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Duct Flute
Die Duct-Flöte, auch Kernspaltflöte genannt, ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Bauformen von Blasinstrumenten überhaupt. Der Name beschreibt ihr entscheidendes Merkmal: Der Atem des Spielers wird nicht frei gegen eine Kante geblasen wie bei der Querflöte, sondern durch einen engen Kanal (den "Duct" oder die Kernspalte) geführt und dort automatisch auf eine scharfe Schneide, die Anblaskante oder das Labium, gelenkt. Dadurch entsteht der Ton, ohne dass eine besondere Lippentechnik nötig ist.

Dudelsack
Dudelsack ist der deutsche Sammelbegriff für eine ganze Familie von Instrumenten, die Fachleute Sackpfeifen nennen. Allen gemeinsam sind ein luftdichter Sack als Windspeicher, eine Spielpfeife mit Grifflöchern für die Melodie und meist eine oder mehrere Bordunpfeifen, die einen gleichbleibenden Ton halten. Den Ton erzeugen in allen Pfeifen Rohrblätter. Die bekannteste Bauform ist der Große Hochland-Dudelsack aus Schottland.

Dulzaina
Die Dulzaina ist ein spanisches Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt aus der Schalmei-Familie, das vor allem in Kastilien und León bis heute Prozessionen und Dorffeste musikalisch trägt. Ein Doppelrohrblatt aus Schilfrohr sitzt auf einem kleinen Metallröhrchen, dem Tudel, und regt die Luftsäule im konisch gebohrten Holzkorpus an. Sieben Grifflöcher und bei der modernen kastilischen Bauform zusätzlich bis zu neun Klappen legen die Tonhöhe fest. Der Ton trägt laut und durchdringend über weite Strecken im Freien, deshalb begleitet die Dulzaina traditionell Umzüge und Prozessionen zusammen mit der Trommel Tamboril. Der verwandte Begriff Chirimía bezeichnete historisch die größere, am Hof gespielte Bauform desselben Instrumententyps.

Einhandflöte
Eine Flöte kennt man sich in der Regel dergestalt, dass sie mit beiden Händen während des Spiels mit dem Mund gehalten beziehungsweise betätigt wird. Es gibt jedoch über diese klassische Flöte hinaus das Modell einer einfachen Flöte, welche grundsätzlich nur mit den Fingern einer Hand gespielt wird. Die andere Hand des Spielers bleibt frei, und kann beispielsweise ein Rhythmusinstrument betätigen. Bei der Einhandflöte handelt es sich um ein sehr kompaktes Instrument, das entweder mit allen fünf Fingern einer Hand, oder nur mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger gespielt wird.

Englischhorn
Das Englischhorn ist die Altvariante der Oboe und gehört wie diese zu den Holzblasinstrumenten mit Doppelrohrblatt. Es steht in F und klingt eine reine Quinte tiefer, als die Noten es angeben. Seinen dunklen, weichen Ton verdankt es dem birnenförmigen Schallbecher, dem sogenannten Liebesfuß, und dem gebogenen Metallröhrchen, auf dem das Rohrblatt sitzt. Der Name führt in die Irre: Das Instrument stammt nicht aus England und ist kein Horn.

Euphonium
Das Euphonium ist ein tiefes Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht in B. Seine weite, überwiegend konische Mensur und der große Schallbecher geben ihm einen runden, warmen Klang. Der Tonumfang entspricht ungefähr dem einer Tenorposaune, die Klangfarbe ist deutlich weicher. Gespielt wird das Euphonium mit einem tiefen Kesselmundstück und drei bis vier Ventilen.

Fagott
Das Fagott ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und die tiefste reguläre Stimme der Holzbläser im Sinfonieorchester. Sein Name geht auf das italienische fagotto zurück, zu Deutsch Bündel, und beschreibt die Bauweise: Das rund zweieinhalb Meter lange Rohr ist auf sich selbst zurückgefaltet und in vier Teile zerlegbar. Den Ton erzeugen zwei gegeneinander schwingende Rohrblättchen am Ende eines gebogenen Metallrohrs, des S-Bogens.

Flöte
Die Flöte ist ein Blasinstrument, das seinen Ton an einer Kante erzeugt und dafür kein Rohrblatt braucht. Der Spieler richtet einen schmalen Luftstrom gegen diese Kante, der Strom bricht sich daran und gerät ins Schwingen. Flöte ist dabei ein Sammelname für eine ganze Familie: Kernspaltflöten wie die Blockflöte, die quer gehaltene Querflöte und randgeblasene Längsflöten wie Ney, Quena und Shakuhachi. Sagt jemand im Orchester nur Flöte, meint er die Querflöte.

Flügelhorn
Das Flügelhorn ist ein Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner und steht wie die Trompete in B. Sein Rohr erweitert sich vom Mundstück bis zum Schallbecher fast durchgehend und konisch, während das Rohr der Trompete über weite Strecken zylindrisch bleibt. Diese Bauweise dämpft hohe Obertöne stärker und gibt dem Flügelhorn seinen weichen, dunklen Klang. Drei Ventile verändern die Rohrlänge und damit die Tonhöhe, genau wie bei der Trompete, mit der es Stimmung und Grifftabelle teilt. In Blasorchestern und Brass Bands trägt es traditionell die Melodiestimme, im Jazz machten es Miles Davis und Chuck Mangione bekannt.

Gaida
Die Gaida ist eine Dudelsack-Bauform des Balkans, verbreitet vor allem in Bulgarien und Nordmazedonien sowie in Teilen Griechenlands und der Türkei. Ihr Windsack besteht aus einer ganzen Ziegen- oder Schafshaut, die ihr Fell nach außen behält, statt es wie bei anderen Dudelsäcken abzuziehen. Anders als der schottische Große Hochland-Dudelsack mit seinen drei Bordunpfeifen trägt sie neben der Melodiepfeife nur ein einziges Bordunrohr. Zwei bulgarische Bauformen unterscheiden sich deutlich in Tonlage und Größe: die kleinere, höhere Dzhura-Gaida und die tiefer klingende Kaba-Gaida der Rhodopen. Seit Dezember 2025 zählt das bulgarische Dudelsackspiel offiziell zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit, ein Jahr nach der Anerkennung der verwandten Tradition in Nordmazedonien und der Türkiye.

Gaita
Die Gaita, in ihrer indigenen Herkunftssprache auch Kuisi genannt, ist ein traditionelles kolumbianisches Blasinstrument von der karibischen Küste Kolumbiens. Sie geht auf indigene Kulturen der Region zurück und wird bis heute vor allem in der Cumbia-Musik gespielt. Die Gaita ist eine Kernspaltflöte: Der Korpus wird aus dem Holz des Kaktus Cardón geschnitzt, die Luft wird über einen kleinen, aus Bienenwachs und Holzkohle geformten Kopf mit einer Federkiel-Kernspalte in die Röhre geleitet.

Gajdy
Gajdy ist die slawische Bezeichnung für einen traditionellen Dudelsack, der vor allem in Polen, der Slowakei und Tschechien gespielt wird. Das Wort ist eng verwandt mit dem Begriff Dudy, unter dem das Instrument ebenfalls bekannt ist. Die Gajdy besteht aus einem Sack aus Ziegenfell, der manchmal mit Kopf und Beinen des Tieres verziert ist, sowie einer Melodiepfeife und einer oder mehreren Bordunpfeifen mit Rohrblättern.

Großer Hochland-Dudelsack
Der Große Hochland-Dudelsack ist die weltweit bekannteste Bauform des Dudelsacks, in der Fachsprache einer Sackpfeife. Drei Bordunpfeifen, zwei in Tenorlage und eine in Basslage, halten neben der Spielpfeife (Chanter) mit Doppelrohrblatt einen gleichbleibenden Grundton. Ein Luftsack unter dem Arm des Spielers speichert die Atemluft, sodass der Ton nie abreißt. Ursprünglich das Instrument schottischer Highland-Regimenter, klingt der Große Hochland-Dudelsack heute bei Highland Games, Militärzeremonien und internationalen Pipe-Band-Wettbewerben rund um die Welt.

Großer irischer Dudelsack
Der Große Irische Dudelsack (englisch "Great Irish Warpipe") ist ein traditionelles irisches Blasinstrument aus der Familie der Dudelsäcke. Wie bei allen Dudelsäcken bildet ein luftgefüllter Sack aus Leder oder gegerbter Tierhaut das Herzstück des Instruments: Der Spieler bläst über ein Mundstück Luft in den Sack und presst ihn anschließend mit dem Arm zusammen, um einen gleichmäßigen Luftstrom zu erzeugen.

Hichiriki
Der Hichiriki ist ein japanisches Doppelrohrblattinstrument aus der Familie der Aerophone und ein zentrales Instrument der höfischen Gagaku-Musik, die seit der Nara- und Heian-Zeit ab dem 8. Jahrhundert in Japan gepflegt wird. Der Hichiriki geht auf das chinesische Guan zurück, das während der Tang-Dynastie nach Japan gelangte und dort weiterentwickelt wurde. Er besteht aus einem einzelnen, kurzen Bambusrohr, das mit Kirsch- oder Glyzinienrinde umwickelt ist, und einem großen Doppelrohrblatt am oberen Ende.

Hocchiku
Das Hocchiku ist eine ursprüngliche japanische Bambusflöte, die eng mit der bekannteren Shakuhachi verwandt ist und vor allem in der Zen-buddhistischen Tradition des Suizen, des meditativen Flötenspiels, verwendet wird. Sie wird aus einem einzigen Stück Bambus gefertigt, das vom Wurzelende der Pflanze stammt, und bleibt meist unlackiert und roh belassen, sodass die natürlichen Knoten des Bambus sichtbar bleiben.

Horn
Horn bezeichnet keine einzelne Bauform, sondern eine ganze Familie von Blasinstrumenten. Ihre Mitglieder teilen ein überwiegend konisches Rohr, ein Mundstück, an dem die Lippen schwingen, und die Naturtonreihe als Grundlage. Im Orchester meint Horn ohne Zusatz das Waldhorn, heute fast immer ein Doppelhorn in F und B. Englischhorn, Krummhorn und Bassetthorn tragen das Wort Horn dagegen nur im Namen und gehören anderen Instrumentenfamilien an.

Irische Uilleann
Die irische Uilleann Pipes (auch "Union Pipes" genannt) sind ein traditioneller irischer Dudelsack, der sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts allmählich entwickelte und sich durch seinen Blasebalg von den meisten anderen Dudelsackarten unterscheidet: Statt mit dem Mund wird der Sack mit einem kleinen, am Arm befestigten Blasebalg gefüllt.

Jagdhorn
Das Jagdhorn ist ein traditionelles Signalinstrument der Jagd, das in seiner heutigen Form vor allem im 18. und 19. Jahrhundert in Deutschland und Frankreich entstand. Es ist ein ventilloses Blechblasinstrument aus einem eng aufgewickelten, kreisrunden Messingrohr ohne Klappen, Ventile oder Grifflöcher. Die verschiedenen Töne werden allein durch die Lippenspannung des Bläsers, den Ansatz, über die Naturtonreihe erzeugt. Zu den bekanntesten Bauformen zählen das Fürst-Pless-Horn und das größere Parforcehorn.

Kangling
Der Kangling ist eine natürliche Trompete (Aerophon) aus einem menschlichen Oberschenkelknochen, die im tibetischen Vajrayana-Buddhismus vor allem in der Chöd-Praxis verwendet wird, einem tantrischen Ritual, in dem der Praktizierende symbolisch den eigenen Körper darbringt, um Anhaftung und Angst zu überwinden.

Kaval
Das Kaval ist eine randgeblasene Längsflöte aus Holz, die auf dem Balkan und in Anatolien als Hirten- und Volksmusikinstrument verbreitet ist, unter anderem in Bulgarien, Nordmazedonien, der Türkei, Rumänien, Albanien, Kosovo und Serbien. Das Rohr ist an beiden Enden offen und besitzt weder Mundstück noch Kernspalte, der Ton entsteht am schräg angeschnittenen oberen Ende. Acht Grifflöcher, sieben vorne und ein Daumenloch hinten, sowie meist vier zusätzliche, ungegriffene Stimmlöcher bestimmen Tonhöhe und Klangfarbe. Traditionell aus Hartholz gefertigt, überblasen erfahrene Spieler das Kaval auf einen Tonumfang von rund zweieinhalb Oktaven.

Khaen
Der Khaen, auch Khene oder Khen geschrieben, ist eine Mundorgel aus Laos und der Isan-Region Nordostthailands, bei der Atemluft mehrere Bambuspfeifen mit freischwingenden Metallzungen zum Klingen bringt. Die Pfeifen stecken in zwei Reihen durch einen schmalen Windkasten aus Hartholz, den die spielende Person mit beiden Händen umschließt. Jede Pfeife trägt ein Fingerloch: Erst wenn der Finger dieses Loch schließt, kann die zugehörige Zunge schwingen und ein Ton erklingt. Der Khaen gilt als Nationalinstrument von Laos und begleitet dort wie im benachbarten Isan die gesungene Erzähltradition Mor Lam. 2017 nahm die UNESCO die Khaen-Musik des laotischen Volkes in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

Klarinette
Die Klarinette ist ein Holzblasinstrument, dessen Ton ein einzelnes Rohrblatt am Mundstück erzeugt. Ihr Rohr verläuft zylindrisch und ist am Mundstück geschlossen, deshalb überbläst sie nicht in die Oktave, sondern in die Duodezime. Daraus folgt der Rest des Instruments: ein Grundregister über 19 Halbtöne, ein dichtes Klappenwerk und ein Tonumfang von gut dreieinhalb Oktaven. Im Sinfonieorchester stehen B- und A-Klarinette nebeneinander, in Blasorchester, Jazz und Klezmer spielt fast immer die B-Klarinette.

Kontrabass-Flöte
Die Kontrabass-Flöte ist ein tiefes Mitglied der Querflötenfamilie. Sie steht in C und klingt zwei Oktaven unter der Konzertflöte, ihr tiefster Ton ist das große C. Ihr Rohr misst ausgerollt rund 2,6 Meter und ist mehrfach gefaltet, damit ein Mensch das Instrument überhaupt halten kann. Zu hören ist sie vor allem im Flötenchor und in der zeitgenössischen Musik.