
86 Schlaginstrumente
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Kulintang und Kolintang
"Kulintang" und "Kolintang" klingen nahezu identisch und werden gern verwechselt, bezeichnen aber zwei verschiedene, eigenständige Instrumente aus zwei verschiedenen Ländern, die lediglich einen gemeinsamen sprachlichen Ursprung teilen. Der Kulintang (auch Kulintangan, in Maranao-Aussprache "Kolintang") ist ein philippinisches Gong-Chime-Idiophon: eine Reihe kleiner, abgestufter Bronze- oder Messinggongs, die bei den Maguindanao, Maranao, Tausug und weiteren Volksgruppen Mindanaos und des Sulu-Archipels gespielt werden.

Lambeg
Die Lambeg-Trommel ist ein Membranophon: eine riesige, beidseitig bespannte Rahmentrommel aus Nordirland, benannt nach dem Ort Lambeg in der Grafschaft Antrim. Sie ist eng mit der Ulster-Scots- beziehungsweise unionistischen Tradition verbunden und wird bis heute vor allem bei Umzügen des Oranier-Ordens, allen voran den "Twelfth"-Feierlichkeiten am 12. Juli, gespielt. Mit über 120 Dezibel Schalldruck gilt die Lambeg als eines der lautesten rein akustischen Instrumente der Welt.

Löffel
Der Löffel ist eines der ältesten Rhythmusinstrumente der Welt und ein klassisches Beispiel für ein sogenanntes Idiophon, ein Instrument, bei dem der Klang durch die Schwingung des Materials selbst entsteht, ohne Saite, Membran oder Luftsäule. Anders als gelegentlich behauptet, hat der Löffel als Musikinstrument nichts mit Handzuginstrumenten wie Akkordeon oder Concertina zu tun, die über einen Blasebalg Luft durch Stimmzungen pressen; er gehört stattdessen zur Familie der Rhythmus- und Schlaginstrumente.

Malimba
Malimba ist eine regionale Bezeichnung aus dem südlichen, östlichen und zentralen Afrika, die nicht überall dasselbe Instrument meint. In den meisten Regionen, in denen der Begriff verwendet wird, bezeichnet Malimba ein Stabxylophon vom Marimba-Typ: gestimmte Holzstäbe über Resonatoren, die mit Schlägeln angeschlagen werden. In einigen Gegenden, etwa bei den Nyamwezi in Tansania, bezeichnet ein sehr ähnlicher Begriff ("Malimbe") dagegen ein gezupftes Lamellophon vom Mbira-Typ.

Maracas
Als Maracas bezeichnet man aus Lateinamerika stammende Perkussionsinstrumente , welche in Deutschland auch einfach Rasseln, Rumba-Rasseln oder Rumbakugeln genannt werden. Sie ähneln dem aus den USA stammenden Egg- bzw. Chickenshaker , unterscheiden sich allerdings in ihrer Bauform etwas von diesem Instrument. Verwendung von Maracas Maracas werden hauptsächlich für die Rhythmuserzeugung in der lateinamerikanischen Musik eingesetzt.

Marimba
Die Marimba ist ein Stabspiel aus abgestimmten Holzstäben mit je einer Resonanzröhre unter jedem Stab. Sie klingt tiefer und weicher als das Xylophon, weil ihre Stäbe an der Unterseite eine tiefere Wölbung tragen und ihr erster gestimmter Oberton zwei Oktaven über dem Grundton liegt. Der Spieler schlägt die Stäbe mit garnumwickelten Schlägeln an, in der Konzertliteratur meist mit vieren. Die große Konzertmarimba umfasst fünf Oktaven und klingt so, wie sie notiert ist.

Maultrommel
Die Maultrommel ist ein Zupfidiophon aus einem Rahmen mit einer federnden Zunge, den der Spieler an die Zähne setzt und anzupft. Die Zunge liefert dabei immer denselben Grundton. Die Melodie entsteht ausschließlich im Mundraum, der als veränderlicher Resonanzraum einzelne Teiltöne dieses Grundtons verstärkt. Trotz des Wortes Trommel im Namen hat das Instrument weder Fell noch Kessel und zählt zu den Idiophonen.

Pauke
Die Pauke ist eine Kesseltrommel mit stimmbarer Tonhöhe und damit eine der wenigen Trommeln, die einen bestimmten Ton ergeben. Ihr halbkugelförmiger Kessel besteht meist aus Kupfer, darüber spannt ein Reifen ein einzelnes Fell. Im Orchester steht die Pauke als Satz von zwei bis vier Instrumenten vor einem einzigen Spieler, der die Stimmung heute über ein Fußpedal ändert. Der italienische Name lautet Timpani.

Ranat thum lek
Ranat Thum Lek ist ein thailändisches Idiophon aus der Familie der Metallophone und fester Bestandteil des klassischen Piphat-Ensembles Thailands. Der allgemeine Oberbegriff "Ranat" bezeichnet in der thailändischen Musik grundsätzlich Instrumente mit nebeneinander aufgehängten oder aufgelegten Klangstäben, unabhängig vom Material, die genaue Bauart und Tonlage unterscheidet die einzelnen Familienmitglieder jedoch deutlich voneinander.

Ratsche
Die Ratsche ist ein Idiophon aus der Familie der Zahnradrasseln, kein Tasteninstrument, sondern ein reines Rhythmus- und Effektinstrument ohne festgelegte Tonhöhe. Der Name "Ratsche" ist zugleich Gattungsbegriff für unterschiedlich große Bauformen, von kleinen, einhändig schwingbaren Handratschen bis zu meterhohen, kurbelbetriebenen Standratschen, die bei Prozessionen von mehreren Personen gemeinsam getragen und bedient werden.

Regenstab
Der Regenstab (auch Regenmacher oder spanisch "Palo de lluvia" genannt) ist ein Idiophon ohne bewegliche äußere Teile, der Klang entsteht ausschließlich im Inneren des Instruments. Er wird traditionell der Atacama-Region in Nordchile zugeschrieben, wo indigene Gruppen wie die Diaguita ihn aus den ausgehöhlten, getrockneten Skeletten von Kandelaberkakteen fertigten und in Regenzeremonien einsetzten, um in der extrem trockenen Wüstenregion symbolisch um Regen zu bitten.

Riq
Der Riq (auch Riqq oder Rik) ist eine kleine Rahmentrommel mit angebrachten Schellenpaaren, organologisch also eine Kombination aus Membranophon und Idiophon. Er hat einen hohen, hellen Klang, keinen tiefen, wie gelegentlich fälschlich angenommen wird.

Röhrenglocken
Röhrenglocken sind lange Metallröhren, die in einem mannshohen Rahmen hängen. Der Spieler schlägt sie mit einem Hammer aus Rohhaut an der oberen Kappe an, ein Fußpedal hebt die Dämpfleiste ab und lässt den Ton stehen. Im Orchester stehen sie an der Stelle, an der eine Partitur Glocken verlangt, denn eine gegossene Kirchenglocke mit tiefem Schlagton wiegt mehrere Tonnen und ist auf ihr Turmgeläut gestimmt, nicht auf die Tonart des Werks. Der übliche Satz umfasst 18 Röhren und anderthalb Oktaven.

Sabar
Sabar bezeichnet sowohl eine Familie einfelliger, aus einem Holzstamm geschnitzter Trommeln als auch die damit verbundene Trommel- und Tanztradition der Wolof und Serer in Senegal, Gambia und Mauretanien. Das Instrument darf nicht mit der Tama, der separaten westafrikanischen Sprechtrommel mit veränderlicher Tonhöhe, verwechselt werden, beide sind eigenständige Instrumente derselben Kulturregion, keine Bauteile voneinander.

Sarunay
Der Sarunay, auch Saronay, Sarunai oder Saronai genannt, ist ein traditionelles Holzblasinstrument aus Sumatra, Indonesien, das vor allem bei den Minangkabau und den Toba-Batak gespielt wird. Er gehört zur Familie der Kegeloboen mit doppeltem Rohrblatt, zu der auch die Zurna, die Suona und die Shehnai zählen.

Schlagzeug
Das Schlagzeug ist kein einzelnes Instrument, sondern ein Set aus Trommeln und Becken, das eine einzige Person mit beiden Händen und beiden Füßen gleichzeitig bedient. Zum Standardaufbau gehören Bassdrum mit Fußmaschine, Snare, Hängetom, Standtom, Hi-Hat mit Pedal sowie Ride- und Crashbecken. Die Trommelgrößen werden in Zoll angegeben, üblich sind 22 Zoll für die Bassdrum und 14 Zoll für die Snare. Das Set entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten, als die Fußmaschine es einer Person erlaubte, mehrere Schlaginstrumente zugleich zu spielen.

Schlagzeug für Anfänger
Ein Einsteiger-Set beim Schlagzeug reduziert den vollständigen Aufbau auf Bassdrum, Snare, ein bis zwei Toms, Hi-Hat und ein Becken. Wichtiger als die Markenwahl sind für Anfänger die Wohnsituation, stabile Hardware und die richtige Sitzhöhe. Wer in einer Mietwohnung übt, kommt an E-Drums oder gedämpften Fellen kaum vorbei. Dieser Artikel ordnet Einsteiger-Set, Klangweg, Zubehör und typische Kauffehler.

Schlagzeug für Kinder
Ein festes Mindestalter für das Schlagzeugspiel gibt es nicht, entscheidend sind Koordination, Kraft und Interesse des Kindes statt ein Geburtsjahr. Ein Junior-Set mit durchgehend kleineren Kesselgrößen passt besser zu einem Kind als ein volles Erwachsenenset, weil Reichweite und Kraftaufwand sonst nicht zum Spielen passen. Ein verstellbarer Hocker sorgt dafür, dass die Fußmaschine trotz wachsender Beinlänge sauber erreichbar bleibt. Bei der Lautstärke helfen E-Drums mit Kopfhörer oder gedämpfte Übungsfelle auf dem akustischen Set, und stabile Ständer und Hardware verhindern, dass beim Spielen etwas kippt.

Schlagzeug kaufen
Der Kaufratgeber erklärt, worauf es bei einem akustischen Schlagzeug und bei E-Drums ankommt: Kesselgrößen, Kesselmaterial und Fellqualität auf der einen Seite, Pads, Klangmodul und Kopfhöreranschluss auf der anderen. Dazu die üblichen Preisklassen als Spannen und die wichtigsten Prüfpunkte beim Gebrauchtkauf.

Schlagzeug oder E-Drums?
Akustisches Schlagzeug und E-Drums erzeugen ihren Klang auf grundlegend unterschiedliche Weise: Das akustische Set schwingt über Felle und Becken, E-Drums wandeln den Schlag über Sensoren, ein Klangmodul und Lautsprecher oder Kopfhörer in Ton um. Der wichtigste Unterschied für die Kaufentscheidung ist die Lautstärke, denn ein akustisches Set liegt über 100 Dezibel und ist in Mietwohnungen kaum spielbar, während sich E-Drums über Kopfhörer nahezu lautlos üben lassen. Spielgefühl, Bühnentauglichkeit und Kosten unterscheiden sich ebenfalls, ohne dass eine Seite grundsätzlich im Vorteil ist. Wer beide Merkmale kennt, entscheidet nach Wohnsituation und Einsatzzweck statt nach vermeintlicher Qualität.

Schlagzeug Pflege
Ein Schlagzeug bleibt spielbar und klingt sauber, wenn Felle regelmäßig gestimmt und Kessel, Hardware und Becken mit den richtigen Mitteln gepflegt werden. Das Stimmen verändert über die Schrauben am Spannreifen die Fellspannung und damit die Tonhöhe jeder einzelnen Trommel. Nach jedem Fellwechsel steht ein Stimmvorgang an, und auch bei regelmäßigem Spiel verstellt sich die Spannung mit der Zeit von selbst. Ein E-Drum-Set verlangt dagegen keine Stimmung, dafür gelegentlich einen Blick auf Pads, Kabel und Modul. Größere Reparaturen an Kessel und Snare-Mechanik gehören in die Fachwerkstatt.

Schlagzeug- und E-Drums-Marken
Der Markt für Schlagzeuge teilt sich in traditionsreiche japanische, US-amerikanische, deutsche und taiwanische Hersteller, die überwiegend akustische Schlagzeuge bauen, und in zwei Marken, die sich ausschließlich auf E-Drums spezialisiert haben. Pearl, Tama und Yamaha stammen aus Japan, DW und Gretsch aus den USA, Sonor aus Deutschland und Mapex aus Taiwan; Sonor ist mit der Gründung 1875 die älteste Marke in diesem Überblick. Roland und Alesis bauen dagegen keine akustischen Kessel, sondern ausschließlich E-Drums. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Gründungsjahr, Herkunftsland und Sortimentsschwerpunkt als Fakten über das Angebot, ohne eine Rangfolge aufzustellen.

Schlagzeug-Zubehör
Schlagzeug-Zubehör umfasst alle Gegenstände, die das Spielen und Üben am Schlagzeug erst praktikabel machen: Drumsticks, ein höhenverstellbarer Hocker, ein Übungspad, Kopfhörer für E-Drums, eine Dämpfungsmatte unter dem Set und ein Metronom. Drumsticks übertragen den Anschlag auf Fell und Becken und bestimmen über Material, Größe und Spitzenform den Klang mit. Ein höhenverstellbarer Hocker sichert Haltung und Ausdauer, ein Übungspad und Kopfhörer machen leises Training möglich, und ein Metronom hält dabei das Übe-Tempo. Dieser Ratgeber erklärt zu jeder Kategorie, was sie leistet und worauf beim Kauf zu achten ist.

Schlagzeugfelle
Schlagzeugfelle bestehen heute aus einer Kunststofffolie (PET, meist Mylar) statt aus der früher üblichen Tierhaut und sind das Verschleißteil des Schlagzeugs. Einlagige Felle klingen heller und resonanter, zweilagige dunkler und robuster, coated Felle sind rau beschichtet für Besen-Spiel und wärmeren Klang, clear Felle klingen heller mit mehr Attack. Bassdrum, Snare und Tom-Toms verlangen jeweils andere Felle. Dieser Ratgeber ordnet Materialien, Bauweisen und Wechselintervalle ein.