Pentatonik

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Redaktion
Ein Gitarrengriffbrett von oben mit seinen Bundmarkierungen. Bild: KI generiert.
Ein Gitarrengriffbrett von oben mit seinen Bundmarkierungen. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Die Pentatonik ist eine fünfstufige Tonleiter ohne Halbtonschritte. Weil zwischen keinen zwei ihrer Töne eine kleine Sekunde oder ein Tritonus liegt, klingt jede Kombination ihrer Töne zusammen. Es gibt eine Dur- und eine Moll-Form, die denselben Tonvorrat mit unterschiedlichem Grundton nutzen. Auf dem Klavier bilden die fünf schwarzen Tasten eine Pentatonik.

Die Pentatonik ist eine Tonleiter aus fünf Tönen je Oktave, in der kein Halbtonschritt vorkommt. Der sechste Ton wiederholt den Grundton. Die fünf Töne stehen in Abständen von zwei und drei Halbtönen zueinander, sodass die schärfsten Reibungen des westlichen Tonsystems gar nicht erst auftreten. Auf der Klaviatur bilden die fünf schwarzen Tasten genau eine solche Leiter.

5Töne je Oktave
0Halbtonschritte
2Grundformen
6Töne der Blues-Skala

Was ist die Pentatonik?

Die Pentatonik ist eine fünfstufige Tonleiter, die aus der siebenstufigen Leiter durch Weglassen zweier Töne entsteht. Aus der Dur-Tonleiter fallen die vierte und die siebte Stufe weg, also genau die beiden Töne, die an den Halbtonschritten beteiligt sind. Übrig bleiben in C die Töne c, d, e, g und a.

MerkmalPentatonik
Stufenfünf verschiedene Töne, der sechste wiederholt den Grundton
Halbtonschrittekeine
Dur-PentatonikStufen 1, 2, 3, 5 und 6 der Dur-Tonleiter, in C: c, d, e, g, a
Moll-PentatonikStufen 1, 3, 4, 5 und 7 des natürlichen Moll, in a: a, c, d, e, g
Schrittmuster Dur2, 2, 3, 2, 3 Halbtöne
Schrittmuster Moll3, 2, 2, 3, 2 Halbtöne
Auf der Klaviaturdie fünf schwarzen Tasten ergeben eine Pentatonik
Blues-SkalaMoll-Pentatonik plus verminderte Quinte, sechs Töne

Warum klingen die Töne der Pentatonik in jeder Kombination zusammen?

Zwischen keinen zwei Tönen der Pentatonik liegt eine kleine Sekunde, eine große Septime oder ein Tritonus. Das sind die drei Intervalle, die im westlichen Tonsystem als schärfste Reibungen gelten. In der Dur-Pentatonik c, d, e, g, a treten nur Abstände von zwei, drei, vier, fünf, sieben, acht, neun und zehn Halbtönen auf.

Daraus folgt eine praktische Eigenschaft: Wer über einer Begleitung in C-Dur beliebige Töne aus dieser Fünfergruppe spielt, erzeugt keinen harten Zusammenklang. Deshalb steht die Pentatonik am Anfang vieler Improvisationsschulen, und deshalb funktioniert sie auf Kinderinstrumenten, deren Klangstäbe von vornherein pentatonisch gestimmt sind.

Die Pentatonik lässt genau die Töne weg, die Spannung erzeugen. Die vierte und die siebte Stufe der Dur-Tonleiter bilden untereinander einen Tritonus und liegen jeweils einen Halbton von ihren Nachbarn entfernt. Ohne sie bleibt eine Leiter übrig, in der kein Ton nach Auflösung verlangt.

Wo liegt die Pentatonik auf der Klaviatur?

Auf der Klaviatur bilden die fünf schwarzen Tasten eine vollständige Pentatonik. Sie heißen cis, dis, fis, gis und ais, gleichbedeutend des, es, ges, as und b. Ihre Abstände betragen der Reihe nach zwei, drei, zwei, zwei und drei Halbtöne. Wer am Klavier ausschließlich schwarze Tasten anschlägt, kann keinen Halbtonschritt treffen.

Halbtöne c d e f g a h c d cis dis fis gis ais cis 2 3 2 2 3 Fis-Dur-Pentatonik: fis gis ais cis dis dis-Moll-Pentatonik: dis fis gis ais cis
Die fünf schwarzen Tasten einer Oktave bilden eine Pentatonik. Die Zahlen geben den Abstand zur nächsten schwarzen Taste in Halbtönen an.

Welcher der fünf Töne als Grundton gilt, entscheidet die Begleitung. Ab fis gelesen ergibt sich die Fis-Dur-Pentatonik mit fis, gis, ais, cis, dis. Ab dis gelesen ergibt sich die dis-Moll-Pentatonik mit dis, fis, gis, ais, cis. Die Tasten bleiben dieselben, nur der Bezugspunkt wechselt.

Was unterscheidet Dur-Pentatonik und Moll-Pentatonik?

Beide benutzen denselben Tonvorrat, aber einen anderen Grundton. Die Dur-Pentatonik entsteht aus den Stufen 1, 2, 3, 5 und 6 der Dur-Tonleiter, die Moll-Pentatonik aus den Stufen 1, 3, 4, 5 und 7 der natürlichen Moll-Tonleiter. C-Dur-Pentatonik und a-Moll-Pentatonik bestehen deshalb aus denselben fünf Tönen c, d, e, g und a.

Der Unterschied liegt im ersten Schritt. Die Dur-Pentatonik beginnt mit zwei Ganztonschritten, die Moll-Pentatonik mit einer kleinen Terz. Auf der Gitarre ergibt die Moll-Pentatonik ein Griffmuster, das sich unverändert über das ganze Griffbrett verschieben lässt. Es ist der Ausgangspunkt fast jeder Rocksoloschule.

Wie entsteht aus der Pentatonik die Blues-Skala?

Die Blues-Skala entsteht, indem zur Moll-Pentatonik ein sechster Ton hinzutritt: die verminderte Quinte. In a lautet sie a, c, d, es, e, g. Der zusätzliche Ton heißt Blue Note und liegt zwischen der vierten und der fünften Stufe der Moll-Pentatonik. Sie ist das Tonmaterial, aus dem der Blues seine Melodik bezieht.

Musikalisch wirkt dieser Ton als Durchgang und wird selten ausgehalten. Er bringt die Reibung zurück, die die reine Pentatonik gerade vermeidet, und zwar an einer einzigen kontrollierten Stelle. Auf Gitarre und Mundharmonika lässt er sich durch Ziehen der Saite oder durch Bending stufenlos anspielen.

In welcher Musik kommt die Pentatonik vor?

Die Pentatonik kommt in mehreren voneinander unabhängigen Musikkulturen vor. In der chinesischen und japanischen Musik bildet sie seit Jahrhunderten die Grundlage des Tonsystems. In der schottischen und irischen Volksmusik prägt sie zahlreiche Melodien, ebenso im Gospel und in der Musik der amerikanischen Südstaaten.

Über den Blues gelangte die Moll-Pentatonik in Rock und Popmusik, wo sie bis heute das Standardmaterial für Soli liefert. Die javanische Gamelanmusik nutzt mit Slendro ebenfalls eine fünfstufige Stimmung, deren Abstände sich allerdings nicht auf einer Klaviatur abbilden lassen, weil sie nicht auf Halbtönen beruhen.

Häufige Fragen zur Pentatonik

Was ist eine Pentatonik?

Die Pentatonik ist eine Tonleiter aus fünf Tönen je Oktave ohne Halbtonschritte. Ihre Töne stehen in Abständen von zwei und drei Halbtönen zueinander. Weil zwischen keinen zwei Tönen eine kleine Sekunde oder ein Tritonus liegt, ergibt jede Kombination einen weichen Zusammenklang.

Welche Töne hat die Pentatonik?

Die Dur-Pentatonik besteht aus den Stufen 1, 2, 3, 5 und 6 der Dur-Tonleiter, in C also aus c, d, e, g und a. Die Moll-Pentatonik besteht aus den Stufen 1, 3, 4, 5 und 7 des natürlichen Moll, in a also aus a, c, d, e und g. Beide Reihen enthalten dieselben fünf Töne und unterscheiden sich nur im Grundton.

Warum bilden die schwarzen Tasten eine Pentatonik?

Die fünf schwarzen Tasten einer Oktave liegen nie unmittelbar nebeneinander, weil zwischen e und f sowie zwischen h und c keine schwarze Taste steht. Ihre Abstände betragen daher zwei oder drei Halbtöne. Damit erfüllen sie die Bedingung einer Pentatonik: fünf Töne je Oktave, kein Halbtonschritt.

Was ist der Unterschied zwischen Pentatonik und Blues-Skala?

Die Blues-Skala ist die Moll-Pentatonik mit einem zusätzlichen sechsten Ton, der verminderten Quinte. In a lautet die Moll-Pentatonik a, c, d, e, g und die Blues-Skala a, c, d, es, e, g. Dieser zusätzliche Ton heißt Blue Note und dient als Durchgangston.

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