House ist eine Spielart der elektronischen Tanzmusik, die sich an vier Merkmalen festmachen lässt: Eine Bassdrum schlägt auf jeder Viertel, das Tempo liegt meist zwischen 118 und 130 Schlägen pro Minute, eine offene Hi-Hat fällt auf die Achtel zwischen den Schlägen, und das Melodie- und Harmoniematerial greift auf Disco, Soul und Gospel zurück, meist ergänzt um eine Gesangsstimme. Der Stil entstand Anfang bis Mitte der 1980er Jahre in Chicago aus der dortigen Disco-Kultur. Ein Track ist aus wiederholten Schleifen gebaut, nicht aus Strophe und Refrain.
Was ist House?
House ist elektronische Tanzmusik im 4/4-Takt, deren Rhythmus programmiert ist und deren Harmonie- und Gesangsmaterial aus dem Disco und dem Soul stammt. House ist damit eine Spielart der elektronischen Musik, die deren Geräte auf das Material der Tanzmusik der 1970er Jahre anwendet.
| Merkmal | House |
|---|---|
| Gattung | elektronische Tanzmusik |
| Taktart | 4/4 |
| Tempo | 118 bis 130 Schläge pro Minute |
| Rhythmusgrundlage | Bassdrum auf jeder Viertel, offene Hi-Hat auf den Achteln dazwischen, Clap auf 2 und 4 |
| Form | Schleifen über 4, 8 oder 16 Takte, Spuren kommen hinzu und fallen weg |
| Klangquellen | Drumcomputer, Sampler, Sequencer, Synthesizer, dazu Klavier- und Streicherklänge |
| Gesang | häufig, oft ganze Strophen, mit Anleihen bei Soul und Gospel |
| Herkunft der Bausteine | Disco, Soul, Gospel |
| Entstehung | Anfang bis Mitte der 1980er Jahre in Chicago |
| Spielarten | Deep House, Acid House, Tech House, Progressive House |
| Verwandte Stile | Disco, Techno, Garage |
Wie ist der Rhythmus im House aufgebaut?
Der Rhythmus im House verteilt sich auf vier Spuren, die zusammen einen Takt füllen. Die Bassdrum schlägt auf den Zählzeiten 1, 2, 3 und 4 und gibt das Raster vor. Die offene Hi-Hat sitzt genau dazwischen, auf den Achteln, in der Zählung also auf jedem und. Clap oder Snare liegen auf den Zählzeiten 2 und 4, die Basslinie belegt die Achtel und lässt der Bassdrum den Platz auf der Zählzeit.
Offen heißt bei der Hi-Hat: Die beiden Becken bleiben beim Anschlag auseinander, statt vom Pedal zusammengedrückt zu werden. Der Klang bricht deshalb nicht ab, sondern zischt bis in die nächste Zählzeit hinein, wo ihn die Bassdrum ablöst. Aus diesem Überhang entsteht der vorwärtsziehende Puls, den viele als das Kennzeichen von House hören. Im Techno sitzt die Hi-Hat auf denselben Achteln, bleibt dort aber meist kurz und geschlossen, und derselbe Notenwert klingt dadurch trocken statt ziehend.
Welche Bausteine übernimmt House aus dem Disco?
House übernimmt vier Bausteine aus dem Disco und ersetzt bei jedem den Musiker durch ein Gerät.
- Die Vier-Viertel-Bassdrum spielt im Disco ein Schlagzeuger, im House ein Drumcomputer. Der Puls bleibt derselbe.
- Die Basslinie mit Oktavsprüngen springt in Achteln zwischen Grundton und oberer Oktave hin und her. Sie stammt aus den Disco-Produktionen der 1970er Jahre und liegt im House auf einem Synthesizer oder in einem Sample.
- Streicher- und Klavierakkorde tragen die Harmonie. Der Klavierakkord auf der Zählzeit, kurz angeschlagen und sofort wieder losgelassen, gehört zu den Erkennungszeichen des Stils.
- Die Gesangsstimme stammt aus dem Soul und dem Gospel: gehaltene Töne und verzierte Melodielinien über einem gleichbleibenden Rhythmus.
Welche Rolle spielen Sampling und Schleife im House?
Das Sampling liefert im House das Material, das früher eine Band eingespielt hat. Ein Sampler nimmt einen Ausschnitt aus einer vorhandenen Aufnahme auf und gibt ihn in beliebiger Tonhöhe wieder. Im House sind das meist wenige Sekunden: ein Streicherakkord, eine Klavierfigur, eine Gesangszeile, ein Schlagzeugtakt. Der Produzent schneidet den Ausschnitt auf die Taktlänge zu und legt ihn als Schleife über das Raster.
Die Schleife bestimmt auch die Form. Ein House-Track besteht aus Bausteinen von 4, 8 oder 16 Takten, die parallel laufen und sich einzeln ein- und ausschalten lassen. Der Verlauf entsteht daraus, welche Spuren gleichzeitig laufen, nicht aus einem Wechsel des Materials. Weil Tempo und Taktposition dabei über die volle Länge konstant bleiben, lässt sich ein Track im DJ-Set taktgenau mit dem nächsten überlagern.
Die Wiederholung ist im House die Form, nicht die Abkürzung. Wer denselben Takt achtmal hört, achtet beim vierten Mal nicht mehr auf die Figur, sondern auf das, was sich darüber verändert: ein Filter, eine hinzukommende Spur, eine Gesangszeile. Der gleichbleibende Untergrund ist die Bedingung dafür, dass eine kleine Änderung überhaupt auffällt.
Woher stammt House?
House entstand Anfang bis Mitte der 1980er Jahre in Chicago. Die Disco-Platten hatten um 1980 ihren Platz in den Verkaufscharts verloren, in den Clubs der Stadt liefen sie weiter, und DJs dehnten ihre rein rhythmischen Passagen aus, indem sie einen Drumcomputer darunterlegten. Aus dieser Praxis wurden eigene Produktionen: Gebraucht gekaufte Drumcomputer und Sequencer lieferten das Raster, ein Sampler die Streicher und die Stimme.
Gegen Ende der 1980er Jahre erreichte der Stil Großbritannien, wo aus dem Acid House eine eigene Szene wuchs, und von dort das übrige Europa.
Welche Spielarten hat House?
Die Spielarten des House unterscheiden sich im Tempo, im Klangmaterial und im Gewicht des Gesangs.
- Deep House nimmt das Tempo zurück und arbeitet mit weichen Klangfarben und Akkorden aus Jazz und Soul, die Sept- und Nonentöne enthalten. Bassdrum und Clap stehen weiter hinten im Klangbild.
- Acid House stellt die Basslinie der Roland TB-303 in den Mittelpunkt. Hohe Resonanz und eine während des Laufs bewegte Grenzfrequenz ergeben den gleitenden, quäkenden Klang dieser Spielart.
- Tech House verbindet das House-Raster mit dem trockenen, synthetisch erzeugten Klangmaterial des Techno. Die Disco-Anleihen treten zurück, Gesang fehlt meist.
- Progressive House dehnt die Steigerung über viele Takte. Lange Flächen bauen die Spannung auf, ein Breakdown setzt den Puls aus, bevor die Bassdrum wieder einsetzt.
Was unterscheidet House von Techno und Disco?
House, Techno und Disco teilen die Bassdrum auf jeder Viertel und trennen sich im Material.
- Techno läuft mit 125 bis 150 Schlägen pro Minute schneller und klingt härter. Sein Klangmaterial wird synthetisch erzeugt statt dem Disco entlehnt, Gesang kommt selten vor, und die Hi-Hat auf den Achteln bleibt kurz.
- Disco lässt eine Band spielen, was im House ein Gerät abspielt. Schlagzeug, Bass, Gitarre, Streicher und Bläser sind eingespielt, das Timing schwankt minimal, und die Form folgt Strophe und Refrain.
- House behält die Bausteine des Disco, ersetzt aber die Band durch Drumcomputer und Sampler und die Liedform durch die Schleife.
Häufige Fragen zu House
Was ist House?
House ist elektronische Tanzmusik im 4/4-Takt mit einer Bassdrum auf jeder Viertel, einem Tempo von meist 118 bis 130 Schlägen pro Minute und einer offenen Hi-Hat auf den Achteln dazwischen. Das Harmonie- und Gesangsmaterial stammt aus Disco, Soul und Gospel, Gesang ist der Normalfall. Der Stil entstand Anfang bis Mitte der 1980er Jahre in Chicago.
Wie viele BPM hat House?
House läuft meist zwischen 118 und 130 Schlägen pro Minute, der größte Teil der Clubproduktionen zwischen 122 und 126. Das Tempo bleibt innerhalb eines Tracks konstant, damit ein DJ zwei Titel deckungsgleich übereinanderlegen kann.
Woran erkennt man House im Unterschied zu Techno?
Am zuverlässigsten an der offenen Hi-Hat auf den Achteln zwischen den Schlägen: Sie klingt aus und zieht den Takt nach vorn, während dieselbe Achtel im Techno kurz und geschlossen bleibt. Dazu kommen das langsamere Tempo, Klavier- und Streicherakkorde aus dem Disco und deutlich häufiger Gesang.
Welche Spielarten hat House?
Die wichtigsten Spielarten sind Deep House, Acid House, Tech House und Progressive House. Deep House ist langsamer und weicher und nutzt Akkorde aus Jazz und Soul, Acid House baut auf der Basslinie der Roland TB-303 auf, Tech House übernimmt das trockene Klangmaterial des Techno, und Progressive House dehnt die Steigerung über viele Takte.




