Gibson ist ein US-amerikanischer Instrumentenhersteller, der 1902 in Kalamazoo im Bundesstaat Michigan gegründet wurde. Firmensitz ist heute Nashville, Tennessee, während die Westerngitarren in einem eigenen Werk im Bundesstaat Montana entstehen. Bekannt wurde Gibson zunächst mit Mandolinen und gewölbten Archtop-Gitarren, ehe der Hersteller später auch bei E-Gitarren zum Vorreiter wurde. Seit 1957 gehört zudem die Marke Epiphone zum Konzern und deckt das günstigere Preissegment ab. Baureihen wie J-45, Hummingbird, Dove und SJ-200 prägen bis heute, wie eine Gibson-Westerngitarre aussieht.
Wo liegen Ursprung und Firmensitz von Gibson?
Gibson geht auf den Instrumentenbauer Orville Gibson zurück, der die Gibson Mandolin-Guitar Manufacturing Co. im Jahr 1902 in Kalamazoo, Michigan, gründete. Das Unternehmen baute zunächst Mandolinen und Archtop-Gitarren mit gewölbter Decke, wie sie zuvor nur bei Violinen üblich war. 1981 verlegte Gibson den Firmensitz nach Nashville, Tennessee, 1984 schloss das Werk in Kalamazoo endgültig. Seither führt Gibson seine Geschäfte von Nashville aus, wo bis heute auch die E-Gitarren-Produktion liegt.
Wo baut Gibson seine Westerngitarren?
Gibson baut seine Westerngitarren getrennt von den E-Gitarren in einem eigenen Werk in Bozeman, Montana. Die Grundlage dafür legte die Übernahme der Flatiron Mandolin Company im Jahr 1987, aus deren Werkstatt 1989 die heutige Akustikfertigung hervorging. Während in Nashville also Modelle wie Les Paul oder SG entstehen, verlässt jede Gibson-Westerngitarre die Fertigung in Montana. Die Trennung nach Standort spiegelt innerhalb des Konzerns die Trennung nach Instrumententyp.
Was unterscheidet runde und eckige Schultern bei Gibson-Westerngitarren?
Runde und eckige Schultern bezeichnen bei Gibson-Westerngitarren die Form des oberen Korpusbereichs direkt am Halsansatz. Bei einer runden Schulter läuft die Zarge dort in einem durchgehenden Bogen ohne sichtbaren Knick zur Seite hinunter. Bei einer eckigen Schulter verläuft die obere Kontur zunächst flacher und bricht dann deutlicher in die Seite um, wodurch der obere Bereich kantiger wirkt. Die Dreadnought J-45 aus dem Jahr 1942 zählt zu den rundschultrigen Modellen von Gibson und gilt bis heute als meistverkauftes Akustikmodell des Herstellers, weshalb sie werksintern den Spitznamen Workhorse trägt. Hummingbird von 1960 und Dove von 1962 führten dagegen die eckige Schulter bei Gibson ein: Die Hummingbird war das erste eckschultrige Dreadnought-Modell der Marke.
Welche Baureihen prägen die Gibson-Westerngitarren?
Vier Baureihen ziehen sich durch die Geschichte der Gibson-Westerngitarre und stehen bis heute im Katalog des Herstellers.
| Baureihe | Baujahr | Korpusform | Kennzeichen |
|---|---|---|---|
| J-45 | 1942 | Dreadnought, runde Schulter | Meistverkauftes Akustikmodell von Gibson, Korpus aus Mahagoni |
| Hummingbird | 1960 | Dreadnought, eckige Schulter | Erstes eckschultriges Gibson-Modell, Schlagbrett mit Kolibri-Gravur |
| Dove | 1962 | Dreadnought, eckige Schulter | Korpus aus Ahorn, Mensur von 25,5 Zoll |
| SJ-200 | 1938 | Jumbo | Ursprünglich als Super Jumbo 200 verkauft, Korpus bis 1947 aus Palisander, danach meist aus Ahorn |
Die SJ-200 entstand 1937 als Einzelanfertigung für den singenden Filmcowboy Ray Whitley und ging ein Jahr später als Super Jumbo in Serie. Der Namenszusatz 200 verweist auf den ursprünglichen Verkaufspreis von 200 US-Dollar. Mit ihrem großen Jumbo-Korpus unterscheidet sich die SJ-200 von den drei Dreadnought-Modellen und bietet mehr Volumen bei tiefen Tönen.
Wie positioniert sich Gibson im Markt für Westerngitarren?
Gibson stellt seine Westerngitarren komplett in den USA her und positioniert sie damit im oberen Preissegment, in dem auch Hersteller wie Martin stehen. Wer eine günstigere Gitarre im Gibson-Design sucht, findet sie bei der konzerneigenen Marke Epiphone, die Gibson 1957 übernahm und seither als preisgünstigeres Gegenstück führt. Viele Epiphone-Modelle tragen dieselben Namen wie ihre Gibson-Vorbilder, etwa als Epiphone Hummingbird, werden aber überwiegend im Ausland gefertigt. Diese Zweiteilung erlaubt es Gibson, das eigene Markenkürzel für in den USA gebaute Instrumente zu reservieren, während Epiphone den Einstieg abdeckt.
Der Standort Bozeman trennt Gibsons Westerngitarren von den E-Gitarren aus Nashville. Beide Fertigungen laufen unter demselben Markennamen, aber räumlich und organisatorisch getrennt voneinander.



