Höfner ist ein deutscher Musikinstrumentenhersteller mit Sitz in Baiersdorf bei Erlangen. Karl Höfner, ein ausgebildeter Geigenbauer, gründete das Unternehmen im Dezember 1887 im böhmischen Schönbach, dem heutigen Luby in Tschechien. Weltweite Bekanntheit erreichte die Marke ab den späten 1950er Jahren durch einen Bass, nicht durch eine Gitarre: Der Halbresonanzbass 500/1 wurde als sogenannter Beatle Bass berühmt, weil Paul McCartney ihn bei den Beatles spielte. Neben Bässen, Streich- und Konzertinstrumenten hat Höfner über Jahrzehnte hinweg auch Westerngitarren gebaut, allerdings als Nebenlinie neben dem bekannteren Bass-Geschäft.
1887Gründungsjahr
Baiersdorfheutiger Sitz
1954 bis 1997historische Western-Baureihe
GEWA musicEigentümer seit 2026
Woher stammt der Gitarrenhersteller Höfner?
Der Gitarrenhersteller Höfner stammt aus Schönbach in Böhmen, einem der Zentren des Streich- und Zupfinstrumentenbaus im 19. Jahrhundert. Karl Höfner gründete den Betrieb dort im Dezember 1887 und baute zunächst vor allem Streichinstrumente. 1919 und 1921 traten seine Söhne Josef und Walter in die Firma ein; in den 1910er und 1920er Jahren kamen Zupfinstrumente und die Konzertgitarre ins Sortiment. Bis zum Zweiten Weltkrieg wuchs Höfner zum größten Hersteller von Streich- und Zupfinstrumenten im deutschsprachigen Raum. Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei nach 1945 verlor die Familie den Standort Schönbach und baute das Unternehmen 1948 in Möhrendorf bei Erlangen neu auf. Von dort zog Höfner später in das benachbarte Baiersdorf um, wo der Betrieb bis heute sitzt.
| Merkmal | Höfner |
| Gründung | Dezember 1887 in Schönbach, heute Luby (Tschechien) |
| Gründer | Karl Höfner, Geigenbauer |
| Heutiger Sitz | Baiersdorf bei Erlangen |
| Bekanntestes Modell | Halbresonanzbass 500/1, genannt Beatle Bass |
| Historische Western-Baureihe | 1954 bis in die 1990er Jahre, unter anderem die Modelle 489 und 492 |
| Eigentümer seit 2026 | GEWA music GmbH; Markenrechte bei der Streetlife Music GmbH |
Wofür ist Höfner weltweit bekannt?
Weltweit bekannt ist Höfner in erster Linie für einen Bass, nicht für eine Gitarre. Der Halbresonanzbass 500/1 kam 1956 auf den Markt und wurde ab 1961 zum Markenzeichen von Paul McCartney, der ihn bei den Beatles spielte; Fachpresse und Fans nennen das Modell seitdem Beatle Bass. Dieser Ruf überstrahlt bis heute alle anderen Instrumente aus Baiersdorf, auch die eigene Bassgitarre-Verwandtschaft im Kontrabass- und E-Bass-Bereich und erst recht die Westerngitarren des Hauses. Wer nach Höfner sucht, findet zuerst den Bass und die Geschichte der Beatles, seltener Fachartikel zu den Western-Modellen.
Höfner hat trotz des Bass-Schwerpunkts über Jahrzehnte hinweg Westerngitarren gebaut. Von 1954 bis in die 1990er Jahre lief eine eigene Western-Baureihe mit Flachdecken-Korpus. Dazu zählten unter anderem das Modell 489, laut Sammlerdokumentation die am längsten gebaute Western-Baureihe des Hauses mit laminierter Fichtendecke und Boden und Zargen aus geflammtem Ahorn, sowie die zwölfsaitige 492 aus den späten 1960er Jahren mit Dreadnought-Korpus. Die Korpusform dieser Modelle lehnte sich sichtbar an die Dreadnought-Vorbilder von Herstellern wie Martin an.
Aktuelle Kataloge von Höfner führen wieder Westerngitarren, allerdings deutlich weniger öffentlich dokumentiert als das historische Sortiment oder der Bass. Fachhändler listen einzelne Modelle mit eigenen Bezeichnungen, etwa Ausführungen mit massiver Decke und eingebautem Tonabnehmer oder mit dem kompakteren Korpus einer Konzertgitarre. Eine unabhängige Einordnung, wie sich diese Modelle im Vergleich zu etablierten Westerngitarren-Marken schlagen, liegt öffentlich kaum vor. Bei Höfner bleibt die Westerngitarre damit ein Nebenprodukt neben Bässen, Streich- und Konzertinstrumenten, kein Aushängeschild wie bei reinen Westerngitarren-Herstellern.
Wer stellt Höfner-Instrumente heute her?
Höfner-Instrumente stellt seit dem 1. April 2026 nicht mehr die Gründerfamilie her, sondern die GEWA music GmbH. Am 10. Dezember 2025 hatte die Karl Höfner GmbH & Co. KG vorläufige Insolvenz angemeldet, der Geschäftsbetrieb in Baiersdorf lief währenddessen weiter. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. März 2026 eröffnet, und einen Monat später übernahm GEWA music den Betrieb; die Markenrechte an Höfner und der Schwestermarke Paesold liegen bei der Streetlife Music GmbH, einer gemeinsamen Holding von Thomann und GEWA. Von den zuvor 52 Arbeitsplätzen am Standort blieben 24 erhalten. Die Fertigung des Beatle Bass und der übrigen Streich-, Zupf- und Westerninstrumente bleibt in Baiersdorf, eine Verlagerung ist nicht vorgesehen.
Höfner ist heute keine Familienfirma mehr, aber weiterhin ein Baiersdorfer Betrieb. Seit dem 1. April 2026 gehört die Marke zu GEWA music, die Fertigung von Bässen, Streich- und Westerninstrumenten bleibt am angestammten Standort erhalten.
Häufige Fragen zu Höfner-Westerngitarren
Wofür ist die Marke Höfner bekannt?
Die Marke Höfner ist vor allem für den Halbresonanzbass 500/1 bekannt, der als Beatle Bass in die Musikgeschichte einging, weil Paul McCartney ihn bei den Beatles spielte. Das deutsche Unternehmen mit Sitz in Baiersdorf baut daneben auch Streichinstrumente, Konzertgitarren und Westerngitarren, diese stehen aber im Schatten des Basses.
Baut Höfner Westerngitarren mit Stahlsaiten?
Ja, Höfner baut Westerngitarren mit Stahlsaiten. Von 1954 bis in die 1990er Jahre lief eine eigene Western-Baureihe mit Dreadnought-Korpus, darunter die Modelle 489 und 492. Aktuelle Kataloge führen wieder eigene Westerngitarren-Modelle, allerdings deutlich weniger öffentlich dokumentiert als die historischen Baureihen oder der Bass.
Gehört Höfner noch der Gründerfamilie?
Nein, Höfner gehört seit dem 1. April 2026 nicht mehr der Gründerfamilie. Nach einer vorläufigen Insolvenz Ende 2025 und der Verfahrenseröffnung im März 2026 übernahm die GEWA music GmbH den Betrieb; die Markenrechte liegen bei der Streetlife Music GmbH, einer gemeinsamen Holding von Thomann und GEWA. Die Fertigung bleibt am Standort Baiersdorf.
Woher kommt der Name Beatle Bass bei Höfner?
Der Name Beatle Bass geht auf den Höfner-Halbresonanzbass 500/1 zurück, den Paul McCartney ab 1961 bei den Beatles spielte. Offiziell heißt das Modell 500/1, der Beiname setzte sich über die Verbindung zur Band durch und wird bis heute für dieses Instrument verwendet, nicht für eine Westerngitarre.