Dubstep

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Redaktion
Die Membran eines großen Basslautsprechers in Nahaufnahme vor gelbem Grund. Foto: notnixon / Pixabay.
Die Membran eines großen Basslautsprechers in Nahaufnahme vor gelbem Grund. Foto: notnixon / Pixabay.

Zusammenfassung

Dubstep ist elektronische Tanzmusik bei rund 140 Schlägen pro Minute, deren Grundpuls halb so schnell empfunden wird. Die Snare fällt nur auf die dritte Zählzeit jedes Takts, zwischen den Schlägen bleibt das Raster weitgehend leer. Diesen Raum füllt der Bass, der hier die Hauptstimme trägt und seine Klangfarbe im Takt verändert. Der Stil entstand Anfang der 2000er Jahre in Südlondon aus UK Garage und dem jamaikanischen Dub.

Dubstep ist eine Spielart der elektronischen Tanzmusik, die bei rund 140 Schlägen pro Minute läuft und trotzdem halb so schnell wirkt. Die Snare fällt nur auf die dritte Zählzeit jedes Takts, nicht auf die zweite und die vierte. Zwischen den Schlägen bleibt viel Raum leer. Diesen Raum nimmt der Bass ein: Er trägt die Hauptstimme, und Melodie, Bewegung und Klangfarbe stecken in der tiefsten Spur. Der Stil entstand Anfang der 2000er Jahre in Südlondon aus UK Garage und Dub.

140BPM
rund 70gefühlter Grundschlag
3Zählzeit der Snare
SüdlondonHerkunft

Was ist Dubstep?

Dubstep ist elektronische Tanzmusik mit halbiertem Grundpuls, einer Snare auf der dritten Zählzeit und einem Bass, der die Hauptstimme trägt. Der Name nennt beide Wurzeln: den jamaikanischen Dub und die 2-Step-Spielart des UK Garage. Anders als die übrigen Spielarten der elektronischen Musik ordnet sich Dubstep nicht um eine Bassdrum auf jeder Viertel.

MerkmalDubstep
Gattungelektronische Tanzmusik
Taktart4/4
Temporund 140 Schläge pro Minute
Gefühlter Grundschlaghalb so schnell, rund 70 Schläge pro Minute
Snarenur auf der dritten Zählzeit jedes Takts
RhythmusgrundlageBassdrum auf der 1, Snare auf der 3, viele leere Rasterplätze
Rolle des BassesHauptstimme, trägt Tonhöhe, Rhythmus und Klangfarbe
BassklängeSub-Bass und Wobble-Bass
KlangquellenSynthesizer, Sampler, Rechner mit Audiosoftware
FormteileAufbau und Drop, meist im Abstand von 16 oder 32 Takten
EntstehungAnfang der 2000er Jahre in Südlondon
VorläuferUK Garage, 2-Step, Dub

Warum wirkt Dubstep bei 140 Schlägen pro Minute langsam?

Dubstep wirkt langsam, weil der Hörer nur jeden zweiten Schlag als Zählzeit nimmt. Die Snare löst das aus: In fast jeder anderen Tanzmusik markiert sie die 2 und die 4. Im Dubstep trifft sie nur einmal je Takt, auf die 3. Ein Ohr ordnet diesen Schlag wieder als Gegenschlag ein und zählt dabei rund 70 statt 140.

Dasselbe Verhältnis von schnellem Raster und halb so schnellem Grundpuls trägt auch Drum and Bass, wo es ausführlich beschrieben ist. Dubstep nutzt es umgekehrt: Drum and Bass füllt das schnelle Raster mit Zwischenschlägen, Dubstep lässt es leer. Wer zwischen Bassdrum und Snare sieben Sechzehntel Platz hat, kann dort einen Bassklang zeigen, der sich über diese ganze Strecke verändert. Wie ein Tempo gemessen wird, steht unter BPM und Tempo.

Wie entsteht der Wobble-Bass im Dubstep?

Der Wobble-Bass entsteht aus drei hintereinander geschalteten Bauteilen.

  • Der Oszillator liefert einen tiefen Ton, meist eine Sägezahn- oder Rechteckschwingung. Beide enthalten viele Obertöne, die der nächste Schritt braucht.
  • Das Filter ist ein Tiefpass mit hoher Resonanz. Es lässt alles unterhalb seiner Grenzfrequenz durch und dämpft alles darüber. Steht die Grenzfrequenz tief, klingt der Ton dumpf, steht sie hoch, klingt er offen und scharf.
  • Der Niederfrequenzoszillator schwingt zu langsam, um selbst als Ton hörbar zu sein. Er klingt nicht, er bewegt die Grenzfrequenz des Filters auf und ab. Seine Geschwindigkeit hängt am Tempo, meist auf Achtel, Sechzehntel oder Triolen.

Die Tonhöhe bleibt dabei unverändert. Im Takt bewegt sich allein die Klangfarbe: Der Ton öffnet und schließt sich, sooft der Niederfrequenzoszillator eine Schwingung durchläuft. Auf Sechzehntel statt auf Achtel gestellt, wobbelt derselbe Ton doppelt so schnell, ohne dass eine Note anders liegt.

Ein Takt im 4/4, rund 140 Schläge pro Minute Bassdrum Snare 1 2 3 4 Grundgerüst: zwei Schläge je Takt. Die übrigen Rasterplätze bleiben leer oder tragen nur Hi-Hats. Wobble-Bass: so entsteht die pulsierende Klangfarbe Basston Sägezahn, obertonreich Filter Tiefpass mit Resonanz Ausgang pulsierende Klangfarbe bewegt die Grenzfrequenz Niederfrequenzoszillator an das Tempo gebunden, meist Achtel Grenzfrequenz über die Zeit hoch tief Die Tonhöhe ändert sich dabei nicht.
Oben das Grundgerüst eines Dubstep-Takts: Bassdrum auf der 1, Snare auf der 3, dazwischen leeres Raster. Unten die Erzeugung des Wobble-Basses: Der Niederfrequenzoszillator bewegt die Grenzfrequenz des Filters auf und ab, die Klangfarbe folgt dieser Kurve.

Im Dubstep trägt der Bass die Hauptstimme. In House und Techno stützt er ein Akkordgerüst, das andere Spuren aufbauen. Hier fehlt dieses Gerüst häufig ganz: Der Bass liefert Tonhöhe, Rhythmus und Klangfarbe zugleich. Ein Wechsel seiner Klangfarbe wirkt deshalb so stark wie anderswo ein Wechsel der Melodie.

Was ist der Drop im Dubstep?

Der Drop ist der Formteil, in dem die volle Bassschicht einsetzt. Vor ihm steht der Aufbau, der genau das wegnimmt, was der Drop zurückbringt.

Im Aufbau fehlen der tiefe Bass und meist auch die Bassdrum. Ein Filter schließt sich über mehrere Takte, während eine Snare oder ein Rauschen lauter und dichter wird. Häufig setzt der Rhythmus in den letzten ein bis zwei Takten ganz aus.

Mit dem ersten Schlag des Drops setzen Bassdrum, Snare und Bass gemeinsam ein. Drei Dinge geschehen gleichzeitig: Der Bereich unterhalb von etwa 100 Hertz ist wieder besetzt, das Filter steht offen, und der Pegel springt auf den Wert des Hauptteils. Der Drop liegt fast immer nach 16 oder 32 Takten; die Wirkung entsteht aus dem Abstand zum ausgedünnten Aufbau, nicht aus der Überraschung.

Woher stammt Dubstep?

Dubstep entstand Anfang der 2000er Jahre in Südlondon, aus zwei Quellen. Aus dem UK Garage kam die Rhythmusbauweise: Dessen 2-Step-Spielart ließ Schläge dort aus, wo eine Vier-Viertel-Bassdrum sie gesetzt hätte, und verschob die Snares gegen das Raster. Dubstep nahm dieser Bauweise die Zwischenschläge und rückte den Bass nach vorn.

Die zweite Quelle ist der jamaikanische Dub, eine Studiopraxis des Reggae aus den 1960er und 1970er Jahren: Der Toningenieur nahm Gesang und Melodie aus einer fertigen Aufnahme heraus, hob Bassdrum und Bass an und schickte einzelne Spuren durch Hall und Echo. Zwei Dinge übernahm Dubstep daraus: das Gewicht des Basses und den Hallraum als eigenes Mittel. Die Leerstellen im Takt sind nicht still, in ihnen klingt der Hall des vorangegangenen Schlags aus.

Was unterscheidet Brostep vom frühen Dubstep?

Ab etwa 2010 setzte sich eine härtere Spielart durch, die vor allem in den USA ein großes Publikum fand und im deutschen Sprachgebrauch oft Brostep heißt. Tempo, halbierten Puls und die Snare auf der 3 behält sie bei; sie ändert den Bassklang und den Formaufbau.

  • Der Bassklang liegt höher und ist stark verzerrt. Statt eines runden Sub-Basses, den kleine Lautsprecher kaum wiedergeben, steht ein obertonreicher Klang in der Mittellage.
  • Die Filterbewegung läuft schneller und wechselt ihr Muster von Takt zu Takt, wo der frühe Dubstep eine gleichmäßige Bewegung hält.
  • Der Hallraum tritt zurück. Die Mischung wird trockener, der leere Raum zwischen den Schlägen kürzer.
  • Der Drop rückt in den Mittelpunkt der Form.

Beide Richtungen laufen bis heute nebeneinander und nutzen dieselbe Rhythmusbauweise. Die härtere Spielart trug den Stil in den Massenmarkt und prägte, was ein großes Publikum unter Dubstep versteht.

Häufige Fragen zu Dubstep

Was ist Dubstep?

Dubstep ist elektronische Tanzmusik bei rund 140 Schlägen pro Minute, deren Grundpuls halb so schnell empfunden wird. Die Snare fällt nur auf die dritte Zählzeit jedes Takts, das übrige Raster bleibt weitgehend leer, und der Bass trägt die Hauptstimme. Der Stil entstand Anfang der 2000er Jahre in Südlondon aus UK Garage und Dub.

Wie viele BPM hat Dubstep?

Dubstep läuft bei rund 140 Schlägen pro Minute. Der gefühlte Grundschlag ist halb so schnell, also rund 70, weil die Snare nur einmal je Takt trifft und der Hörer sich nach ihr richtet. Damit steht Dubstep im Tempobereich von Techno, klingt aber deutlich langsamer.

Was ist ein Wobble-Bass im Dubstep?

Ein Wobble-Bass ist ein tiefer Ton, dessen Klangfarbe im Takt pulsiert. Der Ton läuft durch ein Tiefpassfilter, dessen Grenzfrequenz ein Niederfrequenzoszillator auf und ab bewegt, meist im Achtel- oder Sechzehntelraster. Dadurch wandern die Obertöne hinein und wieder heraus, während die Tonhöhe unverändert bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen Dubstep und Brostep?

Brostep bezeichnet die härtere Spielart, die ab etwa 2010 vor allem in den USA erfolgreich war. Tempo, halbierter Puls und Snare auf der 3 sind dieselben. Der Bassklang liegt höher und ist stark verzerrt, die Filterbewegung wechselt schneller, und der Drop bestimmt die Form. Der frühe Dubstep arbeitet dagegen mit Sub-Bass, langem Hall und mehr Leerraum.

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