Der Guzheng ist eine chinesische Wölbbrettzither mit traditionell 21 Saiten, die jeweils über einen eigenen, beweglichen Steg laufen. Die rechte Hand zupft die Saiten mit Plektren aus Kunststoff, Harz oder Horn, die linke Hand drückt sie links des Stegs herunter und verändert damit Tonhöhe und Klangfarbe. Die Grundstimmung ist pentatonisch: Fünf Töne je Oktave wiederholen sich über die gesamte Saitenzahl. Historisch reichte die Saitenzahl von 13 bis 26, seit 1961 gilt die 21-saitige Bauform als Standard. Oft wird der Guzheng mit der Guqin verwechselt, einem anderen, älteren chinesischen Zupfinstrument ohne Stege und Bünde.
Wie ist der Guzheng aufgebaut?
Der Guzheng besteht aus einem langen, trapezförmigen Korpus mit gewölbter Oberseite, meist aus Wutong-Holz (Firmiana), und einer flachen Unterseite mit Schalllöchern. Über die Decke sind bei der heutigen Standardbauform 21 Saiten gespannt, historisch reichte die Zahl von 13 bis 26. Jede Saite liegt auf einem eigenen, frei verschiebbaren Steg, mit dem sich ihre Tonhöhe unabhängig von den übrigen Saiten einstellen lässt. Bünde oder Bundstäbchen besitzt der Guzheng nicht: Allein die Position des Stegs legt fest, welchen Ton eine Saite klingen lässt.
| Merkmal | Guzheng |
|---|---|
| Familie | Wölbbrettzither mit beweglichen Stegen, Zupfinstrument |
| Herkunft | China, Vorläufer Se, älteste Funde aus der Zeit der Streitenden Reiche |
| Saitenzahl | heute meist 21, historisch 13 bis 26 |
| Saitenmaterial | früher Seide, heute Stahl mit Nylonumspinnung |
| Korpuslänge | rund 1,60 Meter |
| Decke | gewölbtes Wutong-Holz (Firmiana) |
| Stimmung | pentatonisch, fünf Töne je Oktave |
| Spielweise | rechte Hand zupft mit Plektren, linke Hand drückt links des Stegs |
Wie unterscheidet sich der Guzheng vom Guqin?
Der Guzheng trägt unter jeder Saite einen eigenen, beweglichen Steg, der Guqin besitzt keinen einzigen. Die Guqin ist ein bundloses chinesisches Zupfinstrument mit nur sieben Saiten, die ohne Stege direkt über den flachen, langen Korpus gespannt und an Stimmwirbeln gestimmt sind. Beim Guzheng dagegen legt jede der heute meist 21 Saiten ihre Tonhöhe über die Position ihres eigenen Stegs fest. Beide Instrumente werden nur mit den Fingern gezupft, doch beim Guzheng trägt die rechte Hand meist Plektren, während die Guqin ausschließlich mit den bloßen Fingerkuppen gespielt wird. Auch die Lautstärke unterscheidet die beiden deutlich: Der Guzheng klingt heller und lauter, die Guqin leiser und zurückhaltender.
Bewegliche Stege trennen den Guzheng von der Guqin. Der Guzheng stimmt jede Saite über einen eigenen, verschiebbaren Steg. Die Guqin kommt vollständig ohne Stege aus und wird allein über ihre sieben Stimmwirbel gestimmt.
Wie wird der Guzheng gestimmt?
Der Guzheng wird pentatonisch gestimmt: Fünf Töne je Oktave wiederholen sich über die gesamte Saitenzahl, sodass bei 21 Saiten gut vier Oktaven zur Verfügung stehen. Das Intervallmuster der fünf Stufen folgt der Reihenfolge Ganzton, Ganzton, kleine Terz, Ganzton, kleine Terz; die chinesische Musiktheorie nennt die fünf Stufen Gong, Shang, Jue, Zhi und Yu. Jede Saite ist fest auf genau einen dieser Töne eingestellt, veränderbar nur durch Verschieben ihres eigenen Stegs nach links oder rechts. Töne außerhalb dieser fünf Stufen entstehen nicht über zusätzliche Saiten, sondern dadurch, dass die linke Hand die Saite links des Stegs herunterdrückt und die Tonhöhe so um einen Halb- oder Ganzton anhebt. Für ein Stück in einer anderen Grundtonart verschiebt der Spieler stattdessen sämtliche Stege gemeinsam auf die neue Stimmung.
Wie spielt man den Guzheng?
Der Spieler sitzt vor dem liegenden Instrument und zupft mit der rechten Hand die Saiten rechts der Stege, meist mit Plektren aus Kunststoff, Harz oder Horn an Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Traditionell übernimmt die linke Hand links der Stege alle tonverändernden Techniken: Drücken erzeugt Vibrato, Ziehen einen Gleitton, kurzes Antippen einen Oberton eine Oktave höher. In moderner Spielweise spielt die linke Hand zusätzlich rechts der Stege eigene Stimmen, statt nur zu verzieren. Eine typische Zupftechnik ist das Tremolo: Der rechte Daumen bewegt sich sehr schnell wiederholt über eine einzelne Saite und erzeugt so einen anhaltend klingenden Ton. Schnelle Läufe über mehrere benachbarte Saiten ergänzen die Zupftechnik.
Woher stammt der Guzheng?
Der Guzheng geht auf die Se zurück, eine ältere chinesische Zither mit deutlich mehr Saiten und größerem Korpus. Der älteste bekannte Fund eines Zheng-Instruments besitzt 13 Saiten und wird in die Zeit der Streitenden Reiche datiert (475 bis 221 vor Christus). In der Qin-Dynastie (221 bis 206 vor Christus) verbreitete sich der Zheng, in der Tang-Dynastie (618 bis 907) galt er als eines der meistgespielten Instrumente Chinas. Erst 1961 stellten Xu Zhengao und Wang Xunzhi nach zweijähriger Entwicklungsarbeit die erste 21-saitige Bauform vor, die seither als Standard gilt und mit Stahlsaiten in Nylonumspinnung eine größere Lautstärke und einen größeren Tonumfang erreicht. Über Handelswege und kulturellen Austausch entstanden aus dem chinesischen Zheng zwei verwandte ostasiatische Wölbbrettzithern: der japanische Koto und das koreanische Gayageum, beide ebenfalls mit einem beweglichen Steg unter jeder Saite.
Welche Musikstile und Stücke prägen den Guzheng?
Mehrere regionale Spielschulen prägen das traditionelle Repertoire: die nordchinesischen Schulen Shandong und Henan sowie die südchinesischen Schulen Chaozhou, Hakka und Zhejiang. Die Henan-Schule setzt häufige Gleittöne und ein rasches Daumentremolo ein, die Zhejiang-Schule übernimmt Techniken der Pipa wie schnelle Sechzehntel-Läufe. Zum bekannten Repertoire zählt "Yu Zhou Chang Wan" (Abendgesang der Fischer), das Lou Shuhua 1938/39 komponierte und das als Beginn einer neuen Epoche der Guzheng-Musik gilt. Ebenfalls fest im Repertoire verankert ist "Zhan Tai Feng" (Kampf gegen den Taifun), das Wang Changyuan 1965 komponierte und das in virtuosen, perkussiven Passagen den Kampf von Hafenarbeitern gegen einen Taifun schildert. Seit den 1950er-Jahren entstehen zudem Kompositionen, die nördliche und südliche Stile bewusst mischen, seit den 1980er-Jahren auch experimentelle Stücke, die von der pentatonischen Stimmung abweichen. Heute taucht der Guzheng außerdem in Filmmusik und in Fusion-Produktionen auf, die traditionelle chinesische Klänge mit Pop, Jazz oder elektronischer Musik verbinden.
Häufige Fragen zum Guzheng
Was unterscheidet den Guzheng von der Guqin?
Der Guzheng unterscheidet sich von der Guqin durch bewegliche Stege und eine höhere Saitenzahl. Beim Guzheng liegt jede der heute meist 21 Saiten auf einem eigenen, verschiebbaren Steg, während die Guqin nur sieben Saiten besitzt, die ohne Stege direkt über den flachen Korpus gespannt sind. Der Guzheng klingt zudem heller und lauter und wird meist mit Plektren gezupft, die Guqin leiser und ausschließlich mit den bloßen Fingerkuppen.
Wie viele Saiten hat ein Guzheng?
Ein Guzheng hat heute meist 21 Saiten. Historisch schwankte die Zahl zwischen 13 und 26 Saiten, gebräuchlich waren unter anderem 13, 16 und 18 Saiten. Die 21-saitige Bauform setzten Xu Zhengao und Wang Xunzhi 1961 als Standard durch. In Südchina und in Taiwan spielen manche Musiker bis heute die 16-saitige Form.
Wie wird ein Guzheng gestimmt?
Ein Guzheng wird pentatonisch gestimmt, wobei sich fünf Töne je Oktave über die gesamte Saitenzahl wiederholen. Jede Saite ist über ihren eigenen, verschiebbaren Steg auf genau einen dieser fünf Töne eingestellt. Töne außerhalb dieser Stufen erzeugt die linke Hand, indem sie die Saite links des Stegs herunterdrückt und die Tonhöhe damit anhebt.
Welche Instrumente sind mit dem Guzheng verwandt?
Mit dem Guzheng verwandt sind der japanische Koto und das koreanische Gayageum, beide Wölbbrettzithern mit beweglichen Stegen, die historisch aus dem chinesischen Zheng hervorgingen. Näher verwandt im Namen, aber technisch grundverschieden ist die Guqin, ein weiteres chinesisches Zupfinstrument ohne Stege und mit nur sieben Saiten, das häufig mit dem Guzheng verwechselt wird.




