Powerchords

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Redaktion
Eine Hand greift zwei benachbarte Saiten am Hals einer E-Gitarre im mittleren Bundbereich. Bild: KI generiert.
Eine Hand greift zwei benachbarte Saiten am Hals einer E-Gitarre im mittleren Bundbereich. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Ein Powerchord besteht aus Grundton und reiner Quinte, meist ergänzt um die Oktave des Grundtons. Weil ihm die Terz fehlt, ist er weder Dur noch Moll und heißt im Notensatz C5 statt C oder Cm. Auf der verzerrten Gitarre bleibt er klar, weil Grundton und Quinte im Verhältnis 2 zu 3 stehen und alle Kombinationstöne in dieselbe Obertonreihe fallen. Derselbe Griff aus zwei oder drei Saiten lässt sich über das ganze Griffbrett verschieben.

Ein Powerchord besteht aus dem Grundton und seiner reinen Quinte, meist ergänzt um die Oktave des Grundtons. Ihm fehlt die Terz, und ohne Terz ist der Akkord weder Dur noch Moll. Deshalb heißt er C5 und nicht C oder Cm. Auf der verzerrten Gitarre bleibt er klar, wo ein voller Dur-Akkord rau wird.

2verschiedene Töne
7Halbtöne bis zur Quinte
0Terzen
C5Schreibweise

Was ist ein Powerchord?

Ein Powerchord ist ein Akkord aus zwei verschiedenen Tönen: dem Grundton und der reinen Quinte darüber, die sieben Halbtöne misst. Über dem c ist das g. Gitarristen legen meist die Oktave des Grundtons obenauf und greifen drei Saiten; ein dritter eigener Ton kommt dabei nicht hinzu. Der klassischen Harmonielehre gilt er deshalb nicht als vollständiger Akkord.

MerkmalPowerchord
AufbauGrundton und reine Quinte, meist plus Oktave des Grundtons
Rahmenintervallreine Quinte, sieben Halbtöne
Terzfehlt
Tongeschlechtkeines, weder Dur noch Moll
SchreibweiseGrundton mit angehängter 5, zum Beispiel C5
Beispiel über cc, g, c
LagenGrundton im Bass (c, g) oder Quinte im Bass (g, c)

Warum ist ein Powerchord weder Dur noch Moll?

Ein Powerchord ist weder Dur noch Moll, weil ihm die Terz fehlt. Über das Tongeschlecht entscheidet bei Dreiklängen allein der mittlere Ton: Vier Halbtöne über dem Grundton ergeben Dur, drei Halbtöne Moll. Grundton und Quinte bleiben in beiden Fällen gleich. Wer nur sie spielt, lässt die Frage offen.

Daraus folgt die Schreibweise. Das Symbol C meint einen Durdreiklang mit großer Terz, Cm einen Molldreiklang mit kleiner Terz. C5 meint keines von beidem und nennt mit der 5 nur den Rahmen aus Grundton und Quinte.

Der Powerchord lässt genau den Ton weg, der Dur von Moll trennt. Bands nutzen das: Derselbe Riff passt unter eine Durmelodie und unter eine Mollmelodie. Welches Tongeschlecht der Hörer wahrnimmt, entscheiden Gesangslinie und Bass.

Warum klingt ein Powerchord mit Verzerrung sauber?

Verzerrung erzeugt Töne, die im Eingangssignal nicht stecken. Ein übersteuerter Verstärker verarbeitet das Signal nicht mehr geradlinig, sondern kappt die Spitzen. Aus zwei gleichzeitig klingenden Tönen entstehen dabei Kombinationstöne: die Summe beider Frequenzen, ihre Differenz und weitere Vielfache daraus.

Bei einer reinen Quinte fallen diese Kombinationstöne mit den Obertönen der beiden Töne zusammen. Klingen 200 und 300 Hertz gemeinsam, liegt der Differenzton bei 100 Hertz, der Summenton bei 500 Hertz. Alle vier Werte sind ganzzahlige Vielfache von 100 Hertz und gehören damit zu einer einzigen Obertonreihe; die neuen Töne verstärken den Klang, statt ihn zu stören.

Bei einer Terz geht die Rechnung nicht auf. Auf einer bundierten Gitarre liegt die große Terz gleichstufig rund 14 Cent über der reinen, die Quinte dagegen nur etwa zwei Cent daneben. Die Frequenzen stehen deshalb in keinem einfachen Zahlenverhältnis, und die Kombinationstöne treffen keine der beiden Obertonreihen. Sie landen dicht neben vorhandenen Teiltönen, wo Schwebungen als Rauheit hörbar werden. Ein verzerrter Dur-Akkord klingt darum matschig, und je stärker die Verzerrung, desto deutlicher der Unterschied.

Wie greift man einen Powerchord auf der Gitarre?

Der Griff liegt auf zwei oder drei benachbarten Saiten. Der Zeigefinger drückt den Grundton, der Ringfinger die Quinte zwei Bünde weiter auf der nächsthöheren Saite. Der kleine Finger ergänzt eine Saite weiter im selben Bund die Oktave. Die übrigen Saiten dämpft die Greifhand ab, denn auf der verzerrten E-Gitarre klingt jede mitschwingende Saite mit.

Der Fingerabstand ergibt sich aus der Stimmung. Zwei benachbarte Saiten liegen eine Quarte auseinander, also fünf Halbtöne, dazu kommen zwei Bünde: zusammen sieben Halbtöne, die reine Quinte. Zwischen der G- und der H-Saite liegt statt der Quarte eine große Terz, dort rutscht der Ringfinger einen Bund weiter.

Am Griff ist keine leere Saite beteiligt. Alle Töne wandern deshalb mit, sobald die Hand einen Bund weiter greift, und ein Bund entspricht einem Halbton. Eine einzige Handform bedient damit alle zwölf Grundtöne, und ein Riff lässt sich ohne Umlernen in jede Tonart schieben.

Powerchord C5 Dur-Dreiklang C E A D G H e E A D G H e x x x x 3 4 5 6 c g c hier läge die Terz 3 4 5 6 c g g c e Terz e c, g, c keine Terz, weder Dur noch Moll c, g, c, e, g mit Terz e, deshalb Dur
Beide Griffe liegen im selben Bundbereich und teilen sich die Töne c und g. Der Dur-Akkord setzt zusätzlich die Terz e auf die H-Saite, der Powerchord dämpft diese Saite ab.

Was ist die Umkehrung eines Powerchords?

Die Umkehrung setzt die Quinte in den Bass. Aus c und g wird g und c, aus dem Rahmen einer Quinte damit der einer Quarte. Der Akkord heißt weiter C5, denn sein Grundton bleibt das c.

Auf der Gitarre liegt diese Lage bequem. Weil zwei benachbarte Saiten eine Quarte auseinanderliegen, sitzen beide Töne im selben Bund, und ein Finger legt sich flach über beide. Gitarristen wechseln so zwischen den Lagen, ohne die Hand weit zu bewegen.

Welche Musik baut auf Powerchords?

Powerchords tragen Hard Rock, Punk und Metal. Diese Stile spielen die Gitarre verzerrt, und der Powerchord ist die Akkordform, die starke Verzerrung aushält.

Im Punk bleibt der Griff einfach und das Tempo hoch; viele Stücke kommen mit drei verschobenen Powerchords aus. Im Metal kommen tiefere Stimmungen und das Abdämpfen mit dem Handballen dazu, was den Ton kurz und perkussiv macht.

Häufige Fragen zu Powerchords

Was ist ein Powerchord?

Ein Powerchord ist ein Akkord aus Grundton und reiner Quinte, meist ergänzt um die Oktave des Grundtons. Über dem c sind das die Töne c, g und c. Er enthält nur zwei verschiedene Tonhöhen, denn ihm fehlt die Terz.

Warum heißt ein Powerchord C5 und nicht C oder Cm?

Ein Powerchord heißt C5, weil ihm die Terz fehlt und er deshalb kein Tongeschlecht hat. Das Symbol C steht für einen Durdreiklang mit großer Terz, Cm für einen Molldreiklang mit kleiner Terz. Die angehängte 5 nennt stattdessen die Quinte.

Warum klingen Powerchords verzerrt besser als Dur-Akkorde?

Powerchords klingen verzerrt sauberer, weil Grundton und Quinte im Frequenzverhältnis 2 zu 3 stehen. Die Kombinationstöne der Verzerrung fallen dadurch in dieselbe Obertonreihe wie die gespielten Töne. Bei einer Terz treffen sie keine Obertonreihe und erzeugen Schwebungen, die als Rauheit hörbar werden.

Wie greift man einen Powerchord auf der Gitarre?

Für einen Powerchord drückt der Zeigefinger den Grundton und der Ringfinger die Quinte zwei Bünde weiter auf der nächsthöheren Saite. Der kleine Finger ergänzt eine Saite weiter im selben Bund die Oktave. Weil keine leere Saite beteiligt ist, ergibt derselbe Griff in jedem Bund einen anderen Grundton.

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