Black Metal

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Redaktion
Ein Nadelwald zieht sich als dunkler Streifen durch dichten Nebel. Foto: LUM3N / Pixabay.
Ein Nadelwald zieht sich als dunkler Streifen durch dichten Nebel. Foto: LUM3N / Pixabay.

Zusammenfassung

Black Metal ist ein Subgenre des Metal mit hoher, kreischender Stimme, schnellen Tremolo-Riffs auf den hohen Saiten, Blastbeats am Schlagzeug und einer absichtlich rohen Aufnahme. Das Klangbild nimmt Einzelheiten zugunsten einer Fläche zurück. Harmonisch bleibt das Genre in Moll und nutzt Halbtonschritte, verminderte Akkorde und den Tritonus. Eine erste Welle entstand in den 1980er Jahren, die zweite Anfang der 1990er Jahre in Norwegen.

Black Metal ist ein Subgenre des Metal mit hoher, kreischender Stimme, schnellen Tremolo-Riffs auf den hohen Saiten, Blastbeats am Schlagzeug und einer absichtlich rohen Aufnahme. Das Klangbild nimmt Einzelheiten zugunsten einer Fläche zurück. Eine erste Welle entstand in den 1980er Jahren, die zweite Anfang der 1990er Jahre in Norwegen.

1980erErste Welle
1990erZweite Welle, Norwegen
ScreamGesangstechnik
TremoloGitarrentechnik

Was macht Black Metal musikalisch aus?

Black Metal setzt fünf Mittel zusammen: hohe, kreischende Stimme, schnelle Tremolo-Riffs in hoher Lage, Blastbeats, rohe Aufnahme und ein flächiges Klangbild. Der Gesang liegt weit über der Sprechstimme und trägt eine harte Verzerrung, die Tonhöhe bleibt dabei erkennbar. Die Gitarren spielen keine kurzen, palmgedämpften Figuren wie der übrige Metal, sondern lange Tonfolgen ohne Dämpfung. Der Blastbeat darunter ist eine lückenlose Kette aus Einzelschlägen von Bassdrum, Snare und Becken. Weil alle drei durchgehend laufen und die Aufnahme sie nicht trennt, hört das Ohr eine Fläche statt einzelner Stimmen.

MerkmalBlack Metal
Erste Welle1980er Jahre, aus Thrash Metal und Speed Metal
Zweite WelleAnfang der 1990er Jahre in Norwegen
GesangScream, hohe gepresste Stimme mit erkennbarer Tonhöhe
GitarrentechnikTremolo-Picking, lange ungedämpfte Tonfolgen in hoher Lage
Gitarrenstimmungmeist Standard E oder wenig darunter
SchlagzeugBlastbeats, oft über ganze Abschnitte durchgehend
HarmonikMoll, Halbtonschritte, verminderte Akkorde, Tritonus
Aufnahmebewusst roh, wenig Bass, wenig Nachbearbeitung
SpielartenAtmospheric, Depressive, Symphonic, Post-Black-Metal

Was ist Tremolo-Picking im Black Metal?

Tremolo-Picking ist ein sehr schneller Wechselschlag auf einer gehaltenen Tonfolge. Die Anschlagshand bewegt sich ohne Pause abwärts und aufwärts, jeder Ton der Folge bekommt mehrere Anschläge statt eines einzigen. Die Greifhand wandert langsam durch die Melodie, die Anschlagshand bleibt im gleichen schnellen Puls.

Ab etwa zehn Anschlägen je Sekunde trennt das Ohr die Anschläge nicht mehr. Aus Einzeltönen wird eine durchgehende Fläche, in der allein die Tonhöhe wechselt. Das ist das hörbare Kernmerkmal des Genres, und es funktioniert nur ohne Dämpfung: Ein Handballen am Steg lässt die Fläche wieder in einzelne Schläge zerfallen.

Ein Takt, gleiches Tempo Taktanfang Taktende Wechselschlag 8 Anschläge Klangbild einzelne Töne bleiben trennbar Tremolo-Picking 32 Anschläge Klangbild durchgehende Fläche, allein die Tonhöhe wechselt
Beide Reihen zeigen denselben Takt im selben Tempo. Oben acht Anschläge, deren Töne einzeln hörbar bleiben, unten 32 Anschläge des Tremolo-Picking, die zu einer durchgehenden Fläche verschmelzen.

Warum klingen Black-Metal-Aufnahmen bewusst roh?

Die rohe Aufnahme ist eine Entscheidung, kein technisches Unvermögen. Bands nehmen in wenigen Durchgängen auf, verzichten auf Schnitt und Korrektur, nehmen den Bass zurück und lassen Rauschen stehen. Spätere Alben bilden diesen Klang nach, obwohl bessere Technik bereitsteht.

Der Verzicht grenzt das Genre hörbar vom aufwendig produzierten Metal ab, der jedes Instrument sauber trennt und Gitarrenspuren mehrfach schichtet. Zugleich dient der dünne Klang der Musik: Erst ohne satten Bass verschmelzen die Tremolo-Gitarren zu einer Fläche.

Welche Harmonik nutzt der Black Metal?

Black Metal bleibt überwiegend in Moll und arbeitet mit Halbtonschritten und verminderten Wendungen. Verbreitet sind natürliches Moll und Phrygisch, also eine Molltonleiter mit kleiner Sekunde über dem Grundton. Spannung liefern der verminderte Dreiklang aus zwei kleinen Terzen und der Tritonus über sechs Halbtöne.

Die Grenze zwischen Konsonanz und Dissonanz verläuft am Frequenzverhältnis: Je einfacher es gebaut ist, desto ruhiger der Zusammenklang. Kleine Sekunde und Tritonus haben komplizierte Verhältnisse und bleiben gespannt. Black Metal löst diese Spannung selten auf, sondern rückt das Riff um einen Halbton weiter oder wiederholt die Wendung.

Wie unterscheidet sich Black Metal vom Death Metal?

Der Unterschied liegt in Stimme, Lage und Aufnahme. Blastbeats und hohe Tempi teilen Black Metal und Death Metal, in drei Punkten trennen sie sich:

  • Stimme ist hier ein hoher Scream mit erkennbarer Tonhöhe, dort ein tiefer Growl ohne Tonhöhe.
  • Lage und Stimmung bleiben hier nah an Standard E, die Riffs laufen hoch. Death-Metal-Gitarren stehen mehrere Halbtöne tiefer.
  • Produktion hält der Black Metal dünn und bassarm, Death Metal dicht und bassbetont.

Woher stammt der Black Metal?

Black Metal stammt aus zwei Wellen. Die erste entstand in den 1980er Jahren im Umfeld von Thrash Metal und Speed Metal, mit Bands in Großbritannien, Skandinavien und der Schweiz. Sie brachte Namen und Bildsprache, blieb musikalisch aber nah am Thrash.

Die zweite Welle formte sich Anfang der 1990er Jahre in Norwegen und setzte die heutigen Merkmale durch: durchgehendes Tremolo-Picking, hohe Screams, Blastbeats und eine absichtlich rohe Aufnahme.

Welche Spielarten hat der Black Metal?

  • Atmospheric Black Metal dehnt die Stücke auf zehn Minuten und mehr und legt Flächen aus Synthesizer oder Gitarre darunter.
  • Depressive Black Metal nimmt das Tempo zurück, spielt dünne, schleppende Riffs und handelt von Verzweiflung und Rückzug.
  • Symphonic Black Metal ergänzt Streicher, Chöre und Tasteninstrumente und nimmt dafür eine sauberere Produktion in Kauf.
  • Post-Black-Metal verbindet Tremolo-Riffs und Screams mit offenen Akkorden und Steigerungsformen aus dem Post-Rock und klingt heller.

Welche Straftaten gab es in der norwegischen Black-Metal-Szene?

Angehörige der norwegischen Szene setzten zwischen 1992 und 1996 mehrere Kirchen in Brand, darunter mittelalterliche Stabkirchen. Dazu kamen zwei Tötungsdelikte innerhalb der Szene. Norwegische Gerichte verurteilten mehrere Beteiligte wegen dieser Taten zu Haftstrafen.

Das waren Straftaten, und die Justiz hat sie als solche geahndet. Bei den Stabkirchen zerstörten die Brände unersetzliche Baudenkmäler. Die Taten gehören zur Geschichte des Genres, sie definieren es aber nicht: Kein musikalisches Merkmal folgt aus ihnen. Ein großer Teil der heutigen Szene distanziert sich ausdrücklich davon.

Gibt es rechtsextreme Strömungen im Black Metal?

Ja. Unter dem Kürzel NSBM, ausgeschrieben National Socialist Black Metal, läuft eine Strömung, die rechtsextreme und neonazistische Inhalte transportiert. Diese Inhalte sind Propaganda in musikalischer Form; wo solche Veröffentlichungen verbotene Kennzeichen zeigen oder zu Hass aufstacheln, greift in Deutschland das Strafrecht. Diese Strömung bleibt eine Minderheit: Große Teile der Szene lehnen sie ab, viele Festivals und Labels schließen entsprechende Bands aus, und innerhalb des Genres bestehen ausdrücklich antifaschistische Strömungen, im englischen Sprachraum unter dem Kürzel RABM für Red and Anarchist Black Metal.

Häufige Fragen zum Black Metal

Was ist Black Metal?

Black Metal ist ein Subgenre des Metal mit hoher, kreischender Stimme, schnellen Tremolo-Riffs in hoher Lage, Blastbeats am Schlagzeug und einer absichtlich rohen Aufnahme. Harmonisch bleibt er in Moll und nutzt Halbtonschritte, verminderte Akkorde und den Tritonus. Eine erste Welle entstand in den 1980er Jahren, die zweite Anfang der 1990er Jahre in Norwegen.

Was ist Tremolo-Picking im Black Metal?

Tremolo-Picking ist ein sehr schneller Wechselschlag der Anschlagshand auf einer gehaltenen Tonfolge. Jeder Ton bekommt mehrere Anschläge statt eines einzigen, und ab etwa zehn Anschlägen je Sekunde verschmelzen sie für das Ohr zu einer durchgehenden Fläche, in der allein die Tonhöhe wechselt. Die Technik funktioniert nur ohne Dämpfung am Steg.

Was ist der Unterschied zwischen Black Metal und Death Metal?

Black Metal nutzt hohe Screams, Gitarren nahe der Standardstimmung in hoher Lage und eine dünne, bassarme Aufnahme. Death Metal nutzt tiefe Growls, tiefer gestimmte Gitarren und eine dichte, bassbetonte Produktion. Blastbeats und hohe Tempi teilen beide.

Was geschah in der norwegischen Black-Metal-Szene zwischen 1992 und 1996?

Angehörige der norwegischen Black-Metal-Szene setzten zwischen 1992 und 1996 mehrere Kirchen in Brand, darunter mittelalterliche Stabkirchen, und zwei Tötungsdelikte geschahen innerhalb der Szene. Norwegische Gerichte verurteilten mehrere Beteiligte zu Haftstrafen. Die Taten gehören zur Geschichte des Genres, sie sind aber kein musikalisches Merkmal, und ein großer Teil der Szene distanziert sich von ihnen.

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