Death Metal

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Redaktion
Eine Fußmaschine an einer schwarzen Bassdrum von der Seite, Kette und Feder liegen frei, dahinter ein dunkler Proberaum. Bild: KI generiert.
Eine Fußmaschine an einer schwarzen Bassdrum von der Seite, Kette und Feder liegen frei, dahinter ein dunkler Proberaum. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Death Metal ist ein Subgenre des Metal mit tief gestimmten Gitarren, geknurrtem Gesang, Blastbeats und dichten Riffs, die in Halbtonschritten wandern und die Tonart verwischen. Er entstand Mitte bis Ende der 1980er Jahre aus dem Thrash Metal, mit Schwerpunkten in Florida, in Schweden und in Großbritannien. Der Growl entsteht an den Taschenfalten über den Stimmlippen und ist eine erlernbare Technik. Die Stücke wechseln mehrfach das Tempo, zwischen schweren langsamen Abschnitten und Blastbeats.

Death Metal ist ein Subgenre des Metal, erkennbar an fünf Merkmalen: tief gestimmte Gitarren, geknurrter Gesang, Blastbeats und durchgehende Doublebass am Schlagzeug, dichte Riffs mit chromatischen Wendungen und häufige Tempowechsel innerhalb eines Stücks. Er entstand Mitte bis Ende der 1980er Jahre aus dem Thrash Metal, mit Schwerpunkten in Florida, in Schweden und in Großbritannien.

Mitte 1980erEntstehung
2 bis 5Halbtöne tiefer gestimmt
GrowlGesangstechnik
180 bis 250Blastbeat in bpm

Was macht Death Metal aus?

Death Metal treibt die Mittel des Metal weg von der Tonart und hin zur Dichte. Die Riffs wandern in Halbtonschritten und setzen Töne außerhalb der Tonleiter gleichberechtigt ein, solche chromatischen Wendungen nehmen dem Ohr den Bezugston.

MerkmalDeath Metal
EntstehungszeitMitte bis Ende der 1980er Jahre
Herkunftaus dem Thrash Metal, Schwerpunkte in Florida, Schweden und Großbritannien
GesangGrowl, tiefe verzerrte Stimme ohne erkennbare Tonhöhe
Gitarrenstimmungmeist zwei bis fünf Halbtöne unter E, teils siebensaitige Instrumente
SchlagzeugBlastbeats, durchgehende Doublebass, zwei Bassdrum-Pedale
Harmonikchromatische Riffs, Tritonus, verwischte Tonart
FormAbschnittsfolgen statt Strophe und Refrain, mehrfache Tempowechsel je Stück
TextthemenTod, Gewalt und Horror, überwiegend als Fiktion

Wie entsteht der Growl im Death Metal?

Der Growl entsteht durch eine zweite Schwingungsquelle oberhalb der Stimmlippen. Beim gewöhnlichen Singen schwingen allein die Stimmlippen. Beim Growl legen sich die Taschenfalten mit in die Schwingung, zwei Schleimhautfalten direkt darüber, und erzeugen eine tiefere, unregelmäßige Frequenz. Sie überlagert den Grundton und macht ihn rau. Der Sänger schreit dabei nicht aus dem Hals: Der Kehlkopf bleibt locker, den Druck liefert die Atemstütze aus Zwerchfell und Bauchmuskulatur.

Die Technik ist erlernbar. Gesangslehrer bauen sie mit denselben Mitteln auf wie den klaren Gesang: gleichmäßiger Luftstrom, offener Rachen, wenig Druck auf den Stimmlippen. Am Anfang steht ein sauberer Ton, die Verzerrung kommt darüber.

Wer den Klang stattdessen aus dem Hals presst, erreicht eine ähnliche Klangfarbe auf schädlichem Weg. Die Folgen sind Heiserkeit nach dem Auftritt und, bei dauerhafter Überlastung, Schwellungen oder Knötchen an den Stimmlippen.

Growling ist eine Technik, kein Kaputtschreien. Der raue Klang stammt von den Taschenfalten über den Stimmlippen, nicht von gepresstem Schreien aus dem Hals. Richtig ausgeführt kostet ein Growl weniger Kraft als ein lauter klarer Ton. Falsch ausgeführt schädigt er die Stimme innerhalb weniger Auftritte.

Wie stimmen Death-Metal-Gitarristen ihre Instrumente?

Death-Metal-Gitarristen stimmen unter die Standardstimmung E herunter, meist um zwei bis fünf Halbtöne. Verbreitet sind D-Standard mit allen Saiten einen Ganzton tiefer, C-Standard mit zwei Ganztönen und H-Standard mit einer Quarte, im englischen Sprachraum B genannt. Ein Teil der Bands greift stattdessen zur siebensaitigen E-Gitarre: Sie behält die sechs Saiten der Standardstimmung und ergänzt darunter eine tiefe H-Saite.

Das Herunterstimmen senkt den Grundton, das Riff klingt dunkler. Zugleich fällt die Saitenspannung: Eine Saite gleicher Stärke steht tiefer gestimmt loser, schlägt beim Anschlag weiter aus und schnarrt an den Bünden. Death-Metal-Gitarristen ziehen deshalb dickere Saiten auf, denn eine schwerere Saite braucht für dieselbe Tonhöhe mehr Zug. Denselben Zweck erfüllt eine längere Mensur, weil eine längere Saite bei gleicher Tonhöhe unter höherer Spannung steht.

Gesangstechnik tief hoch Growl Verzerrung an den Taschenfalten, direkt über den Stimmlippen Scream Verzerrung höher am Kehlkopfeingang Gitarrenstimmung tiefste Saite E Standard D 2 Halbtöne tiefer C 4 Halbtöne tiefer H 5 Halbtöne tiefer englisch B
Oben die Gesangstechniken: Der Growl liegt tief und entsteht an den Taschenfalten, der Scream liegt hoch und entsteht am Kehlkopfeingang. Unten die tiefste Saite je Stimmung, angegeben in Halbtönen unter dem Standard E.

Was ist ein Blastbeat im Death Metal?

Ein Blastbeat ist ein sehr schnelles Schlagzeugmuster, in dem Bassdrum, Snare und ein Becken in dichter Folge zusammenwirken. Im gebräuchlichsten Fall wechseln Bassdrum und Snare einander in Einzelschlägen ab, während die freie Hand jeden dieser Schläge auf Hi-Hat, Ride oder Crash mitspielt. Daraus entsteht eine lückenlose Kette von Sechzehnteln, die das Ohr bei hohem Tempo nicht mehr als Zählzeit hört, sondern als Fläche.

In der zweiten Bauform treffen Bassdrum, Snare und Becken gleichzeitig, das klingt härter und markiert jeden Schlag als Block. Beide laufen meist zwischen 180 und 250 Schlägen je Minute. Am Schlagzeug verlangt das Ausdauer in Unterarm und Fuß, einen Schlag aus dem Handgelenk und zwei Pedale an der Bassdrum.

Vom Blastbeat zu trennen ist die Doublebass: durchgehende Achtel oder Sechzehntel allein auf der Bassdrum, gespielt im Wechsel der Füße, während Snare und Becken das Grundmetrum halten. Der Blastbeat füllt alle drei Ebenen, die Doublebass nur die unterste.

Wie unterscheidet sich Death Metal von Thrash Metal und Black Metal?

  • Thrash Metal hält Gesang und Tonart erkennbar. Die Stimme ist gepresst und geschrien, behält aber Tonhöhe und Textverständlichkeit, und die Riffs bleiben in einer Tonart. Das Tempo entsteht aus palmgedämpften Abschlägen statt aus Blastbeats.
  • Black Metal setzt eine hohe, kreischende Stimme ein statt des tiefen Growls. Die Gitarren spielen durchgehende Tremoloschläge in hoher Lage, und die Aufnahme bleibt bewusst dünn und rau, mit wenig Bass.

Woher stammt der Death Metal?

Death Metal entstand Mitte bis Ende der 1980er Jahre aus dem Thrash Metal: Bands senkten die Stimmung weiter ab, ersetzten den geschrienen Gesang durch den Growl und übernahmen den Blastbeat aus dem Hardcore. In Großbritannien traf die Riffarbeit des Metal zusätzlich auf die Kürze des Hardcore Punk und brachte den Grindcore hervor.

Florida und Schweden brachten zwei unterscheidbare Klangschulen hervor. Der floridianische Klang ist trocken und durchhörbar: scharf gezeichnete Gitarren, kontrollierter Tiefbass, eine kurz treffende Snare, technisch anspruchsvoll gebaute Riffs. Der schwedische Klang setzt auf eine stark gesättigte, sägende Gitarrenverzerrung mit betonten Mitten, die Gitarrenspuren verschmelzen zu einer Fläche und das Tempo bleibt öfter im mittleren Bereich.

Worüber handeln die Texte im Death Metal?

Die Texte handeln überwiegend von Tod, Gewalt und Horror, meist als Fiktion. Sie bedienen sich am Bildvorrat des Horrorfilms und der Horrorliteratur: Untote, Verwesung, Krankheit, Mord als Erzählstoff. Diese Bildsprache ist Genrekonvention. Sie arbeitet wie das Kunstblut im Splatterfilm oder die Sektionsszene im Kriminalroman und markiert die Zugehörigkeit zum Genre, statt eine Haltung des Verfassers auszudrücken.

Daneben sind Krieg, Vergänglichkeit, Religionskritik, Gesellschaftskritik und Science-Fiction verbreitet. Beim Hören bleiben die Texte durch den Growl meist unverständlich, wer sie lesen will, ist auf den Abdruck im Beiheft angewiesen.

Häufige Fragen zum Death Metal

Was ist Death Metal?

Death Metal ist ein Subgenre des Metal, das Mitte bis Ende der 1980er Jahre aus dem Thrash Metal entstand. Er verbindet tief gestimmte Gitarren, geknurrten Gesang, Blastbeats und durchgehende Doublebass mit dichten Riffs, die in Halbtonschritten wandern und die Tonart verwischen. Schwerpunkte der Entstehung lagen in Florida, in Schweden und in Großbritannien.

Wie funktioniert Growling im Death Metal?

Growling im Death Metal entsteht, wenn zusätzlich zu den Stimmlippen die Taschenfalten darüber in Schwingung geraten. Sie erzeugen eine tiefere, unregelmäßige Frequenz, die den Grundton überlagert und ihn rau klingen lässt. Der Kehlkopf bleibt locker, den Druck liefert die Atemstütze. Die Technik ist erlernbar und wird auf einem klaren Ton aufgebaut.

Schadet Growling im Death Metal der Stimme?

Growling schadet der Stimme, wenn der Sänger den Klang aus dem Hals presst, und schont sie, wenn die Verzerrung oberhalb der Stimmlippen entsteht und die Luft den Druck liefert. Falsche Ausführung führt zu Heiserkeit, dauerhafte Überlastung zu Schwellungen oder Knötchen an den Stimmlippen. Als Prüfstein dient die Sprechstimme nach dem Auftritt.

Was ist der Unterschied zwischen Death Metal und Black Metal?

Der Unterschied liegt in Stimme, Riffbau und Aufnahme. Death Metal nutzt einen tiefen Growl, chromatische Riffs und einen dichten, bassbetonten Klang, in dem die Instrumente getrennt hörbar bleiben. Black Metal setzt eine hohe, kreischende Stimme ein, führt die Gitarren in durchgehenden Tremoloschlägen in hoher Lage und hält die Aufnahme bewusst dünn und rau.

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