Artikulation

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Redaktion
Der Bogen liegt auf den Saiten einer Violine, dahinter Steg und Schallloch. Foto: Pexels / Pixabay.
Der Bogen liegt auf den Saiten einer Violine, dahinter Steg und Schallloch. Foto: Pexels / Pixabay.

Zusammenfassung

Artikulation bestimmt, wie ein einzelner Ton beginnt, wie lange er klingt und wie er endet. Sie regelt die Bindung zwischen den Tönen, nicht ihre Lautstärke: dafür steht die Dynamik. Die Zeichen stehen als Punkt, Strich, Keil oder Bogen direkt am Notenkopf, von Legato für gebundenes Spiel bis Staccatissimo für den sehr kurzen Ton. Was ein Zeichen praktisch verlangt, hängt vom Instrument ab: Auf der Geige ist Legato eine Bogenrichtung, auf der Trompete eine Frage der Zungenstöße, am Klavier eine des Fingerwechsels.

Artikulation bestimmt, wie ein einzelner Ton beginnt, wie lange er wirklich klingt und wie er endet. Sie regelt damit die Bindung zwischen den Tönen, nicht ihre Lautstärke: Wie laut ein Ton klingt, schreibt die Dynamik vor, wie die Töne zusammenhängen, die Artikulation. Die Zeichen stehen als Punkt, Strich, Keil oder Bogen unmittelbar am Notenkopf. Zwei Musiker können dieselbe Melodie im selben Tempo und in derselben Lautstärke spielen und trotzdem verschieden klingen, weil der eine bindet und der andere absetzt.

8gebräuchliche Zeichen
Tondauerwas sie regelt
am NotenkopfPosition der Zeichen
italienischSprache der Namen

Was ist Artikulation in der Musik?

Artikulation ist die Vorschrift für die Tonlänge und für den Übergang zum nächsten Ton. Der Notenwert legt fest, wie viel Zeit einem Ton im Takt zusteht, die Artikulation, welchen Anteil dieser Zeit der Ton tatsächlich klingt. Ein Viertel mit Staccatopunkt bleibt ein Viertel; es endet nur nach der halben Zeit, statt bis zum nächsten Ton durchzuklingen.

MerkmalArtikulation
GebietMusiktheorie, Vortragsbezeichnung
BedeutungBeginn, Klingdauer und Ende des einzelnen Tons
Nicht geregeltdie Lautstärke, dafür steht die Dynamik
Positionam Notenkopf, meist gegenüber dem Notenhals
Geltungnur für die Note, an der das Zeichen steht
Umsetzungvom Instrument abhängig, das Zeichen nennt die Wirkung

Welche Artikulationszeichen gibt es?

Acht Zeichen decken den größten Teil aller Partituren ab. Jedes sagt dem Spieler etwas anderes über den Anfang, die Dauer oder das Ende des Tons.

ZeichenNameWas der Spieler tutWie es klingt
Bogen über mehreren NotenLegatosetzt nur die erste Note an und hängt die folgenden ohne Unterbrechung andurchgehend, ohne Lücke
Punkt am NotenkopfStaccatoverkürzt den Ton und setzt ihn vor dem nächsten abkurz, mit hörbarer Lücke
senkrechter KeilStaccatissimoverkürzt noch stärker als beim Staccatosehr kurz und spitz
Punkte unter einem BogenPortatosetzt jeden Ton neu an, hält ihn aber fast über den vollen Wertgetragen, leicht getrennt
waagerechter StrichTenutohält den vollen Notenwert aus und gibt dem Ton Gewichtbreit, nichts wird kürzer
senkrechter AkzentkeilMarcatostößt kräftig an und trennt den Ton vom folgendenschwer markiert und kurz
waagerechter WinkelAkzentgibt dem Toneinsatz mehr Energie als den Nachbartönender Ton tritt heraus
Bogen mit PunktFermatehält Ton oder Pause über den Notenwert hinausder Puls hält an, die Dauer bestimmt der Spieler

Zwei Zeichen stehen an einer Grenze: Der Akzent wirkt über den Anschlag und damit über die Lautstärke, die Fermate hebt für ihre Dauer den Takt auf. Wie kurz ein Staccato ausfällt, legt dagegen kein Zeichen fest. Die halbe Notendauer ist ein Richtwert, den Tempo, Stil und Raum verschieben.

legato voller Wert kein neuer Ansatz staccato etwa die Hälfte hörbare Lücke tenuto voller Wert jeder Ton neu angesetzt portato etwa drei Viertel leicht getrennt notierter Wert Klingdauer Die Anteile sind Richtwerte und hängen von Tempo und Stil ab.
Dieselbe Tonfolge in vier Artikulationen. Grau ist der notierte Wert, blau die Dauer, die tatsächlich klingt. Legato und Tenuto füllen den Wert beide aus, nur setzt der Spieler beim Tenuto jeden Ton neu an.

Wie klingt dieselbe Artikulation auf Geige, Trompete und Klavier?

Dasselbe Zeichen fordert auf jedem Instrument eine andere Bewegung. Ein Legatobogen sagt, wie das Ergebnis klingen soll, nicht, wie der Spieler dorthin kommt.

  • Auf der Geige ist der Bogen eine Anweisung an den rechten Arm: Alle Noten unter einem Legatobogen gehören in einen Bogenstrich, also in dieselbe Bogenrichtung. Staccato spielt der Geiger, indem er den Bogen auf der Saite anhält, Spiccato, indem er ihn springen lässt. Jeder Bogenwechsel bleibt hörbar, deshalb entscheidet die Einteilung der Striche über den Zusammenhang der Melodie.
  • Auf der Trompete entscheidet die Zunge. Ein angestoßener Ton beginnt mit einer Silbe wie tü, ein gebundener kommt ohne Zungenstoß aus: Die Luft läuft weiter, allein Lippenspannung und Ventil wechseln die Tonhöhe. Für schnelle Staccatofolgen greift der Spieler zur Doppelzunge und wechselt zwischen tü und kü ab.
  • Am Klavier entscheidet der Fingerwechsel. Legato heißt hier, dass ein Finger seine Taste hält, bis der nächste Ton schon klingt. Nach dem Anschlag hat der Pianist keinen Zugriff mehr auf den Ton, er bestimmt nur noch dessen Ende. Das rechte Pedal hebt alle Dämpfer zugleich und verbindet auch, was getrennt bleiben soll; es ersetzt das Fingerlegato nicht.

Was unterscheidet Bindebogen und Haltebogen?

Beide Bögen sehen gleich aus, der Unterschied steckt in den Tonhöhen darunter. Verbindet der Bogen zwei benachbarte Noten derselben Tonhöhe, ist er ein Haltebogen: Aus zwei Noten wird ein Ton, dessen Dauer die Summe beider Notenwerte ergibt, und der Spieler schlägt die zweite Note nicht neu an. Verbindet er verschiedene Tonhöhen, ist er ein Bindebogen und fordert gebundenes Spiel.

Der Haltebogen ist deshalb keine Artikulationsangabe, sondern eine Schreibhilfe für die Dauer: Er springt ein, wenn ein Ton über einen Taktstrich weiterklingt oder wenn kein einzelner Notenwert die Dauer trifft, etwa eine Halbe plus eine Achtel. Er verbindet dabei immer genau zwei Noten. Steht der Bogen über einer ganzen Gruppe, ist er ein Bindebogen, auch wenn zwei Töne darin dieselbe Höhe haben.

Dieselbe Krümmung bedeutet zweierlei. Über zwei gleichen Tonhöhen macht der Bogen aus zwei Noten einen langen Ton, über verschiedenen verlangt er gebundenes Spiel. Wer den Haltebogen verwechselt, spielt zwei Töne, wo einer stehen soll. Das ist der häufigste Lesefehler von Anfängern.

Welche Fehler passieren beim Lesen der Artikulation?

Drei Verwechslungen treten so regelmäßig auf, dass Lehrer sie zuerst ansprechen.

  • Staccato heißt nicht leise. Der Punkt verkürzt den Ton, über die Lautstärke sagt er nichts. Ein Staccato im forte bleibt laut.
  • Das Bogenende ist keine Pause. Dort endet die Bindung, nicht der Ton. Die letzte Note behält ihren Wert, sie hängt nur nicht mehr an der folgenden.
  • Tenuto verlängert nicht. Der Strich fordert den vollen Notenwert und keinen Deut mehr. Wer darüber hinaus hält, verschiebt alles Folgende im Takt.

Häufige Fragen zur Artikulation

Was bedeutet Artikulation in der Musik?

Artikulation bezeichnet die Art, wie ein Ton beginnt, wie lange er klingt und wie er endet. Sie regelt die Bindung zwischen den Tönen und steht als Punkt, Strich, Keil oder Bogen direkt am Notenkopf, vom Legatobogen für gebundenes Spiel bis zum Staccatopunkt für den kurz abgesetzten Ton.

Was ist der Unterschied zwischen Artikulation und Dynamik?

Artikulation regelt die Länge und die Bindung der Töne, Dynamik ihre Lautstärke. Ein Staccato bleibt kurz, ob es laut oder leise erklingt, und ein forte bleibt laut, ob die Töne gebunden oder abgesetzt sind. Auch im Notenbild stehen beide getrennt: Artikulationszeichen sitzen am einzelnen Notenkopf, Dynamikangaben unter dem System und gelten bis zur nächsten Angabe.

Was bedeutet ein Punkt über einer Note?

Ein Punkt über oder unter dem Notenkopf bedeutet Staccato: Der Spieler verkürzt den Ton und setzt ihn vor dem nächsten ab. Der Notenwert selbst bleibt unverändert, die Note behält ihren Platz im Takt, und die frei werdende Zeit wird zur Pause. Ein Punkt rechts neben dem Notenkopf ist dagegen ein Punktierungszeichen und verlängert den Wert um die Hälfte.

Was ist der Unterschied zwischen Bindebogen und Haltebogen?

Der Haltebogen verbindet zwei benachbarte Noten derselben Tonhöhe zu einem einzigen langen Ton, dessen Dauer die Summe beider Werte ergibt. Der Bindebogen verbindet Noten verschiedener Tonhöhe und schreibt vor, sie ohne Absetzen zu spielen. Beide sehen gleich aus, deshalb entscheidet allein der Blick auf die Tonhöhen unter dem Bogen.

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