Drum and Bass

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Redaktion
Eine mehrreihige Wand aus gestapelten Lautsprecherboxen in einer leeren Halle, angestrahlt von blauem Scheinwerferlicht. Bild: KI generiert.
Eine mehrreihige Wand aus gestapelten Lautsprecherboxen in einer leeren Halle, angestrahlt von blauem Scheinwerferlicht. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Drum and Bass ist elektronische Tanzmusik mit einem gebrochenen, schnellen Schlagzeugmuster statt einer Bassdrum auf jeder Viertel; das Tempo liegt meist zwischen 160 und 180 Schlägen pro Minute. Darunter liegt eine Basslinie im halben Tempo, die den gefühlten Grundschlag trägt: Der Hörer zählt rund 85 statt 170. Das Schlagzeug besteht aus Breakbeats, also gesampelten, zerschnittenen und neu zusammengesetzten Mustern, deren Abweichungen vom Raster den Groove ausmachen. Der Stil entstand Anfang bis Mitte der 1990er Jahre in Großbritannien aus Rave und Jungle.

Drum and Bass ist eine Spielart der elektronischen Tanzmusik, die sich am Schlagzeug festmachen lässt: Statt einer Bassdrum auf jeder Viertel läuft ein gebrochenes, schnelles Muster, in dem Kick und Snare an ungleichen Stellen sitzen. Das Tempo liegt meist zwischen 160 und 180 Schlägen pro Minute. Darunter liegt eine Basslinie im halben Tempo, und sie trägt den Puls, nach dem sich ein Tänzer richtet. Der Stil entstand Anfang bis Mitte der 1990er Jahre in Großbritannien, aus Rave und Jungle.

160 bis 180BPM
rund 85gefühlter Grundschlag
GroßbritannienHerkunft
1990erEntstehungszeit

Was ist Drum and Bass?

Drum and Bass ist elektronische Tanzmusik mit gebrochenem Schlagzeug und einer tragenden Basslinie im halben Tempo. Der Name benennt die beiden Spuren, auf denen der Stil steht; Fläche, Motiv und Stimme treten dahinter zurück. Damit steht Drum and Bass quer zu den übrigen Spielarten der elektronischen Musik, die sich fast alle um eine durchgehende Bassdrum ordnen.

MerkmalDrum and Bass
Gattungelektronische Tanzmusik
Taktart4/4
Tempo160 bis 180 Schläge pro Minute, meist nahe bei 174
Gefühlter Grundschlaghalb so schnell, rund 85 Schläge pro Minute
Rhythmusgrundlagegebrochener Breakbeat aus Kick und Snare, keine Bassdrum auf jeder Viertel
Rolle des Basseseigenständige Stimme im halben Tempo, trägt Puls und häufig auch die Harmonie
BassklängeSub-Bass und Reese-Bass
KlangquellenSampler, Synthesizer, Sequencer, Rechner mit Audiosoftware
EntstehungAnfang bis Mitte der 1990er Jahre in Großbritannien
VorläuferRave, Breakbeat-Hardcore, Jungle
SpielartenLiquid, Neurofunk, Jump-Up, Jungle

Warum läuft das Schlagzeug im Drum and Bass doppelt so schnell wie der Grundschlag?

Das Schlagzeug läuft doppelt so schnell, weil Bass und Harmonie im halben Tempo liegen. Bei 174 Schlägen pro Minute füllt das Schlagwerk jeden dieser Schläge, die Basslinie und die Akkorde treffen dagegen nur jeden zweiten. Ein Hörer richtet sich nach dem Bass und zählt deshalb rund 85 statt 170. Die Snare fällt in dieser langsamen Zählung genau auf die 2 und die 4, also auf den Gegenschlag, den ein Ohr aus fast jeder anderen Tanzmusik kennt.

Aus diesem Verhältnis folgt der Rest des Stils: Das Schlagzeug hat doppelt so viele Positionen und füllt sie mit Zwischenschlägen, ohne den Grundschlag zu verdecken. Ein Techno-Titel und ein Drum-and-Bass-Titel bei je 174 tragen dieselbe Zahl und wirken doch unterschiedlich schnell. Wie ein Tempo gemessen wird, steht unter BPM und Tempo.

Schlagzeug: 174 Schläge pro Minute, zwei Takte Kick Snare Zählung bei 174 1 und 2 und 3 und 4 und 1 und 2 und 3 und 4 und Bass: 87 Schläge pro Minute, ein Takt Bass Zählung bei 87 1 2 3 4 Acht Zählzeiten oben, vier unten. Der Abschnitt ist derselbe, nur die Zählweise wechselt.
Derselbe Abschnitt in zwei Zählweisen. Oben sitzen Kick und Snare in ungleichen Abständen im schnellen Raster, unten wechselt der Bass nur auf den vier Zählzeiten der halb so schnellen Zählung. Die Snare trifft deren 2 und 4.

Was ist ein Breakbeat im Drum and Bass?

Ein Breakbeat ist ein gesampeltes Schlagzeugmuster aus einer vorhandenen Aufnahme, das der Produzent in einzelne Schläge zerschneidet und neu zusammensetzt. Vom programmierten Raster unterscheidet ihn die Herkunft des Materials: Ein Drumcomputer besetzt 16 Schritte je Takt mit einzeln erzeugten Klängen, ein Breakbeat bringt eine fertig gespielte Passage mit, die der Produzent in Kick, Snare, Hi-Hat und Becken zerlegt und neu ordnet.

Den Groove macht die Verschiebung der Einzelschläge gegen das Raster aus. Ein Mensch hat die Passage gespielt, deshalb sitzt kein Schlag exakt auf dem Rechenwert: Einer kommt zu früh, der nächste zu spät, und die Lautstärken schwanken. Diese Abweichungen bleiben beim Schneiden erhalten und ziehen das Muster vorwärts. Wer dieselbe Folge exakt auf das Raster programmiert, bekommt denselben Notentext und einen anderen Zug.

Das Werkzeug dafür ist der Sampler. Weil schnelleres Abspielen auch die Tonhöhe hebt, brauchte der Stil Geräte, die Tempo und Tonhöhe getrennt verändern; erst damit ließ sich ein Schlagzeugteil aus einer langsameren Aufnahme auf 170 Schläge pro Minute bringen, ohne dass er dünn und hoch klingt. Am häufigsten diente dafür der Schlagzeugteil aus Amen, Brother der Band The Winstons von 1969.

Welche Rolle spielt der Bass im Drum and Bass?

Der Bass ist im Drum and Bass eine eigenständige Stimme und keine Begleitung. Er trägt den Puls, nach dem sich der Hörer richtet, und häufig auch die Harmonie, weil Akkordinstrumente ganz fehlen können. Seine Klangfarbe gehört zur Komposition: Ein Titel wechselt seinen Bassklang so, wie ein anderer die Melodie wechselt. Zwei Erzeugungsarten sind gebräuchlich.

  • Der Sub-Bass ist eine nahezu reine Sinusschwingung unterhalb von etwa 60 Hertz. Er enthält kaum Obertöne, kommt über kleine Lautsprecher fast nicht an und wird auf einer großen Anlage eher gespürt als gehört.
  • Der Reese-Bass entsteht aus zwei oder mehr gegeneinander verstimmten Sägezahnschwingungen. Weil ihre Wellen langsam auseinanderlaufen und wieder zusammenfinden, verstärken sie sich abwechselnd und löschen sich teilweise aus; daraus ergibt sich der wandernde, knurrende Klang.

In der Praxis liegen beide übereinander: Der Sub-Bass deckt den tiefsten Bereich ab und bleibt unbearbeitet, ein zweiter Bass liefert darüber die Klangfarbe und verträgt Verzerrung und Filterbewegung.

Im Drum and Bass zählt der Hörer den Bass, nicht das Schlagzeug. In House und Techno fallen beide zusammen, weil die Bassdrum jede Zählzeit trifft. Hier laufen sie auseinander, und der Grundschlag steckt in der Spur, die halb so schnell ist. Wer das Schlagzeug mitzählt, landet bei der doppelten Zahl und hält den Stil für schneller, als er sich anfühlt.

Woher stammt Drum and Bass?

Drum and Bass entstand Anfang bis Mitte der 1990er Jahre in Großbritannien. Die Rave-Szene der ausgehenden 1980er Jahre spielte dort eine schnelle Tanzmusik, die Breakbeats mit Akkordschlägen und Sirenen verband; als das Tempo weiter stieg, rückte das Schlagzeug in den Mittelpunkt. Daraus wuchs Anfang der 1990er Jahre Jungle, das die zerschnittenen Breaks mit tiefen Basslinien und mit Material aus Reggae und Dancehall verband.

Der Name Drum and Bass setzte sich Mitte der 1990er Jahre für Produktionen durch, die dieselbe Rhythmusbauweise nutzten, aber sauberer aufgenommen und stärker synthetisch klangen. Tempo und Tempoverhältnis blieben dabei über die Jahrzehnte konstant, während Klangfarben und Produktionsweise mehrfach wechselten.

Welche Spielarten hat Drum and Bass?

Die Spielarten unterscheiden sich vor allem im Bassklang und im übrigen Material, kaum im Tempo.

  • Liquid stellt Akkordflächen, Klavierfiguren und Gesang neben den Bass, über einem weich abgemischten Breakbeat.
  • Neurofunk rückt stark bearbeitete, ständig bewegte Bassklänge in den Mittelpunkt und hält das Schlagzeug knapp und trocken.
  • Jump-Up setzt auf kurze, eingängige Bassfiguren und zielt auf die unmittelbare Wirkung auf der Tanzfläche.
  • Jungle ist Vorläufer und Parallelströmung zugleich: kleinteiliger geschnittene Breaks, Material aus Reggae und Dancehall, roherer Klang.

Häufige Fragen zu Drum and Bass

Was ist Drum and Bass?

Drum and Bass ist elektronische Tanzmusik mit einem gebrochenen, schnellen Schlagzeugmuster und einer Basslinie im halben Tempo. Das Tempo liegt meist zwischen 160 und 180 Schlägen pro Minute, eine durchgehende Bassdrum auf jeder Viertel fehlt. Der Stil entstand Anfang bis Mitte der 1990er Jahre in Großbritannien aus Rave und Jungle.

Wie viele BPM hat Drum and Bass?

Drum and Bass läuft meist zwischen 160 und 180 Schlägen pro Minute, der größte Teil der Produktionen liegt nahe bei 174. Der gefühlte Grundschlag ist halb so schnell, also rund 85 Schläge pro Minute, weil Bass und Harmonie nur jeden zweiten Schlag treffen.

Was ist ein Breakbeat im Drum and Bass?

Ein Breakbeat ist ein gesampeltes Schlagzeugmuster aus einer vorhandenen Aufnahme, das in einzelne Schläge zerschnitten und neu zusammengesetzt wird. Anders als das programmierte Raster eines Drumcomputers behält er die kleinen zeitlichen Abweichungen des Menschen, der ihn gespielt hat, und aus diesen Abweichungen entsteht der Groove.

Was ist der Unterschied zwischen Drum and Bass und Jungle?

Jungle und Drum and Bass teilen Tempo und Tempoverhältnis; Jungle ist der ältere Begriff und läuft bis heute als eigene Strömung weiter. Jungle schneidet die Breakbeats kleinteiliger, greift auf Reggae und Dancehall zurück und klingt roher. Drum and Bass bezeichnet die spätere, sauberer produzierte und stärker synthetische Ausprägung derselben Bauweise.

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