BPM und Tempo

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Redaktion
Eine Partiturseite mit der Tempoangabe a Tempo, darauf der Schatten eines Dirigenten. Foto: Ri_Ya / Pixabay.
Eine Partiturseite mit der Tempoangabe a Tempo, darauf der Schatten eines Dirigenten. Foto: Ri_Ya / Pixabay.

Zusammenfassung

BPM steht für beats per minute und zählt, wie viele Schläge in eine Minute passen. Bei 120 BPM folgen zwei Schläge je Sekunde aufeinander, bei 60 BPM genau einer. Welcher Notenwert als Schlag zählt, steht in der Metronomangabe davor, meist als Viertel = 120. Die italienischen Bezeichnungen von Largo bis Prestissimo decken jeweils eine Spanne ab, und diese Spannen sind Richtwerte, die sich je nach Quelle und Epoche unterscheiden.

BPM steht für beats per minute und zählt, wie viele Schläge in eine Minute passen. Bei 120 BPM folgen zwei Schläge je Sekunde aufeinander, bei 60 BPM genau einer. Welcher Notenwert als Schlag zählt, steht in der Metronomangabe davor, meist als Viertel = 120. Die italienischen Bezeichnungen von Largo bis Prestissimo benennen dasselbe Tempo in Spannen statt in einer Zahl.

120BPM sind zwei Schläge je Sekunde
0,5 sAbstand bei 120 BPM
40 bis 208Bereich am Metronom
Viertelüblicher Schlagwert

Was bedeutet BPM in der Musik?

BPM bedeutet beats per minute, auf Deutsch Schläge je Minute. Die Zahl zählt die Schläge des Grundpulses, nicht die Noten: Ein Takt voller Sechzehntel und ein Takt mit einer einzigen langen Note tragen dasselbe Tempo. 60 geteilt durch die BPM-Zahl ergibt den Abstand zweier Schläge in Sekunden, also 0,5 Sekunden bei 120 BPM und 1,5 Sekunden bei 40 BPM.

MerkmalBPM
Bedeutungbeats per minute, Schläge je Minute
Bezugswertder Notenwert aus der Metronomangabe, meist die Viertel
Umrechnung60 geteilt durch die BPM-Zahl ergibt den Abstand in Sekunden
Bereich am Metronommeist 40 bis 208
SchreibweiseViertel = 120, älter MM 120

Welcher Notenwert zählt als ein Schlag?

Den Schlag bestimmt der Notenwert vor dem Gleichheitszeichen. Die Angabe Viertel = 100 fordert hundert Viertelnoten je Minute, die Angabe Halbe = 100 dagegen hundert halbe Noten und damit ein doppelt so schnelles Stück, obwohl dieselbe Zahl dasteht. Welcher Notenwert den Puls trägt, legt der Komponist am Anfang fest. Die ältere Schreibweise MM 100 meint dasselbe: MM steht für Mälzels Metronom, das Pendelgerät, das Tempoangaben im 19. Jahrhundert erst nachprüfbar machte.

Eine BPM-Zahl allein legt kein Tempo fest. Erst mit dem Notenwert, der als Schlag gilt, ergibt sie eine Geschwindigkeit. Die Zahl 90 meint bei Viertel = 90 und bei punktierter Viertel = 90 zwei verschiedene Tempi, denn der punktierte Wert dauert anderthalbmal so lang.

Welche BPM-Spannen gehören zu den italienischen Tempobezeichnungen?

Jede italienische Tempobezeichnung deckt eine Spanne ab, keine feste Zahl. Die folgenden Werte sind Richtwerte und keine Norm.

BezeichnungRichtwert in BPM
Largo40 bis 60
Adagio66 bis 76
Andante76 bis 108
Moderato108 bis 120
Allegro120 bis 156
Vivace132 bis 160
Presto168 bis 200
Prestissimoab 200

Diese Spannen unterscheiden sich je nach Quelle und Epoche. Lehrwerke und Herausgeber setzen die Grenzen unterschiedlich, und dieselbe Bezeichnung meinte in verschiedenen Jahrhunderten verschiedene Geschwindigkeiten. Die Wörter benennen ohnehin zuerst eine Haltung und erst danach ein Tempo: Allegro heißt fröhlich, Largo heißt breit, Andante heißt gehend.

Largo Adagio Andante Moderato Allegro Vivace Presto Prestissimo 40 60 80 100 120 140 160 180 200 Schläge je Minute
Die Bänder zeigen Richtwerte, keine Norm. Allegro und Vivace überschneiden sich über eine ganze Spanne, zwischen Largo und Adagio bleibt eine Lücke für Larghetto.

Was unterscheidet Tempo und Taktart?

Die Taktart sagt, wie die Schläge gruppiert sind, das Tempo sagt, wie schnell sie kommen. Beide Angaben stehen am Anfang des Stücks nebeneinander und hängen nicht voneinander ab: Ein 3/4-Takt trägt bei 60 BPM einen langsamen Ländler und bei 180 BPM einen Wiener Walzer, ohne dass sich an der Gruppierung etwas ändert. Die Dynamik regelt als dritte Größe die Lautstärke, und ein Stück ändert alle drei unabhängig voneinander.

Warum bedeutet dieselbe BPM-Zahl im 6/8-Takt etwas anderes?

Im 6/8-Takt zählt meist die punktierte Viertel als Schlag, nicht die Achtel. Ein Takt fasst dann zwei Schläge zu je drei Achteln. Die Angabe punktierte Viertel = 60 ergibt 60 Schläge und 180 Achtel je Minute, die Angabe Achtel = 60 dagegen nur 60 Achtel. Dieselbe Zahl 60 steht damit für ein dreimal so schnelles Stück.

Für 9/8 und 12/8 gilt dasselbe: Der Puls folgt den Dreiergruppen, nicht den einzelnen Achteln. Wer eine BPM-Angabe zu einem solchen Stück liest, prüft deshalb zuerst den Notenwert davor. In sehr langsamen Sätzen zählen Musiker den 6/8-Takt allerdings zu sechs Achteln, und dann meint die Angabe die Achtel.

Welche Zeichen verändern das Tempo im Notentext?

Fünf Angaben verändern das Tempo mitten im Stück. Sie stehen als Wort oder Abkürzung über dem Notensystem und gelten ab dieser Stelle.

  • ritardando, kurz rit., verlangsamt das Tempo allmählich.
  • accelerando, kurz accel., steigert das Tempo allmählich.
  • a tempo führt zum Ausgangstempo zurück und beendet jede vorangegangene Änderung.
  • rubato überlässt dem Spieler die Feinverteilung: Er dehnt einzelne Töne und rafft dafür andere, sodass das Grundtempo über die Phrase hinweg bestehen bleibt.
  • Fermate hält einen Ton oder eine Pause über den Notenwert hinaus. Wie lange, entscheidet der Spieler oder der Dirigent.

Ein gleichmäßiges Grundtempo entsteht nicht von selbst. Wer es aufbauen will, übt mit dem Metronom und beginnt deutlich unter dem Zieltempo.

Warum zeigen Streaming-Dienste und DJ-Software BPM an?

DJ-Software zeigt BPM an, damit zwei Titel im selben Puls laufen. Ein Übergang gelingt nur, wenn die Schläge beider Stücke übereinanderliegen, und dafür gleicht die Software das Tempo an. Streaming-Dienste sortieren Playlists nach BPM, weil Läufer und Trainierende ihre Schrittfrequenz an den Puls der Musik koppeln.

Über das empfundene Tempo sagt die Zahl trotzdem wenig. Markiert das Schlagzeug nur jede zweite Zählzeit, wirkt ein Stück mit 140 BPM so ruhig wie eines mit 70, und dieser Halftime-Effekt trägt ganze Stilrichtungen. Umgekehrt lässt eine dichte Unterteilung in Sechzehnteln dasselbe Stück hetzen, was Musiker Doubletime nennen. Automatische Erkennung verrechnet sich genau hier und meldet häufig das Doppelte oder die Hälfte des gemeinten Werts.

Häufige Fragen zu BPM und Tempo

Wie schnell sind 120 BPM?

120 BPM bedeutet 120 Schläge je Minute, also zwei Schläge je Sekunde mit 0,5 Sekunden Abstand. Bei der üblichen Angabe Viertel = 120 gilt jede Viertelnote als ein Schlag, ein 4/4-Takt dauert dann genau zwei Sekunden.

Wie viel BPM hat Allegro?

Allegro liegt üblicherweise zwischen 120 und 156 BPM. Diese Spanne ist ein Richtwert und keine Norm: Andere Quellen setzen die Grenzen enger oder weiter, und dieselbe Bezeichnung meinte in verschiedenen Epochen verschiedene Geschwindigkeiten. Allegro heißt wörtlich fröhlich und nennt zuerst einen Charakter.

Was ist der Unterschied zwischen BPM und Taktart?

BPM misst die Geschwindigkeit der Schläge, die Taktart ordnet ihre Gruppierung. Die Taktart 3/4 legt drei Viertel je Takt mit Betonung auf der Eins fest und sagt nichts darüber, wie schnell sie vorbeiziehen. Erst die BPM-Angabe füllt diese Lücke.

Wie finde ich die BPM eines Liedes heraus?

Die BPM eines Liedes ergeben sich aus dem Mitzählen: Zähle die Schläge in 15 Sekunden und nimm das Ergebnis mal vier. Genauer arbeitet eine Tap-Funktion, wie sie DJ-Programme und Notensoftware anbieten, weil sie über viele Schläge mittelt. Automatische Erkennung verwechselt regelmäßig den halben mit dem doppelten Wert.

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