehen typischerweise aus Bambus oder Schilfrohr . Andere Materialien sind Holz, Kunststoff, Metall und Elfenbein - sie werden allerdings deutlich seltener verwendet. Geschichte der Panflöte Benannt ist die Panflöte nach Pan, dem griechischen Naturgott und Hirten, der oft mit einem solchen Instrument dargestellt wird.

Piccolo-Oboe
Die Piccolo-Oboe (auch Piccoloboe, Oboe musette oder Sopranino-Oboe genannt) ist ein Aerophon mit Doppelrohrblatt und das kleinste, höchstklingende Mitglied der Oboenfamilie. Sie entstand im späten 19. Jahrhundert in der französisch-italienischen Doppelrohrblatt-Bautradition, ein frühes bekanntes Exemplar baute die Pariser Werkstatt Martin Frères um 1883, und wurde vor allem im frühen 20. Jahrhundert in europäischen und amerikanischen Militär- und Marschkapellen eingesetzt.
Piccoloflöte
Die Piccoloflöte ist die kleinste und höchste Flöte der Querflötenfamilie. Sie misst rund 32 Zentimeter, besteht nur aus Kopfstück und Mittelstück und klingt eine Oktave höher, als sie notiert ist. Ihr höchster Ton ist zugleich der höchste Ton des Sinfonieorchesters. Gebaut wird sie aus Grenadill oder aus Metall, und dieser Unterschied ist zu hören.