Wolfgang Amadeus Mozart war ein Komponist der Wiener Klassik. Er schrieb in jeder Gattung seiner Zeit: Opern, Sinfonien, Klavierkonzerte, Streichquartette, Kirchenmusik. Ab 1781 arbeitete er in Wien ohne feste Anstellung und lebte von eigenen Konzerten, Unterricht, Verlagshonoraren und Aufträgen, was für einen Komponisten seiner Zeit ungewöhnlich war. Das Köchelverzeichnis ordnet seine Werke nach der Entstehungszeit und vergibt dafür die KV-Nummern.
Wer war Wolfgang Amadeus Mozart?
Wolfgang Amadeus Mozart war ein Komponist, Pianist und Geiger aus Salzburg, der die Wiener Klassik neben Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven prägte. Sein Vater Leopold Mozart stand als Vizekapellmeister im Dienst des Salzburger Fürsterzbischofs und unterrichtete ihn von klein auf. Ab 1762 reiste die Familie durch Europa und stellte die Kinder an Höfen und in Konzerten vor.
Mozart trat selbst in Salzburger Hofdienste, brach 1781 mit Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo und blieb in Wien. Dort heiratete er Constanze Weber, gab Subskriptionskonzerte und schrieb seine bekanntesten Opern.
| Merkmal | Wolfgang Amadeus Mozart |
|---|---|
| Lebensdaten | 27. Januar 1756 bis 5. Dezember 1791 |
| Geburtsort | Salzburg |
| Sterbeort | Wien |
| Epoche | Wiener Klassik |
| Wirkungsstätten | Salzburg, Wien, Prag, dazu Konzertreisen durch Europa |
| Ämter | Konzertmeister und Hoforganist in Salzburg, ab 1787 Kammerkompositeur in Wien |
| Prägende Gattungen | Oper, Klavierkonzert, Sinfonie, Streichquartett, Kirchenmusik |
| Werkverzeichnis | KV, nach der Entstehungszeit geordnet |
| Besonderheit | arbeitete ab 1781 ohne feste Anstellung |
Was zeichnet die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart aus?
Die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart verbindet klare Bauformen mit einer Melodik, die dem Atem einer Singstimme folgt. Seine Sätze halten sich an die Baupläne der Wiener Klassik, füllen sie aber nicht schematisch aus: Mozart verschiebt Einschnitte, schiebt zusätzliche Themen ein und führt Übergänge in unerwartete Tonarten.
Der wichtigste Bauplan ist die Sonatenhauptsatzform. Die Exposition stellt ein Hauptthema in der Grundtonart und ein Seitenthema in der Dominante vor, die Durchführung zerlegt dieses Material und wechselt die Tonarten, die Reprise bringt beide Themen wieder, nun beide in der Grundtonart. Mozart nutzt diesen Ablauf im Kopfsatz von Sinfonien, Sonaten, Quartetten und Konzerten, also quer durch die musikalischen Formen seiner Zeit.
Im Klavierkonzert baute Mozart die Anlage aus, die bis heute gilt. Das Orchester eröffnet mit einer eigenen Exposition, danach setzt der Solist ein und bringt dasselbe Material mit eigenen Zusätzen. Vor dem Schluss steht die Solokadenz, in der das Orchester schweigt und der Solist die Themen frei verarbeitet. Mozart hinterließ 27 nummerierte Klavierkonzerte, die meisten davon für seine eigenen Wiener Akademien.
In der Oper trägt die Musik die Handlung, statt sie anzuhalten. Die großen Finali reihen keine Nummern aneinander, sondern führen Figur um Figur hinzu, wechseln Tempo und Taktart und verschärfen den Konflikt. Jede Rolle bekommt eine eigene musikalische Sprache: Papageno singt Strophenlieder, die Königin der Nacht Koloraturen in extremer Höhe.
Sein Tasteninstrument war der Hammerflügel, nicht das heutige Klavier. Der Hammerflügel hat eine leichtere Mechanik, weniger Saitenzug und einen kürzeren Nachklang. Deshalb treten schnelle Läufe deutlicher hervor, und der Klang nimmt rascher ab.
Mozart schrieb seine Werke nicht in einem Zug nieder. Die Erzählung, er habe fertige Stücke im Kopf gehabt und nur noch abgeschrieben, geht auf einen Brief zurück, den die Forschung für eine Fälschung hält. Erhaltene Skizzenblätter und abgebrochene Anfänge zeigen, dass er Entwürfe verwarf und umarbeitete.
Welche Werke schrieb Wolfgang Amadeus Mozart?
- Die Hochzeit des Figaro (KV 492), 1786 in Wien, auf einen Text von Lorenzo Da Ponte.
- Don Giovanni (KV 527), 1787 in Prag uraufgeführt, ebenfalls mit Da Ponte.
- Die Zauberflöte (KV 620), 1791 in einem Wiener Vorstadttheater, Text von Emanuel Schikaneder.
- Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll (KV 466) von 1785, eines der wenigen Konzerte in Moll.
- Sinfonie Nr. 40 g-Moll (KV 550) und Sinfonie Nr. 41 C-Dur (KV 551), beide 1788 entstanden.
- Klarinettenkonzert A-Dur (KV 622) von 1791, geschrieben für den Klarinettisten Anton Stadler.
- Requiem d-Moll (KV 626), bei Mozarts Tod unvollendet und von Franz Xaver Süßmayr ergänzt.
Welche Stellung hatte Wolfgang Amadeus Mozart zu Lebzeiten?
Wolfgang Amadeus Mozart galt zu Lebzeiten als einer der führenden Musiker Europas, arbeitete aber die längste Zeit ohne die feste Anstellung, die für Komponisten damals die Regel war. Nach dem Bruch mit Salzburg 1781 lebte er von Akademien, Unterricht, Verlagshonoraren und Aufträgen.
1787 ernannte ihn Kaiser Joseph II. zum Kammerkompositeur. Die Stelle brachte ein festes, aber bescheidenes Gehalt und verlangte im Wesentlichen Tanzmusik für die Hofbälle. Seine Einkünfte schwankten stark: In Jahren mit vielen Akademien verdiente er gut, in schwachen Jahren bat er den Kaufmann Michael Puchberg brieflich um Darlehen. Diese Briefe sind erhalten.
Mozart starb am 5. Dezember 1791 in Wien. Die Todesursache ist nicht geklärt. Der Eintrag im Totenbuch nennt ein hitziges Frieselfieber und beschreibt damit Symptome, ohne eine Diagnose zu stellen.
Welchen Einfluss hat Wolfgang Amadeus Mozart bis heute?
Wolfgang Amadeus Mozart gehört zu den meistgespielten Komponisten der Welt. Zusammen mit Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven bildet er das Zentrum der Wiener Klassik.
Fachlich wirkt vor allem das Klavierkonzert nach: Die Anlage aus Orchesterexposition, Soloexposition und Kadenz übernahm Beethoven und baute sie weiter aus. Im Unterricht dienen Mozarts Klaviersonaten als Einstieg in die klassische Form, weil sich an ihnen Themen, Übergänge und Reprisen klar abzählen lassen.
Häufige Fragen zu Wolfgang Amadeus Mozart
Was bedeutet KV bei Wolfgang Amadeus Mozart?
KV steht für Köchelverzeichnis, das Ludwig von Köchel 1862 herausgab. Es ordnet die Werke Mozarts nach der vermuteten Entstehungszeit, weshalb eine hohe Nummer auf ein spätes Werk deutet. Das Requiem, an dem er zuletzt arbeitete, trägt die Nummer KV 626.
Wie lautete der volle Name von Wolfgang Amadeus Mozart?
Der Taufeintrag vom 28. Januar 1756 nennt Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart. Theophilus heißt auf Lateinisch Amadeus und auf Deutsch Gottlieb. Mozart selbst unterschrieb meist mit Wolfgang Amadè Mozart. Die Form Amadeus setzte sich erst nach seinem Tod durch.
Welche Opern von Wolfgang Amadeus Mozart werden am häufigsten gespielt?
Am häufigsten stehen Die Zauberflöte, Die Hochzeit des Figaro, Don Giovanni, Così fan tutte und Die Entführung aus dem Serail auf den Spielplänen. Drei davon schrieb Mozart auf Texte von Lorenzo Da Ponte: Figaro, Don Giovanni und Così fan tutte. Die Zauberflöte und Die Entführung aus dem Serail sind deutschsprachige Singspiele mit gesprochenen Dialogen.
Woran starb Wolfgang Amadeus Mozart?
Die Todesursache von Wolfgang Amadeus Mozart ist nicht geklärt. Er starb am 5. Dezember 1791 in Wien nach rund zwei Wochen Krankheit mit Fieber und Schwellungen. Der Wiener Totenbucheintrag vermerkt ein hitziges Frieselfieber, also eine Beschreibung des Krankheitsbildes und keine Diagnose. Alle späteren Erklärungen bleiben Vermutungen.




