Guitarrón

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Bild: Jean Pierre Carre / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Guitarrón ist das Bassinstrument der mexikanischen Mariachi-Kapelle: ein großer, bundloser Zupfkasten mit sechs dicken Saiten und einem bauchig gewölbten Boden statt eines flachen Gitarrenbodens. Er übernimmt in der Besetzung die Rolle, die in anderen Ensembles der Kontrabass oder die Bassgitarre trägt, und bildet zusammen mit der Vihuela das Fundament der Mariachi-Musik. Mit dem chilenischen Guitarrón Chileno, einem 24- bis 26-saitigen Begleitinstrument der Gesangstradition Canto a lo Poeta, ist er trotz des gemeinsamen Namens nicht verwandt.

Der Guitarrón ist das Bassinstrument der mexikanischen Mariachi-Kapelle: ein großer, bundloser Zupfkasten mit sechs dicken Saiten und einem bauchig gewölbten Boden. Er übernimmt in der Besetzung die Funktion, die in anderen Ensembles der Kontrabass oder die Bassgitarre trägt. Unter demselben Namen existiert ein völlig anderes Instrument, der chilenische Guitarrón Chileno mit 24 bis 26 Saiten und flachem Gitarrenkorpus, der mit dem mexikanischen Bassinstrument nur den Namen teilt. Dieser Artikel beschreibt ausschließlich den mexikanischen Guitarrón aus der Mariachi-Musik.

6Saiten, alle bundlos gegriffen
0Bünde am Hals
~100 cmKorpuslänge
BassRolle in der Mariachi-Kapelle

Was unterscheidet den Guitarrón vom chilenischen Guitarrón Chileno?

Der mexikanische Guitarrón und der chilenische Guitarrón Chileno sind zwei unabhängige Instrumente, die nur den Namen teilen. Der Guitarrón Chileno trägt 24 bis 26 Saiten auf einem flachen, gitarrenförmigen Korpus und begleitet die gesungene Dichtkunst Canto a lo Poeta; seine Bauart geht eher auf die Vihuela der spanischen Renaissance zurück. Der mexikanische Guitarrón dagegen hat sechs Saiten, einen bauchig gewölbten Korpus ohne Bünde und entwickelte sich unabhängig aus der spanischen Bajo de uña des 16. Jahrhunderts. Er dient als Bassinstrument der Mariachi-Musik, der Guitarrón Chileno dagegen als Melodie- und Begleitinstrument der chilenischen Gesangstradition. Wer im Netz nach Guitarrón sucht, findet deshalb zwei grundverschiedene Instrumente unter fast demselben Namen.

Guitarrón und Guitarrón Chileno sind trotz des gemeinsamen Namens nicht verwandt. Der mexikanische Guitarrón ist ein sechssaitiges Bassinstrument der Mariachi-Musik, der chilenische Guitarrón Chileno ein 24- bis 26-saitiges Begleitinstrument der Gesangstradition Canto a lo Poeta.

Wie ist der Korpus des Guitarrón aufgebaut?

Der Korpus des Guitarrón ist deutlich größer als der einer Gitarre und misst insgesamt etwa 95 bis 100 Zentimeter bei einem Gewicht von rund 5 bis 7 Kilogramm. Sein Rücken besteht aus zwei Brettern, die in einem Winkel zueinander stehen und dadurch eine flache, bauchige Wölbung bilden statt des flachen Bodens einer gewöhnlichen Gitarre. Diese Wölbung vergrößert das Luftvolumen im Korpusinneren und trägt so einen Teil der Bassresonanz, die bei einer flachen Gitarre allein über das Schallloch und die Decke entsteht. Der Hals trägt keine Bünde, die Tonhöhe ergibt sich also allein aus der Fingerposition auf dem Griffbrett.

Gitarre Boden flach Guitarrón Boden bauchig, aus zwei Brettern im Winkel mehr Luftvolumen
Der bauchig gewölbte Boden des Guitarrón fasst mehr Luftvolumen als der flache Boden einer Gitarre gleicher Breite und verstärkt dadurch die tiefen Frequenzen.

Welche Saiten und welche Stimmung hat der Guitarrón?

Der Guitarrón trägt sechs Saiten: Die drei hohen bestehen aus Nylon, die drei tiefen aus umsponnenem Metall. Von der tiefsten zur höchsten Saite ist er auf A1, D2, G2, C3, E3, A2 gestimmt und damit deutlich tiefer als eine Gitarre. Die höchste Saite liegt dabei eine Oktave über der tiefsten und nicht durchgehend höher als ihre jeweilige Nachbarsaite; diese Anordnung heißt reentrante Stimmung.

MerkmalGuitarrón (mexikanisch)
FamilieZupfinstrument, Bassinstrument der Gitarrenfamilie
HerkunftMexiko, entwickelt aus der spanischen Bajo de uña des 16. Jahrhunderts
Saiten6, hohe drei aus Nylon, tiefe drei umsponnen
StimmungA1, D2, G2, C3, E3, A2 (reentrant)
Bündekeine, bundloses Griffbrett
Korpusgroß, bauchig gewölbter, zweiteiliger Boden
Korpuslängeetwa 95 bis 100 Zentimeter
Gewichtetwa 5 bis 7 Kilogramm
Rolle im EnsembleBassinstrument der Mariachi-Kapelle
Nicht zu verwechseln mitGuitarrón Chileno (Chile, 24 bis 26 Saiten, flacher Korpus)

Wie spielt man den Guitarrón?

Guitarronistas zupfen die Saiten mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand. Anders als bei einer Gitarre ziehen sie die Saiten vom bundlosen Griffbrett gerade nach außen weg, statt sie quer anzuschlagen, und erzeugen so den kräftigen, perkussiven Anschlag, für den das Instrument bekannt ist. Meist verdoppeln sie die Töne in der Oktave und spielen wandernde Basslinien, die von einem Akkordgrundton zum nächsten führen. Weil der Hals keine Bünde besitzt, verlangt jede Tonhöhe ein geschultes Gehör; eine falsch gegriffene Position lässt sich nicht wie bei einer bebundeten Gitarre ertasten, erlaubt dafür aber Glissando-Effekte und feine Intonationskorrekturen, die ein bebundetes Griffbrett nicht zulässt.

Welche Rolle spielt der Guitarrón in der Mariachi-Kapelle?

Der Guitarrón übernimmt in der Mariachi-Kapelle die Rolle, die in anderen Ensembles der Kontrabass oder die Bassgitarre trägt: Er liefert das harmonische Fundament, über dem sich Geigen, Trompeten und Gesang bewegen. Gemeinsam mit der Vihuela, die im oberen Register Akkorde und Rhythmus liefert, bildet er das Fundament vieler Mariachi-Stücke. Im Son Jalisciense, einer Spielart mexikanischer Volksmusik aus dem 19. Jahrhundert, aus der sich große Teile des heutigen Mariachi-Repertoires entwickelten, ersetzte der Guitarrón nach und nach die zuvor übliche Harfe und übernahm gemeinsam mit einer Vihuela und zwei Geigen die Begleitung. Typisch für diese Musik ist die Sesquialtera, ein Rhythmus, der einen Takt im 6/8-Takt mit einem Takt im 3/4-Takt abwechselt; der Guitarrón betont darin die tragenden Schläge und hält damit das Tempo für das ganze Ensemble.

Woher stammt der Guitarrón?

Der Guitarrón entwickelte sich unabhängig aus der spanischen Bajo de uña des 16. Jahrhunderts, einem mit den Fingernägeln gezupften Bassinstrument. Er ist damit keine bloße Vergrößerung der Gitarre, auch wenn beide Instrumente entfernt verwandt sind. Im Westen Mexikos, wo im 19. Jahrhundert die Mariachi-Ensembles entstanden, löste er nach und nach die Harfe als Bassinstrument ab und gehört seither zur festen Besetzung neben Vihuela, Geigen und Trompeten.

Häufige Fragen zum Guitarrón

Ist der Guitarrón dasselbe Instrument wie der chilenische Guitarrón Chileno?

Nein, der mexikanische Guitarrón und der chilenische Guitarrón Chileno sind unterschiedliche Instrumente, die nur den Namen teilen. Der mexikanische Guitarrón hat sechs Saiten, einen bauchig gewölbten Korpus und dient als Bassinstrument der Mariachi-Musik. Der chilenische Guitarrón Chileno hat 24 bis 26 Saiten, einen flachen, gitarrenförmigen Korpus und begleitet die gesungene Dichtkunst Canto a lo Poeta.

Wie viele Saiten hat der Guitarrón?

Der mexikanische Guitarrón hat sechs Saiten: drei hohe aus Nylon und drei tiefe aus umsponnenem Metall. Er ist bundlos und tiefer gestimmt als eine Gitarre, mit der Reihenfolge A1, D2, G2, C3, E3, A2 von der tiefsten zur höchsten Saite.

Welche Rolle spielt der Guitarrón in der Mariachi-Musik?

Der Guitarrón ist das Bassinstrument der Mariachi-Kapelle und übernimmt dort die Funktion, die in anderen Ensembles der Kontrabass oder die Bassgitarre trägt. Gemeinsam mit der Vihuela bildet er das rhythmische und harmonische Fundament, über dem Geigen, Trompeten und Gesang liegen.

Warum hat der Guitarrón keine Bünde?

Der Guitarrón hat keine Bünde, weil sein Hals dem Vorbild älterer, bundloser Bassinstrumente wie der spanischen Bajo de uña folgt. Die Tonhöhe ergibt sich allein aus der Fingerposition auf dem Griffbrett, was ein geschultes Gehör verlangt, gleichzeitig aber Glissando-Effekte und feine Intonationskorrekturen erlaubt.

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