K-Pop ist Popmusik aus Südkorea. Der Begriff kürzt Korean pop ab und bezeichnet seit den 1990er Jahren auch ein Herstellungsverfahren: Plattenfirmen wählen Mitglieder aus, bilden sie mehrere Jahre in Gesang, Tanz und Sprachen aus und stellen daraus Gruppen zusammen, deren erste Veröffentlichung lange geplant ist. Musikalisch fällt K-Pop vor allem durch den Aufbau der Stücke auf. Ein K-Pop-Stück reiht mehr und deutlich verschiedenere Abschnitte aneinander als ein westliches Popstück und wechselt dabei Tonart, Tempoempfinden oder Stilebene mitten im Verlauf.
Was ist K-Pop?
K-Pop ist Popmusik aus Südkorea, die eine Plattenfirma nach einem festen Verfahren herstellt. Die Firma sucht Mitglieder über Vorsingen aus, unterrichtet sie über Jahre, teilt sie einer Gruppe zu und legt den Termin der ersten Veröffentlichung fest. Dieser Termin heißt Debüt und ist ein geplanter Schritt, kein Zufallsergebnis.
Der Begriff benennt Herkunft und Machart, nicht eine feste Klangfarbe. Ein K-Pop-Stück kann nach Tanzmusik klingen, nach Ballade, nach Rock oder nach Hip-Hop, und viele Stücke bringen mehrere dieser Ebenen nacheinander. Damit unterscheidet sich K-Pop vom Pop nicht im Instrumentarium, sondern in der Art, wie ein Stück zusammengesetzt ist.
| Merkmal | K-Pop |
|---|---|
| Herkunft | Südkorea |
| Entstehungszeit | Anfang der 1990er Jahre in der heutigen Form |
| Name | kürzt Korean pop ab |
| Sprache | überwiegend Koreanisch, dazu englische Wendungen, häufig in der Refrainzeile |
| Aufbau | viele deutlich verschiedene Abschnitte, Wechsel von Tonart, Tempoempfinden oder Stilebene mitten im Stück |
| Typische Bausteine | gesungene Strophe, gerappte Strophe, Aufbau, Refrain, Nachrefrain, Tanzabschnitt, Brücke |
| Besetzung | Gruppen mit festen Rollen für Gesang, Rap und Tanz |
| Entstehung der Gruppen | die Plattenfirma wählt aus, bildet aus und stellt zusammen |
| Choreografie | Bestandteil des Stücks, einzelne Abschnitte entstehen eigens für sie |
| Veröffentlichung | Stück und Musikvideo erscheinen gemeinsam |
Wie ist ein K-Pop-Stück aufgebaut?
Ein K-Pop-Stück setzt mehrere deutlich verschiedene Abschnitte hintereinander und wiederholt weniger als ein westliches Popstück. Der Refrain kehrt zwar wieder, dazwischen stehen aber Teile, die in Tonart, Tempoempfinden oder Stilebene abweichen. Ein gesungener Abschnitt geht unmittelbar in einen gerappten über, ein zurückgenommener Aufbau in einen Refrain über durchgehender Bassdrum.
- Gesungene Strophe trägt den Text und bleibt klanglich schmal, damit der Refrain danach breiter wirkt.
- Gerappte Strophe ersetzt in vielen Stücken die zweite Strophe und wechselt Rhythmus und Vortragsweise.
- Aufbau steht vor dem Refrain, steigert Tonlage und Dichte und endet häufig auf einer Pause.
- Refrain bringt die Hauptmelodie und die Titelzeile und kehrt mehrfach wieder.
- Nachrefrain folgt direkt auf den Refrain und besteht oft nur aus einer kurzen instrumentalen Figur oder einer Silbenfolge ohne Wortsinn. Über ihn läuft die Choreografie.
- Tanzabschnitt kommt ohne Gesang aus und gibt der Bewegung den Vordergrund.
- Brücke bringt neues Material, kommt einmal vor und wechselt oft die Tonart.
Der Grund für die Vielteiligkeit liegt in der Besetzung. Eine K-Pop-Gruppe verteilt Gesang, Rap und Tanz auf verschiedene Mitglieder, und jeder Abschnitt stellt ein anderes von ihnen nach vorn. Wer alle Rollen hörbar machen will, braucht mehr verschiedene Abschnitte als ein Stück, das eine einzelne Stimme trägt.
Welche Sprachen verwendet K-Pop?
K-Pop singt überwiegend auf Koreanisch und mischt englische Wendungen ein. Diese stehen meist in der Refrainzeile, weil sie dort am häufigsten wiederkehren und sich ohne Koreanischkenntnisse mitsingen lassen. Der übrige Text bleibt koreanisch.
Viele Firmen veröffentlichen zusätzlich japanische Fassungen derselben Stücke, weil Japan der größte Musikmarkt der Region ist. Deshalb gehört Sprachunterricht zur Ausbildung: Die Mitglieder singen dieselbe Melodie in mehreren Sprachen und geben Interviews darin.
Wie bildet das K-Pop-System seine Gruppen aus?
Eine K-Pop-Gruppe entsteht in der Plattenfirma, nicht aus einer Bandgründung unter Freunden. Die Firma nimmt Bewerber als Auszubildende unter Vertrag und unterrichtet sie über Jahre in Gesang, Tanz, Sprachen und Auftreten vor der Kamera. Wer die Ausbildung besteht, kommt in eine Gruppe, deren Zusammensetzung die Firma bestimmt.
Das erklärt zwei Merkmale der Musik. Erstens tanzen die Mitglieder synchron, weil sie das jahrelang geübt haben, bevor das erste Stück erscheint. Zweitens verteilt ein Stück seine Abschnitte auf feste Rollen, denn wer den Rap gelernt hat, übernimmt den gerappten Teil.
Das Verfahren steht in der Kritik. Kritiker nennen lange Vertragslaufzeiten, eine hohe Arbeitsbelastung während der Ausbildung und nach dem Debüt sowie das Ungleichgewicht zwischen Firma und einzelnem Künstler. Die Debatte läuft in Südkorea selbst und hat dort zu staatlichen Vorgaben für diese Verträge geführt.
Welche Rolle spielen Choreografie und Musikvideo im K-Pop?
Die Choreografie gehört im K-Pop zum Stück und ist kein Beiwerk. Sie entsteht zusammen mit der Aufnahme, und einzelne Abschnitte entstehen eigens für sie: Der Nachrefrain trägt keinen Textinhalt, damit die Bewegung den Vordergrund bekommt, und der Tanzabschnitt kommt ganz ohne Gesang aus.
Das Musikvideo erscheint gleichzeitig mit dem Stück und zeigt die Choreografie vollständig. Dazu kommen Auftritte in den wöchentlichen Musiksendungen des koreanischen Fernsehens, in denen eine Gruppe dasselbe Stück über mehrere Wochen mit derselben Bewegungsfolge zeigt. Das Publikum erkennt die Choreografie dadurch so sicher wieder wie die Melodie.
Woher stammt K-Pop?
K-Pop entstand in seiner heutigen Form Anfang der 1990er Jahre in Südkorea. Als Wendepunkt gilt der Auftritt von Seo Taiji and Boys im Jahr 1992. Die Gruppe verband Rap und westliche Tanzmusik mit koreanischem Text und stellte den Tanz gleichberechtigt neben den Gesang.
In den Jahren danach bauten Plattenfirmen das Ausbildungssystem auf und richteten ihre Veröffentlichungen von Beginn an auf das Ausland aus, zunächst auf Japan und den übrigen ostasiatischen Raum. Ab den 2010er Jahren erreichten koreanische Gruppen über Videoplattformen ein Publikum, das die Musik ohne Rundfunk und ohne Vertrieb vor Ort fand.
K-Pop unterscheidet sich vom westlichen Pop im Aufbau, nicht im Klang. Ein westliches Popstück wiederholt wenige Bausteine, ein K-Pop-Stück reiht mehr und verschiedenere aneinander und wechselt dabei Tonart, Tempoempfinden oder Stilebene. Wer nach einem eigenen K-Pop-Klang sucht, sucht nach etwas, das die Kategorie nicht festlegt.
Häufige Fragen zum K-Pop
Was ist K-Pop-Musik?
K-Pop-Musik ist Popmusik aus Südkorea, die Plattenfirmen seit den 1990er Jahren nach einem festen Verfahren herstellen. Die Firma bildet ihre Mitglieder mehrere Jahre in Gesang, Tanz und Sprachen aus und stellt daraus Gruppen zusammen. Die Gruppen singen überwiegend auf Koreanisch und streuen englische Wendungen ein, meist in der Refrainzeile.
Wie unterscheidet sich K-Pop vom westlichen Pop?
K-Pop unterscheidet sich vom westlichen Pop vor allem im Aufbau der Stücke. Ein westliches Popstück wiederholt wenige Bausteine, meist Strophe, Refrain und eine Brücke. Ein K-Pop-Stück reiht mehr und deutlich verschiedenere Abschnitte aneinander, darunter eine gerappte Strophe, einen Nachrefrain und einen Tanzabschnitt, und wechselt dabei Tonart, Tempoempfinden oder Stilebene mitten im Stück.
Was ist ein Nachrefrain im K-Pop?
Der Nachrefrain ist ein kurzer Abschnitt, der im K-Pop direkt auf den Refrain folgt. Er besteht meist aus einer instrumentalen Figur oder einer Silbenfolge ohne Wortsinn und trägt keinen eigenen Textinhalt. Über ihn läuft die auffälligste Stelle der Choreografie, weshalb er im Musikvideo und bei Fernsehauftritten die Bewegung trägt.
Wie entstehen K-Pop-Gruppen?
K-Pop-Gruppen stellt die Plattenfirma zusammen. Sie sucht Bewerber über Vorsingen aus, nimmt sie als Auszubildende unter Vertrag und unterrichtet sie über Jahre in Gesang, Tanz, Sprachen und Auftreten vor der Kamera. Erst danach legt die Firma fest, wer zu welcher Gruppe gehört und wann die erste Veröffentlichung erscheint. Kritiker nennen daran lange Vertragslaufzeiten und die hohe Arbeitsbelastung.




