Trap

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Redaktion
Ein Pad-Controller mit beleuchteten Anschlagflächen auf einem Schreibtisch, daneben ein Laptop. Bild: KI generiert.
Ein Pad-Controller mit beleuchteten Anschlagflächen auf einem Schreibtisch, daneben ein Laptop. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Trap ist eine Spielart des Hip-Hop, die sich an ihrer Rhythmusgruppe erkennen lässt. Die Hi-Hat wechselt innerhalb eines Taktes die Unterteilung bis hinauf zu Zweiunddreißigsteln, während Snare oder Clap nur auf der dritten Zählzeit fallen. Die Bassdrum ist gestimmt und klingt so lange aus, dass sie zugleich den Basston trägt. Notiert steht ein Stück meist um 140 Schläge je Minute, gefühlt läuft es halb so schnell. Trap entstand Anfang der 2000er Jahre im Süden der USA und prägt seit den 2010er Jahren den Mainstream-Pop.

Trap ist eine Spielart des Hip-Hop, die sich an vier überprüfbaren Merkmalen erkennen lässt: Hi-Hats in schnellen Unterteilungen bis zu Zweiunddreißigsteln und darüber, eine tiefe Bassdrum mit sehr langem Ausklingen, die zugleich den Basston liefert, ein halb so schnell empfundenes Tempo bei hoher Hi-Hat-Dichte und eine dünn besetzte Melodieschicht. Trap entstand Anfang der 2000er Jahre im Süden der USA, besonders in Atlanta. Ab den 2010er Jahren übernahm der Mainstream-Pop diese Bauweise weit über den Hip-Hop hinaus. Die vier Merkmale hängen zusammen: Weil der Gegenschlag selten fällt, trägt die Hi-Hat die Bewegung, und weil die Bassdrum den Basston mitbringt, bleibt für die übrigen Stimmen wenig zu tun.

140notierte BPM
70gefühlte BPM
3Zählzeit der Snare
1/32schnellste Hi-Hat

Was ist Trap?

Trap bezeichnet eine Spielart des Hip-Hop, die sich über ihre Rhythmusgruppe bestimmt und nicht über ein Thema. Der Name stammt aus dem Slang der US-Südstaaten und bezeichnet dort den Ort des Drogenhandels.

MerkmalTrap
Übergeordnete KulturHip-Hop
EntstehungszeitAnfang der 2000er Jahre
EntstehungsortSüden der USA, besonders Atlanta
Taktart4/4
Notiertes Tempomeist 130 bis 160 BPM
Gefühltes Tempohalb so schnell, meist 65 bis 80 BPM
GegenschlagSnare oder Clap nur auf Zählzeit 3
Bassdrumtief gestimmte 808 mit langem Ausklingen, zugleich Basston
Hi-HatSechzehntel, Zweiunddreißigstel und Triolen im Wechsel
Melodieschichtdünn besetzt, oft eine einzelne Synthesizer- oder Glockenstimme
Gesanghörbare Tonhöhenkorrektur, Ad-libs als zweite Stimme

Wie funktioniert die 808 im Trap?

Die 808 ist ein Bassdrum-Klang mit sehr langem Ausklingen, dessen Tonhöhe sich stimmen lässt. Ein einziger Schlag liefert deshalb zweierlei: den Anschlag am Anfang und einen gehaltenen tiefen Ton danach. Genau darin unterscheidet sich Trap von Stilen, in denen Bassdrum und Bass getrennte Stimmen sind und zwei Spuren belegen.

Aus dieser Doppelrolle folgen drei Eigenheiten der Programmierung.

  • Die Tonhöhe folgt der Harmonie. Der Produzent stimmt jeden Schlag auf den Grundton des gerade laufenden Akkords. Die Bassdrum spielt damit eine Basslinie, obwohl sie im Raster an der Stelle des Schlagzeugs steht.
  • Die Schläge stehen weit auseinander. Ein neuer Schlag schneidet den vorigen ab, weil beide dieselbe Spur belegen. Wer dicht setzt, verliert den langen Ton, deshalb fallen im Trap nur wenige 808-Schläge je Takt.
  • Der Übergang lässt sich gleiten. Zieht die Tonhöhe zwischen zwei Tönen stufenlos nach oben oder unten, hört das Ohr ein Rutschen statt zweier getrennter Töne. Diese Bewegung ersetzt eine eigene Basslinie.

Im Trap sind Schlag und Basston derselbe Klang. Die 808 klingt so lange aus, dass ihr Ton die Zeit bis zum nächsten Schlag überbrückt, und weil sie gestimmt ist, trägt sie die Harmonie mit. Ein Trap-Beat braucht deshalb keine eigene Bassspur, und ein zusätzlicher Bass würde mit der 808 um denselben Frequenzbereich streiten.

Wie entstehen die Hi-Hat-Rolls im Trap?

Ein Hi-Hat-Roll entsteht, wenn die Unterteilung innerhalb eines Taktes wechselt. Der Grundpuls bleibt dabei gleich schnell, nur die Zahl der Anschläge je Zählzeit ändert sich. Vier Anschläge je Zählzeit ergeben Sechzehntel, sechs ergeben Sechzehnteltriolen, acht ergeben Zweiunddreißigstel, und in kurzen Einwürfen gehen Produzenten noch darüber hinaus.

Diese Wechsel erzeugen die Bewegung des Stücks. Das Ohr nimmt keine Beschleunigung wahr, denn das Tempo ändert sich nicht, sondern eine Verdichtung: Auf derselben Strecke fallen plötzlich doppelt so viele Anschläge. Am Ende eines Taktes oder einer Viertaktgruppe kündigt ein solcher Roll den nächsten Abschnitt an, ohne dass ein Instrument dazukommt.

Zwei Mittel gehören zur Ausführung. Der Produzent staffelt die Lautstärke der einzelnen Anschläge, sodass die Reihe nicht als Maschinenfolge klingt. Und er öffnet die Hi-Hat an einzelnen Stellen, wodurch ein längerer, zischender Klang den Roll abschließt.

Warum klingt Trap langsam, obwohl er schnell notiert ist?

Trap klingt langsam, weil Snare oder Clap nur auf der dritten Zählzeit sitzen. In den meisten Beats des Hip-Hop fällt der Gegenschlag auf die Zählzeiten 2 und 4, also zweimal je Takt. Fällt er nur einmal, bezieht das Ohr den Puls auf diesen einen Punkt und zählt den Takt in halbem Tempo mit.

Daraus folgt die doppelte Tempoangabe. Notiert steht ein Trap-Stück meist um 140 Schläge je Minute, damit die Sechzehntel der Hi-Hat im Raster aufgehen. Gefühlt läuft dasselbe Stück mit 70. Beide Zahlen beschreiben dieselbe Aufnahme, denn die Angabe in Schlägen je Minute hängt davon ab, welchen Notenwert man als Schlag zählt.

Zählzeit 1 2 3 4 Hi-Hat Sechzehntel, vier je Zählzeit Zweiunddreißigstel, acht Snare 808 Anschlag der 808 langes Ausklingen, trägt den Basston Snare nur auf Zählzeit 3 Der Grundpuls bleibt gleich schnell, allein die Unterteilung der Hi-Hat wechselt innerhalb des Taktes.
Die Snare fällt nur auf Zählzeit 3, die 808 klingt über mehrere Unterteilungen hinweg aus, und die Hi-Hat wechselt auf der vierten Zählzeit von Sechzehnteln auf Zweiunddreißigstel.

Wie behandelt Trap den Gesang?

Trap setzt die Tonhöhenkorrektur als hörbares Gestaltungsmittel ein. Die Software zieht die gesungene Tonhöhe auf die nächste Stufe einer vorgegebenen Tonleiter. Stellt der Produzent die Übergangszeit sehr kurz, springt die Stimme zwischen den Stufen, statt zu gleiten. Dieser Sprung ist der Klang, den man hört; bei langer Übergangszeit bliebe dieselbe Korrektur unbemerkt.

Die zweite Ebene sind die Ad-libs. Das sind kurze Einwürfe auf einer eigenen Spur, oft die letzte Silbe einer Zeile, ein Ausruf oder eine Wiederholung des Reimworts. Sie liegen leiser hinter der Hauptstimme und antworten ihr, sodass eine zweite Stimme im Hintergrund entsteht. Weil die Melodieschicht dünn besetzt ist, füllen die Ad-libs die Lücken, die ein Arrangement mit mehreren Instrumenten anders schließen würde.

Woher stammt Trap?

Trap stammt aus dem Süden der USA und entstand dort Anfang der 2000er Jahre, mit Atlanta als wichtigstem Ort. Die Mittel waren von Anfang an elektronisch: ein Drumcomputer liefert Bassdrum, Snare und Hi-Hat, Software die übrigen Stimmen. Der Klang der gestimmten, lang ausklingenden Bassdrum stammt aus einem Gerät der 1980er Jahre und lebte als Klangvorrat weiter, lange nachdem dessen Bauform aus dem Handel verschwunden war.

Ab den 2010er Jahren griff die Bauweise über den Hip-Hop hinaus. Popstücke ohne jeden Rap übernahmen die 808, die Hi-Hat-Rolls und den Gegenschlag auf der dritten Zählzeit. Im Deutschrap wurde Trap zur verbreitetsten Beat-Form, wobei die längeren deutschen Wörter mehr Silben auf dieselbe Strecke bringen.

Häufige Fragen zu Trap

Was macht Trap aus?

Trap ist an vier Merkmalen erkennbar: Hi-Hats in schnellen, innerhalb des Taktes wechselnden Unterteilungen bis zu Zweiunddreißigsteln, eine tief gestimmte Bassdrum mit langem Ausklingen, die zugleich den Basston liefert, ein Gegenschlag nur auf der dritten Zählzeit und eine dünn besetzte Melodieschicht. Diese Merkmale beschreiben die Machart, nicht das Thema der Texte.

Was ist eine 808 im Trap?

Eine 808 ist im Trap ein Bassdrum-Klang mit sehr langem Ausklingen, dessen Tonhöhe sich stimmen lässt. Ein Schlag liefert damit den Anschlag und einen gehaltenen tiefen Ton, der die Harmonie mitträgt. Deshalb kommt ein Trap-Beat ohne eigene Bassspur aus, während in anderen Stilen Bassdrum und Bass zwei getrennte Stimmen sind.

Wie schnell ist Trap?

Trap wird meist um 140 Schläge je Minute notiert, klingt aber halb so schnell. Der Grund liegt im Gegenschlag: Snare oder Clap sitzen nur auf der dritten Zählzeit statt auf 2 und 4, deshalb bezieht das Ohr den Puls auf einen Punkt je Takt. Dieselbe Aufnahme lässt sich als 140 oder als 70 BPM zählen, je nachdem, welchen Notenwert man als Schlag nimmt.

Was ist ein Hi-Hat-Roll im Trap?

Ein Hi-Hat-Roll ist ein Wechsel der Unterteilung innerhalb eines Taktes, etwa von Sechzehnteln auf Zweiunddreißigstel oder auf Triolen. Das Tempo bleibt dabei unverändert, allein die Zahl der Anschläge je Zählzeit steigt. Weil der Gegenschlag im Trap selten fällt, trägt die Hi-Hat die Bewegung, und der Roll markiert das Ende eines Taktes oder einer Viertaktgruppe.

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