Gayageum

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Zusammenfassung

Das Gayageum ist ein traditionelles koreanisches Zupfinstrument aus der Zither-Familie, das seit dem 6. Jahrhundert existiert und der Überlieferung nach auf das Gaya-Königreich zurückgeht, dem es seinen Namen verdankt. Es besteht aus einem langen, gewölbten Holzkorpus mit traditionell zwölf Seidensaiten, die jeweils über einen beweglichen, gänsefußförmigen Steg gespannt sind; moderne Varianten haben bis zu 25 Saiten. Das Gayageum wird ausschließlich mit den Fingern gezupft, nie mit einem Bogen gestrichen.

Das Gayageum ist ein traditionelles koreanisches Zupfinstrument aus der Zither-Familie, das seit dem 6. Jahrhundert existiert und der Überlieferung nach auf das Gaya-Königreich zurückgeht, dem es seinen Namen verdankt. Es besteht aus einem langen, gewölbten Holzkorpus mit traditionell zwölf Seidensaiten, die jeweils über einen beweglichen, gänsefußförmigen Steg gespannt sind; moderne Varianten haben bis zu 25 Saiten. Das Gayageum wird ausschließlich mit den Fingern gezupft, nie mit einem Bogen gestrichen. Es hat einen weichen, warmen Klang und wird sowohl in traditioneller als auch in zeitgenössischer koreanischer Musik gespielt. Als eines der wichtigsten Instrumente der koreanischen Musikkultur wird es weltweit geschätzt.

Wie klingt das Gayageum?

Der Klang des Gayageum ist weich, rund und obertonreich. Durch die Seidensaiten, bei modernen Instrumenten oft mit Nylon ummantelt, entsteht ein warmer, leicht gedämpfter Ton, der sich deutlich von den helleren, metallischen Klängen westlicher Zithern unterscheidet. Weil jede Saite einen eigenen, verschiebbaren Steg hat, lässt sie sich einzeln nachstimmen; zugleich kann der Spieler durch Drücken der Saite hinter dem Steg den Ton nach dem Anschlagen noch in der Höhe beugen, was dem Gayageum seine charakteristischen gleitenden Verzierungen verleiht. Der Klang reicht von tiefen, resonanten Basstönen auf den dicken Saiten bis zu klaren, hellen Tönen auf den dünnen Saiten.

Woraus besteht das Gayageum?

Das Gayageum besteht aus einem langen, leicht gewölbten Korpus aus Paulownia-Holz, unter dem sich ein Resonanzraum befindet. Traditionell sind zwölf Seidensaiten unterschiedlicher Dicke über die Länge des Korpus gespannt; jede Saite läuft über einen eigenen, beweglichen Steg in Form eines Gänsefußes (Anjok), mit dem sich die Stimmung jeder einzelnen Saite unabhängig verändern lässt. Am oberen Ende sind die Saiten an Wirbeln oder Schnüren befestigt, am unteren Ende um ein festes Saitenende gewickelt. Neben dem klassischen Zwölfsaiter mit sanftem Klang für traditionelle Hofmusik gibt es seit dem 20. Jahrhundert auch modernere Bauformen mit bis zu 25 Nylon- oder Metallsaiten für ein größeres Volumen und einen kräftigeren Ton in zeitgenössischer Musik.

Wie spielt man das Gayageum?

Das Gayageum wird traditionell auf dem Boden sitzend gespielt: Der Spieler legt das Instrument quer über die Oberschenkel, das breitere, tiefere Ende ruht auf dem Boden oder auf dem rechten Knie, während das schmalere Ende leicht angehoben ist.

Mit der rechten Hand zupft der Spieler die Saiten mit den Fingerkuppen oder Fingernägeln, Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger kommen dabei zum Einsatz, ähnlich wie beim Fingerstyle-Spiel auf einer Gitarre. Die linke Hand liegt auf den Saiten links vom Steg und drückt oder zieht sie dort, um den bereits angeschlagenen Ton in der Höhe zu beugen, ein charakteristisches Vibrato zu erzeugen oder gezielt die für koreanische Musik typischen Mikrotöne zu spielen.

Weil jede Saite einen eigenen beweglichen Steg hat, kann eine Saite zwischen Stücken schnell umgestimmt werden, ohne die Stimmung der übrigen Saiten zu beeinflussen. Ein Bogen kommt beim Gayageum nicht zum Einsatz, gestrichen wird stattdessen die verwandte Ajaeng, eine tiefere koreanische Zither, die mit einem harzbestrichenen Holzstab gespielt wird.

Das Gayageum kann sowohl solistisch als auch als Begleitinstrument für Gesang eingesetzt werden, wobei der Spieler beim sogenannten Gayageum-Byeongchang gleichzeitig singt und dabei die eigene Gesangslinie auf dem Instrument begleitet.

Typische Musikstile mit dem Gayageum

In der höfischen Musik (Jeongak) wird das klassische Zwölfsaiter-Gayageum für ruhige, meditative Stücke mit langsamen Tempi verwendet. In der Volksmusiktradition Sanjo dagegen zeigt sich die virtuose Seite des Instruments: Sanjo für Gayageum ist eine anspruchsvolle Solo-Form mit wechselnden Rhythmen (Jangdan), die stufenweise vom langsamen zum schnellen Tempo führt und dem Spieler viel Raum für individuelle Interpretation und Improvisation lässt.

Seit dem 20. Jahrhundert experimentieren Komponisten mit modernen Gayageum-Varianten mit mehr Saiten, um das Instrument für zeitgenössische klassische Musik, Filmmusik und Crossover-Projekte mit Jazz oder Pop zu öffnen. Musiker wie Hwang Byung-ki und jüngere Interpretinnen wie Luna Lee haben das Instrument über die traditionelle koreanische Musik hinaus bekannt gemacht. Auch in der südkoreanischen Popmusikindustrie wird das Gayageum gelegentlich als klangliches Erkennungsmerkmal eingesetzt, um traditionelle Elemente bewusst mit zeitgenössischen Produktionen zu verbinden und dem Klangbild eine unverwechselbar koreanische Note zu geben.

Bekannte Lieder mit dem Gayageum

1. "Sanjo" für Gayageum, in der Tradition von Kim Juk-pa und späteren Meistern begründet: die bedeutendste virtuose Solo-Form für das Instrument, mit oft über 20 Minuten Spieldauer.

2. "Sinawi", eine traditionelle koreanische Ensembleform aus dem schamanistischen Ritualkontext, in der das Gayageum improvisatorisch mit anderen Instrumenten wie Piri und Daegeum zusammenspielt.

3. Der Komponist und Gayageum-Meister Hwang Byung-ki (1936-2018) gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts für das Instrument und schrieb mit Stücken wie "Chimhyang-Mu" wichtige Werke für das moderne Konzertrepertoire.

4. In der zeitgenössischen Szene macht die Musikerin Luna Lee das Gayageum international bekannt, indem sie westliche Rock- und Bluesstücke auf dem traditionellen Instrument neu interpretiert.

5. Auch in koreanischen Filmmusiken und modernen K-Musik-Produktionen taucht das Gayageum gelegentlich auf, um einen traditionellen koreanischen Klangcharakter einzubringen und historische Szenen oder Kostümdramen musikalisch stimmig zu untermalen.

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