Akkordsymbole verstehen

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Redaktion
Ein aufgeschlagenes Notenheft liegt auf den Tasten eines Klaviers. Foto: stevepb / Pixabay.
Ein aufgeschlagenes Notenheft liegt auf den Tasten eines Klaviers. Foto: stevepb / Pixabay.

Zusammenfassung

Ein Akkordsymbol nennt den Grundton als Buchstaben und hängt daran, was über dem Grundton liegt. C steht für C-Dur, Cm für C-Moll, C7 für den Dominantseptakkord, Cmaj7 für den großen Septakkord. Ziffern wie 9 oder 13 ergänzen weitere Töne, ein Schrägstrich wie in C/G nennt einen abweichenden Basston. Im deutschen Sprachraum steht H für das englische B und B für das englische Bb, und genau das ist die häufigste Verwechslung.

Ein Akkordsymbol nennt den Grundton als Buchstaben und hängt daran, was über dem Grundton liegt. C steht für C-Dur, Cm für C-Moll, C7 für den Dominantseptakkord, Cmaj7 für den großen Septakkord. Dazu kommen Ziffern für weitere Töne wie 9 oder 13 und ein Schrägstrich für einen abweichenden Basston. Das Symbol legt fest, welche Töne klingen, nicht in welcher Lage der Spieler sie greift.

CGrundton als Buchstabe
mZusatz für Moll
Hdeutsch für englisch B
/GBasston nach dem Schrägstrich

Was ist ein Akkordsymbol?

Ein Akkordsymbol ist die Kurzschrift für einen Akkord: ein Buchstabe für den Grundton, dahinter Zusätze für alles, was darüber liegt. Steht der Buchstabe allein, meint er den Durdreiklang aus Grundton, Terz und Quinte. Ein kleines m macht daraus Moll, eine Ziffer ergänzt weitere Töne. Im Leadsheet und im Songbook ersetzt es den ausgeschriebenen Notensatz.

MerkmalAkkordsymbol
GrundtonGroßbuchstabe von A bis H, hier C
TongeschlechtBuchstabe allein für Dur, kleines m für Moll
ErweiterungenZiffern hinter dem Buchstaben, C7, C9, C13
Basstonnach einem Schrägstrich, C/G
Nicht festgelegtLage, Oktave, Reihenfolge und Verdopplung der Töne
Deutsche BesonderheitH meint englisch B, B meint englisch Bb

Welche Akkordsymbole sind gebräuchlich?

Fünfzehn Symbole decken den größten Teil der Pop-, Rock- und Jazzliteratur ab. Die Tabelle löst sie über dem Grundton c auf, für jeden anderen Grundton gelten dieselben Abstände.

SymbolBedeutungTöne ab c
CDurdreiklangc e g
Cm, Cmi, C-Molldreiklangc es g
Cdim, Coverminderter Dreiklang, das o steht für einen kleinen Kreisc es ges
Caug, C+übermäßiger Dreiklangc e gis
Csus2Terz durch die Sekunde ersetztc d g
Csus4Terz durch die Quarte ersetztc f g
C6Durdreiklang mit großer Sextec e g a
C7Dominantseptakkord, Dur mit kleiner Septimec e g b
Cmaj7großer Septakkord, Dur mit großer Septimec e g h
Cm7Mollseptakkord, Moll mit kleiner Septimec es g b
Cm7b5halbverminderter Septakkordc es ges b
C9C7 mit großer Nonec e g b d
C11C9 mit Undezime, meist ohne die Terz ec e g b d f
C13C9 mit Tredezime, meist ohne die Undezime fc e g b d a
Cadd9Dreiklang mit None, ohne Septimec e g d

Die vier Symbole mit einer 7 decken vier der fünf gebräuchlichen Septakkorde ab, der verminderte kommt als Cdim7 dazu. Ein sus-Akkord klingt ohne Terz weder nach Dur noch nach Moll.

Wie ist ein Akkordsymbol aufgebaut?

Ein Akkordsymbol besteht aus bis zu vier Bausteinen in fester Reihenfolge. Der Buchstabe nennt den Grundton und ist als Einziger Pflicht. Ein Zusatz wie m, dim oder aug nennt das Tongeschlecht. Ziffern ergänzen Töne über dem Dreiklang. Nach einem Schrägstrich folgt der Basston.

Anatomie eines Akkordsymbols C maj 7 /G Grundton der Buchstabe C nennt den Ton c Erweiterung 7 legt die Septime darüber Tongeschlecht maj nennt das Tongeschlecht Dur Basston g klingt unten statt c Klingende Töne: c, e, g und h, davon g im Bass
Die vier Bausteine stehen immer in dieser Reihenfolge. In Cmaj7 legt maj zugleich fest, dass die Septime die große ist; C7 ohne maj trägt die kleine.

Fehlt der Zusatz für das Tongeschlecht, gilt Dur. Die Ziffern zählen Tonleiterstufen über dem Grundton, nicht Halbtöne: Die 7 meint die siebte Stufe, die 9 die None, die 13 die Tredezime. Die Abstände dahinter beschreibt der Artikel über Intervalle.

Warum bedeutet H im deutschen Akkordsymbol das englische B?

Im deutschen Sprachraum heißt der Ton, den englische Quellen B nennen, H. Der Buchstabe B bezeichnet dort den um einen Halbton tieferen Ton, englisch Bb. Der mittelalterliche Notensatz kannte dafür zwei Formen desselben Buchstabens, ein eckiges b für den höheren und ein rundes für den tieferen Ton. Aus der eckigen Form wurde im deutschen Schriftgebrauch ein h.

H gegen B ist die häufigste Verwechslung bei Akkordsymbolen. Ein deutsches Songbook schreibt H für den Akkord, den ein englisches B nennt, und B für dessen Bb. Wer ein internationales Leadsheet nach deutscher Lesart greift, landet dort einen Halbton zu tief. Steht im Heft irgendwo Bb, gilt die englische Lesart, steht dort ein H, die deutsche.

Viele neuere deutsche Ausgaben nutzen die englische Schreibweise, sodass beide Systeme nebeneinanderstehen.

Was bedeutet der Schrägstrich in einem Akkordsymbol wie C/G?

Der Schrägstrich trennt den Akkord vom Basston: Links steht der Akkord, rechts der Ton, der unten klingen soll. C/G meint den C-Dur-Dreiklang mit g als tiefstem Ton, gesprochen C über G. Die Töne bleiben c, e und g, nur ihre Anordnung ändert sich.

  • C/E setzt die Terz nach unten, die erste Umkehrung.
  • C/G setzt die Quinte nach unten, die zweite Umkehrung.
  • C/H setzt mit h einen Ton nach unten, der nicht zum Dreiklang gehört.

Der Nutzen liegt in der Basslinie: Die Folge C, C/H, Am führt den Bass stufenweise von c über h nach a, während sich darüber kaum etwas bewegt. Ein fremder Basston deutet den Akkord mitunter um: C/A ergibt zusammen die Töne von Am7.

Warum lässt dasselbe Akkordsymbol verschiedene Griffe zu?

Ein Akkordsymbol nennt die Töne, nicht ihre Lage. C verlangt c, e und g. Ob der Spieler sie eng nebeneinanderlegt oder über zwei Oktaven verteilt, ob er den Grundton verdoppelt oder die Quinte weglässt, steht nicht im Symbol. Deshalb klingt derselbe Akkord auf Gitarre, Klavier und Akkordeon verschieden, ohne dass ein Griff falsch wäre. Eine Tabulatur schreibt dagegen genau eine Griffposition vor, wie der Vergleich Noten oder Tabs zeigt.

Zwei Grenzen setzt das Symbol trotzdem. Der tiefste Ton liegt fest, sobald ein Schrägstrich dahintersteht. Und die kennzeichnenden Töne müssen klingen: Ohne die Terz ist C nicht von Cm zu unterscheiden, ohne die Septime ist C7 nur C. Am ehesten entbehrlich ist die Quinte.

Häufige Fragen zu Akkordsymbolen

Was bedeutet das Akkordsymbol Cmaj7?

Cmaj7 ist der große Septakkord über c und besteht aus c, e, g und h. Das Kürzel maj bezieht sich auf die Septime: Sie ist groß und liegt einen Halbton unter der Oktave. C7 trägt dagegen die kleine Septime b.

Was ist der Unterschied zwischen H und B im Akkordsymbol?

Im deutschen Sprachraum meint H den Ton, den englische Quellen B nennen, und B den Ton, den englische Quellen Bb nennen. H-Dur besteht deshalb aus h, dis und fis, B-Dur aus b, d und f. Wer die Systeme verwechselt, greift einen Halbton daneben.

Was bedeutet der Schrägstrich in einem Akkordsymbol?

Der Schrägstrich trennt Akkord und Basston. C/G meint den C-Dur-Dreiklang mit g als tiefstem Ton. Gehört der Ton rechts zum Akkord, entsteht eine Umkehrung und die Töne bleiben dieselben. Gehört er nicht dazu, kommt er als zusätzlicher Basston hinzu.

Bedeutet Cm dasselbe wie C-?

Ja. Cm, Cmi, Cmin und C- bezeichnen alle den Molldreiklang über c, also c, es und g. Die Schreibweise hängt vom Verlag ab, nicht vom Klang. Das Minuszeichen steht vor allem in Jazzausgaben.

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