Blockflöte kaufen

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Eine hölzerne Blockflöte mit sichtbaren Grifflöchern liegt auf blauem Stoff. Foto: 422737 / Pixabay.
Eine hölzerne Blockflöte mit sichtbaren Grifflöchern liegt auf blauem Stoff. Foto: 422737 / Pixabay.

Zusammenfassung

Eine Blockflöte kaufen heißt zuerst, sich für eine Griffweise zu entscheiden, denn deutsche und barocke Blockflöten greifen denselben Ton unterschiedlich, und ein späterer Wechsel bedeutet Umlernen. Diese Entscheidung wiegt schwerer als Material oder Marke. Dazu kommen die Größe innerhalb der Blockflötenfamilie von Sopranino bis Bass, Kunststoff oder Holz als Werkstoff und Doppellöcher für saubere Halbtöne. Dieser Ratgeber ordnet die Kriterien, nennt grobe Preisspannen für Schul-, Mittelklasse- und Meisterinstrumente und zeigt, worauf bei einer gebrauchten Blockflöte zu achten ist.

Eine Blockflöte kaufen heißt vor allem, sich für eine Griffweise zu entscheiden, denn deutsche und barocke Blockflöten greifen denselben Ton unterschiedlich, und ein späterer Wechsel bedeutet Umlernen. Erst danach folgen Größe, Material und einzelne technische Details wie Doppellöcher. Blockflöten gibt es als Familie von der kleinen Sopranino- bis zur großen Bassflöte, aus Kunststoff oder aus Holz, mit einfachen oder doppelten Grifflöchern für schwierige Halbtöne. Dieser Ratgeber ordnet diese Kaufkriterien, nennt grobe Preisspannen für Schul-, Mittelklasse- und Meisterinstrumente und zeigt, worauf bei einer gebrauchten Blockflöte zu achten ist.

2Griffweisen
5Größen von Sopranino bis Bass
CSopran, häufigster Einstieg
2Materialien: Kunststoff und Holz

Deutsche oder barocke Griffweise: welche Blockflöte sollte man kaufen?

Beim Blockflötenkauf entscheidet die Griffweise darüber, welche Fingerkombination später zu welchem Ton gehört, und diese Entscheidung wiegt schwerer als die Wahl von Holz oder Marke. Deutsche und barocke Blockflöten unterscheiden sich äußerlich kaum, tragen aber eine andere Bohrung und ergeben bei denselben Griffen teils andere Töne.

Der Unterschied zeigt sich am deutlichsten am Ton f der Sopranblockflöte. Die deutsche Griffweise schließt dafür die Löcher eins bis vier der Reihe nach, was auf den ersten Blick einfacher wirkt. Die barocke Griffweise verlangt einen sogenannten Gabelgriff: Loch vier bleibt offen, während Loch fünf und sechs schließen. Der einfachere f-Griff der deutschen Bauart hat einen Preis, denn die dafür veränderte Bohrung macht fis und mehrere andere Halbtöne über die ganze Flöte hinweg unrein.

MerkmalDeutsche GriffweiseBarocke Griffweise
HerkunftDeutschland, 20. Jahrhundert, für den Schulgebrauch entwickeltBarockzeit, historisch gewachsen
Griff für den Ton f (Sopran)Löcher eins bis vier der Reihe nach schließenGabelgriff: Loch vier offen, Loch fünf und sechs schließen
Loch vier im Vergleich zu Loch fünfkleinergrößer
Intonation der Halbtöne wie fisdurch die veränderte Bohrung oft unreinüber den ganzen Umfang sauber
Verbreitung bei Lehrwerken und Repertoirevor allem ältere, günstige Schulflöteninternationaler Standard, auch bei Alt, Tenor und Bass

Barocke Blockflöten sind die Bauart, auf die sich internationale Lehrwerke und das gedruckte Repertoire für Blockflöte stützen, und die einzige Bauart, in der Alt-, Tenor- und Bassblockflöten in aller Regel gebaut werden. Deutsche Blockflöten kommen fast nur als günstige Schulflöten in Sopranstimmung vor. Wer nicht sicher weiß, welche Griffweise ein vorhandenes Instrument trägt, erkennt sie an Loch vier: kleiner als Loch fünf bedeutet deutsche, größer bedeutet barocke Griffweise. Welche Grundlagen dahinterstehen und warum ein Wechsel später mühsam ist, erklärt der Artikel Blockflöte lernen.

Barocke Griffweise ist beim Blockflötenkauf die sicherere Wahl. Sie deckt das gängige Repertoire und die meisten Lehrwerke ab, bleibt über den ganzen Tonumfang sauber und erspart den Umweg über ein Umlernen, falls später eine Alt-, Tenor- oder Bassblockflöte dazukommt, denn diese werden fast nur in barocker Griffweise gebaut.

Welche Größen gibt es in der Blockflötenfamilie?

Die Blockflötenfamilie reicht von der kleinen Sopranino- bis zur großen Bassflöte und deckt damit einen Tonraum über mehrere Oktaven ab. Die Stimmung wechselt von Größe zu Größe zwischen F und C.

  • Sopranino: in F gestimmt, die kleinste gebräuchliche Größe, mit hellem, durchdringendem Klang in sehr hoher Lage.
  • Sopran: in C gestimmt, der häufigste Einstieg in Schule und Anfängerunterricht, mit hellem Klang in hoher Lage.
  • Alt: in F gestimmt, die klassische Solostimme des Barockrepertoires, mit rundem Klang in mittlerer Lage.
  • Tenor: in C gestimmt, eine Oktave tiefer als die Sopranblockflöte, mit weichem Klang in mittlerer bis tiefer Lage.
  • Bass: in F gestimmt, mit Klappen für die entfernteren Grifflöcher, mit dunklem, tragendem Klang in tiefer Lage. Näheres zu dieser Größe steht im Artikel zur Bassflöte.
Sopranino F, sehr hoch Sopran C, hoch, häufigster Einstieg Alt F, mittel Tenor C, mittel bis tief Bass F, tief Balkenlänge zeigt nur die Reihenfolge von klein nach groß, keine echten Maße.
Die fünf gebräuchlichen Größen der Blockflötenfamilie mit ihrer Stimmung und groben Klanglage, Sopran in C als häufigster Einstieg.

Kunststoff oder Holz: was unterscheidet die Materialien bei der Blockflöte?

Kunststoff und Holz unterscheiden sich vor allem in Robustheit und Klangcharakter, nicht in einer klaren Rangfolge von besser zu schlechter. Eine Blockflöte aus Kunststoff verträgt Feuchtigkeit und gelegentliches Fallenlassen ohne Folgeschäden, lässt sich leicht reinigen und ist deshalb der Standard an Schulen und im Anfängerunterricht.

Eine Blockflöte aus Holz reagiert empfindlicher auf Feuchtigkeit: Ungleichmäßiges Spielen oder fehlendes Einspielen kann das Holz verziehen oder Risse verursachen, weshalb Hersteller ein schrittweises Einspielen empfehlen. Dafür gilt ihr Klang als differenzierter und wärmer, weil die Holzfaser den Ton anders formt als die glatte Innenwand aus Kunststoff.

Was bedeuten Doppellöcher bei der Blockflöte?

Ein Doppelloch ersetzt ein einzelnes großes Griffloch durch zwei kleinere, nebeneinanderliegende Löcher für denselben Finger. Für einen chromatischen Halbton deckt der Finger nur das vordere der beiden kleinen Löcher ab, statt bei einem einzelnen großen Loch nur einen Teil davon freizugeben. Das ergibt eine sauberere Intonation bei den Tönen, die sonst am ehesten unrein klingen.

Modelle mit Doppelloch kosten meist etwas mehr als einfach gebohrte Instrumente derselben Preisklasse, bieten dafür eine treffsicherere Intonation ohne Behelfsgriffe. Wie Windkanal und Labium den Ton überhaupt erst erzeugen, erklärt der Artikel zur Blockflöte.

Welche Preisklassen gibt es beim Blockflötenkauf?

Beim Blockflötenkauf gibt es drei grobe Preisklassen, jeweils als Spanne ohne feste Beträge.

  • Schulinstrument: einfache Kunststoffflöte im unteren Preisbereich, für den Musikunterricht und den ersten Test ausreichend.
  • Mittelklasse: bessere Kunststoff- oder einfache Holzmodelle mit sorgfältigerer Verarbeitung, oft schon mit Doppelloch, im mittleren Preisbereich.
  • Meisterinstrument aus Holz: von Hand gefertigte oder handnachgearbeitete Blockflöten aus ausgesuchtem Holz, im oberen Preisbereich, für Ensemble- und Sololiteratur gedacht.

Neu oder gebraucht: worauf achten beim Blockflötenkauf?

Eine gebrauchte Blockflöte lohnt sich, wenn zwei Stellen intakt sind: der Windkanal mit dem Kernspalt im Kopfstück und die Korken an den Verbindungsstellen zwischen den Teilen. Der Kernspalt darf keine Risse, Ablagerungen oder Verformungen zeigen, denn er bestimmt die Ansprache des Tons. Ein beschädigter Kernspalt lässt sich nicht durch Spielen ausgleichen und gehört in die Fachwerkstatt.

Die Korken zwischen Kopfstück, Mittelstück und Fußstück dichten die Verbindungen ab. Ausgetrocknete oder eingerissene Korken lassen Luft entweichen und machen den Ton instabil, lassen sich aber in einer Werkstatt austauschen. Wer eine gebrauchte Blockflöte prüft, testet zusätzlich, ob sich die Teile leicht und ohne Wackeln zusammenstecken lassen.

Häufige Fragen zum Blockflöte kaufen

Welche Griffweise sollte man beim Blockflötenkauf wählen?

Beim Blockflötenkauf sollte in den meisten Fällen die barocke Griffweise gewählt werden, weil sie das gängige gedruckte Repertoire und die meisten Lehrwerke abdeckt und über den ganzen Tonumfang sauber intoniert. Die deutsche Griffweise vereinfacht nur den Ton f und kommt in aktuellen Instrumenten kaum noch vor.

Was ist der Unterschied zwischen deutscher und barocker Griffweise am Ton f?

Am Ton f zeigt sich der Unterschied zwischen deutscher und barocker Griffweise am deutlichsten: Die deutsche Griffweise schließt dafür die Löcher eins bis vier der Sopranblockflöte der Reihe nach, die barocke Griffweise verlangt den Gabelgriff mit offenem Loch vier und geschlossenen Löchern fünf und sechs. Äußerlich erkennbar ist die Bauart an der Größe von Loch vier im Vergleich zu Loch fünf.

Lohnt sich eine Blockflöte aus Holz gegenüber Kunststoff?

Eine Blockflöte aus Holz lohnt sich vor allem für Ensemblespiel und anspruchsvollere Literatur, weil ihr Klang als differenzierter gilt, verlangt dafür aber sorgfältiges Einspielen und Schutz vor Feuchtigkeit. Kunststoff bleibt für den Schulgebrauch und den unkomplizierten Alltag die robustere und günstigere Wahl.

Woran erkennt man eine gebrauchte Blockflöte in gutem Zustand?

Eine gebrauchte Blockflöte ist in gutem Zustand, wenn der Kernspalt im Windkanal keine Risse oder Ablagerungen zeigt und die Korken an den Verbindungsstellen fest und nicht ausgetrocknet sind. Lassen sich die Teile leicht und ohne Wackeln zusammenstecken und klingt jeder Grundton sauber an, spricht das für ein spielbares Instrument.

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Blockflöten-Marken

Blockflöten-Marken

Der Markt für Blockflöten-Marken teilt sich in zwei Segmente. Yamaha und Aulos aus Japan fertigen Kunststoff-Blockflöten für Schule und Einstieg in industrieller Fertigung. Die deutschen Manufakturen Mollenhauer und Moeck sowie die Schweizer Manufaktur Küng bauen dagegen Holzblockflöten für fortgeschrittene Spieler und die historische Aufführungspraxis, überwiegend in Handarbeit und zu deutlich höheren Preisen. Anders als bei der Geige handelt es sich dabei nicht um museale Einzelstücke, sondern um regulär erhältliche Neuinstrumente. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Gründung, Herkunftsland und Positionierung im Sortiment als Fakten, nicht als Kaufempfehlung.

Blockflöten-Pflege

Blockflöten-Pflege

Der Atem des Spielers macht eine Blockflöte bei jedem Ton feucht, weil Wasserdampf im Windkanal und im Instrumenteninneren als Kondenswasser niederschlägt. Stehende Feuchtigkeit greift bei Holzinstrumenten das Holz an und begünstigt Schimmelbildung, deshalb gehört das Trocknen nach jedem Spielen zur täglichen Pflege. Holzblockflöten bekommen zusätzlich gelegentlich Öl auf die Bohrung, Kunststoffblockflöten lassen sich dagegen mit lauwarmem Wasser reinigen. Die Korken an den Verbindungsstellen bleiben nur geschmeidig, wer sie regelmäßig fettet. Ausgeleierte Korken, Risse im Holz oder Probleme mit dem Kernspalt gehören in die Werkstatt.

Blockflöten-Zubehör

Blockflöten-Zubehör

Sechs Dinge machen den Unterschied zwischen einer gepflegten und einer vernachlässigten Blockflöte: Wischer, Korkfett, Etui, Notenständer, Grifftabelle und Ersatzkorken. Der Wischer entfernt nach jedem Spielen die Feuchtigkeit aus der Bohrung, das Korkfett hält die Steckverbindungen dicht, ohne sie zu klemmen. Ein passendes Etui schützt beim Transport, ein Notenständer macht Repertoire und Schulmaterial spielbar. Die Grifftabelle hilft beim Umgang mit deutscher und barocker Griffweise, Ersatzkorken betreffen ältere Instrumente mit ausgeleierten Verbindungsstellen.

Boha

Boha

Die Boha ist ein traditioneller Dudelsack aus Südwestfrankreich, genauer aus der Region Landes in der Gascogne. Sie gehört zur Familie der europäischen Sackpfeifen und wird entweder mit dem Mund oder über einen Blasebalg mit Luft versorgt. Die Boha besteht aus einem Ledersack, meist aus einer ganzen Ziegen- oder Schafshaut, und einem festen Holzblock, in dem sowohl die Melodiepfeife als auch die Bordunpfeife stecken.