
141 Blasinstrumente
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Basse cor
Die Basse cor ist ein historisches Blechblasinstrument aus der Familie der Serpent-Nachfolger, das um 1799 der Instrumentenbauer George Astor nach dem Entwurf des französischen Musikers Louis-Alexandre Frichot in London fertigte. Ein V-förmig doppelt geführtes Rohr aus Kupfer und Messing mit sechs Grifflöchern ersetzte den unhandlichen Serpent als Bassstimme in Militärkapellen und Kirchenmusik. Ophikleide und Ventiltuba verdrängten das Instrument in den 1820er und 1830er Jahren endgültig aus der Praxis. Ein erhaltenes Exemplar bewahrt das Musée de la musique in Paris unter der Inventarnummer E.1054 auf.

Bassett-Klarinette
Die Bassett-Klarinette ist eine Klarinette mit einer nach unten erweiterten Bassettlage: einer zusätzlichen Klappenmechanik im unteren Rohrteil, die den Tonumfang um vier Halbtöne unter das tiefe e der Standardklarinette hinaus bis zum notierten c erweitert. Sie steht meist in A, seltener in B, und behält den geraden Korpus der gewöhnlichen Klarinette bei. Bekannt wurde sie, weil Wolfgang Amadeus Mozart sein Klarinettenkonzert KV 622 und sein Klarinettenquintett KV 581 für genau dieses Instrument schrieb, gebaut um 1788 vom Wiener Hofinstrumentenmacher Theodor Lotz für den Klarinettisten Anton Stadler.

Bassetthorn
Das Bassetthorn ist ein Holzblasinstrument der Klarinettenfamilie und klingt über ein einfaches Rohrblatt. Es steht in F und liegt damit eine Quarte tiefer als die B-Klarinette. Eine zusätzliche Klappenmechanik erweitert seinen Tonumfang nach unten, diese Bassettlage gab dem Instrument seinen Namen. Bekannt wurde es vor allem durch Wolfgang Amadeus Mozart, der es im Requiem, in der Zauberflöte und in mehreren Bläserwerken einsetzte.

Bassflöte
Die Bassflöte ist eine Querflöte, die eine Oktave tiefer klingt als die gewöhnliche Flöte in C, bei einer Rohrlänge von etwa 146 Zentimetern. Wegen dieser Länge trägt sie ein J- oder U-förmig gebogenes Kopfstück, das die Anblasöffnung erreichbar hält. Mit rund zwei Kilogramm Gewicht wird sie meist im Sitzen gespielt, gestützt durch einen Stützstab oder Trageriemen. Ihr fester Platz ist der Flötenchor, seltener das Orchester und die zeitgenössische Musik.

Basshorn
Das Basshorn in seiner Urform zählt zu den historischen Musikinstrumenten und wird heute praktisch nicht mehr verwendet. Allerdings wurden im Laufe der Jahrhunderte einige Abwandlungen und Modifikationen an diesem Instrument vorgenommen, so dass es in diesen abgewandelten Formen auch heute noch - zum Beispiel im Bereich der Orchestermusik - vorzufinden ist. Geschichte des Basshorns Ursprünglich wurde das Basshorn im 18. Jahrhundert in Frankreich und England entwickelt.

Bassklarinette
Die Bassklarinette ist ein Holzblasinstrument aus der Klarinettenfamilie, das mit demselben Einfachrohrblatt wie die Klarinette gespielt wird, aber deutlich tiefer klingt. Sie steht meist in B und klingt eine None tiefer als notiert, während die B-Klarinette nur einen Ganzton unter der Notation liegt. Ein gebogener Metallhals führt zum Mundstück, ein weit nach oben gerichteter Metallschallbecher schließt das Instrument nach unten ab. Seit dem 19. Jahrhundert gehört sie zur festen Ausstattung des Sinfonieorchesters, im Jazz etablierte Eric Dolphy sie als Soloinstrument.

Bawu
Der Bawu ist ein chinesisches Blasinstrument aus Bambus, dessen Ton nicht an einer Kante wie bei der Flöte, sondern an einer freischwingenden Metallzunge am Kopfende entsteht, nach demselben Prinzip wie bei der Mundharmonika oder dem Akkordeon. Er stammt aus der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas, wo ihn ethnische Minderheiten wie die Yi, Dai und Hani spielen. Der Klang ist weich und erinnert an eine Klarinette, weil die Zunge frei schwingt statt wie ein Rohrblatt gegen eine Öffnung zu schlagen. Je nach Bauform hält man den Bawu quer wie eine Querflöte oder gerade wie eine Blockflöte, die Tonerzeugung an der Zunge bleibt dabei gleich. Heute gehört er zum festen Bestand chinesischer Volksmusikensembles und ist gelegentlich in Filmmusik zu hören.

Bazooka
Die Bazooka ist ein kurioses Blechblasinstrument, das der US-amerikanische Komiker und Musiker Bob Burns um 1905 aus zwei ineinandergesteckten Gasrohren und einem Trichter als Schalltrichter gebaut hat. Es funktioniert nach dem Prinzip einer Posaune: Ein inneres Rohr gleitet in einem äußeren Rohr hin und her, wodurch sich die klingende Rohrlänge und damit die Tonhöhe verändert.

Bena
Die Bena ist ein traditionelles und vor allem sardisches Blasinstrument , welches aus einem einfachen Rohrblatt hergestellt worden ist. In manchen Gegenden wird dieses Instrument sogar mit der verwandten Launeddas verwechselt. Alleine dieser Instrumententyp hat sich seit der damaligen Zeit sehr gut entwickelt. Die Benas haben bis heute einen sehr starken Charakter.

Biniou
Der Biniou ist ein traditionelles Instrument aus der Bretagne, das seit Jahrhunderten in der Region gespielt wird. Es ist ein Doppelrohrblatt, das aus einem kleinen und einem großen Rohr besteht, die an einem Ende miteinander verbunden sind. Der Biniou wird mit einer speziellen Art von Mundstück gespielt, das als "Biniou-Kopf" bezeichnet wird. Es ist ein sehr melodisches Instrument, das einen einzigartigen, warmen Klang erzeugt.

Blockflöte
Die Blockflöte ist ein Aerophon aus der Familie der Kernspaltflöten (Schnabelflöten), sie besitzt kein Rohrblatt, sondern erzeugt ihren Ton allein durch die Anblasluft, die an einer scharfen Kante gebrochen wird. Das Instrument entstand im europäischen Mittelalter und erlebte seine Blütezeit in Renaissance und Barock, bevor es im 20. Jahrhundert durch die Alte-Musik-Bewegung und den Schulmusikunterricht eine breite Wiederbelebung erfuhr.

Blockflöte für Anfänger
Die Blockflöte gilt unter Blasinstrumenten als der leichteste Einstieg, weil der Ton beim ersten Pusten kommt und kein eigener Ansatz nötig ist. Vor dem Kauf stehen trotzdem Entscheidungen, die den Fortschritt spürbar beeinflussen: Griffweise, Material und Größe. Ein Kunststoffinstrument in Sopranstimmung deckt den Einstieg vollständig ab, vorausgesetzt die Griffweise stimmt von Anfang an. Wer sie falsch wählt oder ein Instrument mit undichten Verbindungsstellen kauft, verliert Zeit beim Umlernen oder kämpft mit einem Ton, der sich nicht sauber bildet.

Blockflöte für Kinder
Die Sopranblockflöte in C ist die Standardgröße für Kinder, aus Kunststoff robust und günstig im Schuleinsatz. Vor dem Kauf steht die Wahl zwischen deutscher und barocker Griffweise, denn ein späterer Wechsel bedeutet Umlernen. Die Grifflochabstände der Sopranblockflöte passen bereits für die meisten Kinderhände ab dem Grundschulalter. Zur Erstausstattung gehören ein Wischer gegen Feuchtigkeit, ein Notenheft und ein schützender Transportkasten.

Blockflöte kaufen
Eine Blockflöte kaufen heißt zuerst, sich für eine Griffweise zu entscheiden, denn deutsche und barocke Blockflöten greifen denselben Ton unterschiedlich, und ein späterer Wechsel bedeutet Umlernen. Diese Entscheidung wiegt schwerer als Material oder Marke. Dazu kommen die Größe innerhalb der Blockflötenfamilie von Sopranino bis Bass, Kunststoff oder Holz als Werkstoff und Doppellöcher für saubere Halbtöne. Dieser Ratgeber ordnet die Kriterien, nennt grobe Preisspannen für Schul-, Mittelklasse- und Meisterinstrumente und zeigt, worauf bei einer gebrauchten Blockflöte zu achten ist.

Blockflöten-Marken
Der Markt für Blockflöten-Marken teilt sich in zwei Segmente. Yamaha und Aulos aus Japan fertigen Kunststoff-Blockflöten für Schule und Einstieg in industrieller Fertigung. Die deutschen Manufakturen Mollenhauer und Moeck sowie die Schweizer Manufaktur Küng bauen dagegen Holzblockflöten für fortgeschrittene Spieler und die historische Aufführungspraxis, überwiegend in Handarbeit und zu deutlich höheren Preisen. Anders als bei der Geige handelt es sich dabei nicht um museale Einzelstücke, sondern um regulär erhältliche Neuinstrumente. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Gründung, Herkunftsland und Positionierung im Sortiment als Fakten, nicht als Kaufempfehlung.

Blockflöten-Pflege
Der Atem des Spielers macht eine Blockflöte bei jedem Ton feucht, weil Wasserdampf im Windkanal und im Instrumenteninneren als Kondenswasser niederschlägt. Stehende Feuchtigkeit greift bei Holzinstrumenten das Holz an und begünstigt Schimmelbildung, deshalb gehört das Trocknen nach jedem Spielen zur täglichen Pflege. Holzblockflöten bekommen zusätzlich gelegentlich Öl auf die Bohrung, Kunststoffblockflöten lassen sich dagegen mit lauwarmem Wasser reinigen. Die Korken an den Verbindungsstellen bleiben nur geschmeidig, wer sie regelmäßig fettet. Ausgeleierte Korken, Risse im Holz oder Probleme mit dem Kernspalt gehören in die Werkstatt.

Blockflöten-Zubehör
Sechs Dinge machen den Unterschied zwischen einer gepflegten und einer vernachlässigten Blockflöte: Wischer, Korkfett, Etui, Notenständer, Grifftabelle und Ersatzkorken. Der Wischer entfernt nach jedem Spielen die Feuchtigkeit aus der Bohrung, das Korkfett hält die Steckverbindungen dicht, ohne sie zu klemmen. Ein passendes Etui schützt beim Transport, ein Notenständer macht Repertoire und Schulmaterial spielbar. Die Grifftabelle hilft beim Umgang mit deutscher und barocker Griffweise, Ersatzkorken betreffen ältere Instrumente mit ausgeleierten Verbindungsstellen.

Boha
Die Boha ist ein traditioneller Dudelsack aus Südwestfrankreich, genauer aus der Region Landes in der Gascogne. Sie gehört zur Familie der europäischen Sackpfeifen und wird entweder mit dem Mund oder über einen Blasebalg mit Luft versorgt. Die Boha besteht aus einem Ledersack, meist aus einer ganzen Ziegen- oder Schafshaut, und einem festen Holzblock, in dem sowohl die Melodiepfeife als auch die Bordunpfeife stecken.

Bombarde
Die Bombarde ist ein bretonisches Holzblasinstrument mit großem Doppelrohrblatt und konisch gebohrtem Rohr aus der Familie der Kegeloboen. Ihr lauter, durchdringender Klang entsteht, weil die Lippen des Spielers ohne Windkapsel direkt auf dem Rohrblatt liegen. Traditionell spielt sie im Duo mit dem Dudelsack Biniou kozh, der eine Oktave höher klingt und die Melodie in ihren Atempausen fortführt. Bis heute prägt die Bombarde das bretonische Tanzfest Fest-Noz und die Bagadoù genannten Blasorchester.

Cabrette
Die Cabrette ist ein traditioneller französischer Dudelsack aus der Auvergne, der im Verlauf des 19. Jahrhunderts seine bis heute bekannte Form erhielt. Anders als viele andere Dudelsackarten wird die Cabrette nicht mit dem Mund, sondern über einen kleinen Blasebalg mit Luft versorgt, den der Spieler mit dem Ellenbogen bedient.
Chabrette
Die Chabrette ist ein traditioneller Dudelsack aus der Region Limousin in Zentralfrankreich. Sie gehört zur großen Familie der französischen Sackpfeifen und wird über einen Blasebalg mit Luft versorgt, den der Spieler unter dem Arm bewegt. Die Chabrette besitzt eine Melodiepfeife aus Buchsbaumholz, die mit ihrer schlanken Form an eine frühe Oboe erinnert und mit einer einzelnen Messingklappe versehen ist.

Clarinette d'amour
Die Clarinette d'amour ist ein seltenes Holzblasinstrument aus der Familie der Klarinetten und gehört zu den Altklarinetten. Sie entstand um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa und war vor allem in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts als Solo- und Ensembleinstrument beliebt. Sie hat einen weichen, warmen und süßen Klang und gilt als besonders ausdrucksstarke Variante der Klarinette.

Didgeridoo
Das Didgeridoo ist ein Blasinstrument der Aborigines Nordaustraliens, gefertigt aus einem von Termiten ausgehöhlten Eukalyptusast. Es hat weder Grifflöcher noch Ventile: Allein Länge und Durchmesser des Rohrs legen den Grundton fest, den der Spieler wie bei einer Trompete über die schwingenden Lippen anregt. Charakteristisch ist die Zirkularatmung, mit der ein Spieler durch die Nase einatmet, während er gleichzeitig zuvor gespeicherte Luft aus den Wangen durch das Rohr bläst, sodass der Ton nicht abreißt. In seiner Ursprungsregion, vor allem im Arnhemland, ist das Instrument in vielen Gemeinschaften zeremoniell bedeutsam, mit von Gemeinschaft zu Gemeinschaft unterschiedlichen Regeln, wer es spielen darf.

Doedelzak
Doedelzak ist das niederländische und flämische Wort für den Dudelsack und bezeichnet eine eigene historische Bauform aus den Niederlanden und Flandern, keine bloße Übersetzung. Kennzeichnend sind zwei oder mehr Bordunpfeifen, die gemeinsam in einem einzigen Stock stecken, sowie ein konisch gebohrtes Spielrohr mit Doppelrohrblatt. Nach Jahrhunderten als Instrument von Hirten und Bauern verschwand der Doedelzak fast vollständig aus der lebendigen Musizierpraxis, bis ihn die Folk-Revival-Bewegung ab den 1970er Jahren zurückbrachte.