Techno ist eine Spielart der elektronischen Tanzmusik, die sich an vier Merkmalen festmachen lässt: Eine Bassdrum schlägt auf jeder Viertel, das Tempo liegt meist zwischen 125 und 150 Schlägen pro Minute, kurze Muster wiederholen sich statt Strophe und Refrain, und die Klangfarben stammen aus Synthesizern und Drumcomputern statt aus gespielten Instrumenten. Der Stil entstand Mitte der 1980er Jahre in Detroit. Ein Track ist nicht als Lied gebaut, sondern als Baustein für ein DJ-Set.
Was ist Techno?
Techno ist elektronische Tanzmusik im 4/4-Takt, deren Klangmaterial aus Geräten stammt. Ein Track entwickelt sich, indem Spuren dazukommen und wieder wegfallen, nicht indem eine Melodie die nächste ablöst. Techno ist damit eine Spielart der elektronischen Musik, die deren Werkzeuge auf den Tanzboden ausrichtet.
| Merkmal | Techno |
|---|---|
| Gattung | elektronische Tanzmusik |
| Taktart | 4/4 |
| Tempo | 125 bis 150 Schläge pro Minute |
| Rhythmusgrundlage | Bassdrum auf jeder Viertel, Hi-Hat auf den Achteln dazwischen, Clap auf 2 und 4 |
| Form | wiederholte Muster über 4, 8, 16 oder 32 Takte, Breakdown und Aufbau statt Strophe und Refrain |
| Klangquellen | Drumcomputer, Sampler, Sequencer, Synthesizer |
| Gesang | meist keiner, sonst kurze bearbeitete Stimmfetzen |
| Entstehung | Mitte der 1980er Jahre in Detroit |
| Verwandte Stile | House, Trance, Acid, Electro |
Wie ist der Rhythmus im Techno aufgebaut?
Der Rhythmus im Techno verteilt sich auf drei Schlagwerkspuren, die zusammen einen Takt füllen. Die Bassdrum schlägt auf den Zählzeiten 1, 2, 3 und 4 und gibt das Raster vor, an dem sich alles andere ausrichtet. Die Hi-Hat sitzt genau dazwischen, auf den Achteln, in der Zählung also auf jedem und. Clap oder Snare liegen auf den Zählzeiten 2 und 4 und setzen den Gegenschlag zur Bassdrum.
Die Basslinie belegt häufig ebenfalls die Achtel zwischen den Schlägen und lässt der Bassdrum damit den vollen Platz auf der Zählzeit. Darunter liegen Puls und Metrum, die beiden Schichten unter dem Rhythmus.
Wie ist ein Techno-Track aufgebaut?
Ein Techno-Track durchläuft fünf Abschnitte mit je eigener Aufgabe.
- Die Einleitung bringt über 16 oder 32 Takte nur Bassdrum und Hi-Hat und legt damit Tempo und Taktposition offen.
- Die Schichtung fügt ein Element nach dem anderen hinzu: Clap, Basslinie, Fläche, ein Motiv aus dem Synthesizer. Jedes setzt am Anfang einer Achtertaktgruppe ein.
- Der Breakdown nimmt die Bassdrum heraus. Übrig bleiben Fläche, Motiv und Nachklang, der Puls verschwindet für einige Takte.
- Der Aufbau steigert die Spannung ohne Bassdrum: Ein Filter öffnet sich, ein Trommelwirbel wird dichter, ein Rauschen schwillt an.
- Der Drop setzt die Bassdrum wieder ein, meist genau auf der 1 einer neuen Sechzehnertaktgruppe.
Diese Form ist für das Mischen im DJ-Set gebaut. Der DJ legt die letzten Takte eines laufenden Titels über die Einleitung des nächsten, und weil dort nur Schlagwerk läuft, treffen keine Melodien und keine Akkorde aufeinander. Das konstante Tempo hält die Schläge deckungsgleich, und weil alle Abschnitte an Vielfachen von acht Takten beginnen, fallen auch die Wechsel beider Titel zusammen.
Der Anfang eines Techno-Tracks klingt für sich genommen unfertig, und das ist Absicht. Die ersten und die letzten Takte tragen oft nur Bassdrum und Hi-Hat, damit ein DJ zwei Titel übereinanderlegen kann, ohne dass Melodien kollidieren. Wer den Track allein hört, hält diese Takte für eine lange Vorbereitung; im Set sind sie die Nahtstelle.
Mit welchen Geräten entsteht Techno?
Vier Gerätetypen teilen sich die Arbeit, jeder mit einer eigenen Funktion.
- Der Drumcomputer erzeugt die Schlagwerkklänge und spielt sie im Takt ab. Er speichert ein Muster als Kette von 16 Schritten je Takt, und der Produzent besetzt jeden Schritt einzeln. Die Klänge einer Drum Machine entstehen aus Schaltungen oder aus gespeicherten Aufnahmen.
- Der Sampler nimmt vorhandene Klänge auf und gibt sie in beliebiger Tonhöhe wieder. Er liefert Stimmfetzen, Geräusche und einzelne Schläge.
- Der Sequencer speichert eine Tonfolge als Schrittkette und wiederholt sie im Takt. Die Figur läuft weiter, während der Produzent Regler bewegt.
- Der Synthesizer erzeugt Bässe, Flächen und Motive aus Oszillatoren, Filtern und Hüllkurven, also alles, was nicht Schlagwerk ist.
Zwei Werkzeuge wiegen im Techno schwerer als in anderen Stilen, weil die Muster selbst gleich bleiben. Ein Tiefpassfilter nimmt die hohen Anteile weg; wer seine Grenzfrequenz über acht Takte öffnet, erzeugt eine hörbare Steigerung, ohne eine Note zu ändern. Ein Hallraum legt Nachklang über einen Klang und bestimmt, wie weit entfernt er wirkt: Ein kurzer Hall stellt die Bassdrum nach vorn, ein langer schiebt die Fläche nach hinten.
Woher stammt Techno?
Techno entstand Mitte der 1980er Jahre in Detroit. Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saunderson verbanden dort den maschinellen Takt aus Drumcomputern mit dem Funk und dem Soul ihrer Stadt. Als Genrebezeichnung setzte sich der Name 1988 durch, mit der britischen Zusammenstellung Techno! The New Dance Sound of Detroit.
Als Vorbild nannten die Detroiter Produzenten wiederholt elektronische Musik aus Deutschland, vor allem Kraftwerk aus Düsseldorf. Deren Aufnahmen der 1970er Jahre lieferten den gleichmäßigen Maschinentakt und die Melodie aus dem Synthesizer.
In Europa lief eine eigene Entwicklung parallel. In Belgien entstand gegen Ende der 1980er Jahre New Beat, in Großbritannien wuchs aus dem Acid House eine Rave-Szene. Beide fielen härter und schneller aus als House.
Berlin bekam nach 1989 eine besondere Rolle. Im Zentrum der bis dahin geteilten Stadt standen Gebäude leer, deren Eigentumsverhältnisse ungeklärt waren, und dort entstanden Veranstaltungsorte ohne reguläre Anmietung. Die Love Parade zog seit 1989 durch die Stadt und wuchs binnen weniger Jahre zur Großveranstaltung.
Was unterscheidet Techno von House und Trance?
Techno, House und Trance teilen den 4/4-Takt und die Bassdrum auf jeder Viertel. Sie trennen sich im Tempo, im Klangmaterial und in der Form.
- House läuft mit 120 bis 128 Schlägen pro Minute langsamer. Er stützt sich auf Disco und Soul, nutzt Klavierakkorde, gespielte Basslinien und häufig eine Gesangsstimme.
- Trance liegt bei 130 bis 145 Schlägen pro Minute und stellt einen ausgedehnten Melodiebogen in den Mittelpunkt: Der Breakdown dauert lange, das Motiv steigt über viele Takte an, der Drop löst die Spannung ein.
- Techno hält den Verlauf flacher und verändert den Klang statt der Melodie. Ein Titel kommt oft mit einer einzigen Figur aus, deren Klangfarbe sich über die gesamte Länge wandelt.
Häufige Fragen zu Techno
Was ist Techno?
Techno ist elektronische Tanzmusik im 4/4-Takt mit einer Bassdrum auf jeder Viertel, einem Tempo zwischen 125 und 150 Schlägen pro Minute und einem Aufbau aus kurzen, wiederholten Mustern. Die Klänge stammen aus Drumcomputern, Samplern und Synthesizern. Strophe und Refrain fehlen.
Wie viele BPM hat Techno?
Techno läuft meist zwischen 125 und 150 Schlägen pro Minute, der größte Teil der Clubproduktionen zwischen 130 und 140. Das Tempo bleibt innerhalb eines Tracks konstant, damit ein DJ zwei Titel deckungsgleich übereinanderlegen kann.
Wie ist ein Techno-Track aufgebaut?
Ein Techno-Track besteht aus Einleitung, Schichtung, Breakdown, Aufbau und Drop. Die Einleitung bringt über 16 oder 32 Takte nur Schlagwerk, danach kommen Clap, Basslinie und Motiv hinzu. Im Breakdown fällt die Bassdrum weg, der Aufbau steigert die Spannung, der Drop setzt den Rhythmus wieder ein.
Wo ist Techno entstanden?
Techno entstand Mitte der 1980er Jahre in Detroit; Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saunderson gelten als seine Begründer. Der Name setzte sich 1988 mit einer britischen Zusammenstellung Detroiter Produktionen durch. In Europa verlief eine eigene Entwicklung, und Berlin wurde nach 1989 zu einem ihrer Zentren.




