Intervalle

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Redaktion
Die Klaviatur eines Klaviers mit Holzrahmen, entlang der Tastenreihe gesehen. Foto: StillWorksImagery / Pixabay.
Die Klaviatur eines Klaviers mit Holzrahmen, entlang der Tastenreihe gesehen. Foto: StillWorksImagery / Pixabay.

Zusammenfassung

Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Seinen Namen bekommt es von der Anzahl der Tonleiterstufen, seine Größe von der Anzahl der Halbtöne. Prime, Quarte, Quinte und Oktave heißen rein, Sekunde, Terz, Sexte und Septime treten in großer und kleiner Form auf. Innerhalb einer Oktave liegen zwölf Halbtonschritte, vom Einklang bis zur reinen Oktave.

Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Seinen Namen bekommt es von der Anzahl der Tonleiterstufen, die es umfasst, seine genaue Größe von der Anzahl der Halbtöne. Vier Intervalle heißen rein: Prime, Quarte, Quinte und Oktave. Die übrigen vier treten in zwei Größen auf, als kleines und als großes Intervall. Wer diese acht Namen und ihre Halbtonzahlen kennt, kann jeden Akkord und jede Tonleiter aus ihren Bausteinen erklären.

12Halbtöne je Oktave
8Intervallnamen
4reine Intervalle
6Halbtöne im Tritonus

Was ist ein Intervall in der Musik?

Ein Intervall bezeichnet den Abstand zwischen zwei Tönen. Erklingen die Töne nacheinander, spricht man von einem melodischen Intervall, erklingen sie gleichzeitig, von einem harmonischen. Jedes Intervall trägt zwei Angaben: einen Namen, der die Anzahl der Tonleiterstufen nennt, und eine Eigenschaft, die seine genaue Größe festlegt. Erst beide zusammen bestimmen das Intervall eindeutig.

MerkmalIntervall
DefinitionAbstand zwischen zwei Tönen
Benennungnach der Anzahl der Tonleiterstufen, beide Töne mitgezählt
Größegemessen in Halbtönen
Reine IntervallePrime, Quarte, Quinte, Oktave
Große und kleine IntervalleSekunde, Terz, Sexte, Septime
Abwandlungenvermindert (einen Halbton kleiner), übermäßig (einen Halbton größer)
Umfang der Oktave13 Töne mit den Halbtonabständen 0 bis 12
Erscheinungsformmelodisch nacheinander, harmonisch gleichzeitig

Wie heißen die Intervalle von der Prime bis zur Oktave?

Die Namen zählen die Tonleiterstufen, und zwar mit beiden Tönen. Von c nach e liegen die Stufen c, d und e, also drei: das Intervall heißt Terz. Von c nach g sind es fünf Stufen, also eine Quinte. Nach demselben Muster ergeben sich alle acht Namen.

  • Prime: derselbe Ton, c und c.
  • Sekunde: c und d.
  • Terz: c und e.
  • Quarte: c und f.
  • Quinte: c und g.
  • Sexte: c und a.
  • Septime: c und h.
  • Oktave: c und das nächsthöhere c.

Über die Oktave hinaus läuft die Zählung weiter: None, Dezime, Undezime. Diese Intervalle entsprechen der Sekunde, Terz und Quarte, jeweils um eine Oktave erweitert.

Wann ist ein Intervall rein, groß oder klein?

Prime, Quarte, Quinte und Oktave heißen rein, weil sie über dem Grundton in Dur und in Moll dieselbe Größe haben. Sekunde, Terz, Sexte und Septime kommen dagegen in zwei Größen vor, die sich um einen Halbton unterscheiden. Die größere heißt groß, die kleinere klein. Die kleine Terz c bis es misst drei Halbtöne, die große Terz c bis e vier.

Die Durtonleiter enthält über ihrem Grundton nur reine und große Intervalle. Von c aus ergeben die Töne der C-Dur-Tonleiter die reine Prime, die große Sekunde, die große Terz, die reine Quarte, die reine Quinte, die große Sexte, die große Septime und die reine Oktave. Jedes kleine Intervall entsteht daraus, indem der obere Ton um einen Halbton sinkt.

Wie viele Halbtöne hat welches Intervall?

Jedes Intervall lässt sich als Anzahl von Halbtönen angeben. Auf der Klaviatur entspricht ein Halbton dem Weg zur unmittelbar benachbarten Taste, schwarze Tasten mitgezählt. Die Tabelle nennt alle Abstände innerhalb einer Oktave, gerechnet vom Grundton c.

IntervallHalbtöneBeispiel ab c
reine Prime0c bis c
kleine Sekunde1c bis des
große Sekunde2c bis d
kleine Terz3c bis es
große Terz4c bis e
reine Quarte5c bis f
übermäßige Quarte oder verminderte Quinte (Tritonus)6c bis fis, gleichklingend c bis ges
reine Quinte7c bis g
kleine Sexte8c bis as
große Sexte9c bis a
kleine Septime10c bis b
große Septime11c bis h
reine Oktave12c bis c der nächsten Oktave
Intervalle vom Grundton c, die Zahl in der Taste nennt die Halbtöne c 0 d 2 e 4 f 5 g 7 a 9 h 11 c 12 cis 1 dis 3 fis 6 gis 8 ais 10 Prime gr. Sekunde gr. Terz reine Quarte reine Quinte gr. Sexte gr. Septime Oktave kl. Sekunde kl. Terz Tritonus kl. Sexte kl. Septime
Die blaue Taste ist der Grundton c. Jede Zahl nennt den Abstand zu diesem Grundton in Halbtönen, die Beschriftung darunter das zugehörige Intervall.

Was bedeuten vermindert und übermäßig bei Intervallen?

Vermindert heißt einen Halbton kleiner, übermäßig einen Halbton größer. Aus der reinen Quinte c bis g wird durch Absenken des oberen Tons die verminderte Quinte c bis ges, durch Anheben die übermäßige Quinte c bis gis. Dasselbe gilt für große und kleine Intervalle: Die große Sekunde c bis d wird zur übermäßigen Sekunde c bis dis, die kleine Terz c bis es zur verminderten Terz c bis eses.

Auf der Klaviatur klingen manche dieser Intervalle gleich, obwohl sie verschieden heißen. Die übermäßige Sekunde c bis dis und die kleine Terz c bis es treffen dieselben Tasten. Der Unterschied liegt in der Schreibweise, und die Schreibweise zeigt, aus welcher Tonleiter der Ton stammt und wohin er weitergeführt wird. Aus demselben Grund tragen die sechs Halbtöne des Tritonus zwei Namen: als übermäßige Quarte c bis fis und als verminderte Quinte c bis ges. Wie eng Notation und Tonart zusammenhängen, zeigt sich auch beim Transponieren in eine andere Tonart.

Welche Intervalle klingen konsonant, welche dissonant?

Als konsonant gelten die Intervalle, die für sich stehen können, als dissonant die, die im klassischen Satz eine Fortsetzung verlangen. Die Einteilung ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Regel der Satzlehre.

  • Vollkommene Konsonanzen sind Prime, Oktave und reine Quinte. Ihre Frequenzen stehen in einfachen Verhältnissen, in reiner Stimmung 1 zu 1, 2 zu 1 und 3 zu 2.
  • Unvollkommene Konsonanzen sind die großen und kleinen Terzen und Sexten. Sie bilden das Klangmaterial der Dreiklänge in Dur und Moll.
  • Dissonanzen sind Sekunden, Septimen und der Tritonus. Im klassischen Satz folgt auf sie ein konsonantes Intervall.
  • Die reine Quarte nimmt eine Sonderstellung ein. Zwischen Oberstimmen zählt sie als Konsonanz, über dem Bass behandelt der klassische Satz sie als Dissonanz.

Die genannten Frequenzverhältnisse gelten für die reine Stimmung. Auf einem gleichstufig gestimmten Klavier weichen alle Intervalle außer der Oktave leicht davon ab, damit sich in jeder Tonart spielen lässt.

Häufige Fragen zu Intervallen

Wie viele Intervalle gibt es innerhalb einer Oktave?

Innerhalb einer Oktave liegen zwölf Halbtonschritte, also dreizehn Töne von 0 bis 12 Halbtönen Abstand. Dafür stehen acht Stufennamen zur Verfügung: Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime und Oktave. Weil Sekunde, Terz, Sexte und Septime in großer und kleiner Form auftreten und jedes Intervall zusätzlich vermindert oder übermäßig geschrieben werden kann, gibt es mehr Bezeichnungen als klingende Abstände.

Was ist der Unterschied zwischen einer großen und einer kleinen Terz?

Eine große Terz misst vier Halbtöne, eine kleine Terz drei. Von c aus ergibt die große Terz den Ton e, die kleine Terz den Ton es. Dieser eine Halbton entscheidet darüber, ob ein Dreiklang in Dur oder in Moll steht.

Was ist ein Tritonus?

Der Tritonus ist ein Abstand von sechs Halbtönen, also drei Ganztonschritten. Er teilt die Oktave in zwei gleich große Hälften. Notiert wird er als übermäßige Quarte, von c aus also c bis fis, oder als verminderte Quinte, c bis ges. Beide Schreibweisen treffen auf der Klaviatur dieselbe Taste.

Wie bestimmt man ein Intervall?

Die Bestimmung läuft in zwei Schritten. Zuerst zählt man die Tonleiterstufen zwischen den beiden Tönen, beide mitgezählt, und erhält den Namen: von d nach a sind es fünf Stufen, also eine Quinte. Danach zählt man die Halbtöne und erhält die Eigenschaft: d bis a misst sieben Halbtöne, das Intervall ist eine reine Quinte.

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