Riq

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Bild: Lizard / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Riq (auch Riqq oder Rik) ist eine kleine Rahmentrommel mit angebrachten Schellenpaaren, organologisch also eine Kombination aus Membranophon und Idiophon. Er hat einen hohen, hellen Klang, keinen tiefen, wie gelegentlich fälschlich angenommen wird.

Der Riq (auch Riqq oder Rik) ist eine kleine Rahmentrommel mit angebrachten Schellenpaaren, organologisch also eine Kombination aus Membranophon und Idiophon. Er hat einen hohen, hellen Klang, keinen tiefen, wie gelegentlich fälschlich angenommen wird. Seinen Ursprung hat der Riq im arabischen Raum, insbesondere in Ägypten, und er ist das zentrale Rhythmusinstrument des klassischen arabischen Kammerensembles, des Takht, dem neben dem Riq typischerweise Oud, Nay, Kanun und Violine angehören.

Wie klingt der Riq?

Der Riq erzeugt einen hellen, klirrenden und sehr präsenten Klang: Beim Anschlagen des Fells entstehen scharfe "Dum"- und "Tak"-Töne, während die Metallschellen paarweise mitklingeln und dem Instrument seine charakteristische, funkelnde Klangfarbe geben. Durch feine Fingertechnik lässt sich der Klang von leisem Schellen-Rascheln bis zu kraftvollen, rhythmisch prägnanten Schlägen variieren, trotz seiner geringen Größe besitzt der Riq eine bemerkenswerte dynamische Bandbreite.

Woraus besteht der Riq?

Der Riq besteht aus einem flachen Holzrahmen mit einem Durchmesser von etwa 20 bis 25 Zentimetern, der auf einer Seite mit einer Membran, traditionell aus Ziegenhaut, heute häufig aus synthetischem Material, bespannt ist. In den Rahmen sind rundum fünf Paar kleiner Zimbeln aus Messing oder Bronze in Schlitzen eingelassen. Beim Schütteln oder Anschlagen des Rahmens schlagen diese Schellenpaare gegeneinander und erzeugen den charakteristischen hellen Klingelklang. Anders als bei größeren Rahmentrommeln gibt es beim Riq keine zusätzlichen Metallzungen oder Saiten im Inneren, der Klang entsteht ausschließlich durch Fell und Zimbelpaare.

Wie spielt man den Riq?

Gespielt wird der Riq stehend oder sitzend, in beiden Händen gehalten, ausschließlich mit Fingern und Daumen, Schlägel oder Stöcke kommen nicht zum Einsatz. Mit den Fingerspitzen werden auf das Fell klare "Dum"- (tiefer, mit dem Zeigefinger nahe der Mitte) und "Tak"-Schläge (heller, am Rand) gesetzt, während gleichzeitig durch Schütteln oder Reiben des Rahmens die Zimbeln zum Klingen gebracht werden. Eine besondere Technik ist das schnelle Fingertrillern (Rollen) über das Fell, das für virtuose Verzierungen in Improvisationen (Taqsim) genutzt wird. Der Riq-Spieler gilt im Takht-Ensemble traditionell als rhythmischer Leiter des gesamten Ensembles.

Typische Musikstile mit dem Riq

Der Riq ist das Rhythmusinstrument der arabischen Kunstmusik und war fester Bestandteil klassischer Orchesterbesetzungen, etwa in den großen Ensembles, die Sängerinnen wie Umm Kulthum begleiteten. Er wird zudem in der improvisierten Taqsim-Praxis solistisch eingesetzt und ist ein zentrales Begleitinstrument im orientalischen Tanz (Raqs Sharqi).

Bekannte Lieder mit dem Riq

Der ägyptische Perkussionist Hossam Ramzy (1953-2019) gilt als einer der einflussreichsten modernen Riq- und Tabla-Spieler und brachte das Instrument durch internationale Zusammenarbeiten, unter anderem mit Peter Gabriel, einem weltweiten Publikum näher. In den großen Orchesterbegleitungen von Umm Kulthum, einer der bedeutendsten Sängerinnen der arabischen Musikgeschichte, war der Riq als taktgebendes Instrument unverzichtbar. Auch in zahlreichen Taqsim-Aufnahmen arabischer Ensembles, in denen einzelne Instrumente frei improvisieren, übernimmt der Riq regelmäßig eigene solistische Passagen.

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