Kulintang a kayo

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Bild: Jose Gil / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Kulintang a kayo ("hölzerner Kulintang") ist ein philippinisches Stabxylophon der Maguindanao aus Mindanao, ein Idiophon, dessen Name bereits verrät, worin sein entscheidendes Merkmal liegt: Anders als der bekannte Kulintang aus Metallgongs besteht dieses Instrument vollständig aus Holz. Acht handgeschnitzte Holzstäbe liegen quer auf einem gepolsterten Holzgestell, dem sogenannten Antangan.

Der Kulintang a kayo ("hölzerner Kulintang") ist ein philippinisches Stabxylophon der Maguindanao aus Mindanao, ein Idiophon, dessen Name bereits verrät, worin sein entscheidendes Merkmal liegt: Anders als der bekannte Kulintang aus Metallgongs besteht dieses Instrument vollständig aus Holz. Acht handgeschnitzte Holzstäbe liegen quer auf einem gepolsterten Holzgestell, dem sogenannten Antangan. Historisch diente der Kulintang a kayo als improvisiertes Haus- und Übungsinstrument, mit dem angehende Musiker die Stücke des Kulintang-Repertoires einstudierten, bevor sie auf dem vollständigen, deutlich teureren Metall-Gong-Set spielten; er gilt zudem als älter als die Verwendung importierter Metallgongs auf den Philippinen und damit als möglicher Vorläufer des heutigen Kulintang. Weil jede Maguindanao-Familie mit starker Kulintang-Tradition ihr eigenes Exemplar von Hand fertigte, war der Kulintang a kayo lange Zeit kaum außerhalb des eigenen Haushalts zu hören und blieb entsprechend wenig dokumentiert.

Wie klingt der Kulintang a kayo?

Der Klang des Kulintang a kayo ist deutlich weicher, kürzer und trockener als der des metallenen Kulintang: Statt des langen, singenden Nachklangs von Bronzegongs erzeugen die Holzstäbe einen klopfenden, hölzernen Ton, der schnell verklingt. Dieser eher perkussive, gedämpfte Charakter macht das Instrument ideal zum leisen häuslichen Üben, ohne die Nachbarschaft mit dem lauten Schall der Metallgongs zu stören. Gerade dieser gedämpfte, unaufdringliche Charakter machte den Kulintang a kayo über Generationen zum idealen Instrument für nächtliches oder heimliches Üben.

Woraus besteht der Kulintang a kayo?

Die acht Klangstäbe werden aus weichen einheimischen Hölzern wie Bayug (Pterospermum) oder Tamnag von Hand geschnitzt und in absteigender beziehungsweise aufsteigender Größe nebeneinander auf ein gepolstertes Holzgestell, den Antangan, gelegt. Die Polsterung entkoppelt die Stäbe akustisch vom Gestell und sorgt für einen klaren Einzelton pro Stab.

Die Stimmung der acht Stäbe orientiert sich an derjenigen der acht Gongs des metallenen Kulintang, sodass dieselben Melodien und Muster direkt übertragbar sind. Weil jede Familie ihr eigenes Instrument meist selbst anfertigte, gibt es in Maßen, Holzwahl und Klangfarbe erhebliche individuelle Unterschiede zwischen einzelnen Exemplaren. Metallbeschläge, wie sie beim Gongrahmen des metallenen Kulintang vorkommen, fehlen beim Kulintang a kayo vollständig, auch die Verbindungselemente des Gestells bestehen traditionell ausschließlich aus Holz, Rattan oder geflochtenen Fasern.

Wie spielt man den Kulintang a kayo?

Gespielt wird der Kulintang a kayo, wie sein metallenes Vorbild, mit zwei leichten Holzschlägeln, mit denen die Stäbe direkt angeschlagen werden. Anders als beim großen Kulintang-Ensemble, das mehrere Musiker mit unterschiedlichen Rollen erfordert, etwa den führenden Melodiespieler am Kulintang selbst sowie Begleiter an Agung- und Babandil-Gongs -, wird der Kulintang a kayo traditionell von einer einzelnen Person allein gespielt, meist zu Übungs- oder Unterhaltungszwecken im häuslichen Rahmen.

Erst in jüngerer Zeit wird das Instrument gelegentlich auch in Ensembles aus mehreren Kulintang-a-kayo-Instrumenten unterschiedlicher Stimmlage eingesetzt, um einen ganz eigenen, hölzernen Ensembleklang zu erzeugen, der sich hörbar von dem der Metallgong-Formation unterscheidet. Dabei bleibt die grundlegende Anschlagtechnik dieselbe: zwei Schlägel, ein direkter Anschlag auf der Mitte des jeweiligen Klangkörpers und eine Orientierung an denselben rhythmischen Grundmustern wie beim metallenen Original.

Typische Musikstile mit dem Kulintang a kayo

Da der Kulintang a kayo in erster Linie ein Übungsinstrument für das Repertoire des metallenen Kulintang ist, teilt er dessen musikalisches System vollständig: Die Maguindanao unterscheiden mehrere traditionelle Modi beziehungsweise Stückgattungen, die auch auf dem hölzernen Instrument eingeübt werden, etwa das getragene, formelle Duyog, das tanzbegleitende Sinulog, das energische, geradlinige Tidtu, das von der Kudyapi-Lautenmelodik abgeleitete, improvisatorische Binalig sowie den rituellen Modus Tagunggo.

Wer diese Stücke zunächst leise und risikofrei auf dem Kulintang a kayo erlernt, kann sie später eins zu eins auf dem klanglich viel präsenteren, öffentlich gespielten Metall-Kulintang anwenden. Damit fungiert der Kulintang a kayo als lebendiges Bindeglied zwischen häuslicher Ausbildung und öffentlicher Ensemblepraxis der Maguindanao-Musikkultur.

Bekannte Lieder mit dem Kulintang a kayo

  1. Duyog, die formelle, gemessene Grundkomposition des klassischen (Kamamatuan-)Repertoires, mit der Anfänger traditionell beginnen.
  2. Sinulog a Kamamatuan, ein fließendes, tanzbegleitendes Stück aus demselben klassischen Repertoire.
  3. Tidtu, ein schnelles, geradliniges Stück aus dem neueren (Kangungudan-)Repertoire, bei jüngeren Spielern beliebt.
  4. Binalig, ein von der Kudyapi-Lautenmusik abgeleitetes, improvisatorisches Stück.
  5. Tagunggo, der zeremonielle Modus, der traditionell bei rituellen Anlässen gespielt wird. Der Antangan-Rahmen selbst gilt in vielen Maguindanao-Familien zudem als kleines Erbstück, auf dem mehrere Generationen dieselben Grundstücke erstmals eingeübt haben, bevor sie an das öffentliche Kulintang-Ensemble herangeführt wurden.

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