Kadenz

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Redaktion
Ein aufgeschlagenes Notenheft mit gedruckten Noten in warmem Licht. Foto: DEHNCKA / Pixabay.
Ein aufgeschlagenes Notenheft mit gedruckten Noten in warmem Licht. Foto: DEHNCKA / Pixabay.

Zusammenfassung

Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, die eine Tonart bestätigt und einen Abschnitt abschließt. Sie besteht aus den Hauptstufen Tonika, Subdominante und Dominante, in der Grundform als Folge I, IV, V, I. Aus den letzten beiden Akkorden ergeben sich vier Schlussformeln: authentischer Schluss, Plagalschluss, Halbschluss und Trugschluss. Im Instrumentalkonzert bezeichnet Kadenz zusätzlich den Solopart kurz vor dem Ende eines Satzes.

Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, die eine Tonart bestätigt und einen Abschnitt abschließt. Sie stützt sich auf die drei Hauptstufen: Tonika, Subdominante und Dominante, mit römischen Ziffern I, IV und V. In der Grundform folgen sie als I, IV, V, I aufeinander. Je nachdem, welche Stufen den Schluss bilden, entstehen vier verschiedene Schlussformeln, vom vollständigen Ganzschluss bis zum offen bleibenden Halbschluss.

3Hauptstufen
V-IGanzschluss
IV-IPlagalschluss
V-VITrugschluss

Was ist eine Kadenz?

Eine Kadenz ist eine festgelegte Folge von Akkorden, die am Ende eines Abschnitts steht und die Tonart bestätigt. Der Begriff stammt vom lateinischen cadere für fallen und meint das Absinken der Melodie zum Grundton am Schluss. Eine vollständige Kadenz enthält alle sieben Töne der Tonleiter, verteilt auf ihre drei Hauptakkorde, und legt die Tonart damit eindeutig fest.

MerkmalKadenz
BedeutungAkkordfolge, die eine Tonart bestätigt und schließt
HauptstufenTonika (I), Subdominante (IV), Dominante (V)
GrundformI, IV, V, I
Beispiel in C-DurC-Dur, F-Dur, G-Dur, C-Dur
Bezeichnungenrömische Ziffern für die Stufen, T, S und D für die Funktionen
Stärkster SchlussDominante zur Tonika
Zweite Bedeutungder freie Solopart im Instrumentalkonzert

Welche Akkorde bilden die Kadenz?

Die Kadenz besteht aus den Dreiklängen auf der ersten, vierten und fünften Stufe. Alle drei stehen in einer Durtonart selbst in Dur, und zusammen enthalten sie jeden Ton der Durtonleiter genau einmal. In C-Dur sind das C-Dur mit c, e und g, F-Dur mit f, a und c sowie G-Dur mit g, h und d.

  • Tonika steht auf der ersten Stufe und ist der Ruhepunkt der Tonart. Ein Stück endet fast immer auf ihr.
  • Subdominante steht auf der vierten Stufe, eine reine Quinte unter der Tonika. Sie führt von der Tonika weg und bereitet die Dominante vor.
  • Dominante steht auf der fünften Stufe, eine reine Quinte über der Tonika. Sie enthält den Leitton der Tonart und leitet zurück zur Tonika.
Die Kadenz I, IV, V, I in C-Dur und ihr Spannungsverlauf Spannung Ausgangspunkt Spannung steigt größte Spannung Auflösung I Tonika IV Subdominante V Dominante I Tonika C-Dur F-Dur G-Dur C-Dur c e g f a c g h d c e g
Die Kurve zeigt, wie weit der jeweilige Akkord von der Tonika entfernt liegt. Die Dominante enthält als einzige Stufe den Leitton h und verlangt deshalb die Rückkehr zur Tonika.

Welche Schlussformeln gibt es?

Vier Schlussformeln sind gebräuchlich, und sie unterscheiden sich allein in den letzten beiden Akkorden. Die Namen stammen aus der klassischen Harmonielehre und gelten unverändert für Popmusik und Jazz.

SchlussStufenin C-DurWirkung
authentischer Schluss (Ganzschluss)V zu IG-Dur zu C-Durschließt vollständig ab
PlagalschlussIV zu IF-Dur zu C-Durschließt ohne Leitton, weicher
Halbschlussendet auf Vendet auf G-Durbleibt offen und verlangt eine Fortsetzung
TrugschlussV zu VIG-Dur zu a-Mollvermeidet die erwartete Tonika

Der Halbschluss steht in der Mitte eines Stücks, etwa am Ende der ersten Hälfte einer achttaktigen Periode. Der Trugschluss setzt an die Stelle der Tonika die Tonparallele, in Dur also einen Mollakkord auf der sechsten Stufe. Weil der Grundton fehlt, läuft das Stück weiter, obwohl der Schluss vorbereitet war.

Warum wirkt der Schritt von der Dominante zur Tonika so stark?

Drei Bewegungen fallen bei diesem Schritt zusammen. Erstens fällt der Bass um eine reine Quinte oder steigt um eine reine Quarte, in C-Dur von g nach c. Zweitens enthält die Dominante den Leitton, die siebte Stufe der Tonleiter, in C-Dur das h. Er liegt einen Halbton unter dem Grundton und wird im Satz aufwärts in ihn geführt. Drittens kommt der Leitton in keiner anderen Hauptstufe vor.

Der Leitton macht den Unterschied zwischen Ganzschluss und Plagalschluss. Die Dominante G-Dur enthält mit dem h die siebte Stufe von C-Dur, einen Halbton unter dem Grundton. Die Subdominante F-Dur enthält diesen Ton nicht, ihre Töne f, a und c liegen alle einen Ganzton oder mehr von den Tonikatönen entfernt. Deshalb schließt der Plagalschluss weicher als der Ganzschluss.

Noch deutlicher wird der Schritt, wenn die Dominante als Dominantseptakkord mit vier Tönen erklingt. Zur Terz h kommt dann die Septime f, und zwischen beiden liegt ein Tritonus von sechs Halbtönen. Beim Schluss bewegen sich diese Töne in entgegengesetzte Richtung: h aufwärts nach c und f abwärts nach e.

Was bedeutet Kadenz im Solokonzert?

Im Instrumentalkonzert bezeichnet Kadenz zusätzlich den Abschnitt, in dem der Solist allein spielt, während das Orchester schweigt. Er steht meist gegen Ende des ersten Satzes. Das Orchester hält dazu auf einem Quartsextakkord über dem Dominantbass an, der Solist spielt seinen Teil, und ein Triller auf der Dominante führt zurück ins Tutti.

Der Name bezeichnet also beide Male dieselbe Stelle im Stück, nämlich die Schlussbildung. Bis ins späte 18. Jahrhundert erfand der Solist diesen Teil selbst, danach schrieben Komponisten ihn zunehmend aus.

Häufige Fragen zur Kadenz

Was ist eine Kadenz in der Musik?

Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, die eine Tonart bestätigt und einen Abschnitt abschließt. Sie besteht aus den Hauptstufen Tonika, Subdominante und Dominante, in der Grundform als Folge I, IV, V, I. In C-Dur ergibt das C-Dur, F-Dur, G-Dur und wieder C-Dur.

Was ist ein Trugschluss?

Ein Trugschluss ist eine Schlussformel, bei der auf die Dominante nicht die erwartete Tonika folgt, sondern der Akkord auf der sechsten Stufe. In C-Dur folgt auf G-Dur also a-Moll statt C-Dur. Beide Akkorde teilen sich die Töne c und e, deshalb wirkt der Wechsel wie ein Schluss, führt das Stück aber weiter.

Was ist der Unterschied zwischen Ganzschluss und Halbschluss?

Der Ganzschluss endet auf der Tonika und schließt den Abschnitt vollständig ab, in C-Dur mit dem Schritt von G-Dur nach C-Dur. Der Halbschluss endet dagegen auf der Dominante, also auf G-Dur, und bleibt offen. Er steht typischerweise in der Mitte einer Periode und verlangt eine Fortsetzung.

Welche Akkorde gehören zur Kadenz in C-Dur?

Die Kadenz in C-Dur besteht aus C-Dur als Tonika mit den Tönen c, e und g, F-Dur als Subdominante mit f, a und c sowie G-Dur als Dominante mit g, h und d. Zusammen enthalten diese drei Akkorde alle sieben Töne der C-Dur-Tonleiter.

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