Filmmusik

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Redaktion
Ein Aufnahmestudio mit Notenpulten, Partituren und Mikrofonen. Bild: KI generiert.
Ein Aufnahmestudio mit Notenpulten, Partituren und Mikrofonen. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Filmmusik ist Musik, die ein Filmbild begleitet und ihm dient. Diese Funktion unterscheidet sie von allen anderen Genres, denn einen eigenen Stil hat sie nicht: Sie nutzt Sinfonik, Jazz, Elektronik und Volksmusik, je nachdem was die Szene verlangt. Zwei Begriffe ordnen das Fach, das Leitmotiv als wiederkehrendes Thema für eine Figur oder eine Idee und die Unterscheidung zwischen diegetischer und nichtdiegetischer Musik. Der Komponist richtet seine Musik auf Bildschnitte aus, ein Film läuft dabei mit 24 Bildern je Sekunde.

Filmmusik ist Musik, die einen Film begleitet und dabei dem Bild dient. Diese Funktion unterscheidet sie von allen anderen Genres: Sie will nicht für sich stehen, sondern eine Szene stützen, eine Figur kennzeichnen oder eine Wendung vorbereiten. Deshalb hat Filmmusik keinen eigenen Stil. Sie greift auf die Mittel aller Genres zurück, vom Sinfonieorchester über den Jazz bis zum Synthesizer, je nachdem was die Szene braucht.

1927Beginn des Tonfilms
24Bilder je Sekunde
2Musikebenen
Leitmotivzentrale Technik

Was ist Filmmusik?

Filmmusik ist Musik für einen bestimmten Film, geschrieben oder ausgewählt für konkrete Szenen dieses Films. Sie erfüllt vier Aufgaben: Sie ordnet Ort und Zeit ein, sie zeigt, was eine Figur fühlt, sie verbindet Einstellungen zu einem Ablauf, und sie lenkt die Erwartung des Zuschauers. Oft fällt sie nicht auf, weil der Zuschauer ihre Wirkung dem Bild zuschreibt.

MerkmalFilmmusik
EntstehungszeitLive-Begleitung ab 1895, eigene Partituren ab 1908, Musik auf der Tonspur ab 1927
EntstehungsortEuropa und die USA, ab den 1930er Jahren vor allem Hollywood
Typische BesetzungSinfonieorchester, Chor, Synthesizer und Sampler, Solisten, Popbesetzung
Prägende Merkmaledienende Funktion, Leitmotivtechnik, Underscoring, Synchronisation auf Bildschnitte
Wichtige Untergattungensinfonische Filmmusik, elektronische Filmmusik, Songscore, Serien- und Spielemusik

Was ist ein Leitmotiv in der Filmmusik?

Ein Leitmotiv ist eine kurze, wiedererkennbare Tonfolge, die für eine Figur, einen Ort oder eine Idee steht. Kehrt die Figur zurück, kehrt das Motiv zurück. Der Komponist verändert es dabei nach Bedarf: Er verlangsamt es, setzt es nach Moll, zerlegt es in Bruchstücke oder gibt es einem anderen Instrument. So erzählt die Musik etwas über die Figur, ohne dass jemand es ausspricht.

Die Technik stammt aus der Oper des 19. Jahrhunderts, vor allem von Richard Wagner. Hollywood übernahm sie in den 1930er Jahren, John Williams führte sie später konsequent weiter: In Star Wars trägt fast jede Hauptfigur ihr eigenes Thema.

Filmmusik ist ein Genre der Funktion, nicht des Stils. Sinfonik, Jazz, Elektronik und Volksmusik können alle Filmmusik sein. Erst der Bezug auf ein gleichzeitig laufendes Bild macht sie zur Filmmusik: Länge, Lautstärke und Höhepunkt richten sich nach der Szene, nicht nach der musikalischen Form.

Was bedeutet diegetische Musik im Film?

Diegetische Musik hat eine Quelle in der erzählten Welt: ein Radio im Zimmer, eine Kapelle im Ballsaal, eine Figur, die am Klavier singt. Die Figuren im Film hören sie mit. Nichtdiegetische Musik hat keine solche Quelle. Sie läuft nur für den Zuschauer, und keine Figur nimmt sie wahr. Der weitaus größte Teil einer Filmmusik ist nichtdiegetisch.

Tonspur des Films, alles hört der Zuschauer Diegetisch: die Figuren hören mit Radio im Zimmer Kapelle im Ballsaal Figur singt am Klavier Nichtdiegetisch: nur der Zuschauer hört Thema der Hauptfigur Underscoring unter dem Dialog Song über dem Abspann
Die blau umrandete Fläche steht für die erzählte Welt. Musik von dort hören die Figuren mit, alles außerhalb hört allein der Zuschauer.

Regisseure spielen mit dieser Grenze. Setzt ein Stück als Musik aus einem Autoradio ein und läuft weiter, nachdem die Szene gewechselt hat, wandert es von der einen Ebene auf die andere.

Wie stimmt ein Komponist Filmmusik auf das Bild ab?

Der Komponist arbeitet am geschnittenen Bild und legt mit dem Regisseur fest, wo Musik einsetzt und aufhört. Diese Sitzung heißt Spotting, die einzelne Musiknummer heißt Cue. Danach richtet er die Musik auf feste Zeitpunkte aus, meist auf Bildschnitte und Bewegungen. Ein Film läuft mit 24 Bildern je Sekunde, deshalb lässt sich jeder dieser Punkte auf Sekunde und Einzelbild genau angeben.

  • Underscoring legt Musik unter Dialog oder Handlung, leise und ohne eigene Höhepunkte, damit die Sprache verständlich bleibt.
  • Mickeymousing bildet jede Bewegung im Bild direkt in der Musik ab, Schritt für Schritt. Der Zeichentrickfilm hat die Technik geprägt, daher der Name.
  • Click Track gibt dem Dirigenten über Kopfhörer einen Puls vor, der genau zur Länge der Szene passt. So trifft das Orchester die Schnitte auf das Einzelbild.
  • Source Music bezeichnet Stücke mit einer Quelle im Bild. Die Produktion kauft dafür meist die Rechte an vorhandenen Aufnahmen.

Welche Stile nutzt Filmmusik?

Filmmusik nutzt alle Stile und mischt sie innerhalb eines Films. Das Sinfonieorchester bleibt der Normalfall großer Produktionen, weil es vom leisen Solo bis zum vollen Tutti jede Lautstärke abdeckt und ein Paukenwirbel Spannung aufbaut, ohne den Dialog zu verdecken. Seine Formen und Techniken stammen aus Klassik und Romantik.

Daneben stehen elektronische Klänge für Science-Fiction, Jazzbesetzungen für den Kriminalfilm, historische Instrumente für historische Stoffe und ein Chor für überhöhte Szenen. Spielt ein Film in einer bestimmten Region, greifen Komponisten zu deren Instrumenten, weil der Zuschauer die Herkunft am Klang erkennt.

Woher stammt die Filmmusik?

Filmmusik ist so alt wie der Film. Schon die Stummfilme ab 1895 liefen nicht stumm: Ein Pianist, ein kleines Orchester oder eine Kinoorgel begleiteten die Vorführung live im Saal. Die Kinoorgel war eine Pfeifenorgel mit Geräuschregistern, mit der ein einziger Spieler auch Sturm und Hufschlag erzeugte. Camille Saint-Saëns schrieb 1908 für den französischen Film L'Assassinat du duc de Guise eine eigene Partitur, die als erste komponierte Filmmusik gilt.

Mit dem Tonfilm ab 1927 wanderte die Musik auf die Tonspur und wurde damit Teil der Produktion statt der Vorführung. In Hollywood prägten europäisch geschulte Komponisten den sinfonischen Stil, darunter Max Steiner und Erich Wolfgang Korngold. Später setzten Bernard Herrmann mit der reinen Streichermusik zu Psycho, Ennio Morricone im Italowestern und Hans Zimmer mit der Verbindung aus Orchester und Elektronik eigene Marken.

Häufige Fragen zur Filmmusik

Was ist ein Leitmotiv in der Filmmusik?

Ein Leitmotiv ist eine kurze Tonfolge, die im Film für eine bestimmte Figur, einen Ort oder eine Idee steht und immer wiederkehrt, wenn diese auftaucht. Der Komponist verändert Tempo, Tongeschlecht und Besetzung des Motivs, um die Lage der Figur zu zeigen. Die Technik stammt aus der Oper des 19. Jahrhunderts.

Was ist der Unterschied zwischen diegetischer und nichtdiegetischer Musik?

Diegetische Musik hat eine Quelle in der Filmhandlung, etwa ein Radio, eine Band im Bild oder eine singende Figur, und die Figuren können sie hören. Nichtdiegetische Musik hat keine Quelle im Bild und erreicht nur den Zuschauer. Der größte Teil jeder Filmmusik ist nichtdiegetisch.

Was bedeutet Underscoring in der Filmmusik?

Underscoring bezeichnet Musik, die unter Dialog oder Handlung liegt und die Szene stützt, ohne selbst in den Vordergrund zu treten. Sie bleibt leise, verzichtet auf eigene Höhepunkte und meidet die Tonhöhen der Sprechstimme, damit jedes Wort verständlich bleibt.

Wann entstand die erste Filmmusik?

Musik begleitete den Film von Anfang an, ab 1895 live im Vorführsaal durch Pianisten, kleine Orchester oder eine Kinoorgel. Als erste eigens komponierte Filmpartitur gilt die Musik von Camille Saint-Saëns zu L'Assassinat du duc de Guise von 1908. Auf der Tonspur liegt Filmmusik erst seit dem Tonfilm ab 1927.

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