Leichte Gitarrensongs für Anfänger kommen mit zwei bis vier Griffen aus, wechseln die Akkorde langsam und verlangen keinen Barré. Wer G, C, D und Em greifen kann, begleitet damit bereits eine große Zahl bekannter Lieder. Das ist kein Zufall: Diese vier Akkorde stehen auf den Stufen derselben Tonleiter und klingen deshalb zusammen. Für Lieder in unbequemen Tonarten verschiebt ein Kapodaster die Griffe, statt neue zu verlangen.
Was macht einen Gitarrensong für Anfänger leicht?
Drei Merkmale entscheiden, ob ein Gitarrensong für Anfänger spielbar ist. Die Zahl der Griffe zählt am wenigsten davon, auch wenn Anfänger zuerst darauf schauen.
- Kein Barré. Ein Barrégriff verlangt, dass der Zeigefinger mehrere Saiten gleichzeitig herunterdrückt. Das gelingt erst nach Wochen. F-Dur und H-Dur fallen damit für den Anfang aus.
- Langsamer Akkordwechsel. Ein Wechsel je Takt ist machbar, zwei Wechsel je Takt nicht. Das Tempo des Liedes zählt weniger als die Wechselfrequenz.
- Ein Schlagmuster. Ein Muster, das von Anfang bis Ende gleich bleibt, statt eines Wechsels zwischen Strophe und Refrain.
Wer noch keinen dieser Griffe kennt, findet die Reihenfolge zum Einstieg im Artikel zum Gitarre lernen.
Welche Gitarrensongs gehen mit zwei Griffen?
Mit zwei Griffen laufen Lieder, die zwischen Tonika und Dominante pendeln. Achy Breaky Heart wechselt zwischen A und E, Jambalaya von Hank Williams zwischen C und G7. Der Vorteil liegt nicht in der kurzen Griffliste, sondern darin, dass nur ein einziger Wechsel zu üben ist.
Welche Gitarrensongs gehen mit drei Griffen?
Drei Griffe decken den Folk- und Rock-and-Roll-Bestand ab, weil dort Tonika, Subdominante und Dominante genügen. Wild Thing läuft über A, D und E, Twist and Shout über D, G und A, Leaving on a Jet Plane über G, C und D. Die Tabelle bewertet die Schwierigkeit nach Griff und Wechsel, nicht nach dem Solo der Originalaufnahme.
| Lied | Urheber | Griffe | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
| Achy Breaky Heart | Don Von Tress, bekannt durch Billy Ray Cyrus, 1992 | zwei: A und E | sehr leicht |
| Jambalaya | Hank Williams, 1952 | zwei: C und G7 | sehr leicht |
| Wild Thing | Chip Taylor, 1965 | drei: A, D, E | sehr leicht |
| Twist and Shout | Phil Medley und Bert Berns, 1961 | drei: D, G, A | leicht |
| Leaving on a Jet Plane | John Denver, 1966 | drei: G, C, D | leicht |
| La Bamba | überliefert aus Mexiko, bekannt durch Ritchie Valens, 1958 | drei: C, F, G | mittel, F verlangt einen Barré |
| Knockin' on Heaven's Door | Bob Dylan, 1973 | vier: G, D, Am, C | leicht |
| Take Me Home, Country Roads | John Denver, Bill Danoff, Taffy Nivert, 1971 | vier: G, Em, C, D | leicht |
| Stand by Me | Ben E. King, Jerry Leiber, Mike Stoller, 1961 | vier: G, Em, C, D | leicht |
| Let It Be | John Lennon und Paul McCartney, 1970 | vier: C, G, Am, F | mittel, F verlangt einen Barré |
Welche Gitarrensongs gehen mit vier Griffen?
Der vierte Griff ist meist ein Mollakkord und öffnet damit den größten Teil der Popliteratur. Stand by Me und Take Me Home, Country Roads nutzen G, Em, C und D, Knockin' on Heaven's Door tauscht Em gegen Am.
Nicht die Zahl der Griffe entscheidet, sondern welche. Let It Be und Take Me Home, Country Roads haben beide vier Akkorde. Country Roads steht in G-Dur und kommt ohne Barré aus, Let It Be steht in C-Dur und braucht F. Genau dieser eine Griff trennt leicht von mittel.
Warum reichen für so viele Gitarrensongs dieselben Griffe?
Die immer gleichen Griffe reichen, weil sie aus einer einzigen Tonleiter stammen. Über jedem Ton der Dur-Tonleiter lässt sich ein Dreiklang aufbauen, und diese sieben Dreiklänge bilden den Vorrat einer Tonart. In G-Dur ergeben sich G, Am, Hm, C, D, Em und ein verminderter Akkord auf Fis. Ein Lied in G-Dur schöpft fast immer aus dieser Gruppe, und deshalb tauchen G, C, D und Em in Hunderten von Liedern auf.
Stand by Me und Take Me Home, Country Roads nutzen exakt dieselben vier Akkorde in unterschiedlicher Reihenfolge. Wer die eine Gruppe beherrscht, spielt beide Lieder. Welche Rolle die einzelnen Stufen dabei übernehmen, erklärt der Artikel zur Kadenz.
Wann hilft ein Kapodaster beim Gitarrenspiel?
Ein Kapodaster hilft, sobald ein Lied in einer Tonart steht, deren Akkorde Barrégriffe verlangen. Er klemmt über alle sechs Saiten und hebt die klingende Tonhöhe um einen Halbton je Bund, während die Griffhand unverändert weiterarbeitet. Ein Lied in B-Dur, auf der Westerngitarre ohne Hilfsmittel eine Barré-Übung, entsteht mit dem Kapodaster im dritten Bund aus G-Griffen. Der zweite Nutzen betrifft die Stimme: Wenn ein Lied zu tief liegt, wandert der Kapodaster nach oben, ohne dass jemand die Akkorde umrechnet.
Häufige Fragen zu leichten Gitarrensongs für Anfänger
Welcher Gitarrensong ist für Anfänger der leichteste?
Zu den leichtesten Gitarrensongs für Anfänger gehören Titel mit zwei Griffen und langsamem Wechsel, etwa Achy Breaky Heart mit A und E oder Jambalaya von Hank Williams mit C und G7. Beide Lieder wiederholen dieselben zwei Akkorde über die ganze Länge, sodass sich das Üben auf einen einzigen Wechsel beschränkt.
Welche vier Akkorde sollte ein Anfänger zuerst lernen?
Ein Anfänger lernt sinnvollerweise zuerst G, C, D und Em. Diese vier Akkorde stammen aus der Tonart G-Dur, lassen sich alle offen greifen und tragen unter anderem Stand by Me und Take Me Home, Country Roads. Mit Am als fünftem Griff kommt Knockin' on Heaven's Door dazu.
Warum ist F-Dur auf der Gitarre so schwer?
F-Dur ist auf der Gitarre schwer, weil kein offener Griff für diesen Akkord existiert. Der Zeigefinger muss mehrere Saiten gleichzeitig niederdrücken, ein Barré, und dafür fehlt Anfängern zunächst die Kraft in der Hand. Deshalb gelten Lieder in C-Dur wie Let It Be als schwieriger als gleich lange Lieder in G-Dur.
Wie lange dauert es, bis man den ersten Gitarrensong spielen kann?
Einen einfachen Gitarrensong mit zwei Griffen spielen die meisten Anfänger nach wenigen Übungstagen durch, wenn sie täglich zwanzig Minuten üben. Der begrenzende Faktor ist nicht das Greifen, sondern der Wechsel im Takt: Die Finger müssen die neue Position ohne Blick finden. Vier Griffe im Liedtempo brauchen erfahrungsgemäß mehrere Wochen.




